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Presse | Eishockey

 

 

Quelle: www.hockey-web.de | 27. Dezember 2004

 

 

Die Schiedsrichter im Fokus - Bernd Schnieder nimmt Stellung

 

 

Es ist das immer wieder für Schlagzeilen sorgende Thema. Die Schiedsrichter! Wie andere Menschen auch machen die Unparteiischen Fehler. Nichtsdestotrotz sind sie meist die Schuldigen, wenn Vereine der Ansicht sind, strittige Entscheidungen der Herren im schwarz-weiß gestreiften Outfit hätten ein besseres Ergebnis verhindert. Nachdem zuletzt der EHC München bei seinen Spielen in Stuttgart sowie gegen Heilbronn nicht sehr angetan von den Leistungen der Referees war, holte sich Hockeyweb Mitarbeiter Oliver Rabuser Informationen grundsätzlicher Art an kompetenter Stelle. Bernd Schnieder, seines Zeichens "Referee in chief" beim DEB und selbst jahrelang Unparteiischer auf höchstem Niveau, gab bereitwillig die entsprechenden Auskünfte.

Hallo Herr Schnieder,
kann ein Verein einen Schiedsrichter ablehnen oder gegen dessen Einteilung bei der zuständigen Stelle widersprechen?

Grundsätzlich kann ein Verein einen Schiedsrichter nicht ablehnen. Die Schiedsrichter-Einteilung erfolgt durch den Schiedsrichter-Ausschuss unabhängig und neutral, d.h. ohne Einflussnahme seitens der Vereine, Verbände, ESBG, DEL, etc. Gleichwohl sind die Mitglieder des Ausschusses mit den jeweiligen Vereinen auch in regelmäßigen Kontakt und erhalten somit auch Informationen, wie die Stimmung/Meinung gegenüber den einzelnen Schiedsrichtern ist. Hier ist es auch Aufgabe, die Schiedsrichter zu schützen und diese bei Problemen mit bestimmten Vereinen von eben diesen Vereinen eine Zeit lang fernzuhalten. Es ist nicht Ziel mit einer Schiedsrichter Einteilung, bestimmte, in der Vergangenheit als brisant eingeschätzte Situationen noch weiter eskalieren zu lassen.

Haben die Vereine die Möglichkeit Verbandsaufsicht zu beantragen? Wird diesem Begehren stets nachgekommen?
Ein ESBG Verein kann Verbandsaufsicht beantragen, die Entscheidung liegt jedoch bei der ESBG bzw. beim Verband, ob dem nachgekommen wird. In der Regel wird jedoch bei einem offiziellen Antrag dem Wunsch nachgekommen

Werden bestimmte Schiedsrichter nach schlechter Presse und Negativmeldungen von Vereinen für bestimmte Spielorte außen vor gelassen, falls sich diese Meldungen häufen?
Schiedsrichter Leistungen werden durch speziell geschulte Schiedsrichter Beobachter beurteilt. Zusätzlich erhalten wir ein feedback durch die Trainerbewertung. Sollten hier die Leistungen Anlass zu Kritik geben, wird die Beobachtung des Schiedsrichter weiter intensiviert. Beurteilt werden die Schiedsrichter u.a. in folgenden Kategorien: Auftreten/Fitness, Stellungsspiel, Präsenz, Aufmerksamkeit/game management, Kommunikation, Strafenbewertung, einheitliche Strafenauslegung und verpasste/unnötige Strafen. Sind die Leistungen jedoch unbefriedigend, werden die Schiedsrichter in der kommenden Einteilung nicht oder nur mit wenigen Einsätzen berücksichtigt. Hier gilt das Leistungsprinzip. Meldungen der Presse, wenn diese sich bei einem Schiedsrichter häufen, kann ebenfalls bedeuten, dass dieser Schiedsrichter vermehrt beobachtet wird.

Nach welchen Kriterien werden Schiedsrichter in Theorie und Praxis grundsätzlich beurteilt?
Leistungen bei den Schiedsrichter Lehrgängen und Beobachtungen in der laufenden Saison

Wie ist das Feedback der Schiedsrichter bzw. der Beobachter hinsichtlich der neuen Regel 554 c (Spielverzögerung), die ja offensichtlich gerne unterschiedlich ausgelegt wird?
Die veränderte Auslegung der Regel 554 c ist einzig und allein auf Initiative der Vereine/Ligen zurück zu führen. Es ist dann die Aufgabe der Schiedsrichter, diese umzusetzen. Über Sinn und Unsinn der Auslegung zu der Regel diskutieren wir grundsätzlich nur intern mit den Verbänden und Vereinen.

Herr Schnieder, Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Wir wünschen Ihnen ein gutes und stressfreies neues Jahr!


 

 

 

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Letzte Aktualisierung:
29. Dezember 2004

 

© Axel Beckmann