|
Oder
anders gefragt: Wieso sind die Schiedsrichter eigentlich
nicht mitgewachsen mit den Spielern? Bei Welt- oder
Europameisterschaften, berichtet der Internationale
Basketball-Verband (Fiba), liege die Durchschnittsgröße
der Spieler inzwischen bei zwei Metern. Die Schiedsrichter
aber sind immer noch genauso groß wie vor zehn Jahren,
geschätzte einsachtzig im Schnitt Das ist zwar gar nicht
so klein, aber so wirkt es, wenn sie zwischen all den
Riesen stehen.
Boris
Schmidt (1,70 Meter, Bundesliga- und internationaler
Schiedsrichter) sagt, er wisse auch nicht, warum er
so klein sei. Aber er wisse noch, warum er Schiedsrichter
geworden sei. "Mich hat damals mein Verein gefragt."
Das ist eine Spur - kleine Schiedsrichter nicht als
Ergebnis einer Regel oder von Größenvorteilen beim Beobachten
von Fouls, sondern von persönlichen Werdegängen. "Die
großen Spieler kann ich als Verein nicht so leicht als
Schiedsrichter gewinnen", sagt Schmidt. Die wollten
probieren, so weit wie möglich nach oben zu kommen.
Für
die kleineren Spieler bleibt auf dem Basketballfeld
genaugenommen nur eine Position: die des Spielmachers.
Daher werden viele früh Schiedsrichter. Das ist schließlich
auch Leistungssport. Als Schiedsrichter spielt Größe
keine Rolle, oder doch? Schmidt findet, er müsse mehr
um Anerkennung bei Spielern, Trainern und Zuschauern
kämpfen. Außerdem habe er mal gehört, daß die Fiba eine
Mindestgröße von 1,80 Meter einfuhren wolle: Große Schiedsrichter
würden wohl eher als starke Schiedsrichter angesehen.
Doch der Verband beruhigt: noch nie daran gedacht. Es
gebe keine Vorgaben. Bei den Schiedsrichtern kann Basketball
also noch ein körperloses Spiel sein. teu.
|