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Macht es Kindern noch
Spaß, Sport zu treiben? Wenn Du in letzter Zeit
nicht mehr bei einem Jugendspiel gewesen bist, nimm
Dir mal die Zeit um eines zu besuchen. Viel stärker
als noch vor 10 Jahren spielen junge Spieler - selbst
wenn sie gerade mal sechs Jahre alt sind - extrem aggressiv
und siegessüchtig.
Es gibt mehrere Faktoren,
warum heutzutage Kinder das Interesse am Sport verlieren.
Offensichtlich macht es weniger Spaß zu spielen,
je mehr der Wettbewerb im Vordergrund steht. Außerdem
gibt es genügend andere "Fun"-Dinge,
die Kinder machen können: Video- oder Computer-Spiele
und MTV schauen. Wenn es einmal soweit ist, dass lustige
Spiele in Destruktivität umschlagen, wie Vandalismus
oder Alkohol- und Drogenmissbrauch, fragt man sich häufig,
ob eine positive sportliche Erfahrung durch positive
Menschen auf einen anderen Weg hätten führen
können.
Zum Glück haben viele Situationen
im Jugendsport einen positiven Einfluss auf die Kindenr.
Unter den richtigen Umständen erfüllt der
Sport eine wichtige Rolle, um Kinder Verantwortung akzeptieren,
die Fähigkeit sich selbst einzuschätzen und
Teamkonzepte erlernen zu lassen - alles Werkzeuge, die
im Leben sehr wertvoll sein können.
Schiedsrichter
spielen eine signifikante Rolle in der Entwicklung unserer
Kinder durch den Sport. Die Art, wie wir mit Situationen
und Leuten in Jugendspielen umgehen, hat erheblichen
Einfluß darauf, ob die Wahrnehmung des Sports
durch ein Kind positiv oder negativ ist. Schiedsrichter
können ein Teil der Lösung darstellen.
Judith Harris, Direktor
für Sport am West Seneca Education Center, benannte
auf einer nationalen Konferenz für High School
Direktoren die Gründe, warum Kinder die Lust an
Sport verlieren. Auszüge aus ihrer Liste findest
Du unten fettgedruckt. Jeder Punkt gibt Tipps, wie Schiedsrichter
mit der Situation umgehen und somit zum Wohlergehen
der jungen Kinder beitragen können.
1.
Schlecht ausgebildete Trainer und Organisatoren. Veranstalte
Informationstreffen für Trainer, Eltern und andere
über Regeln und den Sinn des Spiels. Je mehr sie
über das Spiel und wie man es spielt wissen, desto
weniger Probleme wird es geben.
2.
Übertriebener Siegeswillen in stark wettbewerbsorientierten
Programmen. Es
gibt kaum etwas schlimmeres, als einen Coach im Jugendbereich,
der um jeden Preis gewinnen will. Erinnere diese Trainer
freundlich daran, dass sie für die Kinder da sind
(auch wenn sie es nicht sind) Wenn die Probleme weitergehen,
schreib einen Bericht an die zuständigen Stellen.
Wenn trotzdem nichts passiert, mache die gesamte Liga
darauf aufmerksam. Sollte es eine Problem der ganzen
Liga sein, dann überlege, ob Du nicht lieber in
einer positiveren Liga pfeifen willst.
3.
Missverhältnis zwischen den Erwartungen der Kinder
und der Realität.
Zuviel Druck auf Kinder verursacht weniger Spaß.
Lass es zu bestimmten Zeiten etwas lockerer zugehen.
Humor an der richtigen Stellen senkt die Spannungen.
4.
Eltern, Trainer, Offizielle und Organisatoren als schlechte
Beispiele.
Stell sicher, dass Regeln in den Ligen installiert werden,
die effektiv mit renitenten Eltern und Trainern verfahren.
Wenn Trainer, Eltern und andere auf die Schiedsrichter
"einschlagen", wie soll man dann von einer/m
10-Jährigen erwarten, dass sie/er Respekt zeigt?
In einer Jugend-Baseball-Liga waren die Eltern so unmöglich,
dass die Organisatoren die Anzeigetafel entfernten und
die Kinder zwei Stunden langen spielen ließen,
ungeachtet wie viel oder wenig Innings gespielt wurden.
Keine Gewinner, keine Verlierer, Kinder die Spaß
hatten.
5.
Unterscheide zwischen Jugend-Sport-Coaching und Nicht-Jugend-Sport-Coaching
(bezüglich des coachens von Jugendsport in der
gleichen Weise wie Leistungssport)
Das gilt auch für die Schiedsrichter. Es gibt einen
Unterschied zwischen dem Pfeifen von Jugendspielen und
den von Nicht-Jugend-Spielen. Denke nach über die
Art wie Du die Kinder während des Spiels behandelst.
Als Referee kannst Du eine Beispiel geben wie man ruhig
bleibt und effektiv mit den Leuten kommuniziert. Wenn
Du ein Schreihals bist, hast Du den gleichen Einfluß
auf die Kinder wie ein lauthalsiger Trainer.
6.
Eltern sollten die Anstrengungen ihrer Kinder indirekt
miterleben. Ermuntere
die Eltern zu gegebener Zeit, sich mehr in den Prozeß
einzubringen. Teil des Sportlebens der Kinder zu sein,
bedeutet mehr als nur das Fahren zur Sporthalle und
das Wiederabholen drei Stunden später. Als Schiedsrichter
sollten wir permanent auf der Suche nach neuen Schiedsrichtern
sein. Halte Eltern an, es mal mit dem Schiedsrichtern
zu versuchen. Optimalerweise wird es der Erwachsene
mögen und einen positiven Beitrag leisten. Oder,
der Erwachsene wird es versuchen, aufgeben, aber wird
neuen Respekt für unsere Leistung haben. Eine angenehmere
Atmosphäre führt zu einer besseren Erfahrung
für alle Beteiligten.
(Note: The material
in bold type was published in the April 1996 Mentor,
a Michigan High
School Athletic Association, Inc., publication and originally
appeared in the September 1995 issue of
The Coach's Letter.)
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