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Regel-Texte | Offizielle FIBA-Regeln 2000

 

 

Aus urheberrechtlichen Gründen besteht keine Downloadmöglichkeit! Die gelb unterlegten Zeilen sind Änderungen des Jahres 2000.

 

 

Regel VIII - Allgmeine Vorschriften

Index

 

Art. 53 Grundsatz

53.1 Jeder Schiedsrichter hat das Recht, unabhängig vom anderen Schiedsrichter, zu jeder Zeit während des Spiels Fouls zu verhängen, gleichgültig, ob der Ball belebt oder tot ist.

53.2 Jede Anzahl von Fouls kann gegen eine oder beide Mannschaften verhängt werden. Unabhängig von der Strafe wird den Tätern jedes Foul auf dem Anschreibebogen angeschrieben.

Art. 54 Fünf Fouls, begangen von einem Spieler

54.1 Ein Spieler, der fünf Fouls - persönliche oder technische - begangen hat, muss darüber informiert werden und sofort aus dem Spiel ausscheiden. Er muss innerhalb von 30 Sekunden ersetzt werden.

54.2 Ein Foul, begangen von einem Spieler, der bereits zuvor sein fünftes Foul erhalten hat, wird dem Trainer angeschrieben und mit einem "B" eingetragen.

Art. 55 Mannschaftsfouls: Strafen

55.1 Definition

55.1.1 Sobald eine Mannschaft vier persönliche oder technische Spielerfouls in einer Spielperiode begangen hat, hat sie die Mannschaftsfoulgrenze erreicht.

55.1.2 Alle in Spielpausen begangenen Mannschaftsfouls werden der sich daran anschließenden Spielperiode zugerechnet.

55.1.3 Alle während einer Verlängerung begangenen Mannschaftsfouls werden der vierten Spielperiode zugerechnet.

55.2 Regel

55.2.1 Hat eine Mannschaft die Mannschaftsfoulgrenze erreicht, werden alle danach folgenden persönlichen Spielerfouls, die an einem Spieler begangen wurden, der sich nicht in einer Korbwurfaktion befindet, mit zwei Freiwürfen anstelle Ballbesitz durch Einwurf bestraft.

55.2.2 Falls das Foul von einem Spieler begangen wird, dessen Mannschaft in Kontrolle eines belebten Balles ist oder der der Ball für einen Einwurf zusteht, wird dieses persönliche Foul nicht mit zwei Freiwürfen bestraft.

Art. 56 Sonderfälle

56.1 Definition
Während derselben Uhr-Stopp-Periode, die auf ein Foul oder eine Regelübertretung folgt, können Sonderfälle entstehen, wenn zusätzlich Fouls begangen werden.

56.2 Vorgehen

56.2.1 Alle Fouls werden verhängt und alle Strafen festgestellt.

56.2.2 Die Reihenfolge, in der sich alle Fouls ereignet haben, wird festgelegt.

56.2.3 Alle gleichen Strafen gegen beide Mannschaften und alle Strafen für Doppelfouls werden aufgehoben. Sobald Strafen aufgehoben wurden, werden sie so angesehen, als wären sie nicht verhängt worden.

56.2.4 Mit der Ausführung der letzten Foulstrafe verfällt jedes vorausgegangene Recht auf Ballbesitz.

56.2.5 Sobald der Ball beim ersten oder einzigen Freiwurf oder beim Einwurf belebt ist, kann diese Strafe nicht mehr zur Kompensation mit einer anderen Strafe herangezogen werden.

56.2.6 Alle übrig bleibenden Strafen werden in der Reihenfolge ausgeführt, wie sie gepfiffen wurden.

56.2.7 Sofern nach der Aufrechnung von gleichen Strafen gegen beide Mannschaften keine weiteren Strafen zur Ausführung übrig bleiben, wird das Spiel, wie in Art. 45.2.2 beschrieben, fortgesetzt.

Art. 57 Freiwürfe

57.1 Definition

57.1.1 Ein Freiwurf ist die einem Spieler gegebene Möglichkeit, von einer Position hinter der Freiwurflinie und innerhalb des Halbkreises einen Punkt durch einen ungehinderten Wurf auf den Korb zu erzielen.

57.1.2 Ein Satz von Freiwürfen schließt alle Freiwürfe ein, die sich aus einer einzigen Foulstrafe ergeben.

57.1.3 Ein Freiwurf und die dazugehörenden Aktivitäten werden als beendet betrachtet, wenn der Ball

  • direkt von oben in den Korb geht und darin verbleibt oder durchfällt.
  • keine Möglichkeit mehr hat, direkt oder nach Ringberührung in den Korb zu gehen.
  • den Ring berührt und danach von einem Spieler legal berührt wird.
  • den Boden berührt.
  • zum toten Ball wird.

57.1.4 Nach dem letzten oder einzigen Freiwurf ändert der Freiwurf seinen Status und wird zu einem Zwei-Punkte-Feldkorb, nachdem der Ball den Ring berührt hat und von einem Angreifer oder Verteidiger legal berührt wird, bevor er in den Korb geht.

57.2 Wird ein persönliches Foul gepfiffen und eine Freiwurfstrafe verhängt, gilt folgendes:

57.2.1 Der Spieler, an dem das Foul begangen wurde, führt den Freiwurf oder die Freiwürfe aus.

57.2.2 Soll der Spieler, der gefoult worden ist, ausgewechselt werden, muss dieser Spieler den Freiwurf oder die Freiwürfe ausführen, ehe er das Spielfeld verlässt.

57.2.3 Scheidet der Spieler, der den Freiwurf oder die Freiwürfe ausführen soll, wegen Verletzung, fünftem Foul oder Disqualifikation aus dem Spiel aus, muss sein Ersatzspieler den Freiwurf oder die Freiwürfe ausführen. Ist kein Ersatzspieler verfügbar, darf der Freiwurf oder dürfen die Freiwürfe von einem vom Kapitän bestimmten Spieler ausgeführt werden.

57.3 Bei einem technischen Foul dürfen Freiwürfe von einem beliebigen, vom Kapitän bestimmten Spieler der Gegenmannschaft ausgeführt werden.

57.4 Der Freiwerfer:

57.4.1 MUSS eine Position hinter der Freiwurflinie und innerhalb des Halbkreises einnehmen.

57.4.2 Ist beim Freiwurf frei in der Anwendung der Wurfart. Er muss aber so werfen, dass der Ball ohne Bodenberührung von oben in den Korb geht oder den Ring berührt.

57.4.3 MUSS den Ball innerhalb von fünf Sekunden auf den Korb geworfen haben, von dem Zeitpunkt an, an dem ihm der Ball vom Schiedsrichter zur Verfügung gestellt wurde.

57.4.4 Darf weder die Freiwurflinie noch das Spielfeld jenseits der Freiwurflinie berühren, bis der Ball in den Korb gegangen ist oder den Ring berührt hat.

57.4.5 Darf keinen Freiwurf antäuschen.

Eine Verletzung nach Art. 57.4 ist eine Regelübertretung.

57.4.6 Strafe
Wird die Regelübertretung durch einen Freiwerfer begangen, werden alle Regelübertretungen, die andere Spieler unmittelbar davor, gleichzeitig oder danach begehen, nicht beachtet und es können keine Punkte anerkannt werden.

Der Ball wird dem Gegner zum Einwurf an der Seitenlinie in Höhe der Freiwurflinie zuerkannt, sofern kein weiterer Freiwurf oder keine weiteren Freiwürfe zur Ausführung kommen.

57.5 Die Spieler am Freiwurfraum

57.5.1 Einnahme der Plätze am Freiwurfraum:

  • Es dürfen maximal fünf Spieler (3 Verteidiger und 2 Angreifer) die Plätze am Freiwurfraum einnehmen. Diese sind als einen Meter tief zu betrachten.
  • Die ersten Plätze dürfen an jeder Seite der Begrenzten Zone nur von Gegenspielern des Freiwerfers eingenommen werden
  • Die Spieler dürfen abwechselnd nur die Plätze am Freiwurfraum einnehmen, die ihnen zustehen.

57.5.2 Kein Spieler am Freiwurfraum darf:

57.5.2.1 Einen Platz am Freiwurfraum einnehmen, der ihm nicht zusteht.

57.5.2.2 Die Begrenzte Zone und die Neutrale Zone betreten sowie den Platz am Freiwurfraum verlassen, bis der Ball die Hand oder Hände des Freiwerfers verlassen hat.

57.5.2.3 Den Ball berühren, während dieser auf dem Weg zum Korb ist, bevor der Ball den Ring berührt oder es offensichtlich ist, dass er ihn berührt hätte.

57.5.2.4 Den Korb oder das Spielbrett berühren, während der Ball Kontakt mit dem Ring hat.

57.5.2.5 Von unten durch den Korb den Ball berühren.

57.5.2.6 Bei einem Freiwurf, auf den ein oder mehrere Freiwürfe folgen, den Ball, den Korb oder das Spielbrett berühren, solange der Ball die Möglichkeit hat, in den Korb zu gehen.

57.5.2.7 Sich von seinem eingenommen Platz entfernen, sobald der Ball bei einem Freiwurf belebt wurde, bis der Ball die Hand oder Hände des Freiwerfers verlassen hat.

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57.5.3 Kein Gegenspieler des Freiwerfers darf:

57.5.3.1 Den Freiwerfer durch sein Verhalten stören.

57.5.3.2 Den Ball oder den Korb berühren, während sich der Ball in dem Korb befindet.

57.5.3.3 Während der Ball sich im Flug befindet, das Spielbrett oder den Ring so in Schwingung versetzen, dass nach Ansicht des Schiedsrichters der Ball deshalb nicht in den Korb geht.

Eine Verletzung nach Art. 57.5 ist eine Regelübertretung.

57.5.4 Strafe

57.5.4.1 Bei einem erfolgreichen Freiwurf und einer Regelübertretung nach Art. 57.5.1, 57.5.2.1, 57.5.2.2, 57.5.2.7 oder 57.5.3.1 durch einen Spieler am Freiwurfraum wird die Regelübertretung nicht beachtet und der Korb zählt.

57.5.4.2 Bei einem nicht erfolgreichen Freiwurf und einer Regelübertretung nach Art. 57.5.1, 57.5.2.1, 57.5.2.2, 57.5.2.7 oder 57.5.3.1 durch

  • einen Mitspieler des Freiwerfers wird der Ball dem Gegner zum Einwurf in Höhe der verlängerten Freiwurflinie zuerkannt,
  • einen Gegenspieler des Freiwerfers wird dem Freiwerfer ein Ersatzfreiwurf gewährt,
  • Spieler beider Mannschaften wird das Spiel mit einem Sprungball fortgesetzt.

57.5.4.3 Bei einer Regelübertretung nach Art. 57.5.2.3, 57.5.2.4, 57.5.2.5, 57.5.2.6, 57.5.3.2 oder 57.5.3.3 durch

  • einen Mitspieler des Freiwerfers können keine Punkte erzielt werden, und der Ball wird dem Gegner zum Einwurf in Höhe der verlängerten Freiwurflinie zuerkannt,
  • einen Gegenspieler des Freiwerfers wird der Freiwurf als erfolgreich gewertet und ein Punkt gegeben,
  • Spieler beider Mannschaften können keine Punkte anerkannt werden. Das Spiel wird mit einem Sprungball fortgesetzt.

57.5.4.4 Bei einer Regelübertretung nach Art. 57.5.2.3 durch einen Gegenspieler des Freiwerfers während des letzten oder einzigen Freiwurfs wird der Freiwurf als erfolgreich gewertet und ein Punkt gegeben. Zusätzlich wird ein technisches Foul gegen den Spieler verhängt, der die Regelübertretung begangen hat.

57.5.4.5 Wird mehr als ein Freiwurf ausgeführt, kann eine Regelübertretung mit Einwurfstrafe oder Sprungball nur beim letzten Freiwurf zur Anwendung kommen. 57.6 Alle Spieler, die sich nicht am Freiwurfraum befinden:

57.6.1 Dürfen nicht versuchen, den Freiwerfer durch ihr Verhalten zu stören.

57.6.2 Müssen sich hinter der verlängerten Freiwurflinie und hinter der Drei- Punkte-Feldkorblinie aufhalten, bis der Ball den Ring berührt oder der Freiwurf beendet worden ist.

Eine Verletzung nach Art. 57.6 ist eine Regelübertretung.

57.6.3 Strafe

Siehe Art. 57.5.4.

57.7 Während des Freiwurfs/der Freiwürfe, worauf noch ein oder mehrere Freiwurfsätze, Einwurf vom Mittelpunkt der Seitenlinie oder Sprungball folgen:

57.7.1 Dürfen keine Spieler die Plätze am Freiwurfraum einnehmen.

57.7.2 Müssen sich alle Spieler hinter der verlängerten Freiwurflinie und hinter der Drei-Punkte-Feldkorblinie aufhalten.

Eine Verletzung nach Art. 57.7 ist eine Regelübertretung.

57.7.3 Strafe

Siehe Art. 57.5.4.

Art. 58 Korrigierbare Fehler

58.1 Definition
Wenn eine Regel unbeabsichtigt nicht angewendet wurde, können Schiedsrichter
einen Fehler nur in folgenden Situationen berichtigen:
58.1.1 Gewähren von einem oder mehreren nicht zustehenden Freiwürfen.

58.1.2 Einem falschen Spieler erlauben, einen oder mehrere Freiwürfe auszuführen.

58.1.3 Nicht Gewähren von einem oder mehreren zustehenden Freiwürfen.

58.1.4 Durch die Schiedsrichter irrtümlich gegebene oder nicht gegebene Punkte.

58.2 Vorgehen

58.2.1 Damit die oben aufgeführten Fehler berichtigt werden können, müssen sie von einem Schiedsrichter bemerkt worden sein, oder ein Schiedsrichter muss darauf aufmerksam gemacht worden sein, ehe der Ball nach dem ersten toten Ball belebt wird, nachdem die Spieluhr nach dem Fehler in Gang gesetzt worden war.

Das bedeutet:

Fehler geschieht

- alle Fehler ereignen sich während eines toten Balles.

Ball belebt

- Fehler ist korrigierbar.

Spieluhr wird in Gang gesetzt oder läuft weiter

- Fehler ist korrigierbar.

Ball tot

- Fehler ist korrigierbar.

Ball belebt

- Fehler ist nicht mehr korrigierbar.

58.2.2 Ein Schiedsrichter kann das Spiel sofort unterbrechen, wenn er einen berichtigungsfähigen Fehler bemerkt, solange keine Mannschaft dadurch benachteiligt wird. Wird der Fehler während des Spiels bemerkt, muss der Anschreiber bis zum ersten toten Ball warten, bevor er sein Signal gibt, um die Schiedsrichter darauf aufmerksam zu machen, das Spiel zu unterbrechen.

58.2.3 Erzielte Punkte, abgelaufene Spielzeit und zusätzliche Aktivitäten, die vor der Entdeckung des Fehlers stattgefunden haben, werden nicht rückgängig gemacht.

58.2.4 Nachdem ein Fehler bemerkt worden ist, der noch korrigierbar ist, gilt:

  • Wenn der Spieler, der bei der Fehlerkorrektur beteiligt ist, auf der Mannschaftsbank sitzt, nachdem er legal ausgewechselt wurde (ausgenommen er wurde disqualifiziert oder hat sein fünftes Foul begangen), muss er wieder zurück auf das Spielfeld, um seinen Teil zur Korrektur des Fehlers beizutragen (zu diesem Zeitpunkt wird er wieder Spieler).
    Nach Beendigung der Fehlerkorrektur kann er im Spiel bleiben,
    wenn nicht der Trainer wieder einen legalen Spielerwechsel beantragt, wonach der Spieler das Spielfeld verlassen darf.
  • Wenn der Spieler ausgewechselt wurde, weil er sein fünftes Foul begangen hat oder disqualifiziert wurde, muss der für ihn eingewechselte Spieler bei der Korrektur des Fehlers mitwirken.

58.2.5 Nach der Fehlerkorrektur wird das Spiel an dem Punkt wieder begonnen, an dem es hierzu unterbrochen worden war. Der Ball wird der Mannschaft übergeben, die das Recht auf Ballbesitz zu dem Zeitpunkt hatte, als der Fehler entdeckt wurde.

58.2.6 Nach Unterschrift des 1. Schiedsrichters auf dem Anschreibebogen können korrigierbare Fehler im Sinne dieses Artikels nicht mehr korrigiert werden.

58.2.7 Jeder Irrtum oder Fehler bei den Eintragungen des Anschreibers, welche das laufende Ergebnis, Anzahl der Fouls oder Anzahl von Auszeiten betreffen, sind keine korrigierbaren Fehler im Sinne dieses Artikels und können von den Schiedsrichtern jederzeit korrigiert werden, bis der I.Schiedsrichter den Anschreibebogen unterschrieben hat.

58.3 Ausnahmen:

Bei einem korrigierbaren Fehler durch

58.3.1 Ausführung von nicht zustehenden Freiwürfen oder durch Freiwurfversuche eines falschen Werfers:
Die Freiwürfe, die aufgrund des Fehlers versucht wurden und alle dazugehörenden Aktivitäten werden gestrichen, es sei denn, es wurden technische, unsportliche oder disqualifizierende Fouls während der Zeit nach dem Fehler gepfiffen.

58.3.2 Freiwurfversuche eines falschen Werfers oder nicht Gewähren von einem oder mehreren zustehenden Freiwürfen:
Hat der Ballbesitz seit dem Fehler nicht gewechselt, geht das Spiel nach der Korrektur wie bei jedem normalen Freiwurf weiter.

58.3.3 Nicht Gewähren von einem oder mehreren zustehenden Freiwürfen: Sofern die Mannschaft, der fälschlicherweise der Ballbesitz zugesprochen wurde, einen Korb erzielt, wird der Fehler nicht beachtet.

 

 

 

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 Letzte Aktualisierung:
24. April 2003

 

© Axel Beckmann