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Anforderungen

 

 

Autor: Walter Hospelt (Diplompsychologe)

 

 

Sich persönlich weiterentwickeln können

 

 

Spielbeteiligte stärken ihre sozialen Kompetenzen  - Anregungen für Schiedsrichter, Spieler, Trainer, Funktionäre, Zuschauer und Medien

  1. Systemisch denken lernen - Persönlichkeiten einschätzen
  2. Grundvoraussetzungen im Blick haben - Auf angemessene Vorbereitung achten
  3. Kommunizieren verstehen/ erfolgreich handhaben
  4. Image-Schaden durch Spielbeteiligte
  5. Unterstützen des regelkonformen Spielablaufs
  6. Kurzes Fazit
 

1.   Systemisch denken lernen

Das bedeutet in erster Linie, auf Wechselwirkungen und Zusammenhänge zu achten, besonders eben im System Eishockeysport, Training und Spiel.

Ein Beteiligter setzt etwas in Gang, andere reagieren darauf. (So, wie ich in den Wald rufe, so schallt es heraus!) Das kann günstig sein oder weniger günstig.

Wenn diese Wechselwirkung beachtet wird, ist es günstiger, Beurteilungen wie 'richtig oder falsch' aufzugeben und von 'günstig oder weniger günstig' zu sprechen.

Es entstehen förderliche Erlebens- und Verhaltensweisen. Diese sind das Ziel von 'Psychologie im Sport – Soziale Kompetenzen stärken'.

Persönlichkeiten einschätzen lernen

z.B.  nach Kriterien:

  • Reif, ausgewogen, belastbar sein
  • beziehungsfähig bleiben, Position im Sportsystem suchen
  • Distanz halten können
  • Ruhe bewahren
  • sich selbst regulieren und motivieren können
  • humorvoll reagieren können
  • und weitere nach passenden Alltags-Erfahrungen.

Diese Anregungen helfen, einem Spielbeteiligten eher gerecht werden zu können, gerade auch im Fall von konstruktiver Kritik und bei sogenannten 'Vorfällen' im Spiel.

Z. B. Trainer und Funktionäre beurteilen Menschen mehr oder weniger nach deren Leistung und sehen weniger den Menschen an sich. Damit laufen sie Gefahr, Menschen nicht so zu sehen, wie sie eigentlich sind.

2.   Grundvoraussetzungen im Blick haben

  • körperliche Fitness und Wellness
  • angemessenes läuferisches Verhalten, taktisches Verhalten
  • gute ausreichende Regelkenntnisse
  • seelische 'Gesundheit' beachten und fördern
    • Spielbeteiligte sollten auch in kritischen Situationen beziehungsfähig bleiben können, d. h. keine Feindbilder aufbauen, diese kosten unnötige Kraft und führen zu Unzufriedenheit, da sich 'Feinde' im Sport nicht 'besiegen' lassen.
    • Spielbeteiligte (Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Vereins- und Verbandsmitglieder, Zuschauer, Fans, Medien) suchen Kommunikation mit den anderen Spielbeteiligten. Dazu sind sie bestrebt, ihre Kommunikationsfähigkeit weiter auszubauen.
    • Spielbeteiligte sollten kritikfähig bleiben, d. h. eigene Fehler zugeben können und nicht 'auf Teufel komm raus' sich verteidigen und vielleicht sogar noch drohen. Darin liegt die Gefahr, sich lächerlich zu machen und Aggressionen hervorzurufen.
    • hilfsbereit sein,  z. B. gegenüber den Spielbeteiligten mit weniger günstigen Ausgangslagen in den Bereichen 'Leistung' und 'Platz im Geschehen'.

Wer diese Aspekte beherzigt, leistet einen entscheidenden Beitrag für einen regelkonformen Spielverlauf und Schutz der Spielbeteiligten.

Auf angemessene Vorbereitung achten

Z. B. zeitige Anreise, schnelle Durchführung notwendiger Kontrollen, bereit sein, mit anderen zusammenzuarbeiten, Teamwork und Kommunikation pflegen: dazu gehört gegenseitiger Respekt und Unterstützung ohne auf Rollen und Funktionen zu achten.

Weiter bewährt sich in diesem Zusammenhang: Gezielte Entspannungstechnik lernen, z. B. das Autogene Training. Damit gelingt es, in schwierigen Situationen Ruhe bewahren zu können und sich angemessen zu verhalten.

3.   Kommunizieren verstehen und erfolgreich handhaben

  • Günstiges Verhalten in 'sozialen Situationen' verstehen lernen
  • 'Gruppenverhalten' beachten
  • 'Konflikte' lösen lernen
  • Beim Kommunizieren selektive Wahrnehmung beachten
  • Ich-Botschaften bevorzugen, Du-Botschaften vermeiden
  • Vermeiden, sich in einen Machtkampf verwickeln zu lassen

Image-Schaden durch Spielbeteiligte

Den Beteiligten bewusst machen, dass wenig günstiges Verhalten in jeder Form auf die ganze Sportart, auf Spielbetrieb sowie auf Leistungen zurückfällt und dann Ablehnungen, Konflikte oder Aggressionen wecken kann. Das sind Verhaltensweisen, die eigentlich keiner im Sport will, die jedoch leider genau so häufig vorkommen wie im Alltagsleben.

Beachte in diesem Zusammenhang die Aktion des Schweizer Eishockeyverbandes Respect My Game.

4.    Unterstützen des regelkonformen Spielablaufs

Ohne Spielbeteiligte geht es nicht!

Aus dieser Tatsache erwächst eine Verpflichtung. Daher bescheiden bleiben und das beste geben, Erwartungen respektieren:

Spielbeteiligte werden häufig als Wunderknaben angesehen, die alles regeln sollen und können. Sich klar machen, welche Erwartungshaltung für Spielbeteiligte dahintersteht und welchen Erwartungsdruck das hervorruft.

Spieltag ist ein besonderer Tag!

Zwei Mannschaften trainieren dafür; Spieler und Trainer wollen gewinnen. Pädagogisch und psychologisch geschulte und fortgebildete Schiedsrichter bemühen sich ihrer Aufgabe/Funktion als 'Vermittler' zwischen den Interessen der übrigen Spielbeteiligten gerecht zu werden.

Zuschauer und Fans bezahlen Geld, möchten ein 'Spektakel' sehen. Medienvertreter wollen 'Sensationelles' berichten.

Förderlich kann es sein, wenn sich die Beteiligten als Showstars im 'Unterhaltungsangebot Eishockeyspiel' sehen und sich entsprechend verhalten: nämlich den anderen als Kollegen achten und respektieren. Spielbeteiligte schaffen das Klima dazu, sie haben es in der Hand, wie ein Spiel abläuft, wie die Resonanz für ihre Sportart bei Zuschauern und Medien ausfällt.


5. Kurzes Fazit

Spielbeteiligte lernen, ihre Kompetenzen im Sinne dieser anregenden Aspekte zu unterstützen und zu fördern, sich weiter zu entwickeln.

Beginnen Sie, diese Aspekte nicht nur 'im Kopf' zu haben, sondern im "Herzen, in der Seele", dann sind sie vollständiger Besitz Ihrer Person, werden auch in schwierigen Situationen wirksam und steuern Erleben und Verhalten in günstiger Weise, für einen selbst und für andere.

Moderne Spielbeteiligte bemühen sich um erfolgreiches Kommunizieren, wobei sie um selektive Wahrnehmung wissen, z. B. Ich-Botschaften senden und Du-Botschaften vermeiden.

Sie vermögen mit Stress umzugehen, für Entspannung zu sorgen. Sie behalten Ruhe und Distanz in schwierigen Situationen und denken daran, wie sie als Vorbild wirken.

Motive wie Selbstbestätigung, soziale Anerkennung, Selbstverwirklichung und Sicherheit/Schutz des Körpers sollten Spielbeteiligte gegenseitig respektieren.

Verbinden sie das mit einer kooperativ-partnerschaftlichen, transparenten Haltung zu Sportart, Training und Spielbetrieb, dann werden Schiedsrichter, Spieler, Trainer, Vereine, Verbände erfolgreich tätig sein können und von Zuschauern und Medien angemessene Resonanz erhalten.

© 01/2002 Walter Hospelt, Köln

Basis dieses Kurz-Skripts sind gesprochene Worte bei Veranstaltungen.

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:
31. Dezember 2002

 

© Axel Beckmann