Startseitechristmas_next.gifSchiedsrichterchristmas_next.gifPressechristmas_next.gifBasketball

Allgemeines

 Diskussionsforum

 Hilfe

 Gästebuch

 Impressum

 Leitartikel

 Links

 Mitglieder

 News

 Shop

 Thema des Monats

 Über "uns"

 

Organisationen

 Bundesligen

 DBB

 Regionalligen

 Landesverbände

 Euroleague

 FIBA

 International

 Luxemburg

 Österreich

 Rolli-Basketball

 Schweiz

 USA

 

Press | Basketball

 

 

Quelle: Gießener Anzeiger 2.11.2003

 

 

Referee ohne Fingerspitzengefühl
"Werbung für den Basketball" – Schrittfehler entscheidend

 

Anmerkung von bbsr.de: Der nachfolgende Artikel ist ein ausgezeichnetes Beispiel für eine völlig einseitige Berichterstattung, die noch dazu von Vorurteilen gegenüber Schiedsrichtern wimmelt. Der geneigte Leser wird sich sicherlich selbst sein Urteil hierzu bilden können.

Von Wolfgang Lehmann TRIER/GIESSEN. Alles sollte besser werden in dieser Saison – was die nie enden wollende Diskussion um die Leistung der Schiedsrichter in der Basketball-Bundesliga angeht. Zu Dritt laufen die Unparteiischen jetzt übers Parkett. Die Mutmaßung der Fachleute vor Beginn der Spielzeit: Ein zusätzlicher Mann kann eher mal einen schwachen Tag eines seiner Kollegen ausgleichen. Nur – dafür braucht er Zeit. Kommt ein Katastrophenpfiff aber wenige Sekunden vor Abschluss der Nachspielzeit, bleibt auch einem noch so sehr auf Ausgleich bedachten zusätzlichen Referee kaum mehr Gelegenheit, die spielentscheidende Scharte auszuwetzen. Nach der 109:112 (51:56, 95:95)-Niederlage der Giessen46ers nach Verlängerung bei der TBB Trier erhitzten sich die Gemüter wie eh und je an den Spielleitern.
An der spielerischen Leistung beider Mannschaften gab es auch wenig auszusetzen. In einem offenen Schlagabtausch hatten sich die beiden Mannschaften aus Trier und Gießen bis in die Overtime beharkt. Keine Mannschaft hatte sich weder während der regulären Spielzeit, noch in der Verlängerung entscheidend vom Gegner absetzen können.
Noch in der Schlussminute versenkte Gießens bester Schütze Jason Maile einen Dreier zum 108:106 für die Hessen. Postwendend schenkte Triers Mike Lenzley der Mannschaft von Coach Chris Finch bei fast abgelaufener Spieluhr einen schweren und wichtigen Schuss von jenseits der 6,25 Meter Linie zum 109:108 für die Gastgeber ein. Chris Finch beorderte seinen Mannen zu einer Auszeit an die Seitenlinie und gab die Devise aus, den letzten Angriff nicht auf einen speziellen Mitspieler aufzubauen, sondern als Kollektiv viel in Bewegung zu sein, den Ball häufig zu passen, um dann im letzten Moment zu entscheiden, wer den finalen Schuss ansetzt. Die Taktik ging zehn Sekunden lang auf, bis David Graves das Leder erhielt und bis – Schiedsrichter Resser einen vermeintlichen Schrittfehler des Gießener Flügelspielers sah und auch ahndete. Die Folge: Einwurf Trier, Lenzley stürmte Richtung Gießener Korb, erhielt von BJ McKie den Pass, verzettelte sich ebenfalls bedenklich nahe an Schrittfehlern (Co-Trainer Leibenath: „Der hat doch erst vier Schritte gemacht und dann den Ball aufgesetzt“), durfte aber weiterziehen, zum 112:108 ablegen und erhielt sogar noch einen Bonusfreiwurf wegen Foulspiels. Den allerdings verzog Lenzley, Gunnarsson wurde noch einmal gefoult, versenkte den ersten Freiwurf und zielte beim zweiten absichtlich daneben, um noch eine Dreierchance zu kreieren. Der Plan aber erfüllte sich nicht. Trier ergatterte den Rebound und entschied die Partie so für sich. Eigentlich aber, so philosophierten nachher manche, besonders aus dem Gießener Lager, entschied Efraim Resser die Begegnung, die ein sportlicheres Ende verdient hatte. Die Frage, an der sich die Gemüter immer wieder erhitzen, ist die des Selbstverständnisses der Schiedsrichter. Während die Einen die Meinung vertraten, sie seien nun einmal dafür da, Regelüberschreitungen zu ahnden (selbst wenn es sich um einen für das Spielgeschehen unwichtigen Schrittfehler handelt), tendierten andere zum Fingerspitzen-Argument. Wenn eine Partie so hochklassig und über derart lange Zeit hin und her pendelt, darf der Referee nicht bei einer Regelüberschreitungs-Lapalie spielentscheidendes Organ sein. Bei allem Ärger und aller Enttäuschung jedoch blieb auch auf Seiten der Gießener die kleine Genugtuung, auch ohne zwei der wichtigsten Spieler endlich einmal auswärts die Konkurrenzfähigkeit bewiesen zu haben. Zwar gelang es den 46ers während dieser „Werbung für den Basketballsport“ (Thorsten Leibenath) nie, den früheren Kollegen BJ McKie unter Kontrolle zu bekommen. Zunächst überraschte der Ex-Gießener seine ehemaligen Kameraden durch überaus uneigennütziges Spiel (Leibenath: „Seine Penetrationen mit abschließendem Assist kannten wir so noch nicht“), dann brachte er seine aktuellen Kollegen in der Schlussphase nahezu im Alleingang wieder ins Geschäft (5 McKie-Punkte vom 98:101 zum 106:102). Doch auch mit nur sieben eingesetzten Akteuren um den überragenden Jason Maile blieben die Gießener bis in die Schlussminute ein erntshafter Sieg-Kandidat. Auf dieser Leistung kann die Finch-Truppe aufbauen und darauf hoffen, dass sich die Schiedsrichter-Pfiffe im Lauf der Saison ausgleichen und irgendwann auch mal die 46ers von fehlendem Fingerspitzengefühl profitieren.

 

 

 

Regeln

 Änderungen

 Ausarbeitungen

 Grundlagen

 Interpretationen

 Ordnungen

 Regelfragen

 Texte

 

Schiedsrichter

 Ausbildung

 Förderung

 Fortbildung

 Frauen

 Funktionäre

 Kritik

 Porträts

 Presse

 Psychologie

 Technik

 Tipps

 Vereine

 

Letzte Aktualisierung:
5. November 2003

 

© Axel Beckmann