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Schiedsrichter | Porträts | Fußball | Urs Meier

 

 

Quelle: www.news.ch | 13. Juni 2004

 

 

Urs Meiers gelungener EM-Einstand in Portugal

 

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Urs Meier ist der Einstand bei seiner zweiten und letzten EM-Endrunde geglückt. Der 45-jährige Aargauer Schiedsrichter aus Würenlos war beim Match zwischen Spanien und Russland (1:0) in Faro ein umsichtiger Leiter und erhielt gute Zensuren.

Wie sind Sie mit ihrer eigenen Leistung zufrieden?

Urs Meier: Das müssen andere beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich das teils hart geführte Spiel im Griff hatte und keinen matchentscheidenden Fehler beging.

Sie mussten aber zu acht gelben und einer gelb-roten Karte greifen.

Urs Meier: Als das Spiel etwas hektischer und rüder wurde, griff ich ein und setzte Akzente. Das ist eine meiner Aufgaben als Spielleiter. Jede Karte war meiner Ansicht nach berechtigt. Ein Schiedsrichter hat die Spieler und deren Gesundheit zu schützen. Nach Spielschluss haben mir diverse Betreuer und Spieler, Sieger und Besiegte, gratuliert. Solche Komplimente geben Auftrieb und bestätigen meine Leistung.

Sie hatten also leichtes Spiel.

Urs Meier: Das möchte ich so nicht sagen. Ich musste in diesem temporeichen Match enorm viel laufen. Es müssen um die 15 Kilometer sein, die ich bei grosser Hitze abspulte. Bei Spielbeginn zeigte das Therometer noch 28 Grad.

Da braucht es viel Flüssigkeit, um über die Runden zu kommen.

Urs Meier: Vor dem Spiel habe ich zwischen zwei und drei Liter getrunken und mit meinen Assistenten Francesco Buragina und Rudolf Käppeli mit Spaghetti und Salat die nötigen Kalorien getankt. Auch in der Pause trank ich viel. Fast einen Liter Flüssigkeit führte ich zu.

Wie haben Sie sich während der Partie mit den Spielern unterhalten?

Urs Meier: Auf englisch und spanisch. Ich sprach nicht viel, nur einige klare, bestimmte Worte. Das genügt. Und ich rede auch mit meinen Augen und ergänze dies mit Gesten, sofern das notwendig ist. Diese Sprachhilfen verstehen alle.

Was verstehen Sie unter einer guten Leistung?

Urs Meier: Ich wollte unauffällig pfeifen, im Hintergrund wirken, aber stets präsent sein, wenn etwas passiert. Das ist mir wohl gelungen.

Wie haben Sie nach dem Spiel geschlafen?

Urs Meier: Gut, ausgesprochen gut. Ich ging relativ früh, um zirka halbdrei, zu Bett. Erleichtert und auch ein wenig stolz, dem Druck und der Erwartung stand gehalten zu haben. Nach einem Glas Rotwein fand ich sofort in den Schlaf.

Fuhren Sie nach Ihrem EM-Start mit Ihren Schweizer Assistenten gleich wieder zurück ins Schiedsrichter-Camp im Badeort Espinho ausserhalb von Porto?

Urs Meier: Nein. Am Sonntagabend schauten wir uns das Startspiel der Schweiz gegen Kroatien in Leiria an. Die Gelegenheit, als Schweizer die Schweiz an einem EM-Spiel live zu beobachten, liessen wir uns nicht entgehen.

Obwohl Sie als zweitbester Ref weltweit eingestuft wurden, leiteten Sie noch nie einen Halbfinal oder gar einen Final an einer EM? Eine solche Berufung wäre ein würdiger Abschluss ihrer internationalen Karriere.

Urs Meier: An der EM pfiff ich bisher nur Gruppenspiele. Ich hoffe, dass mein Einstand nicht mein letzter Auftritt war. Ich lasse mich überraschen. Die EM ist mein letztes, grosses Ziel als Schiedsrichter.

rr (Quelle: Si)

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:
10. Juni 2004

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