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Schiedsrichter-Ansetzungen

 

 

Autorin: Maria Florencia Ferreyra

 

 

Ratgeber für Vereinsschiedsrichterwarte

 

Den vorliegenden Ratgeber habe ich dem hessischen freiwurf entnommen. Er ist vom Mitglied der Darmstädter Schiedsrichter-Kommission Maria Florencia Ferreyra und ich denke, dass dieser auch in anderen Landesverbänden gut verwendbar ist. Möglicherweise können so einige Spielausfälle und sonstige Probeleme vermieden werden.

Basketball hat sich zu einer Trendsportart der letzten Jahre entwickelt. Alle Vereine profitieren hiervon durch teilweise großen Zulauf in ihren Abteilungen. Immer mehr Vereine melden ihre Mannschaften an, um im Bezirk am organisierten Spiel teilnehmen zu dürfen. Spätestens auf der Suche nach motivierten und engagierten Mitgliedern für die Besetzung der notwendigen Funktionen u.a. des Abteilungsleiters, Vereinsschiedsrichter-, Kassen- oder Jugendwart hat man oft die ersten Schwierigkeiten. Sind Personen gefunden worden, so stehen sie, vor allem bei Abteilungsneugründungen, oftmals vor einem Berg unübersichtlichem Regelwerk und unbekannten Aufgaben. Genau für diese Leute soll dieser Ratgeber eine Hilfe sein. In der Vergangenheit mußten einige Spiele aufgrund von Nicht-Antreten mancher Schiedsrichter (SHR) ausfallen. Ich habe nun die Erfahrung gemacht, daß nicht nur die Schiedsrichter allein dafür verantwortlich sind. Oftmals haben Vereinsschiedsrichterwarte (SHRW) einen Teil der Schuld mitzutragen, und zwar - beispielsweise - aufgrund von Falschbesetzungen. Um in Zukunft den Fall einer Wiederholung zu verringern, habe ich diesen Ratgeber geschrieben, der sich aus meiner Erfahrung, die ich in meiner sechs- bis siebenjährigen „Amtszeit" als Schiriwart gemacht habe, zusammensetzt.

Pfeil Nun die Tips im einzelnen mit entsprechender Begründung:

  • Wenn der SHRW zu Saisonbeginn den Einsatzplan vom/von der Abteilungsleiter/-in erhält, sollte er/sie auch um ein Exemplar des Vereinsspielplans bitten.
  • Begründung: Der/die SHRW macht sich eine aktuelle Namens- und Adressenliste mit der Abkürzung der Mannschaft, den der /die SHR angehört und falls nötig die Abkürzung desjenigen Teams, daß von dieser Person trainiert/gecoacht wird.

    Bsp.:

    Andrea Mustermann DBL/CK2
    Musterstr. l
    12345 Musterstadt

    Der/die SHRW vergleicht nun die Einsätze-Daten mit den Spieldaten. Dabei soll auf dem linken Rand die Abkürzung derjenigen Mannschaft eingetragen werden, denen die SHR angehören, die an jenem Datum pfeifen können.

    Bsp.:

    Einsatz:
    Sa., 21.09.1996                  SHR
    14.00 KB I BREK-TGSO     TGRS
    Spielplan:
    Sa., 21.09.1996
    16.00 DBL ZOTZ -TGRS

       

    • Andrea Mustermann, Spielerin in der DBL-Mannschaft kann nicht eingesetzt werden, da sie gleichzeitig, mit Berechnung der Anfahrtszeit, Auswärts ein Spiel bestreitet.
    • Auf dem Einsatzplan steht daher: Einsatz:
      HB2 Sa., 21.09.1996                         SHR
      HC4 14.00 Uhr KB l BREK-TGSO       TGRS
    • zu diesem Einsatz können infolgedessen nur SHR aus den Herrenmannschaften eingesetzt werden. Der gleiche Vergleich wird unter dem Aspekt des Einsatzes von SHR vorgenommen, die ein Team trainieren/coachen.
    • Hat der SHRW auf dem linken Rand des gesamten Einsatzplanes die Abkürzungen der möglichen Mannschaften notiert, so kann er/sie für alle SHR eine Kopie ziehen. Mit dieser Kopie sollen ebenfalls eine Kopie der aktuellen Namensliste der Vereins-SHR und den Termin für eine SHR-Sitzung so früh wie möglich geschickt werden.

      a) Namens- und Adressenlisten: Alle Vereinsschiedsrichter und der/die Abteilungsleiter/'in sollten immer eine aktuelle Namensliste mit den Adressen und Telefonnummern aller Vereins-SHR haben, um eine reibungslose und kurzfristige Kommunikation untereinander garantieren zu können.

      b) Termin für eine SHR-Sitzung: Eine Sitzung ist für die Verteilung der Einsätze wichtig, damit die SHR dabei mitbestimmen können und nicht das Gefühl haben, daß über ihre Köpfe entschieden wird.Die Sitzung kann zwischen zwei Trainingseinheiten in der Halle stattfinden. So wird garantiert, daß sich ein Teil der SHR bereits an einem Ort, hier die Halle, befinden. Hiermit kommt man der Bewegungsfaulheit mancher SHR zu solchen Sitzungen entgegen. Bis zum besagten Termin haben alle SHR Zeit, den Einsatzplan mit ihrem privaten Kalender zu vergleichen und sich bestimmte Termine vorzumerken, die nicht auf Geburts- oder Hochzeitstage, Urlaub oder ähnliches fallen. Die Sitzung kann dann oftmals zu einer nur 15minütigen Angelegenheit werden.

    3. Während der Einteilung sollte sich jeder SHR die Namen der jeweils eingesetzten SHR hinter den Terminen notieren. Damit ist garantiert, daß der/die SHR bei kurzfristiger Verhinderung weiß, mit wem er/sie evtl. Einsätze tauschen kann. Ein Ansprechen des Vereins- oder gar Bezirks-SHR kann somit überflüssig werden. Außerdem verschaffen sich alle SHR einen Überblick darüber, ob auch jeder seine Mindesteinsatzzahl von sechs (6) Spielen einhält.

    4. Solche SHR-Sitzungen können auch zweimal in der Saison durchgeführt werden. Ich empfehle die erste zu Saisonbeginn. In dieser können zunächst die Einsätze bis Ende Januar des folgenden Jahres verteilt werden. Die zweite kann dann im Anfang/Mitte Dezember angesetzt werden, um die restlichen Einsätze zu vergeben und etwaige Änderungen untereinander zu klären.

    Grund: Zu Saisonbeginn sind meist noch keine Urlaubsplanungen für Winter- (im Februar/März) und Oster-ferien (März/April) gemacht worden. So können viele SHR, die Familie haben, ihre Einsätze besser aussuchen.

    5. Für die Einsätze in der Pokalrunde soll genauso verfahren werden. Mit einer solchen Vorgehensweise kann eine gute Zusammenarbeit zwischen dem/der SHRW und den SHRn aufgebaut werden und führt zu einem Gelingen der SHRW-Tätigkeit.

    Zusätzlich erhalten alle Beteiligten einen Überblick über

    • die Namen, Adressen und Telefonnummern aller aktiven SHR in der neuen Saison
    • ihrer Einsätze und
    • der Anzahl ihrer Einsätze.

    Desweiteren weiß jeder SHRW bei Spielausfall, z.B. durch Zurückziehungen von Mannschaften aus der Runde, sofort, wen dieser Ausfall betrifft und ob dadurch die Mindesteinsatzzahl der betroffenen SHR unterschritten wird. Für Ersatz durch Umstellungen oder kurzfristig angenommener Anfragen vom Bezirks-SHRW kann dann leichter gesorgt werden.

    Pfeil Einsatz von D-lizensierten SHR und Seiteneinsteiger

    In den vergangenen Saisons gab es zunehmend laute Stimmen gegen die abnehmende Qualität der SHR-Leistungen. Ich bin der Meinung, daß auch hierfür die SHR nur zum Teil verantwortlich sind.

    Oft werden D-SHR oder Seiteneinsteiger mit Einsätzen in (Herren-, Damen-und Jugend-)Bezirksligen überfordert. Schnell entsteht bei diesen SHRn durch oftmals berechtigten Protest der Trainer und Spieler Frustration und verlieren innerhalb kürzester Zeit die Lust am Pfeifen.

    Junge bzw. D-SHR müssen langsam aufgebaut und ständig motiviert werden. Sie sollten aus diesem Grund in ihrer gesamten ersten beiden Saisons als SHR:

    • nur mit erfahrenen Kollegen eingesetzt werden, um das Gefühl für bestimmte Entscheidungen während des Spiels zu entwickeln;
    • niemals mit einem anderen D-SHR oder Seiteneinsteiger eingesetzt werden;
    • keine D-Jugend- oder Mini-Spiele pfeifen, da hier durch große Leistungsunterschiede (oft treffen völlige Anfängermannschaften auf Fortgeschrittene) ein großzügiges Pfeifen vonnöten ist. Hierzu ist Erfahrung wichtig;
    • Spiele weiblicher Mannschaft, vor allem im Seniorenbereich, nicht unterschätzen;
    • das laute Pfeifen (!) und
    • die Zeichen üben
    • im Training Trainigsspiele zur Übung und Verbesserung pfeifen. Diese Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

    Für Vereine, die kaum fortgeschrittene SHR haben, empfehle ich die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen in der näheren Umgebung. So kann, beispielsweise, ein erfahrener SHR von Verein A mit einem Anfängerkollegen von Verein B zusammenpfeifen. Die meisten SHR kennen sich bereits aus Einsätzen als Spieler oder aus Aus- und Fortbildungen. Dies sollte genutzt werden.

    Die Bekanntschaft untereinander kann vor der Saisonbeginn ebenfalls zu einer „Aufwärmphase" genutzt werden. D.h., daß sich zwei oder drei Vereine vor der Saison treffen können und in Freundschaftsspielen ihren SHRn die Gelegenheit geben, Problemsituationen gemeinsam - und zwar aus Sicht sowohl als SHR als auch als Spieler -durchzugehen und zu besprechen. Die Hemmschwelle vor einigen „schweren Pfiffen" kann den Anfängern genommen werden.

    Die „Anlaufphase" zu Beginn der Saison während der ersten Einsätze wäre somit verkürzbar.

    Diese Punkte wurden im ersten SRW-Treffen bereits besprochen. Desweiteren bieten die SRW-Treffen mit der SR-Kommission Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen.

    Sollten noch weitere Fragen, Bemerkungen und/oder Anregungen sein, stehe ich gerne zur Verfügung.

    Maria Florencia Ferreyra, Abteilungsleiterin TG Rüsselsheim + SR-Kommission, In der Hochgewann 1, 65474 Bischofsheim.

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:
31. Dezember 2002

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