|
Im Rahmen
des Jubiläums "100 Jahre DFB" fand vom 7. bis
9. Juli 2000 in Leipzig der erste Schiedsrichter-Kongress
des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) statt. Unter dem
Motto "100 Jahre DFB - 100 Jahre Schiedsrichter"
wurden in Referaten, Podiumsdiskussionen und Workshops
die Rolle des Schiedsrichters insbesondere im Fußball
analysiert.
Mit gestärktem
Selbstbewusstsein und Rückendeckung von höchster Stelle
gingen die Referees aus dem Leipziger Kongress hervor.
Der zukünftige Bundestrainer Christoph Daum bescheinigte
den Schiedsrichterkameraden, dass sie "international
zu den besten der Welt" gehören. Daum mahnte aber
auch eine konsequentere Linie der Spielleiter über den
gesamten Saisonverlauf an. "Der Enthusiasmus beim
Saisonauftakt lässt meistens sehr schnell nach. Gerade
das Halten am Trikot oder das Ballwegschlagen wird an
den ersten Spieltagen viel konsequenter bestraft als
in späteren Partien."
Eine härtere
Gangart kündigte indes auch der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses
Volker Roth an. "Gerade die EM hat gezeigt, dass
die Schiedsrichter immer häufiger mit Gesten genötigt
werden, Gelbe Karten zu verteilen." Die deutschen
Unparteiischen seien deshalb angehalten worden, Fälle
von "vehementen Forderns einer Gelben Karte"
selbst mit dem gelben Karton gegenüber dem Reklamierer
zu bestrafen.
DFB-Generalsekretär
Horst R. Schmidt betonte, dass gerade in den unteren
Klassen und auch im Nachwuchsbereich die Gewalt-Bereitschaft
zunimmt. Im DFB werde das Problem in einer Arbeitsgruppe
verfolgt. Schmidt nannte es "dringend geboten",
die Sportgerichte schnell mit einem Maßnahmen-Katalog
zur besseren Beurteilung fälliger Strafen zu versorgen.
"Manchmal sind Sportrichter einfach überfordert,
weil es kein passendes Strafmaß für gravierende Vorfälle
gibt."
FIFA-Schiedsrichter
Dr. Markus Merk, der einhelliges Lob für seine Leistungen
bei der EM-Endrunde in den Niederlanden und Belgien
geerntet hatte, hob die Notwendigkeit eines regelmäßigen
Gedankenaustausches hervor. Deswegen wird es, laut DFB-Vizepräsident
Engelbert Nelle, künftig ähnliche Kongresse im Zwei-Jahres-Takt
geben.
|