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Anmerkung
von bbsr.de: Der nachfolgende Artikel ist ein ausgezeichnetes
Beispiel für eine völlig einseitige Berichterstattung,
die noch dazu von Vorurteilen gegenüber Schiedsrichtern
wimmelt. Der geneigte Leser wird sich sicherlich selbst
sein Urteil hierzu bilden können.
Von Wolfgang Lehmann TRIER/GIESSEN. Alles sollte besser werden in dieser Saison
– was die nie enden wollende Diskussion um die Leistung der Schiedsrichter in
der Basketball-Bundesliga angeht. Zu Dritt laufen die Unparteiischen jetzt übers
Parkett. Die Mutmaßung der Fachleute vor Beginn der Spielzeit: Ein zusätzlicher
Mann kann eher mal einen schwachen Tag eines seiner Kollegen ausgleichen. Nur –
dafür braucht er Zeit. Kommt ein Katastrophenpfiff aber wenige Sekunden vor
Abschluss der Nachspielzeit, bleibt auch einem noch so sehr auf Ausgleich
bedachten zusätzlichen Referee kaum mehr Gelegenheit, die spielentscheidende
Scharte auszuwetzen. Nach der 109:112 (51:56, 95:95)-Niederlage der Giessen46ers
nach Verlängerung bei der TBB Trier erhitzten sich die Gemüter wie eh und je an
den Spielleitern. An der spielerischen Leistung beider Mannschaften gab es
auch wenig auszusetzen. In einem offenen Schlagabtausch hatten sich die beiden
Mannschaften aus Trier und Gießen bis in die Overtime beharkt. Keine Mannschaft
hatte sich weder während der regulären Spielzeit, noch in der Verlängerung
entscheidend vom Gegner absetzen können. Noch in der Schlussminute versenkte
Gießens bester Schütze Jason Maile einen Dreier zum 108:106 für die Hessen.
Postwendend schenkte Triers Mike Lenzley der Mannschaft von Coach Chris Finch
bei fast abgelaufener Spieluhr einen schweren und wichtigen Schuss von jenseits
der 6,25 Meter Linie zum 109:108 für die Gastgeber ein. Chris Finch beorderte
seinen Mannen zu einer Auszeit an die Seitenlinie und gab die Devise aus, den
letzten Angriff nicht auf einen speziellen Mitspieler aufzubauen, sondern als
Kollektiv viel in Bewegung zu sein, den Ball häufig zu passen, um dann im
letzten Moment zu entscheiden, wer den finalen Schuss ansetzt. Die Taktik ging
zehn Sekunden lang auf, bis David Graves das Leder erhielt und bis –
Schiedsrichter Resser einen vermeintlichen Schrittfehler des Gießener
Flügelspielers sah und auch ahndete. Die Folge: Einwurf Trier, Lenzley stürmte
Richtung Gießener Korb, erhielt von BJ McKie den Pass, verzettelte sich
ebenfalls bedenklich nahe an Schrittfehlern (Co-Trainer Leibenath: „Der hat doch
erst vier Schritte gemacht und dann den Ball aufgesetzt“), durfte aber
weiterziehen, zum 112:108 ablegen und erhielt sogar noch einen Bonusfreiwurf
wegen Foulspiels. Den allerdings verzog Lenzley, Gunnarsson wurde noch einmal
gefoult, versenkte den ersten Freiwurf und zielte beim zweiten absichtlich
daneben, um noch eine Dreierchance zu kreieren. Der Plan aber erfüllte sich
nicht. Trier ergatterte den Rebound und entschied die Partie so für sich.
Eigentlich aber, so philosophierten nachher manche, besonders aus dem Gießener
Lager, entschied Efraim Resser die Begegnung, die ein sportlicheres Ende
verdient hatte. Die Frage, an der sich die Gemüter immer wieder erhitzen, ist
die des Selbstverständnisses der Schiedsrichter. Während die Einen die Meinung
vertraten, sie seien nun einmal dafür da, Regelüberschreitungen zu ahnden
(selbst wenn es sich um einen für das Spielgeschehen unwichtigen Schrittfehler
handelt), tendierten andere zum Fingerspitzen-Argument. Wenn eine Partie so
hochklassig und über derart lange Zeit hin und her pendelt, darf der Referee
nicht bei einer Regelüberschreitungs-Lapalie spielentscheidendes Organ sein. Bei
allem Ärger und aller Enttäuschung jedoch blieb auch auf Seiten der Gießener die
kleine Genugtuung, auch ohne zwei der wichtigsten Spieler endlich einmal
auswärts die Konkurrenzfähigkeit bewiesen zu haben. Zwar gelang es den 46ers
während dieser „Werbung für den Basketballsport“ (Thorsten Leibenath) nie, den
früheren Kollegen BJ McKie unter Kontrolle zu bekommen. Zunächst überraschte der
Ex-Gießener seine ehemaligen Kameraden durch überaus uneigennütziges Spiel
(Leibenath: „Seine Penetrationen mit abschließendem Assist kannten wir so noch
nicht“), dann brachte er seine aktuellen Kollegen in der Schlussphase nahezu im
Alleingang wieder ins Geschäft (5 McKie-Punkte vom 98:101 zum 106:102). Doch
auch mit nur sieben eingesetzten Akteuren um den überragenden Jason Maile
blieben die Gießener bis in die Schlussminute ein erntshafter Sieg-Kandidat. Auf
dieser Leistung kann die Finch-Truppe aufbauen und darauf hoffen, dass sich die
Schiedsrichter-Pfiffe im Lauf der Saison ausgleichen und irgendwann auch mal die
46ers von fehlendem Fingerspitzengefühl profitieren.
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