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Originaltitel:
What's Your Acceptance
Level?
In den golden Jahren des Fernsehens beendete
der berühmte Nachrichtensprecher Walter Cronkite seine
Sendung mit den Worten: "And that's the way it
is." [Frei übersetzt: "Und so ist es eben"].
Dieser berühmte Ausspruch spiegelte seinen Stil
wieder und sehr wahrscheinlich auch die Art, wie er
war.
Dieser Satz beschreibt
teilweise auch die Schiedsrichter. Wir analyisieren
kontinuierlich Situationen und machen Regeln. Wir erwarten,
dass andere unsere Entscheidungen akeptieren - und möglicherweise
haben wir die Phrase geäußert: "So ist es eben".
Aber akzeptieren wir
selbst unsere Umgebung? Zu oft ist es so, dass die Frustration,
die mit dem Schiedsrichtern zusammenhängt, von unserer
eigenen Unfähigkeit herrührt, bestimmte Sachen zu akzeptieren.
Peter McWilliams schreibt in seinem New York Times Bestseller
"Life 101": "Akzeptanz ist kein Zustand
der Passivität oder Nichtaktivität. Ich sage nicht,
dass Du nicht die Welt ändern, Richtiges verfälschen
oder Schlechtes durch Gutes ersetzen kannst. Akzeptanz
ist aber in Wirklichkeit der erste Schritt einer erfolgreichen
Aktion. Wenn Du eine Situation nicht genauso akzeptierst
wie sie ist, wirst Du Schwierigkeiten haben, sie zu
ändern. Noch weitergehend ist es eigentlich so, dass
Du nie wissen kannst, ob eine Situation überhaupt geändert
werden sollte, wenn Du dieselbe nicht voll akzeptierst."
Akzeptiere andere. Viele
Schiedsrichter beschweren sich über Trainer und Spieler
- manchmal auch über ihre Kollegen. "Coach Smith
war wieder unmöglich gestern. Er hat jeden Pfiff hinterfragt.
Er hat sich überhaupt nicht um das Coachen der Jugendlichen
gekümmert. Er hat auf niemanden gehört." Hört sich
bekannt an? Was wäre, wenn wir den Coach akzeptieren
als das, was er ist - ein Trainer. Sobald wir die Tatsache
akzeptieren, dass ein Coach niemals die Dinge so sehen
wird wie wir, weil er ein unterschiedliches Interesse
am Ausgang des Spiels hat, werden wir viel besser verstehen
können, warum er so handelt. Beachte, wir sagen nicht,
dass ein Coach nicht für sein schlechtes Benehmen bestraft
werden soll. Akzeptanz bedeutet lediglich, dass wir
verstehen, warum er sich so benimmt. Akzeptieren wir
ihn, werden viel weniger aufgeregt sein und seine Aktionen
nicht persönlich nehmen.
Das gleiche gilt für Spieler.
Auch sie haben ganz andere Interessen am Spiel. Wir
müssen akzeptieren, dass Spieler weniger respektvoll
sind, als sie es vielleicht eigentlich sein sollten.
Es unterscheidet sich nicht von der Behandlung von Polizisten,
Lehrern usw. Wenn wir akzeptieren und verstehen, dass
Dinge unterschiedlich sind, können wir unsere Grundsätze
des Spiels zum Korrigieren des Spielerverhaltens so
gut wie möglich in den zwei Stunden, die wir Einfluß
auf die Spieler haben, anwenden - also während des Spiels.
Kinder, die rosa Haare während des Spiels haben, dürfen
Dich nicht beeinflussen. Wenn Du die Haarfarbe nicht
akzeptierst, nicht begreifst, dass dies ein gesellschaftlicher
Trend ist, wirst Du ärgerlich werden und frustriert
sein - zwei Eigenschaften, die Dich nicht korrekt pfeifen
lassen. Akzeptiere es zuerst, dann kannst Du damit umgehen,
wenn es denn etwas ist, womit Du umgehen musst.
Schiedsrichter
beschweren sich auch über andere Schiedsrichter. "Ich
verstehe nicht, wie Joe ein Play-off-Spiel bekommen
konnte. Er ist nicht besonders gut. Er muss den Coaches
den Hintern geküsst haben." Diese negative Denken
kann Dein Ansehen schädigen. Kannst Du wirklich etwas
gegen die Nominierung tun? Nein. Akzeptiere sie. Du
wirst dann weniger rummeckern und Dich mehr auf Deine
eigene Verbesserung konzentrieren.
Akzeptiere Deinen Platz. Unbestreitbar
hängt viel Frust der Schiedsrichter damit zusammen,
dass sie die Leiter nach oben klettern wollen. Die meisten
Menschen haben den inneren Drang dazu, der Beste zu
sein. Wir mögen es nicht gerne, wenn wir dies nicht
sind. Das ist okay - wenn Du akzeptierst, dass man nicht
immer der Beste sein kann.
Es
gibt wahrscheinlich kein besseres Beispiel als die Nominierung
für die Play-Offs. Viele Schiedsrichter wollen diese
pfeifen. Nur wenige werden es schaffen. Die restlichen
sind frustriert. Sie denken über ihre Fehler nach, übertragen
ihre Bitterkeit in die zukünftigen Spieler oder hören
auf.
Vieles
dieser Frustrationen hängt mit dem Mangel an Akzeptanz
zusammen. Nicht jeder kann das nächste Level erreichen.
Nicht jeder kann ein Play-Off- oder Erstliga-Schiedsrichter
sein. Vielleicht fehlt Dir etwas um ein Erstliga-Schiedsrichter
zu sein. Aber möglicherweise hast Du alles, um ein sehr
guter Zweitliga-Schiedsrichter zu sein.
Analysiere
Deine eigene Situation und akzeptiere wo Du bist. Nur
dann kannst Du (a) glücklich mit Deiner Situation sein
und das Pfeifen auf jeglichem Niveau mit Spaß betreiben,
oder (b) arbeite an der Verbesserung Deiner Leistung,
um eine neue Chance für den Aufstieg zu erhalten. Beides
macht Dich zu einem besseren Menschen, und gleichzeitig
zu einem besseren Schiedsrichter.
Wie
schon McWilliams schrieb, Akzeptanz bedeutet nicht,
dass wir einfach die Hände hochheben und aufgeben. Es
bedeutet in erster Linie, sich selbst zu verstehen,
dann andere. "And that’s the way it is."
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