Spielbeteiligte stärken ihre sozialen Kompetenzen
- Anregungen für Schiedsrichter,
Spieler, Trainer, Funktionäre, Zuschauer und Medien
Systemisch denken lernen
- Persönlichkeiten einschätzen
- Grundvoraussetzungen
im Blick haben - Auf angemessene
Vorbereitung achten
- Kommunizieren verstehen/ erfolgreich handhaben
- Image-Schaden
durch Spielbeteiligte
- Unterstützen des regelkonformen Spielablaufs
- Kurzes Fazit
1.
Systemisch denken lernen
Das bedeutet in erster Linie,
auf Wechselwirkungen und Zusammenhänge zu achten, besonders eben im System
Eishockeysport, Training und Spiel.
Ein Beteiligter setzt etwas
in Gang, andere reagieren darauf. (So, wie ich in den Wald rufe, so schallt
es heraus!) Das kann günstig sein oder weniger günstig.
Wenn diese Wechselwirkung
beachtet wird, ist es günstiger, Beurteilungen wie 'richtig oder falsch'
aufzugeben und von 'günstig oder weniger günstig' zu sprechen.
Es entstehen förderliche
Erlebens- und Verhaltensweisen. Diese sind das Ziel von 'Psychologie
im Sport – Soziale Kompetenzen stärken'.
Persönlichkeiten einschätzen
lernen
z.B. nach
Kriterien:
- Reif,
ausgewogen, belastbar sein
- beziehungsfähig bleiben,
Position im Sportsystem suchen
- Distanz halten können
- Ruhe bewahren
- sich selbst regulieren
und motivieren können
- humorvoll reagieren können
- und weitere nach passenden
Alltags-Erfahrungen.
Diese Anregungen helfen, einem Spielbeteiligten eher
gerecht werden zu können, gerade auch im Fall von konstruktiver Kritik
und bei sogenannten 'Vorfällen' im Spiel.
Z. B. Trainer und Funktionäre beurteilen Menschen
mehr oder weniger nach deren Leistung und sehen weniger den Menschen an sich.
Damit laufen sie Gefahr, Menschen nicht so zu sehen, wie sie eigentlich sind.
2.
Grundvoraussetzungen im Blick haben
- körperliche Fitness
und Wellness
- angemessenes läuferisches
Verhalten, taktisches Verhalten
- gute ausreichende Regelkenntnisse
- seelische 'Gesundheit'
beachten und fördern
- Spielbeteiligte sollten auch in kritischen Situationen
beziehungsfähig bleiben können, d. h. keine Feindbilder aufbauen,
diese kosten unnötige Kraft und führen zu Unzufriedenheit, da sich
'Feinde' im Sport nicht 'besiegen' lassen.
- Spielbeteiligte (Spieler, Trainer, Schiedsrichter,
Vereins- und Verbandsmitglieder, Zuschauer, Fans, Medien) suchen Kommunikation
mit den anderen Spielbeteiligten. Dazu sind sie bestrebt, ihre Kommunikationsfähigkeit
weiter auszubauen.
- Spielbeteiligte sollten kritikfähig bleiben,
d. h. eigene Fehler zugeben können und nicht 'auf Teufel komm raus' sich
verteidigen und vielleicht sogar noch drohen. Darin liegt die Gefahr, sich lächerlich
zu machen und Aggressionen hervorzurufen.
- hilfsbereit sein,
z. B. gegenüber den Spielbeteiligten mit weniger günstigen
Ausgangslagen in den Bereichen 'Leistung' und 'Platz im Geschehen'.
Wer diese Aspekte beherzigt,
leistet einen entscheidenden Beitrag für einen regelkonformen Spielverlauf
und Schutz der Spielbeteiligten.
Auf angemessene Vorbereitung achten
Z. B. zeitige Anreise, schnelle Durchführung notwendiger
Kontrollen, bereit sein, mit anderen zusammenzuarbeiten, Teamwork und Kommunikation
pflegen: dazu gehört gegenseitiger Respekt und Unterstützung ohne
auf Rollen und Funktionen zu achten.
Weiter bewährt sich
in diesem Zusammenhang: Gezielte Entspannungstechnik lernen, z. B. das Autogene
Training. Damit gelingt es, in schwierigen Situationen Ruhe bewahren zu können
und sich angemessen zu verhalten.
3.
Kommunizieren
verstehen und erfolgreich handhaben
- Günstiges Verhalten
in 'sozialen Situationen' verstehen lernen
- 'Gruppenverhalten'
beachten
- 'Konflikte' lösen
lernen
- Beim Kommunizieren selektive Wahrnehmung beachten
- Ich-Botschaften bevorzugen, Du-Botschaften vermeiden
- Vermeiden, sich in
einen Machtkampf verwickeln zu lassen
Image-Schaden
durch Spielbeteiligte
Den Beteiligten bewusst
machen, dass wenig günstiges Verhalten in jeder Form auf die ganze Sportart,
auf Spielbetrieb sowie auf Leistungen zurückfällt und dann Ablehnungen,
Konflikte oder Aggressionen wecken kann. Das sind Verhaltensweisen, die eigentlich
keiner im Sport will, die jedoch leider genau so häufig vorkommen wie im
Alltagsleben.
Beachte in diesem Zusammenhang
die Aktion des Schweizer Eishockeyverbandes Respect
My Game.
4.
Unterstützen des regelkonformen Spielablaufs
Ohne Spielbeteiligte
geht es nicht!
Aus dieser Tatsache erwächst
eine Verpflichtung. Daher bescheiden bleiben
und das beste geben, Erwartungen respektieren:
Spielbeteiligte werden
häufig als Wunderknaben angesehen, die alles regeln sollen und können.
Sich klar machen, welche Erwartungshaltung für Spielbeteiligte dahintersteht
und welchen Erwartungsdruck das hervorruft.
Spieltag ist ein besonderer
Tag!
Zwei Mannschaften trainieren
dafür; Spieler und Trainer wollen gewinnen. Pädagogisch und psychologisch
geschulte und fortgebildete Schiedsrichter bemühen sich ihrer Aufgabe/Funktion
als 'Vermittler' zwischen den Interessen der übrigen Spielbeteiligten gerecht
zu werden.
Zuschauer und Fans bezahlen
Geld, möchten ein 'Spektakel' sehen. Medienvertreter wollen 'Sensationelles'
berichten.
Förderlich kann
es sein, wenn sich die Beteiligten als Showstars im 'Unterhaltungsangebot Eishockeyspiel'
sehen und sich entsprechend verhalten: nämlich den anderen als Kollegen
achten und respektieren. Spielbeteiligte schaffen das Klima dazu, sie haben
es in der Hand, wie ein Spiel abläuft, wie die Resonanz für ihre Sportart
bei Zuschauern und Medien ausfällt.
5.
Kurzes Fazit
Spielbeteiligte lernen,
ihre Kompetenzen im Sinne dieser anregenden Aspekte zu unterstützen und
zu fördern, sich weiter zu entwickeln.
Beginnen Sie, diese Aspekte
nicht nur 'im Kopf' zu haben, sondern im "Herzen, in der Seele", dann
sind sie vollständiger Besitz Ihrer Person, werden auch in schwierigen
Situationen wirksam und steuern Erleben und Verhalten in günstiger Weise,
für einen selbst und für andere.
Moderne Spielbeteiligte
bemühen sich um erfolgreiches Kommunizieren, wobei sie um selektive Wahrnehmung
wissen, z. B. Ich-Botschaften senden und Du-Botschaften vermeiden.
Sie vermögen mit
Stress umzugehen, für Entspannung zu sorgen. Sie behalten Ruhe und Distanz
in schwierigen Situationen und denken daran, wie sie als Vorbild wirken.
Motive wie Selbstbestätigung,
soziale Anerkennung, Selbstverwirklichung und Sicherheit/Schutz des Körpers
sollten Spielbeteiligte gegenseitig respektieren.
Verbinden sie das mit
einer kooperativ-partnerschaftlichen, transparenten Haltung zu Sportart, Training
und Spielbetrieb, dann werden Schiedsrichter, Spieler, Trainer, Vereine, Verbände
erfolgreich tätig sein können und von Zuschauern und Medien angemessene
Resonanz erhalten.
©
01/2002 Walter Hospelt, Köln
Basis
dieses Kurz-Skripts sind gesprochene Worte bei Veranstaltungen.
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