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Seit
Anfang Oktober 2001 leitet Markus Grievink in Deutschland
Spiele der Basketball-Bundesliga. Der in Hommersum lebende
Niederländer hatte von der 1.Liga in seinem Heimatland
genug.
GOCH-HOMMERSUM.
Basketball hat in diesem Jahr einen enormen Aufschwung
erlebt. Das gute Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft
und der Bekanntheitsgrad eines Dirk Nowitzkis haben
Etliches dazu beigetragen. Der Sportinteressierte kennt
die Mannschaften von den Spielen oder von den Sportsendern
im Fernsehen, die in letzter Zeit häufiger über die
boomende Sportart berichten und regelmäßig Bundesliga-Spiele
live übertragen.
Doch
zu einem guten Spiel gehört immer auch ein gutes Schiedsrichterteam.
Zwei der sportlichen Unparteiischen, die auf höchster
Ebene agieren, leben im Kreis Kleve. Markus Grievink,
der 34-jährige Hüne aus den Niederlanden, lebt seit
gut einem Jahr in Goch-Hommersum, wo er zusammen mit
seiner Lebensgefährtin Ellen einen alten Bauernkotten
gekauft hat und nun in mühsamer Eigenregie umbaut wenn
er denn die Zeit dazu hat. Denn ungefähr zehn Monate
im Jahr ist Markus Grievink in Sachen Basketball unterwegs
und pfeift Partien in der 1.Basketball-Bundesliga sowie
in den Europaligen. Heute abend ist Grievink zum Beispiel
in Luxemburg im Einsatz. Mit seinem Job in einer psychatrischen
Klinik in Nimwegen lässt sich das Pfeifen jedoch ganz
gut vereinbaren.
Mit
13 Jahren begann der wohl damals schon nicht kleine
Markus in den Niederlanden mit dem Basketballspielen.
„Doch ich hatte kein Talent“, gibt er heute zu. „So
habe ich im Alter von 15 Jahren mit den ersten Prüfungen
als Schiedsrichter begonnen.“ Seit Anfang Oktober pfeift
Markus Grievink nun in der deutschen Bundesliga.
Sein
erstes Spiel führte ihn direkt nach Berlin, wo er vor
rund 5500 Zuschauern die Partie von Alba Berlin gegen
den Mitteldeutschen BC leiten musste. „Da war ich doch
noch nervös, denn bei uns in Holland gibt es höchstens
mal 1500 Zuschauer in den Hallen. Zwei Spiele hat es
gedauert. Aber jetzt fühle ich mich hier in der Bundesliga
sehr wohl und habe meine Sicherheit wieder gefunden.“
Warum
hat Grievink jetzt dem niederländischen Basketball den
Rücken zugewendet? „Schiedsrichter sind dort nur notwendiges
Beiwerk.“ Die Organisation lasse zu wünschen übrig,
die Bezahlung stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand.
„Hier in Deutschland hingegen ist die Betreuung vom
Verband und durch die Vereine sehr gut und das Niveau
der Spiele ebenfalls.“
"Immer
Blickkontakt halten"
KLEVE.
Guido Radtke, Redakteur bei der Rheinischen Post in
Kleve, ist der zweite Bundesliga-Schiedsrichter aus
der Region. Auch er lebt erst seit einem Jahr am Niederrhein.
Kennen gelernt haben sich die beiden Profis auf einer
Fortbildung in Rotenburg (Fulda) und erst im Nachhinein
festgestellt, dass sie nicht weit voneinander entfernt
wohnen. „Vielleicht werden wir in Zukunft ja mal als
Gespann eingesetzt“, hoffen die beiden Wahl-Niederrheiner.
Wie
sieht es eigentlich mit weiblichen Referees aus? Der
seit 1985 in dieser Sportart als Schiedsrichter aktive
Radtke hat noch nicht viele getroffen. „Es gibt bei
uns in der 2.Liga mittlerweile eine Schiedsrichterin
sowie einen Frauenförderkader mit acht Kolleginnen.“
Kein gute Quote bei Kadern von 25Unparteiischen für
die erste sowie 70Schiedsrichtern für die 2.Bundesliga.
In den Niederlanden ist eine größere Anzahl von Frauen
in den oberen Ligen aktiv.
Auch
Guido Radtke ist viel unterwegs in Sachen Basketball.
„Für dieses zeitaufwändige Hobby muss man tatsächlich
etwas basketballverrückt sein“, gibt der erfahrene Schiedsrichter
zu. Den Großteil seiner Partien pfeift er in der 2.Herren-Bundesliga
sowie der 1.Damen-Bundesliga.
Bei
den Herren ist das Spiel schneller und athletischer.
Du musst konzentriert arbeiten, aber auch Fingerspitzengefühl
beweisen, denn die Akzeptanz von Seiten der Spieler
und Trainer muss man sich erst erarbeiten.“ Da ist es
wichtig, als Team aufzutreten: Die beiden Schiedsrichter
halten stets Blickkontakt, denn Kommunikation ist alles.
In
seinem ersten Bundesliga-Jahr hatte Guido Radtke noch
Lehrgeld bezahlen müssen, weil „ich mich zu fest an
die Regeln geklammert habe.“ Nach dem Abstieg und dem
sofortigen Wiederaufstieg hat der Redakteur aus seinen
Fehlern gelernt und sich jetzt fest im Zweitliga-Kader
etabliert.
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