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Das Tor von Sol Campbell wurde zu Recht nicht
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Da war die
Welt noch in Ordnung. Handshakes der Kapitäne
vor dem Spiel. |
Vertreter der UEFA-Schiedsrichterkommission haben die
Reaktion von Teilen der englischen Medien gegenüber dem Schweizer Schiedsrichter
Urs Meier als "inakzeptabel" verurteilt.
Entscheidung verteidigt Diese folgte
auf Meiers viel diskutierte Entscheidung, in den letzten Minuten des
Viertelfinalspiels letzten Donnerstag gegen Portugal ein Tor von England nicht
anzuerkennen. Sowohl der Vorsitzende der UEFA-Schiedsrichterkommission, Volker
Roth, als auch der zweite Vorsitzende Ken Ridden verteidigten die Entscheidung
Meiers, das Tor von Sol Campbell nicht zu geben.
Rückendeckung von Roth "Die Reaktion der
englischen Presse gegenüber Urs Meier nach seiner richtigen Entscheidung war
inakzeptabel", sagte Roth heute bei einer Pressekonferenz im Hotel Solverde in
São Felix da Marinha, nicht weit von Espinho.
Boulevard-Blätter hatten Meiers Telefonnummer und E-Mail-Adresse veröffentlicht
und damit eine Flut von wüsten Reaktionen gegen den Schweizer
FIFA-Unparteiischen ausgelöst. Die Medien revanchierten sich dergestalt an
Meier, der das Tor von Sol Campbell im EM-Viertelfinal gegen Portugal zum 2:1
aberkannt hatte.
"Wir sind sehr enttäuscht über das Verhalten einiger
ihrer Kollegen", sagte der Schiedsrichter-Kommissionsvorsitzende Volker Roth zu
den anwesenden Journalisten. "Es wurden Details über sein Privatleben, seine
Frau und seine Autos veröffentlicht. Das geht zu weit. Ich bin an den
Umgang mit der Boulevard-Presse gewohnt, aber die Art und Weise, wie die
englische Presse Urs Meier nach einer korrekten Entscheidung beschuldigt hat,
ist absolut inakzeptabel", ärgerte sich der Deutsche.
Am nächsten Tag veröffentlichte die «Sun» Urs Meiers E-Mail- sowie
Homepage-Adresse, die über ein Gästebuch verfügt. Über 16'000 Schmäh-Mails
landeten in seinem elektronischen Briefkasten – bis Urs Meier einen Spam-Filter
für Mails aus England installieren liess.
Am Sonntag nun ein weiterer «Sun-Anschlag». Reporter transportierten eine
rund 30x15 Meter grosse England-Flagge vom Figuera-Platz in Lissabon quer durch
Europa hinter das Haus von Urs Meiers Geschäft in Würenlos!
Nachbarn riefen verärgert die Polizei. Zwei Uniformierte zeigten den
«Sun»-Reportern die rote Karte: «Wenn Sie hier nochmals auftauchen, werden Sie
verhaftet.»
Urs Meier selber verfolgt in Portugal die ganze Angelegenheit («Das ist ein
Problem der Engländer und kein Problem Urs Meier») und will sich erst nach der
EM entscheiden, ob er rechtliche Schritte einleiten werde. "Richtige Entscheidung"
Meier hatte vor dem
Kopfball von Campbell richtigerweise ein Foul von John Terry an Portugals
Torhüter Ricardo ausgemacht und dem vermeintlichen Siegtreffer die Anerkennung
versagt. Den Journalisten wurde das Video
des irregulären Tores vorgeführt, und dazu wurde eine Erklärung abgegeben, warum
die Experten der UEFA die Entscheidung für richtig halten. "Der
Schiedsrichter musste in Sekundenbruchteilen entscheiden", sagte Ridden. "Er
musste entscheiden, ob der englische Verteidiger den Torhüter festhielt oder ob
der Torhüter behindert wurde. Die Schiedsrichterkommission hat dies natürlich
sehr gründlich untersucht, und wir sind der Meinung, dass der Schiedsrichter aus
seiner Sicht die richtige Entscheidung getroffen hat."
Spieler gelobt Ridden lobte die zwölf
Schiedsrichter-Teams mit ihren Assistenten für ihre Leistungen bei diesem
Turnier. Er lobte aber auch die Spieler für ihr Verhalten in Bereichen, die vor
der Endrunde noch als Problemzonen eingestuft wurden.
Gutes Verhalten "Schwalben sind nicht so
ein großes Problem, wie wir es vor dem Turnier angenommen haben", sagte Ridden.
"Das Verhalten der Spieler in diesem Bereich war bisher sehr gut. Jede dieser
Situationen wurde bisher erkannt und die Spieler dafür bestraft. Die Spieler
müssen auch die Verantwortung dafür übernehmen, wenn sie mit ihrem Verhalten
Massenaufläufe um den Schiedsrichter herum heraufbeschwören."
Sechs Rote Karten "Wir wiesen die
Schiedsrichter an, bei brutalen Fouls hart durchzugreifen, und bisher sind wir
in diesem Bereich sehr zufrieden. Wenn man die Statistik nach den Gruppenspielen
betrachtet, stehen nur sechs Platzverweise zu Buche, fünf davon mit der
Ampelkarte. Wir meinen, dass sich die Spieler sehr gut darauf eingestellt haben.
Und mit den Leistungen der Schiedsrichter und ihrer Assistenten sind wir durch
die Bank zufrieden." |