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Im
folgenden sollen grundlegende Eigenschaften eines Basketball-Schiedsrichters1
, nämlich seine Funktion und sein Auftreten, vor,
während und nach dem Spiel, betrachtet werden.
Sowohl Auftreten als auch Funktion können nicht
voneinander abgegrenzt werden und hängen teilweise
voneinander ab.
Hierfür soll zuerst
die Funktion eines Schiedsrichters näher betrachtet
werden. Die Grundaufgabe eines Schiedsrichters ist es,
ein Basketballspiel zu leiten, indem er Entscheidungen
bezüglich des Spieles trifft. Mit den Entscheidungen,
die Schiedsrichter treffen, greifen sie direkt ins Spielgeschehen
mit ein. Er muss als kompetenter Vertreter des Basketballsportes
nicht als „Polizist“ oder „Regelpapst“, sondern eher
als Vermittler zwischen den Beteiligten des Spiels fungieren.
Er hat als Werkzeug die Regeln des DBB, die er als Grundlage
bei seinen Entscheidungen zu befolgen hat, muss aber
zwischen Spielfluss und Regelkonformität abwägen.
Kurz zusammengefasst lassen sich die Aufgaben und die
Funktion des Schiedsrichters wie folgt aufführen:
- Die Schiedsrichter
müssen sicherstellen, dass das Spiel nach den
vorgegebenen Regeln ausgetragen wird
- Die Schiedsrichter
haben ferner dafür zu sorgen, dass dies so
unauffällig wie möglich zu geschehen hat,
sie sollten keinesfalls im Mittelpunkt des Spieles
stehen.
- Die Schiedsrichter
sollen während des Spiels eine angenehme Atmosphäre
schaffen und für deren Aufrechterhaltung Sorge
tragen.
Als wichtigstes und
grundlegendes Instrument zur Wahrung seiner Funktion
muss er sich seines Auftritts bedienen. Bei der Betrachtung
des Auftretens eines Schiedsrichters sind folgende Punkte
als wesentlich herauszustellen:
Entschlossenheit
Eines sollte man auf
dem Spielfeld auf jeden Fall vermeiden, nämlich
Unsicherheit bei Entscheidungen zu zeigen. Dies heisst
aber auch nicht, dass man Entscheidungen ohne zu zögern
treffen sollte, denn manchmal kann es auch von Vorteil
sein, eine Sekunde vergehen zu lassen, um seine Entscheidung
zu überdenken. Doch man sollte seine Bedenkzeit
nicht zu lange dauern lassen. Dies führt wiederum
zu Unsicherheit bei den Spielern, die damit Anlass hätten,
die getroffene Entscheidung in Frage zu stellen. Dies
lässt sich dadurch vermeiden, indem man schnelle,
klare Entscheidungen trifft (was nicht heißt dass
diese richtig sein müssen) und sie mit Entschlossenheit
„verkauft“, d.h. allen Beteiligten deutlich anzeigt
(setzt gute Schiedsrichtertechnik voraus). Durch einen
überzeugten Pfiff und selbstsichere Anzeige lassen
sich auch falsche Entscheidungen besser verkaufen, ohne
dass Beteiligte bemerken, dass die Entscheidung nicht
korrekt war. Dies ist um so wichtiger, je knapper und
geladener das Spiel ist.
Gelassenheit
Jeder Schiedsrichter
weiß, dass Basketball ein schneller und aufregender
Sport ist, mit Spielern, Trainern und Zuschauern, die
sich speziell in der Schlussphase nicht immer im Griff
haben. Zwar ist es nicht die Aufgabe eines Schiedsrichters
die Emotionen anderer zu kontrollieren, aber es ist
seine Aufgabe, die eigenen im Griff zu haben, da er
hohem Druck von allen ausgesetzt ist. Dazu gehört
es unter anderem, dass er keine Angst vor einer Fehlentscheidung
haben darf, da dies zu zusätzlicher Belastung (und
damit zu abnehmender Konzentration auf das Spielgeschehen)
führt. Ebenso wenig darf sich der Schiedsrichter
darauf konzentrieren, dass er versucht, es allen am
Spiel Beteiligten Recht zu machen. Wie man aus eigener
Erfahrung weiß, wird das im seltensten Fall gelingen.
Schiedsrichter müssen
speziell in kritischen Situationen (unsportliche oder
technische Fouls, usw...) sich selbst im Griff haben,
jede Äußerung kann helfen, das Spiel zu beruhigen,
oder auch im negativen Fall, die Stimmung anzuheizen.
Daher ist es wichtig, selbst ruhig zu bleiben, damit
man diese Ruhe auf andere übertragen kann, denn
eigene Emotionen schaden der Konzentration und Wirksamkeit
des Schiedsrichters.
Selbstsicherheit
Für einen Schiedsrichter
ist es wichtig, selbstsicher aufzutreten. Jeder macht
mal einen schlechten Pfiff oder ein schwaches Spiel.
Es ist normal, dass dann Selbstzweifel in einem hochkommen,
aber es ist gerade in diesen Situationen wichtig, sich
und seiner Kompetenz zu vertrauen. Wer Angst vor dem
nächsten Pfiff oder Spiel behält, wird wieder
„versagen“. Und wie „Bluthunde“ kann man als Spieler
die Angst eines Schiedsrichters spüren. So bietet
man den Spielern eine noch größere Angriffsfläche.
Wer aber auf dem Spielfeld selbstsicher auftritt, wird
zwar auf falsche Entscheidungen treffen, aber diese
schneller vergessen, um seine ganze Aufmerksamkeit weiter
auf das Spiel zu forcieren.
Harmonie
In diesem Fall lässt
sich Harmonie besser durch die Fähigkeit, auf andere
effektiv einwirken zu können, ersetzen. Ein effektives
Gespräch zwischen Schiedsrichter und Trainer oder
Spieler, ein kurze, aber gehaltvolle, Erklärung
erspart so manche Diskussion. Dazu gehört, dass
der Schiedsrichter jedem Beteiligten mit Respekt und
Höflichkeit zu begegnen hat. Ebenso, wie man es
selbst auch behandelt werden will. Dies steigert merklich
die Akzeptanz bei Spielern und Trainern und bringt diese
auf seine Seite. Er muss Fragen und Beschwerden beantworten,
ohne aber zur „Laberbacke“ zu werden. Er darf aber auch
nicht gestatten, dass jede Entscheidung in eine Diskussion
ausartet und das Spiel unnötig aufhält.
Dazu gehört aber
auch die Kommunikation mit seinem Partner über
das Spiel sowohl vor dem Spiel als auch während
des Spiel (z.B. Halbzeit), um die gegenseitige Linie
abzustimmen. Ebenso wichtig ist es, auch zu diesen am
Spiel Beteiligten freundlich zu sein, mit denen man
nicht unbedingt Freundschaft schließen möchte.
Urteilsvermögen
Grundlage um bestimmte
Situationen auf dem Spielfeld beurteilen zu können,
ist selbstverständlich eine umfassende Regelkenntnis.
Da aber Schiedsrichter meistens nicht die einzigen auf
dem oder am Spielfeld sind, die über diese Kenntnisse
verfügen, merkt man Schiedsrichter mangelnde Regelkenntnisse
relativ schnell an. Daher gehört auch eine gute
Regelkenntnis zum guten und überzeugenden Auftreten
eines Schiedsrichters.
Motivation
Eine Voraussetzung
ein gutes Spiel zu machen (sowohl Schiedsrichter, Spieler
und Trainer) ist Motivation. Wer keine Lust hat, wird
keine gute Leistung zeigen. Für mich als Trainer
gibt es nichts schlimmeres als unmotivierten Spielern
gegenüber zu stehen. Ebenso bei Schiedsrichtern.
Da man Lustlosigkeit den meisten ansehen kann, weiß
man, dass ein demotivierter Schiedsrichter keine gute
Leistung zeigen wird. Da viele Spiele zu weniger bekömmlichen
Zeiten stattfinden, ist speziell die Motivation dann
auf dem Nullpunkt. Doch man muss von einem Schiedsrichter
erwarten können, dass er Interesse am Spiel hat.
Wer als Schiedsrichter kein Interesse am Spiel hat,
hört besser auf zu pfeifen, da dies doch Grundvoraussetzung
beim Sport ist. Somit gehört Motivation und Interesse
mit zu den wichtigsten Eigenschaften eines Schiris.
Grundsätzliches
und Pünktlichkeit
Auch auf dem Spielfeld
gilt: Der erste Eindruck ist der entscheidende. Wer
erst kurz vor dem Spiel mit unvorschriftsmäßiger
Kleidung in der Halle erscheint, kann nicht erwarten,
dass er einen positiven Eindruck hinterlässt. Wer
jedoch rechtzeitig (also circa 30 bis 40 Minuten vor
Spielbeginn) und mit korrekter und sauberer Schiedsrichter-Kleidung
(also Schiedsrichter-Hemd, schwarze Hose, schwarze Socken,
schwarze Schuhe) in die Halle kommt, erweckt einen ersten
positiven Eindruck. Dazu gehört (was eigentlich
selbstverständlich sein sollte), dass man die Anwesenden
begrüßt und sich den Regeln entsprechend
auf das Spiel vorbereitet (dazu gehört auch das
Aufwärmen, denn das zeigt vorhandenes Interesse
am Spiel). Man sollte vermeiden, z.B. sich lustlos oder
müde in eine Ecke zu verkriechen, denn das macht
keinen guten Eindruck.
Des weiteren gehört
zu einem guten Auftreten auch das Auftreten außerhalb
des Spielfeldes. D.h. dass man sich auch sonst freundlich
verhalten sollte, gerade so, wie man es beim Spiel tut.
Denn wer sich auf dem Spielfeld verstellt und vorgibt,
jemand anderer zu sein, ist kein guter Schiedsrichter.
1 Im
folgenden wird grundsätzlich für Schiedsrichter,
Spieler, Trainer und Zuschauer die männliche Form
gewählt. Dies dient nur der Abkürzung und
ist nicht irgendwie diskriminierend gemeint.
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