Art. 53
Grundsatz
53.1 Jeder Schiedsrichter hat das Recht,
unabhängig vom anderen Schiedsrichter, zu jeder Zeit während des Spiels Fouls
zu verhängen, gleichgültig, ob der Ball belebt oder tot ist.
53.2 Jede Anzahl von Fouls kann gegen
eine oder beide Mannschaften verhängt werden. Unabhängig von der Strafe wird
den Tätern jedes Foul auf dem Anschreibebogen angeschrieben.
Art. 54 Fünf Fouls, begangen von
einem Spieler
54.1 Ein Spieler, der fünf Fouls -
persönliche oder technische - begangen hat, muss darüber informiert werden
und sofort aus dem Spiel ausscheiden. Er muss innerhalb von 30 Sekunden
ersetzt werden.
54.2 Ein Foul, begangen von einem
Spieler, der bereits zuvor sein fünftes Foul erhalten hat, wird dem Trainer
angeschrieben und mit einem "B" eingetragen.
Art. 55 Mannschaftsfouls:
Strafen
55.1
Definition
55.1.1 Sobald eine Mannschaft vier
persönliche oder technische Spielerfouls in einer Spielperiode begangen hat,
hat sie die Mannschaftsfoulgrenze erreicht.
55.1.2 Alle in Spielpausen
begangenen Mannschaftsfouls werden der sich daran anschließenden
Spielperiode zugerechnet.
55.1.3 Alle während einer
Verlängerung begangenen Mannschaftsfouls werden der vierten
Spielperiode zugerechnet.
55.2
Regel
55.2.1 Hat eine Mannschaft die
Mannschaftsfoulgrenze erreicht, werden alle danach folgenden persönlichen
Spielerfouls, die an einem Spieler begangen wurden, der sich nicht in einer
Korbwurfaktion befindet, mit zwei Freiwürfen anstelle Ballbesitz durch
Einwurf bestraft.
55.2.2 Falls das Foul von einem Spieler
begangen wird, dessen Mannschaft in Kontrolle eines belebten Balles ist oder
der der Ball für einen Einwurf zusteht, wird dieses persönliche Foul nicht
mit zwei Freiwürfen bestraft.
Art. 56
Sonderfälle
56.1
Definition
Während derselben Uhr-Stopp-Periode,
die auf ein Foul oder eine Regelübertretung folgt, können Sonderfälle entstehen,
wenn zusätzlich Fouls begangen werden.
56.2
Vorgehen
56.2.1 Alle Fouls werden verhängt und
alle Strafen festgestellt.
56.2.2 Die Reihenfolge, in der sich alle
Fouls ereignet haben, wird festgelegt.
56.2.3 Alle gleichen Strafen gegen beide
Mannschaften und alle Strafen für Doppelfouls werden aufgehoben. Sobald
Strafen aufgehoben wurden, werden sie so angesehen, als wären sie nicht
verhängt worden.
56.2.4 Mit der Ausführung der letzten
Foulstrafe verfällt jedes vorausgegangene Recht auf
Ballbesitz.
56.2.5 Sobald der Ball beim ersten oder
einzigen Freiwurf oder beim Einwurf belebt ist, kann diese Strafe nicht mehr
zur Kompensation mit einer anderen Strafe herangezogen
werden.
56.2.6 Alle übrig bleibenden Strafen
werden in der Reihenfolge ausgeführt, wie sie gepfiffen
wurden.
56.2.7 Sofern nach der Aufrechnung von
gleichen Strafen gegen beide Mannschaften keine weiteren Strafen zur
Ausführung übrig bleiben, wird das Spiel, wie in Art. 45.2.2 beschrieben,
fortgesetzt.
Art. 57
Freiwürfe
57.1
Definition
57.1.1 Ein Freiwurf ist die einem
Spieler gegebene Möglichkeit, von einer Position hinter der Freiwurflinie und
innerhalb des Halbkreises einen Punkt durch einen ungehinderten Wurf auf den
Korb zu erzielen.
57.1.2 Ein Satz von Freiwürfen
schließt alle Freiwürfe ein, die sich aus einer einzigen Foulstrafe
ergeben.
57.1.3 Ein Freiwurf und die
dazugehörenden Aktivitäten werden als beendet betrachtet, wenn der
Ball
- direkt von oben in den Korb geht und
darin verbleibt oder durchfällt.
- keine Möglichkeit mehr hat, direkt
oder nach Ringberührung in den Korb zu gehen.
- den Ring berührt und danach von einem
Spieler legal berührt wird.
- den Boden berührt.
- zum toten Ball wird.
57.1.4 Nach dem letzten oder einzigen
Freiwurf ändert der Freiwurf seinen Status und wird zu einem
Zwei-Punkte-Feldkorb, nachdem der Ball den Ring berührt hat und von einem
Angreifer oder Verteidiger legal berührt wird, bevor er in den Korb
geht.
57.2 Wird ein persönliches
Foul gepfiffen und eine Freiwurfstrafe verhängt, gilt
folgendes:
57.2.1 Der Spieler, an dem das Foul
begangen wurde, führt den Freiwurf oder die Freiwürfe aus.
57.2.2 Soll der Spieler, der gefoult
worden ist, ausgewechselt werden, muss dieser Spieler den Freiwurf oder die
Freiwürfe ausführen, ehe er das Spielfeld verlässt.
57.2.3 Scheidet der Spieler, der den
Freiwurf oder die Freiwürfe ausführen soll, wegen Verletzung, fünftem Foul
oder Disqualifikation aus dem Spiel aus, muss sein Ersatzspieler den Freiwurf
oder die Freiwürfe ausführen. Ist kein Ersatzspieler verfügbar, darf der
Freiwurf oder dürfen die Freiwürfe von einem vom Kapitän bestimmten
Spieler ausgeführt werden.
57.3 Bei einem technischen
Foul dürfen Freiwürfe von einem beliebigen, vom Kapitän bestimmten
Spieler der Gegenmannschaft ausgeführt werden.
57.4 Der
Freiwerfer:
57.4.1 MUSS eine Position hinter der
Freiwurflinie und innerhalb des Halbkreises einnehmen.
57.4.2 Ist beim Freiwurf frei in der
Anwendung der Wurfart. Er muss aber so werfen, dass der Ball ohne
Bodenberührung von oben in den Korb geht oder den Ring
berührt.
57.4.3 MUSS den Ball innerhalb von fünf
Sekunden auf den Korb geworfen haben, von dem Zeitpunkt an, an dem ihm der
Ball vom Schiedsrichter zur Verfügung gestellt wurde.
57.4.4 Darf weder die Freiwurflinie noch
das Spielfeld jenseits der Freiwurflinie berühren, bis der Ball in den Korb
gegangen ist oder den Ring berührt hat.
57.4.5 Darf keinen Freiwurf
antäuschen.
Eine Verletzung nach Art. 57.4 ist
eine Regelübertretung.
57.4.6
Strafe
Wird die Regelübertretung durch einen
Freiwerfer begangen, werden alle Regelübertretungen, die andere Spieler
unmittelbar davor, gleichzeitig oder danach begehen, nicht beachtet und es
können keine Punkte anerkannt werden.
Der Ball wird dem Gegner zum Einwurf
an der Seitenlinie in Höhe der Freiwurflinie zuerkannt, sofern kein weiterer
Freiwurf oder keine weiteren Freiwürfe zur Ausführung kommen.
57.5 Die Spieler am
Freiwurfraum
57.5.1 Einnahme der Plätze am
Freiwurfraum:
- Es dürfen maximal fünf Spieler (3
Verteidiger und 2 Angreifer) die Plätze am Freiwurfraum einnehmen. Diese sind
als einen Meter tief zu betrachten.
- Die ersten Plätze dürfen an jeder
Seite der Begrenzten Zone nur von Gegenspielern des Freiwerfers eingenommen
werden
- Die Spieler dürfen abwechselnd nur die
Plätze am Freiwurfraum einnehmen, die ihnen zustehen.
57.5.2 Kein Spieler am
Freiwurfraum darf:
57.5.2.1 Einen Platz am Freiwurfraum
einnehmen, der ihm nicht zusteht.
57.5.2.2 Die Begrenzte Zone und die
Neutrale Zone betreten sowie den Platz am Freiwurfraum verlassen, bis der
Ball die Hand oder Hände des Freiwerfers verlassen hat.
57.5.2.3 Den Ball berühren, während
dieser auf dem Weg zum Korb ist, bevor der Ball den Ring berührt oder es
offensichtlich ist, dass er ihn berührt hätte.
57.5.2.4 Den Korb oder das Spielbrett
berühren, während der Ball Kontakt mit dem Ring hat.
57.5.2.5 Von unten durch den Korb den
Ball berühren.
57.5.2.6 Bei einem Freiwurf, auf den ein
oder mehrere Freiwürfe folgen, den Ball, den Korb oder das Spielbrett
berühren, solange der Ball die Möglichkeit hat, in den Korb zu
gehen.
57.5.2.7 Sich von seinem eingenommen
Platz entfernen, sobald der Ball bei einem Freiwurf belebt wurde, bis der
Ball die Hand oder Hände des Freiwerfers verlassen
hat.
57.5.3 Kein Gegenspieler des
Freiwerfers darf:
57.5.3.1 Den Freiwerfer durch sein
Verhalten stören.
57.5.3.2 Den Ball oder den Korb
berühren, während sich der Ball in dem Korb befindet.
57.5.3.3 Während der Ball sich im Flug
befindet, das Spielbrett oder den Ring so in Schwingung versetzen, dass nach
Ansicht des Schiedsrichters der Ball deshalb nicht in den Korb
geht.
Eine Verletzung nach Art. 57.5 ist
eine Regelübertretung.
57.5.4
Strafe
57.5.4.1 Bei einem erfolgreichen
Freiwurf und einer Regelübertretung nach Art. 57.5.1, 57.5.2.1, 57.5.2.2,
57.5.2.7 oder 57.5.3.1 durch einen Spieler am Freiwurfraum wird die
Regelübertretung nicht beachtet und der Korb zählt.
57.5.4.2 Bei einem nicht
erfolgreichen Freiwurf und einer Regelübertretung nach Art. 57.5.1,
57.5.2.1, 57.5.2.2, 57.5.2.7 oder 57.5.3.1 durch
- einen Mitspieler des
Freiwerfers wird der Ball dem Gegner zum Einwurf in Höhe der verlängerten
Freiwurflinie zuerkannt,
- einen Gegenspieler des
Freiwerfers wird dem Freiwerfer ein Ersatzfreiwurf gewährt,
- Spieler beider Mannschaften
wird das Spiel mit einem Sprungball fortgesetzt.
57.5.4.3 Bei einer Regelübertretung nach
Art. 57.5.2.3, 57.5.2.4, 57.5.2.5, 57.5.2.6, 57.5.3.2 oder 57.5.3.3
durch
- einen Mitspieler des
Freiwerfers können keine Punkte erzielt werden, und der Ball wird dem Gegner
zum Einwurf in Höhe der verlängerten Freiwurflinie
zuerkannt,
- einen Gegenspieler des
Freiwerfers wird der Freiwurf als erfolgreich gewertet und ein Punkt
gegeben,
- Spieler beider Mannschaften
können keine Punkte anerkannt werden. Das Spiel wird mit einem Sprungball
fortgesetzt.
57.5.4.4 Bei einer Regelübertretung nach
Art. 57.5.2.3 durch einen Gegenspieler des Freiwerfers während des
letzten oder einzigen Freiwurfs wird der Freiwurf als
erfolgreich gewertet und ein Punkt gegeben. Zusätzlich wird ein technisches Foul
gegen den Spieler verhängt, der die Regelübertretung begangen
hat.
57.5.4.5 Wird mehr als ein Freiwurf
ausgeführt, kann eine Regelübertretung mit Einwurfstrafe oder Sprungball nur
beim letzten Freiwurf zur Anwendung kommen.
57.6 Alle Spieler, die sich
nicht am Freiwurfraum befinden:
57.6.1 Dürfen nicht versuchen, den
Freiwerfer durch ihr Verhalten zu stören.
57.6.2 Müssen sich hinter der
verlängerten Freiwurflinie und hinter der Drei- Punkte-Feldkorblinie
aufhalten, bis der Ball den Ring berührt oder der Freiwurf beendet worden
ist.
Eine Verletzung nach Art. 57.6 ist
eine Regelübertretung.
57.6.3
Strafe
Siehe Art. 57.5.4.
57.7 Während des Freiwurfs/der
Freiwürfe, worauf noch ein oder mehrere Freiwurfsätze, Einwurf vom
Mittelpunkt der Seitenlinie oder Sprungball folgen:
57.7.1 Dürfen keine Spieler die Plätze
am Freiwurfraum einnehmen.
57.7.2 Müssen sich alle Spieler hinter
der verlängerten Freiwurflinie und hinter der Drei-Punkte-Feldkorblinie
aufhalten.
Eine Verletzung nach Art. 57.7 ist
eine Regelübertretung.
57.7.3
Strafe
Siehe Art. 57.5.4.
Art. 58 Korrigierbare
Fehler
58.1
Definition
Wenn eine Regel unbeabsichtigt nicht
angewendet wurde, können Schiedsrichter einen Fehler nur in folgenden
Situationen berichtigen:
58.1.1 Gewähren von einem oder mehreren
nicht zustehenden Freiwürfen.
58.1.2 Einem falschen Spieler erlauben,
einen oder mehrere Freiwürfe auszuführen.
58.1.3 Nicht Gewähren von einem oder
mehreren zustehenden Freiwürfen.
58.1.4 Durch die Schiedsrichter
irrtümlich gegebene oder nicht gegebene Punkte.
58.2
Vorgehen
58.2.1 Damit die oben aufgeführten
Fehler berichtigt werden können, müssen sie von einem Schiedsrichter bemerkt
worden sein, oder ein Schiedsrichter muss darauf aufmerksam gemacht worden
sein, ehe der Ball nach dem ersten toten Ball belebt wird, nachdem
die Spieluhr nach dem Fehler in Gang gesetzt worden war.
Das bedeutet:
|
Fehler geschieht
|
- alle Fehler ereignen
sich während eines toten Balles.
|
|
|
- Fehler ist
korrigierbar.
|
Spieluhr wird in Gang
gesetzt oder läuft weiter
|
- Fehler ist
korrigierbar.
|
|
|
- Fehler ist
korrigierbar.
|
|
|
- Fehler ist nicht mehr
korrigierbar.
|
58.2.2 Ein Schiedsrichter kann das Spiel
sofort unterbrechen, wenn er einen berichtigungsfähigen Fehler bemerkt,
solange keine Mannschaft dadurch benachteiligt wird. Wird der
Fehler während des Spiels bemerkt, muss der Anschreiber bis zum ersten toten
Ball warten, bevor er sein Signal gibt, um die Schiedsrichter darauf aufmerksam
zu machen, das Spiel zu unterbrechen.
58.2.3 Erzielte Punkte, abgelaufene
Spielzeit und zusätzliche Aktivitäten, die vor der Entdeckung des
Fehlers stattgefunden haben, werden nicht rückgängig
gemacht.
58.2.4 Nachdem ein Fehler bemerkt worden
ist, der noch korrigierbar ist, gilt:
- Wenn der Spieler, der bei der
Fehlerkorrektur beteiligt ist, auf der Mannschaftsbank sitzt, nachdem er
legal ausgewechselt wurde (ausgenommen er wurde disqualifiziert oder
hat sein fünftes Foul begangen), muss er wieder zurück auf das
Spielfeld, um seinen Teil zur Korrektur des Fehlers beizutragen (zu
diesem Zeitpunkt wird er wieder Spieler).
Nach Beendigung der Fehlerkorrektur
kann er im Spiel bleiben, wenn nicht der Trainer wieder einen legalen
Spielerwechsel beantragt, wonach der Spieler das Spielfeld verlassen
darf.
- Wenn der Spieler ausgewechselt wurde,
weil er sein fünftes Foul begangen hat oder disqualifiziert wurde, muss der
für ihn eingewechselte Spieler bei der Korrektur des Fehlers
mitwirken.
58.2.5 Nach der Fehlerkorrektur wird das
Spiel an dem Punkt wieder begonnen, an dem es hierzu unterbrochen worden war.
Der Ball wird der Mannschaft übergeben, die das Recht auf Ballbesitz zu
dem Zeitpunkt hatte, als der Fehler entdeckt wurde.
58.2.6 Nach Unterschrift des 1.
Schiedsrichters auf dem Anschreibebogen können korrigierbare Fehler im Sinne
dieses Artikels nicht mehr korrigiert werden.
58.2.7 Jeder Irrtum oder Fehler bei den
Eintragungen des Anschreibers, welche das laufende Ergebnis, Anzahl der Fouls
oder Anzahl von Auszeiten betreffen, sind keine korrigierbaren Fehler im
Sinne dieses Artikels und können von den Schiedsrichtern jederzeit
korrigiert werden, bis der I.Schiedsrichter den
Anschreibebogen unterschrieben hat.
58.3 Ausnahmen:
Bei einem korrigierbaren Fehler
durch
58.3.1 Ausführung von nicht zustehenden
Freiwürfen oder durch Freiwurfversuche eines falschen
Werfers:
Die Freiwürfe, die aufgrund des
Fehlers versucht wurden und alle dazugehörenden Aktivitäten werden gestrichen,
es sei denn, es wurden technische, unsportliche oder disqualifizierende Fouls
während der Zeit nach dem Fehler gepfiffen.
58.3.2 Freiwurfversuche eines falschen
Werfers oder nicht Gewähren von einem oder mehreren zustehenden
Freiwürfen:
Hat der Ballbesitz seit dem Fehler
nicht gewechselt, geht das Spiel nach der Korrektur wie bei jedem normalen
Freiwurf weiter.
58.3.3 Nicht Gewähren von einem oder
mehreren zustehenden Freiwürfen: Sofern die Mannschaft, der fälschlicherweise
der Ballbesitz zugesprochen wurde, einen Korb erzielt, wird der Fehler
nicht beachtet.
|