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Schiedsrichter | Porträts | Fußball

 

 

Quelle: www.uefa.com 18. Mai 2004

 

 

Collina wieder im Rampenlicht

 


Schiedsrichter Pierluigi Collina studiert alle Mannschaften (©empics)

Von Mark Chaplin

Pierluigi Collina, der wohl bekannteste Schiedsrichter der Welt, kann sich über mangelnde Arbeit auf internationaler und europäischer Bühne nicht beklagen.

Lange Liste
Der 44-jährige Finanzberater aus Italien wurde ausgewählt, das UEFA-Pokal-Endspiel zwischen Valencia CF und Olympique de Marseille am Mittwoch im Ullevi-Stadion in Göteborg zu leiten. Ein weiteres prestigeträchtiges Spiel auf Collinas langer Liste, die er seit 1995 - seit er die FIFA-Lizenz erhielt - kontinuierlich erweitert.

Große Endspiele
Seitdem leitete Collina das Endspiel bei den Olympischen Spielen in Atlanta (USA) zwischen Nigeria und Argentinien, das denkwürdige UEFA Champions League-Endspiel zwischen Manchester United FC und dem FC Bayern München 1999 in Barcelona sowie das FIFA-WM-Endspiel 2002 zwischen Brasilien und Deutschland in Yokohama.

Jüngster Höhepunkt
Die Berufung für das UEFA-Pokal-Endspiel ist für den 1,88 Meter großen Collina der jüngste Höhepunkt einer ganzen Reihe bedeutender Einsätze. Es ist sein 93. Auftritt in einer internationalen Begegnung - ein Abenteuer, das im März 1995 mit dem Spiel zwischen der Türkei und Frankreich bei der Militär-WM in Istanbul begann und mit dem UEFA-Pokal-Endspiel einen weiteren Höhepunkt erlebt.

Vorfreude
Man könnte davon ausgehen, dass Collina seine aktuellste Berufung eher gelassen nimmt - als Schiedsrichter hat er schließlich schon die brisantesten Partien erlebt. Der in Bologna geborene Unparteiische fühlt sich aber keinesfalls "gelangweilt". Er liebt die Arbeit auf dem Platz so sehr, dass er sich auf seinen nächsten Einsatz im Rampenlicht des europäischen Fußballs freut.

Große Ehre
"Es ist eine große Ehre", sagte Collina zu uefa.com. "Ich habe gedacht, dass ich nach den drei Endspielen, die ich bereits geleitet habe, nicht mehr in den Genuss kommen werde."

Gewissenhafte Vorbereitung
"Es macht mir grundsätzlich sehr viel Spaß, als Schiedsrichter zu arbeiten. Ich bin gerne Schiedsrichter. Ich mag, was ich tue, und ich bereite mich auf jede Partie auch gerne sehr gewissenhaft vor", sagte er. "Sicher ist es einfacher, all diese Dinge auf sich zu nehmen, wenn man für ein wichtiges Spiel berufen wird. Man ist motivierter."

Vertrauen und Akzeptanz
Collinas Umgang mit den Spielern auf dem Platz ist unvergleichlich. Er braucht nur zu lächeln oder ernst zu blicken, und die Partie läuft nach seinen Vorstellungen. Die Spieler haben sehr viel Respekt vor ihm. "Wenn man sich in einer Partie mit den Spielern und auch mit den Trainern gut versteht, kann es viel besser laufen. Die Spieler können ihre Arbeit machen und der Schiedsrichter kann die Partie besser kontrollieren", sagte er. "Wenn die Spieler einem Schiedsrichter vertrauen und seine Entscheidungen akzeptieren, ist das für den Spielverlauf nur förderlich."

Wichtige Vorbereitung
Der Italiener wird auch hinsichtlich der beiden Endspielteilnehmer seine Hausaufgaben machen, bevor er mit ihnen in Göteborg den Platz betritt. Taktische Vorbereitungen gehören immer zur Prozedur vor einem Spiel. "Es ist sehr wichtig, möglichst alle Informationen zu den Mannschaften zu bekommen. Es ist äußerst wichtig, dass ein Schiedsrichter möglichst viel über die Spielweise einer Mannschaft und die der einzelnen Spieler weiß", erklärte er.

Taktik wichtig
"Es geht um die Taktik", sagte er weiter. "Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob eine Mannschaft mit drei oder vier Verteidigern spielt, ob die Mittelfeldspieler sehr druckvoll spielen oder ob zwei Flügelspieler ständig über die Flanken kommen. Fußball hat einen sehr hohen Standard erreicht und die Schiedsrichter müssen sehr gut vorbereitet sein." In seinem Terminplan wird Collina also ein weiteres Endspiel vermerken - eine weitere Gelegenheit, bei der er zeigen kann, warum er zur Schiedsrichterelite gehört.

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:
18. Mai 2004

 

© Axel Beckmann