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Sydney - So mancher
Sportler wäre froh, hätte er in seiner Karriere das
erreicht, auf was Rolf Lüdecke bereits zurückblicken
kann. Er hat sogar das geschafft, was sämtlichen aktiven
Wasserballern in Deutschland nicht gelungen ist: Er
hat sich für das olympische Turnier in Sydney qualifiziert.
Und zwar als Schiedsrichter. «Ich wurde vom Weltverband
FINA als Nummer 1 der neutralen Schiedsrichter nominiert»,
erzählt Lüdecke.
Normalerweise wird
von jedem teilnehmenden Land ein Unparteiischer benannt,
dazu kommen noch acht Neutrale aus Ländern, die wie
Deutschland die Qualifikation verpasst haben. Seit 1977
pfeift Lüdecke auf nationaler, seit 1983 auf internationaler
Ebene. Dabei nahm er unter anderem an sechs Europameisterschaften,
zwei Weltmeisterschaften und zwei Junioren-Weltmeisterschaften
teil. Das absolute Highlight wiederfuhr ihm aber vor
vier Jahren bei den Spielen in Atlanta. «Da durfte ich
das Finale zwischen den siegreichen Spaniern und Kroatien
pfeifen.» 20 von seinen 30 Urlaubstagen pro Jahr gehen
für Wasserball-Reisen drauf, für Sydney hat er von seinem
Arbeitgeber - eine Hamburger Werft - eine Woche Sonderurlaub
bekommen. Verdienen kann er mit seiner Tätigkeit, die
bei ihm als «Hobby nebenbei» läuft, nichts. Die Referees
bekommen Flug und Unterkunft bezahlt, dazu kommen täglich
50 australische Dollar zum Leben und weitere 50 Dollar
für sonstige Ausgaben. Dafür gibt's allerdings Karten
für die Eröffnungs- und Abschlussfeier. Das Reglement
besagt, dass die Schiedsrichter bis zum Alter von 55
Jahren pfeifen dürfen, Lüdecke ist jetzt 54. Er gibt
schon zu, dass er sich darauf freut, dann mehr Zeit
für die Familie zu haben. Und um den Nachwuchs in Deutschland
ist ihm auch nicht bange. «Wir haben sehr gute junge
Schiedsrichter, die eben noch ihre Erfahrungen sammeln
müssen.» Seine gibt Lüdecke gerne an die jungen Kollegen
weiter, damit die auch mal so eine eindrucksvolle Karriere
machen können wie er.
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