|
Die hier veröffentlichte
Checkliste kann nur bedingt für die Schiedsrichter und
Schiedsrichterinnen in Deutschland bzw. Österreich zur
Anwendung kommen. Es ist zu beachten, dass in Deutschland
die Zeitvorschriften etwas anders sind.
Wir
haben nachfolgend in Stichwörtern zusammengestellt,
was bei einem Spiel ohne Besonderheiten (A.1) und bei
häufig auftretenden, besonderen Situationen (A.2 ff.)
vom Schiedsrichter zu unternehmen ist.
A.1
Ein gewöhnliches Spiel
Vor
dem Spiel:
- zugeteiltes
Spiel in der persönlichen Agenda eintragen
- Falls Halle
nicht bekannt, mittels Hallenverzeichnis, Nachfrage
unter Kollegen etc. Anfahrtsweg festlegen
- Ggf. mit
Kollegen Kontakt aufnehmen (gemeinsame Anreise)
- Sporttasche
packen; Pfeife und Schiri-Ordner nicht vergessen.
- Genug Zeit
einplanen für die Reise
30
Min. vor Spiel:
- Eintreffen
in der Spielhalle
- Schiri-Garderobe
aufsuchen
- Ggf. bereits
Heimklub darauf aufmerksam machen, dass Spielprotokoll
(Spielberichtsbogen)
15
Min. vor Spielbeginn bereit sein muß.
- Umziehen
15
Min. vor Spiel:
- Im Schiedsrichtertenu
(Schiedsrichtertrikot)
zusammen mit Kollegen Spielhalle betreten
- Bekannte
der beteiligten Mannschaften kurz begrüßen,
dann aber bis zum Spielende sich von beiden
Mannschaften distanzieren.
- Sofort mit
administrativem Kram beginnen: 1. Schiri kontrolliert
Lizenzen und schaut, ob die Offiziellen da sind,
erstellt wenn nötig Rapport, 2. Schiri sucht
einen Spielball.
10
Min. vor Spiel:
- Die Trainer
bezeichnen die ersten Fünf und unterschreiben
das Matchblatt.
- Der 1. Schiri
kontrolliert die spieltechnischen Einrichtungen
(Uhr, Tischsignale etc.).
- Einlaufen
und wenn's auch nur ein paar Stretch-Übungen
sind; ein Schiri muss immer in der Halle bleiben.
3
Min. vor Spiel:
- Die Mannschaften
auf die Mannschaftsbänke zurückpfeifen.
- Schauen,
ob Halle und Tisch spielbereit (Herumliegende
Bälle, alle Offiziellen bereit etc.)
1.
Halbzeit:
Pause:
- Matchball
beschlagnahmen und Matchblatt kontrollieren,
sich ggf. in die Garderobe zum Tee zurückziehen.
- Nach sieben
Minuten "drei Minuten" pfeifen
2.
Halbzeit:
- Spiel nach
bestem Wissen und Gewissen leiten
Nach
dem Spiel:
- Matchblatt
kontrollieren (Nachzählen!)
- Keine Diskussionen
mit Spielern und Trainern beginnen; Entscheide sind
nur auf "anständige" Fragen kurz zu erläutern.
- Falls Experte
anwesend: Spiel mit ihm besprechen
A.2
Nur ein Schiedsrichter anwesend
15
Min. vor Spiel:
- Im Schiedsrichtertenu
Spielhalle betreten. Sofort mit Lizenzkontrolle
beginnen.
10
Min. vor Spiel:
- Die Trainer
bezeichnen die ersten Fünf und unterschreiben
das Matchblatt.
- Der anwesende
Schiri kontrolliert die spieltechnischen Einrichtungen
(Uhr, Tischsignale etc.).
- Beide Mannschaftscaptains
informieren, daß sich der Spielbeginn verzögern
kann.
- Abklären,
ob Ersatzschiedsrichter (vom BVZ anerkannt,
kann ggf. einem der beteiligten Vereine angehören)
auftreibbar ist, ggf. dem aufgebotenen Kollegen
anrufen.
festges.
Spielbeginn:
- Ist zum
festgelegten Spielbeginn der Kollege nicht erschienen,
die beiden Captains zum Anschreibetisch rufen
und Ihnen die Situation erklären.
- Ist ein
Ersatzschiedsrichter vorhanden und gehört er
einem der beiden Vereine an, so müssen beide
Captains schriftlich ihr Einverständnis geben.
In der 2. Liga müssen beide Captains ihr Einverständnis
geben, wenn das Spiel mit einem Schiedsrichter
gespielt werden soll. Ein Kandidat B darf ein
Spiel nicht alleine leiten. Ein Ersatzschiedsrichter
leitet das gesamte Spiel und darf auch nicht
ausgetauscht werden, wenn der ursprünglich aufgebotene
Schiedsrichter nachträglich erscheint.
- Nur wenn
feststeht, daß der ursprünglich aufgebotene
Schiedsrichter nicht innert 15 Minuten eintreffen
kann (zB. Telefonanruf "Zug verpaßt"),
darf die Partie vor Ablauf der 15minütigen Wartezeit
alleine oder mit dem Ersatzschiedsrichter angepfiffen
werden. Ist kein Ersatzschiedsrichter vorhanden
und der Schiedsrichter hat gemeldet, dass er
verspätet eintrifft (zB: Telefonanruf Zug verspätet),
so musst Du und die Mannschaften max. 30 Minuten
warten.
15
Min. über Zeit:
- Ist der
aufgebotene Kollege noch immer nicht erschienen,
dann beginnst Du das Spiel mit dem Ersatzschiedsrichter
oder notfalls alleine. Falls in der 2. Liga
eine Mannschaft die Unterschrift verweigert,
wird das Spiel verschoben.
- Wenn Du
das Spiel alleine begonnen hast und der ursprünglich
aufgebotene
Schiedsrichter trifft vor Beginn der 2. Halbzeit
noch ein, so darf er bei einer Spielunterbrechung
einspringen. Du notierst beim nächsten Time-Out
die genaue Spielminute, in der er sein Amt aufgenommen
hat.
Nach
dem Spiel:
- Die Aufgebotsstelle
telefonisch über den Vorfall orientieren
A.3
Nur eine Mannschaft anwesend
Zur
Erinnerung:
- Eine Mannschaft
muss mit fünf "spielbereiten" Spielern
(dh. umgezogen, in einheitlichem Dreß, Spieler
im Matchblatt eingetragen) auf dem Spielfeld
stehen, damit das Spiel begonnen werden kann.
15
Min. vor Spiel:
- Im Schiedsrichtertenu
Spielhalle betreten. Sofort mit Lizenzkontrolle
der anwesenden Mannschaft beginnen.
10
Min. vor Spiel:
festges.
Spielbeginn:
- Die anwesende
Mannschaft muß jederzeit spielbereit sein. Du
darfst das Forfait frühestens nach 15 Minuten
nach dem offiziellen Spielbeginn geben. Erscheint
die Mannschaft, so mußt Du auf jeden Fall vor
dem Spielbeginn deren Lizenzen kontrollieren.
Du hältst auf der Rapportkarte die Ankunftszeit
und die Spielbeginnzeit fest.
15
Min. über Zeit:
- Besteht
Anlaß zur Hoffnung, dass die verspätete Mannschaft
spätestens 30 Min. nach Spielbeginn eintreffen
wird und ist die Verspätung auf die Benutzung
eines öffentlichen Verkehrsmittels zurückzuführen
(z.B. Anruf der Mannschaft beim Abwart), so
bist Du verpflichtet, das Spiel evt. auch noch
später anzupfeifen, sofern dies aufgrund der
Hallenbelegung möglich ist. Du hältst die Ankunftszeit
der Mannschaft und die eigentlich Spielbeginnzeit
auf der Rapportkarte fest. Den Captain der rechtzeitig
anwesenden Mannschaft musst Du informieren und
ihn vor folgende Alternativen stellen:
- Er gibt
sein unterschriftliches Einverständnis,
daß das Spiel verspätete beginnt und verzichtet
auf einen Protest.
- Er unterschreibt
im Feld "Protest" und die Mannschaft
tritt unter Protest an.
- Auch wenn
das Spiel nicht stattfinden konnte ist ein Matchblatt
auszufüllen und an den BVZ einzusenden. Ohne
Matchblatt gibt‘s keine Spielentschädigung.
- Der Schiedsrichter
gibt kein Forfait, sondern stellt nur Tatsachen
fest (z.B. daß eine Mannschaft fehlt); den Entscheid
ob forfait oder nicht überlassen wir den Verbandsinstanzen.
A.4
Disqualifizierendes Foul
Auf
dem Spielfeld:
- Spieler/Trainer
durch Verwendung des Handzeichens Nr. 24 ausschließen.
- Trainer,
Ersatzspieler und Mannschaftsbegleiter sowie
Spieler müssen bei einer Disqualifikation in
die Garderobe geschickt werden.
Nach
dem Spiel:
- Kollegen
über Grund des disqualifizierenden Fouls informieren,
sofern er dies nicht selbst wahrnehmen konnte.
Zu
Hause:
- Der Schiedsrichter,
der den Spieler disqualifiziert hat, schreibt
innerhalb von 48 Stunden einen Rapport (siehe
Anhang B) an die DPK. Kopien an den Schiri-Kollegen
und die Schiri-Kommission.
- Der andere
Schiedsrichter wird zu gegebener Zeit von der
DPK zu einer Stellungnahme aufgefordert. Du
bist auf jeden Fall verpflichtet, dieser Aufforderung
nachzukommen.
A.5
Offizieller fehlt
Zur
Erinnerung:
- Ein Spiel
kann nicht begonnen werden, wenn ein Offizieller
fehlt. Es ist ebenso unzulässig, abwechslungsweise
Ersatzspieler als Offizielle einzusetzen. Kann
kein Offizieller aufgetrieben werden, und kann
kein geeigneter Spieler der Mannschaft das Offiziellenamt
für das ganze Spiel übernehmen, so erklärt der
Schiedsrichter das Spiel für undurchführbar,
vermerkt die Tatsachen auf der Rapportkarte
und verläßt die Stätte der Handlung.
A.6
Spiel nicht durchführbar
Zur
Erinnerung:
- Der 1. Schiri
trägt die Verantwortung für die ordnungsgemäße
Durchführung eines Spieles. Ist diese nicht
gewährleistet (z.B. Turnhallenboden durch Verwendung
eines falschen Putzmittels glatt wie eine Eisbahn,
Ring abgebrochen)
- Ist das
Spiel innert nützlicher Frist fortsetzbar, so
soll der Schiedsrichter zuwarten, bis der ordnungsgemäße
Zustand wieder hergestellt ist. Die Mannschaften
(und Du) sind verpflichtet, 15 Minuten zu warten,
die gilt sowohl vor als auch während dem Spiel.
- Dauert die
Wiederherstellung länger als 15 Minuten, ist
aber absehbar, daß das Spiel einerseits spätestens
nach 30 Minuten wieder fortgesetzt werden kann
und andererseits gewährleistet ist, daß das
Spiel auch wirklich beendet werden kann (Hauswart,
Hallenbelegung etc.), so informierst Du die
Mannschaften darüber, daß das Spiel nach Wiederherstellung
sofort aufgenommen wird. Die Mannschaften dürfen
sich auf dem Feld warmlaufen, sofern dies die
Instandstellungsarbeiten nicht behindert. Du
notierst auf der Rapportkarte Grund und Dauer
des Unterbruches.
- Kann das
Spiel nicht aufgenommen/fortgesetzt werden,
so schreibst Du den Grund und die Dauer des
Unterbruches auf die Rapportkarte. Es ist sehr
wichtig, daß Du die Ursache des Unterbruches
genau beschreibst (z.B. Wer hat den Korb heruntergerissen,
war es bei einem Dunk-in oder hat er sich außerhalb
des Spielgeschehens an den Korb gehängt..).
Kommt das Spiel nicht zustande, weil eine Mannschaft
sich weigert, so vermerkst Du dies auf der Rapportkarte.
A.7
Proteste
Zur
Erinnerung:
- Ein Protest
bewirkt keine Spielverzögerung! Der Captain
meldet Dir einen Protest. Du streichst auf dem
Matchblatt in der Kolonne "Laufendes Resultat"
das Resultat an, wie vorne unter 6.5 an, dann
geht das Spiel sofort weiter.
- Sofort nach
Spielende forderst Du den Captain auf, das Protestfeld
auf dem Matchblatt auszufüllen. Verzichtet er
darauf, vermerkst Du das kurz auf dem Matchblatt.
B.
Rapporte
Der
Schiedsrichter in verschiedenen Situationen Rapporte
zu erstellen. Wie die Erfahrung zeigt, bereitet dies
vielen Schiedsrichtern Mühe, weshalb wir an dieser Stelle
einige Beispiele aufführen. Als Grundsatz gilt auch
hier: Kein Roman schreiben, dafür die maßgebenden Tatsachen
klar und vollständig aufführen.
Beispiele:
|
Richtig |
Falsch |
Kommentar |
|
Ich
habe den Spieler MEIER disqualifiziert,
weil er mir den "bras d'honneur"
(gestreckter Mittelfinger bei geballter
Faust) gezeigt hat. |
Ich
habe den Spieler MEIER disqualifiziert,
weil er mir gegenüber eine obszöne Geste
gemacht hat. |
Geste
beschreiben, auch wenn's nicht einfach ist. |
|
Ich
habe den Spieler MEIER disqualifiziert,
weil er mich "Arschloch" und "Stronzo"
genannt hat. |
Ich
habe den Spieler MEIER disqualifiziert,
weil er mich auf das heftigste beleidigt
hat. |
Bei
Beleidigungen immer den genauen Wortlaut
zitieren. |
|
Ich
habe den Spieler MEIER disqualifiziert,
weil er seinem Gegenspieler während eines
Spielunterbruchs den Ellenbogen vermutlich
absichtlich (da der Gegenspieler (Nr. 8
SCHMIED, Reto) vor ihm stand) ins Gesicht
stieß. |
Ich
habe den Spieler MEIER disqualifiziert,
weil er an seinem Gegenspieler eine Tätlichkeit
begangen hat. |
Bei
Tätlichkeiten beschreiben, was der Spieler
getan hat. Sind Gegenspieler beteiligt,
Nummer und/oder Name aufführen. |
|
Ich
habe den Trainer disqualifiziert, weil er
mir gesagt hat "Bisch weich i dä Bire"
und ich ihm bereits in der 1. Halbzeit ein
technisches Foul für Reklamieren gegeben
habe. |
Ich
habe den Trainer disqualifiziert, weil er
mir gesagt hat "Bisch weich i dä Bire". |
Die
Vorgeschichte kann in diesem Falle interessant
sei, da damit belegt ist, daß es sich nicht
um eine einmalige "Entgleisung"
des Trainers handelt. |
|
Ich
habe den Spieler MEIER disqualifiziert,
weil er seinem Gegenspieler (Nr. 6 MÜLLER,
Urs) einen Fußtritt gegeben hat, nachdem
er von seinem Gegenspieler hart gefoult
wurde (absichtliches Foul). |
Ich
habe den Spieler MEIER disqualifiziert,
weil er seinem Gegenspieler einen Fußtritt
gegeben hat. |
Da
es sich um ein Reaktionsfoul handelt, muß
der Grund der Reaktion angegeben werden. |
|