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Def.:
Unter »Feedback« versteht man jenen aus der technischen
Kybernetik abgeleiteten Begriff, mit dem die Kommunikationstheorie
offene und ehrliche Rückmeldungen an einen Menschen
über seine Wirkung, d.h. über die Wahrnehmung seines
Verhaltens durch andere, benennt.
Entscheidend
für den Erfolg oder Misserfolg in der Zusammenarbeit
im Team ist nicht, wie ein Mensch ist (Ursache), sondern
wie er von den anderen wahrgenommen wird (Wirkung).
Eigene Vorstellungen über sich selbst hat jeder (Selbstbild).
Das Bild, das sich die anderen machen (Fremdbild) bleibt
hingegen meist unbekannt. Lange Zeit galt es in unserer
Kultur – insbesondere in der Arbeitswelt – als unangebracht,
schädlich, taktisch unklug oder unfein, den Menschen,
mit denen wir zu tun haben, unsere Beobachtungen offen
und ehrlich mitzuteilen. Insbesondere auf den oberen
Hierarchiestufen ist Feedback meist Mangelware. Mit
der Einführung neuer Managementmethoden und der Hinwendung
zu Projektorganisation und Teamarbeit setzt sich allerdings
zunehmend die Erkenntnis durch, dass sich die Kultur
des "Schlucken und Schweigen" nicht weiter
fortsetzen lässt. Teamarbeit erfordert eine situativ
angepasste und zielorientierte Verhaltenssteuerung der
Mitglieder und ein gutes Vertrauensverhältnis.
Beides
ist ohne Austausch über Wahrnehmung und Bedürfnisse
- insbesondere ohne Feedback – nicht zu erreichen. Kurz
und gut:
Keine
gute Teamarbeit ohne gutes Feedback!
Denn
Feedback bewirkt:
- Eine
zutreffendere Selbstwahrnehmung des Einzelnen durch
den Abgleich von Selbst- und Fremdbild, als Voraussetzung
für bessere Steuerung und angemessenere Gestaltung
des eigenen Verhaltens.
- Offenheit,
Ehrlichkeit und Vertrauen in den Beziehungen zwischen
den Teammitgliedern als Voraussetzung für ein gesundes
emotionales Beziehungsgefüge, das Grundlage fruchtbarer
Zusammenarbeit und hoher Effektivität im Team ist.
Die
angestrebte Veränderung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
lässt sich gut an dem sogenannten Johari-Fenster
aufzeigen, einem einfachen graphischen Modell, das
auf die Autoren Joe Luft und Harry Ingham zurückgeht:

Teil
A „Öffentliche Person“
Dieser
Teil meiner Verhaltensweisen und Motivationen ist sowohl
mir selbst bekannt, als auch für andere wahrnehmbar
(„freie Aktivität“). Ziel jedes Teamentwicklungsprozesses
ist es, diesen Bereich so groß wie möglich zu gestalten.
Teil
B „Privatperson“
Dieser
Bereich meines Verhaltens ist mir bekannt und bewusst,
den anderen aber verborgen, weil ich ihn den anderen
nicht bekannt gemacht habe oder machen will. Privatheit
ist legitim und notwendig. Ich sollte aber überlegen,
welche Teile aus diesem Bereich wirklich verborgen bleiben
sollen („Verschlusssachen“) und welche anderen Informationen
ich unbedenklich preisgeben kann. Diese Preisgabe kann
durch persönlichen Austausch und insbesondere auch Feedback
geschehen und erhöht Vertrautheit und Vertrauen im Team.
Teil
C „Blinder Fleck“
Zu
diesem „Blinden Fleck der Selbstwahrnehmung“ gehört
der Teil des Verhaltens, der für andere erkennbar, mir
jedoch nicht bewusst ist, z.B. Abgewehrtes und nicht
mehr bewusste Gewohnheiten.
Teil
D „Unbewusstes“
In
dieser Dunkelkammer sind Vorgänge erfasst, die weder
mir noch anderen erkannt sind, also im tiefenpsychologischen
Sinne „das Unbewusste“. Dieser Bereich kann mit professionellen
Therapien erfasst werden, er wird in der Teamentwicklung
aber gewöhnlich nicht bearbeitet.

Zu
Beginn der Zusammenarbeit in einer Gruppe ist der Bereich
A (öffentliche Person) nur sehr klein. B und C überwiegen.
Das bedeutet, dass sowohl die Wirkung des eigenen Verhaltens
in der Gruppe weitgehend unbekannt ist, als auch der
Gruppe ein Großteil der einen Persönlichkeit noch vorenthalten
geblieben ist.
Mit
Hilfe einer Feedback-Kultur und regelmäßigem persönlichen
Austausch können diese Bereiche so verändert werden,
dass die Bereiche B und C verkleinert werden und der
Bereich A zunehmend dominiert.

Dadurch
wird der Sektor der »freien Aktivität«, d.h. die Dinge,
die einer Bearbeitung in der Gruppe zugänglich sind,
erweitert. Eigene Fehleinschätzungen (Blinde Flecken
werden aufgehellt (C)) und fremde Fehleinschätzungen
(Vermutungen der anderen über mich werden validiert
(B)) werden korrigiert. Die Offenheit und das Vertrauen
in der Gruppe steigt.
Feedback-Regeln
Feedback
wird nicht aufgedrängt! Vorher fragen, ob Feedback
gewünscht wird. Der Empfänger entscheidet, ob er das
Angebot, Feedback zu erhalten, nutzen möchte. Insbesondere
sollte respektiert werden, wenn er signalisiert, grundsätzlich
an dem Feedback interessiert zu sein, nur im Augenblick
zu sehr belastet/gestresst/abgelenkt zu sein, um die
Rückmeldungen konstruktiv verarbeiten zu können. Wenn
jedoch jemand weder ein störendes Verhalten ändern noch
sich das Feedback dazu anhören will, ist Konfrontation
nötig, damit nicht die falschen Leute „die Zeche zahlen“.
»Ich
bin o.k. – Du bist o.k.« Feedback ist ein Angebot,
mehr darüber zu erfahren, wie andere einen wahrnehmen.
Feedback ist keine objektive Wahrheit und kein Werturteil.
Es betrifft nicht den Kern der Persönlichkeit, sondern
nur deren äußeres Erscheinungsbild. Nicht aus einem
störenden Verhalten eine störende Person machen!
Sandwich-Technik
(Positives – Kritik – Positives) Geben Sie entweder
positive und kritische Rückmeldungen oder gar keine
– und die positiven immer zuerst. Jeder ist eine so
vielschichtige Persönlichkeit, dass Einseitigkeit ins
Positive oder Negative niemals gerechtfertigt sein kann.
Einseitigkeit führt immer auch zu Verzerrungen. Insbesondere
helfen positive Aspekte dem »Empfänger«, Kritisches
zu akzeptieren und zu »verdauen«. Es ist oft leichter,
hilfreiche Verhaltensweisen weiter zu verstärken, als
störende abzubauen. Beenden Sie das Feedback immer konstruktiv
– also mit einer positiven Aussage.
Beschreiben
nicht bewerten! Wer Feedback gibt, beschreibt
seine Wahrnehmungen und Beobachtungen – also das, was
ihm am anderen aufgefallen ist. Und er beschreibt, was
das in ihm selbst auslöst: Gefühle, Empfindungen, Fragen,
Überlegungen. Er fällt keine Werturteile, er macht keine
Vorwürfe, er moralisiert nicht. Er vermeidet außerdem
Verallgemeinerungen ("immer, nie, typisch"),
die niemals angemessen sein können, weil es im menschlichen
Verhalten immer Ausnahmesituationen gibt.
Zuhören
– Zuhören - Zuhören! Im Feedback werden subjektive
Wahrnehmungen wertfrei beschrieben. Der Empfänger des
Feedbacks entscheidet, was er mit diesen zusätzlichen
Informationen tun möchte, ob er z.B. sein Verhalten
ändern wird oder nicht. Eine inhaltliche Reaktion auf
das Feedback (Rechtfertigung, Entschuldigung, Beschwichtigung)
ist daher weder erforderlich noch erwünscht, weil sie
die Offenheit der Kommunikation stören kann. Echte Nachfragen,
die dem Verständnis dienen, sind sinnvoll und erlaubt.
Feedback
soll konkret sein!
Feedback
wirkt nur dann, wenn es konkret und nachvollziehbar
ist. Mit Allgemeinplätzen und abstrakten Betrachtungen
kann der »Empfänger« nichts anfangen. Am besten ist
es, wenn das Feedback durch praktische Beispiele aus
der Zusammenarbeit untermauert wird. (Dabei allerdings
nicht aus der Mücke einen Elefanten machen oder ein
einzelnes Beispiel zum „Drama“ aufbauschen).
Kein
Gang durch das Museum! Feedback sollte zeitnah
erfolgen. Nicht ständig im Museum nach alten Fundstücken
suchen. Feedback ist kein Gang durch die gemeinsame
Ahnengalerie.
Jeder
spricht für sich selbst! Jeder spricht per »ich«
und nicht per »man« und nur über eigene Erfahrungen,
nicht über Hörensagen.
Bei
Störungen Signal geben! Wer sich verletzt oder
überfordert fühlt, teilt das dem anderen sofort mit,
so dass darüber gesprochen und die Situation geklärt
werden kann.
Absolute
Vertraulichkeit!
Sollte
selbstverständlich sein – ist es aber nicht. Nichts
darf nach draußen! Zum Aufbau von konstruktivem Feedback
dient die
WWW-Formel
- Wahrnehmung
- Wirkung
- Wunsch
Wahrnehmung "Was
habe ich wahrgenommen – konkret"
Wirkung "Welche
Wirkung hatte das auf mich? Gefühle, Gedanken, Überlegungen?" "Wie
kam es bei mir an?"
Wunsch
"Was
wünsche ich mir von Dir für eine Konsequenz?"
- Verhaltensänderung
(bei Kritik)
- Verhaltensverstärkung
(bei Positivem)
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Kleiner
Feedback-Leitfaden
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Für
den Geber
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Für
den Nehmer
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Wahrnehmung
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Was
habe ich gesehen, was habe ich gehört?
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Wahrnehmung
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Nicht
argumentieren und verteidigen
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Beurteilung
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Was
hat mir gefallen, was hat mich gestört?
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Beurteilung
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Bitte
keine lange Rechtfertigung. Denke daran,
dass es die Meinung einer Person
ist!
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Konsequenzen
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Was
wünsche ich mir, was könnte anders sein?
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Konsequenzen
|
Nimm
an, was Du brauchst. Sieh es als Chance,
zu lernen.
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Form
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zeitnah,
persönlich, veränderbar
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Form
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nur
zuhören, nachfragen und klären
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