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Schiedsrichter und Sport

 

 

Quelle: NASO Locker Room Volume 2 Number 5 / May 15th 2001 / Übersetzung: Axel Beckmann

 

 

Warum Kinder das Interesse an Sport verlieren und was die Schiedsrichter damit zu tun haben

 

 

Macht es Kindern noch Spaß, Sport zu treiben? Wenn Du in letzter Zeit nicht mehr bei einem Jugendspiel gewesen bist, nimm Dir mal die Zeit um eines zu besuchen. Viel stärker als noch vor 10 Jahren spielen junge Spieler - selbst wenn sie gerade mal sechs Jahre alt sind - extrem aggressiv und siegessüchtig.

Es gibt mehrere Faktoren, warum heutzutage Kinder das Interesse am Sport verlieren. Offensichtlich macht es weniger Spaß zu spielen, je mehr der Wettbewerb im Vordergrund steht. Außerdem gibt es genügend andere "Fun"-Dinge, die Kinder machen können: Video- oder Computer-Spiele und MTV schauen. Wenn es einmal soweit ist, dass lustige Spiele in Destruktivität umschlagen, wie Vandalismus oder Alkohol- und Drogenmissbrauch, fragt man sich häufig, ob eine positive sportliche Erfahrung durch positive Menschen auf einen anderen Weg hätten führen können.

Zum Glück haben viele Situationen im Jugendsport einen positiven Einfluss auf die Kindenr. Unter den richtigen Umständen erfüllt der Sport eine wichtige Rolle, um Kinder Verantwortung akzeptieren, die Fähigkeit sich selbst einzuschätzen und Teamkonzepte erlernen zu lassen - alles Werkzeuge, die im Leben sehr wertvoll sein können.

Schiedsrichter spielen eine signifikante Rolle in der Entwicklung unserer Kinder durch den Sport. Die Art, wie wir mit Situationen und Leuten in Jugendspielen umgehen, hat erheblichen Einfluß darauf, ob die Wahrnehmung des Sports durch ein Kind positiv oder negativ ist. Schiedsrichter können ein Teil der Lösung darstellen.

Judith Harris, Direktor für Sport am West Seneca Education Center, benannte auf einer nationalen Konferenz für High School Direktoren die Gründe, warum Kinder die Lust an Sport verlieren. Auszüge aus ihrer Liste findest Du unten fettgedruckt. Jeder Punkt gibt Tipps, wie Schiedsrichter mit der Situation umgehen und somit zum Wohlergehen der jungen Kinder beitragen können.


1. Schlecht ausgebildete Trainer und Organisatoren.
Veranstalte Informationstreffen für Trainer, Eltern und andere über Regeln und den Sinn des Spiels. Je mehr sie über das Spiel und wie man es spielt wissen, desto weniger Probleme wird es geben.

2. Übertriebener Siegeswillen in stark wettbewerbsorientierten Programmen.
Es gibt kaum etwas schlimmeres, als einen Coach im Jugendbereich, der um jeden Preis gewinnen will. Erinnere diese Trainer freundlich daran, dass sie für die Kinder da sind (auch wenn sie es nicht sind) Wenn die Probleme weitergehen, schreib einen Bericht an die zuständigen Stellen. Wenn trotzdem nichts passiert, mache die gesamte Liga darauf aufmerksam. Sollte es eine Problem der ganzen Liga sein, dann überlege, ob Du nicht lieber in einer positiveren Liga pfeifen willst.

3. Missverhältnis zwischen den Erwartungen der Kinder und der Realität.
Zuviel Druck auf Kinder verursacht weniger Spaß. Lass es zu bestimmten Zeiten etwas lockerer zugehen. Humor an der richtigen Stellen senkt die Spannungen.

4. Eltern, Trainer, Offizielle und Organisatoren als schlechte Beispiele.
Stell sicher, dass Regeln in den Ligen installiert werden, die effektiv mit renitenten Eltern und Trainern verfahren. Wenn Trainer, Eltern und andere auf die Schiedsrichter "einschlagen", wie soll man dann von einer/m 10-Jährigen erwarten, dass sie/er Respekt zeigt? In einer Jugend-Baseball-Liga waren die Eltern so unmöglich, dass die Organisatoren die Anzeigetafel entfernten und die Kinder zwei Stunden langen spielen ließen, ungeachtet wie viel oder wenig Innings gespielt wurden. Keine Gewinner, keine Verlierer, Kinder die Spaß hatten.

5. Unterscheide zwischen Jugend-Sport-Coaching und Nicht-Jugend-Sport-Coaching (bezüglich des coachens von Jugendsport in der gleichen Weise wie Leistungssport)
Das gilt auch für die Schiedsrichter. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Pfeifen von Jugendspielen und den von Nicht-Jugend-Spielen. Denke nach über die Art wie Du die Kinder während des Spiels behandelst. Als Referee kannst Du eine Beispiel geben wie man ruhig bleibt und effektiv mit den Leuten kommuniziert. Wenn Du ein Schreihals bist, hast Du den gleichen Einfluß auf die Kinder wie ein lauthalsiger Trainer.

6. Eltern sollten die Anstrengungen ihrer Kinder indirekt miterleben.
Ermuntere die Eltern zu gegebener Zeit, sich mehr in den Prozeß einzubringen. Teil des Sportlebens der Kinder zu sein, bedeutet mehr als nur das Fahren zur Sporthalle und das Wiederabholen drei Stunden später. Als Schiedsrichter sollten wir permanent auf der Suche nach neuen Schiedsrichtern sein. Halte Eltern an, es mal mit dem Schiedsrichtern zu versuchen. Optimalerweise wird es der Erwachsene mögen und einen positiven Beitrag leisten. Oder, der Erwachsene wird es versuchen, aufgeben, aber wird neuen Respekt für unsere Leistung haben. Eine angenehmere Atmosphäre führt zu einer besseren Erfahrung für alle Beteiligten.

(Note: The material in bold type was published in the April 1996 Mentor, a Michigan High School Athletic Association, Inc., publication and originally appeared in the September 1995 issue of The Coach's Letter.)

 

 

 

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