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Schiedsrichter | Porträts | Sonstige Sportarten

 

 

Quelle: Hamburger Abendblatt vom 27.Juli 2002

 

 

Aufstiegssorgen zweier Handball-Schiedsrichter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Harburg: Kevin Mottig und Christian Schulz wollen als Schiedsrichter aufsteigen - bis in die 1. Liga.

Als Handballschiedsrichter haben Kevin Mottig und Christian Schulz von der SG Harburg schon seltsame Dinge erlebt. Wie beim Regionalligaspiel in Berlin, bei dem ein fehlender Schlüssel den Abstieg der Gastgeber besiegelte. "Keiner konnte an die Lichtschaltung, die Halle blieb dunkel, zu dunkel, um ein Spiel anzupfeifen", sagt der 24-jährige Christian Schulz. Die Punkte gingen an die Gäste. HG Tempelhof/Marienfelde hatte danach keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. "Das sind so die bitteren Entscheidungen, die man fällen muss", sagt Kevin Mottig, 26 Jahre alt. Zusammen gehören die Harburger zu den jüngsten Schiedsrichtergespannen im B-Kader des Nordostdeutschen Handballverbands - Und in der Herren-Regionalliga soll für sie nicht Schluss sein. Ziel ist längerfristig die Bundesliga. "Ein Lebenstraum", sagt Kevin Mottig. Christian Schulz eifert einem konkreten Vorbild nach, aber keinem Handballer, sondern dem italienischen Fußball-Schiedsrichter Pierluigi Colina.

Doch der Weg nach oben ist steinig, das haben auch schon die zwei Harburger, beide als Groß- und Außenhandelskaufmann tätig, zu spüren bekommen. Regelmäßiges Lauf- und Konditionstraining gehört dazu, 2400 Meter müssen die NOHV-Schiedsrichter unter zwölf Minuten laufen können. Selbstkritische Gespräche zur Nachbearbeitung der gepfiffenen Spiele und Fortbildungsmaßnahmen sind Pflicht, und dann muss die offen vorgebrachte Kritik der Spieler verarbeitet werden. "In den unteren Klassen braucht man manchmal wirklich ein dickes Fell", gibt Kevin Mottig zu. Dabei müssen sich auch Schiedsrichter ihren Aufstieg erst verdienen. Die Unparteiischen, die sich ihre rund 2000 Euro teure Schiedsrichterbekleidung kaufen müssen und nur das Emblem des NOHV zum Aufnähen kostenlos zugeschickt bekommen, werden von Spielbeobachtern und von den Mannschaften selbst bewertet. Das Punktesystem geht dabei von null bis 100 Punkte. Die Wertnote hängt bei den betroffenen Teams nicht selten vom Ausgang des Spiels ab. Am Ende der Saison muss jedoch die Gesamtpunktzahl stimmen, sonst ist der angepeilte Aufstieg erstmal verschoben. So wie in der vergangenen Saison bei Kevin Mottig und Christian Schulz, als sie zwischen den fast 70 überregionalen Gespannen, die dem Regionalverband angehören, nur knapp den Aufstieg über den Förderkader verpassten. Der neuen Saison sehen die Schiedsrichter der SG Harburg aber optimistisch entgegen: "Der Aufstieg in den NOHV A-Kader hat in dieser Saison absolute Priorität", sagte Christian Schulz.
mf

 

 

 

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 Letzte Aktualisierung:
27. April 2003

 

© Axel Beckmann