Am Sonntag hatte ein Bergkamener Spieler den Schiedsrichter Marcel Wewer vom
TuS Lohauserholz mit einer Stange krankenhausreif geschlagen. Wewer hatte fünf
CR-Spieler des Feldes verwiesen und anschließend das Spiel abgebrochen. Um was
für eine Stange es sich genau handelt, daran wird noch gerätselt. Westtünnens
Abteilungsleiter Wolfgang Budde meint, es sei die Linienrichterfahne gewesen.
Andere Augenzeugen sprechen von einer "dünnen Eisenstange". Auch Ali Öztürk, der
Trainer der City Rangers Bergkamen, meint in einem Interview mit der
Westfälischen Rundschau in Kamen, dass es sich wohl um eine Linienrichterfahne
gehandelt habe, doch: "So genau habe ich das Ganze aber nicht gesehen." Außerdem
meint er, dass der Schiedsrichter eine gewisse Teilschuld am Geschehen habe.
Öztürk wird zitiert: "Der war von Anfang an gegen uns." Wewer habe vor
Spielbeginn angedeutet, dass man mit ihm keine ‚Männekes‘ machen könne. Ali
Öztürk: "Die erste Karte war korrekt, die anderen sehr umstritten."
Derweil sieht sich Marcel Wewer von Seiten des Bergkamener Vereins massiv
unter Druck gesetzt. Am Montagabend tauchte eine Bergkamener Delegation in
seiner Wohnung im Hammer Westen auf, um sich zu entschuldigen und ihn dazu zu
bewegen, die Anzeige zurück zu ziehen. Wewer: "Weiter als bis in den Flur sind
sie nicht gekommen, denn Körperverletzung kann man nicht mit einem Blumenstrauß
aus der Welt schaffen."
Am Dienstag gegen 11.50 Uhr bekam er dann einen Anruf von einem Mann, der
sich als Vater des Spielers ausgab, der ihm die Stange auf den Kopf geschlagen
hatte. Wewer: "Der Mann gab an, dass er von den Vorkommnissen gehört habe und
seinem Sohn deutlich die Meinung dazu gesagt hätte. Er sei der Meinung, dass
dieser Vorfall nichts mit Sport zu tun habe. Danach wollte er wissen, welche
Folgen nun auf seinen Sohn zukommen werden. Ich entgegnete, dass ich keine
Angaben zu irgendwelchen Strafmaßen machen könne, dass er sich aber neben der
Spruchkammerverhandlung und der Verhandlung vor dem Strafgericht auf einen
Zivilrechtsprozess einstellen könne. Daraufhin fragte der Vater, ob die
Möglichkeit bestände, diesen Vorfall nicht an die große Glocke zu hängen und ihn
unter der Hand klären zu wollen. Ich signalisierte ihm, dass an dieser
Verfahrensweise meinerseits kein Interesse besteht. Daraufhin argumentierte er
erneut, dass es nur sportlich sei, die Anzeige zurück zu nehmen, weil sein Sohn
keine Lust habe, über einen solch langen Zeitraum die Folgen eines einzigen
Tages zu spüren. Auf diese Weise würde das Lebensglück seines Sohnes, der gerade
geheiratet habe, zerstört. Man müsse ja strafmildernde Umstände sehen, weil sich
sein Sohn entschuldigt habe, so dass die Rücknahme der Anzeige ja gerechtfertigt
sei. Ich entgegnete nur, dass eine Entschuldigung nach so einem Vorfall schlicht
und einfach nur das Mindeste sei und machte ihm abermals klar, dass ich nicht
bereit bin, meine Anzeige zurück zu nehmen und meinen Rechtsanwalt eingeschaltet
habe bzw. einschalten werde. Daraufhin äußerte er sich, dass er vermute, dass es
mir nur darum ginge, berühmt zu werden, da die örtlichen Medien ja reichlich von
diesem Vorfall berichteten. Ich unterbrach ihn und fragte ihn, ob er sich dessen
bewusst sei, was er da gerade von sich gegeben hat, und sagte ihm, dass ich
gerne auf diese Art des Berühmtwerdens hätte verzichten können. Nachdem er seine
Äußerung aber wiederholte, brach ich das Gespräch ab."
Nach Angaben der City Rangers Bergkamen hat man gleich zwei Spieler nach den
Vorfällen vom Sonntag in Westtünnen aus dem Verein geworfen. Der Beschuldigte
selbst gab an, dass er sich gewehrt habe, weil er sich in dem Durcheinander
angegriffen gefühlt habe. tt