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Regel-Texte | Offizielle FIBA-Regeln 2000

 

 

Aus urheberrechtlichen Gründen besteht keine Downloadmöglichkeit! Die gelb unterlegten Zeilen sind Änderungen des Jahres 2000.

 

 

REGEL VI -  Regelübertretungen

Index

 

Art. 32 Regelübertretungen

32.1 Definition

Eine Regelübertretung ist eine Verletzung der Regeln.

32.2 Vorgehen
Bei der Beurteilung von Regelübertretungen müssen die Schiedsrichter zu jedem Zeitpunkt die folgenden wesentlichen Grundsätze beachten und abwägen:

  • Aufrechterhaltung von Geist und Sinn der Regeln sowie der Integrität des Spiels.
  • Gleichmäßigkeit in der Anwendung von gesundem Menschenverstand in jedem Spiel unter Berücksichtigung von Fähigkeiten, Einstellung und Verhalten der Spieler während des Spiels.
  • Gleichgewicht zwischen Spielkontrolle und Spielfluss. "Gefühl" mitbringen für das, was die am Spiel Beteiligten gerade beabsichtigen, und das pfeifen, was für das Spiel das Richtige ist.

32.3 Strafe

Der Ball wird dem Gegner zum Einwurf von außerhalb des Spielfelds an der nächsten Stelle zuerkannt, an der sich die Regelverletzung ereignet hat, ausgenommen direkt hinter dem Spielbrett.
Ausnahmen siehe Art. 26.5, 41.3, 57.4.6 und 57.5.4.

Art. 33 Spieler im Aus - Ball im Aus

33.1 Definition

33.1.1 Ein Spieler ist im Aus, wenn irgendein Teil seines Körpers den Boden oder irgendeinen Gegenstand auf, über oder außerhalb der Grenzlinien berührt.

33.1.2 Der Ball ist im Aus, wenn er

  • einen Spieler oder irgendeine andere Person, die sich im Aus befindet, oder
  • den Boden oder irgendeinen Gegenstand auf, über oder außerhalb einer Grenzlinie, oder
  • die Korbstützen, die Rückseite der Spielbretter oder irgendeinen Gegenstand über und/oder hinter den Spielbrettern berührt.

33.2 Regel

33.2.1 Der Ausball wird von dem Spieler verursacht, der den Ball zuletzt berührt, ehe der Ball ins Aus ging, auch dann, wenn der Ball durch Berühren von etwas anderem als einem Spieler ins Aus geht.

33.2.2 Wenn der Ball ins Aus geht, weil er von einem Spieler berührt wird, der entweder auf der Auslinie steht oder bereits im Aus ist, ist dieser Spieler für den Ausball verantwortlich.

Art. 34 Dribbeln

34.1 Definition

34.1.1 Ein Dribbling beginnt, wenn ein Spieler, der die Kontrolle über einen belebten Ball auf dem Spielfeld erlangt hat, den Ball wirft, tippt, ihn am Boden rollt oder dribbelt und ihn wieder berührt, ehe der Ball einen anderen Spieler berührt.

Ein Dribbling endet, wenn der Spieler den Ball gleichzeitig mit beiden Händen berührt oder ihn in einer Hand oder in beiden Händen zur Ruhe kommen lässt.
Während eines Dribblings darf der Ball unter der Voraussetzung in die Luft geworfen werden, dass der Ball den Boden berührt, bevor der Spieler ihn wieder mit seiner Hand berührt.
Es besteht keine Begrenzung bezüglich der Anzahl der Schritte, die ein Spieler machen darf, wenn der Ball nicht in Kontakt mit seiner Hand ist.

34.1.2 Wenn ein Spieler unbeabsichtigt die Kontrolle über einen belebten Ball auf dem Spielfeld verliert und wiedererlangt, handelt es sich um
Fumbling.

34.1.3 Folgendes zählt nicht als Dribbling:

  • Aufeinanderfolgende Korbwurfversuche.
  • Fumbling zu Beginn oder am Ende eines Dribblings.
  • Versuche, die Kontrolle über den Ball zu erreichen durch Wegtippen des Balles aus der Nähe anderer Spieler.
  • Wegtippen des Balles aus der Kontrolle eines anderen Spielers.
  • Ablenken eines Zuspiels mit anschließendem Ballbesitz.
  • Werfen des Balles von Hand zu Hand und den Ball dabei zur Ruhe kommen lassen, ehe der Ball den Boden berührt, vorausgesetzt, der Spieler begeht dabei keinen Schrittfehler.

34.2 Regel
Ein Spieler darf nach Beendigung seines ersten Dribblings kein zweites Mal dribbeln, es sei denn, er hat die Kontrolle über einen belebten Ball auf dem Spielfeld verloren infolge

  • eines Korbwurfs.
  • Berühren des Balles durch einen Gegenspieler.
  • eines Zuspiels oder Fumblings, wenn der Ball danach einen anderen Spieler berührt hat oder von diesem berührt worden ist.

Art. 35 Schrittfehler

35.1 Definition

35.1.1 Schrittfehler ist die regelwidrige Bewegung mit einem Fuß oder beiden Füßen in beliebiger Richtung über die Beschränkungen dieses Artikels hinaus, wenn dabei gleichzeitig ein belebter Ball auf dem Spielfeld gehalten wird.

35.1.2 Ein Spieler, der einen belebten Ball auf dem Spielfeld hält, pivotiert, wenn er einmal oder mehrmals mit demselben Fuß in beliebiger Richtung Schritte macht, während der andere Fuß, genannt Standfuß (Pivot-Fuß), an seiner Berührungsstelle auf dem Boden bleibt.

35.2 Regel

35.2.1 Festlegen eines Standfußes

  • Ein Spieler, der den Ball fängt, während er mit beiden Füßen am Boden ist, darf einen beliebigen Fuß als Standfuß benutzen. Sobald ein Fuß angehoben wird, wird der andere zum Standfuß.
  • Ein Spieler, der den Ball in der Bewegung oder beim Dribbling aufnimmt, darf wie folgt stoppen:
    • Wenn ein Fuß den Boden berührt:
      • Dieser Fuß wird zum Standfuß, sobald der andere Fuß den Boden berührt.
      • Der Spieler darf mit diesem Fuß abspringen und gleichzeitig mit beiden Füßen landen. In diesem Fall wird kein Fuß zum Standfuß.
    • Wenn beide Füße über dem Boden sind und der Spieler
      • gleichzeitig mit beiden Füßen landet, ist der Standfuß beliebig. Sobald ein Fuß angehoben wird, wird der andere zum Standfuß.
      • erst mit einem und dann mit dem anderen Fuß landet, ist der erste Fuß, der den Boden berührt, Standfuß,
      • mit einem Fuß landet, darf der Spieler mit diesem Fuß abspringen und gleichzeitig mit beiden Füßen landen. In
        diesem Fall wird
        kein Fuß zum Standfuß.

35.2.2 Fortbewegen mit dem Ball

  • Nachdem ein Spieler einen Standfuß festgelegt hat, während er einen belebten Ball auf dem Spielfeld kontrolliert, darf er den Standfuß
    • bei einem Zuspiel oder Korbwurfversuch anheben, aber nicht wieder aufsetzen, bevor der Ball seine Hand oder Hände verlassen hat.
    • bei Beginn eines Dribblings nicht anheben, bevor der Ball seine Hand oder Hände verlassen hat.
  • Nachdem ein Spieler zu einem Stopp gekommen und kein Fuß Standfuß ist, darf er
    • einen Fuß oder beide Füße bei einem Zuspiel oder Korbwurfversuch anheben, aber nicht wieder aufsetzen, bevor der Ball seine Hand oder Hände verlassen hat.
    • keinen Fuß bei Beginn eines Dribblings anheben, bevor der Ball seine Hand oder Hände verlassen hat.

35.2.3 Spieler fällt, liegt oder sitzt auf dem Boden

Es ist legal, wenn ein Spieler, während er den Ball hält, auf den Boden fällt, oder während er auf dem Boden liegt oder sitzt, in

Ballbesitz kommt.

Es ist eine Regelübertretung, wenn der Spieler anschließend, während er den Ball hält, dabei rutscht, rollt oder versucht aufzustehen.

Art. 36 Drei-Sekunden

36.1 Regel

36.1.1 Während seine Mannschaft Kontrolle über einen belebten Ball auf dem Spielfeld hat und die Spieluhr läuft, darf ein Spieler nicht länger als drei aufeinander folgende Sekunden in der Begrenzten Zone des Gegners bleiben.

36.1.2 Nachsicht ist bei einem Spieler zu üben, der

  • versucht, die Begrenzte Zone zu verlassen.
  • sich in der Begrenzten Zone befindet, während er oder sein Mitspieler sich in einer Korbwurfbewegung befindet und der Ball gerade die Hand oder Hände zum Korbwurf verlässt oder verlassen hat.
  • weniger als drei Sekunden in der Begrenzten Zone war und auf den Korb zudribbelt, um zu werfen.

36.1.3 Ein Spieler nimmt nur dann eine Position außerhalb der Begrenzten Zone ein, wenn er mit beiden Füßen den Boden außerhalb der Begrenzten Zone berührt.

Art. 37 Nah bewachter Spieler

37.1 Definition
Es handelt sich um einen
nah bewachten Spieler, wenn er einen belebten Ball auf dem Spielfeld hält und sich ein Gegenspieler in einer aktiven Verteidigungs-Position in einem Abstand von nicht mehr als einen Meter bei ihm befindet.

37.2 Regel
Ein nah bewachter Spieler muss den Ball innerhalb von fünf Sekunden passen, werfen oder dribbeln.

Art. 38 Acht-Sekunden

38.1 Regel

38.1.1 Erlangt ein Spieler in seinem Rückfeld Kontrolle über einen belebten Ball, muss seine Mannschaft innerhalb von acht Sekunden versuchen, den Ball in ihr Vorfeld zu spielen.

38.1.2 Das Rückfeld einer Mannschaft besteht aus dem eigenen Korb mit den Innenseiten des Spielbretts und dem Teil des Spielfelds, der von der Endlinie hinter dem eigenen Korb, den Seitenlinien und der Mittellinie begrenzt ist.

38.1.3 Das Vorfeld einer Mannschaft besteht aus dem gegnerischen Korb mit den Innenseiten des Spielbretts und dem Teil des Spielfelds, der von der Endlinie hinter dem gegnerischen Korb, den Seitenlinien und der dem gegnerischen Korb näherliegenden Kante der Mittellinie begrenzt ist.

38.1.4 Der Ball geht ins Vorfeld einer Mannschaft, wenn er das Vorfeld, einen Spieler oder einen Schiedsrichter berührt, der mit einem Teilseines Körpers Kontakt mit dem Vorfeld hat.

Art. 39 24-Sekunden

39.1 Regel

39.1.1 Erlangt ein Spieler die Kontrolle über einen belebten Ball auf demSpielfeld, muss seine Mannschaft innerhalb von 24 Sekunden einen Korbwurfversuch unternehmen.

Bei diesem Korbwurfversuch müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Ball muss die Hand oder Hände des Spielers bei einemKorbwurfversuch verlassen haben, bevor das Signal der24-Sekunden-Anlage ertönt, und
  • nachdem der Ball die Hand oder Hände des Spielers bei einem Korbwurfversuch verlassen hat, muss der Ball den Ring berührt haben, bevor das Signal der 24-Sekunden-Anlage ertönt.

39.1.2 Unternimmt die Mannschaft in Ballkontrolle innerhalb von 24 Sekunden keinen Korbwurfversuch, wird dies durch das 24-Sekunden-Signal angezeigt.

39.1.3 Erfolgt ein Korbwurfversuch kurz vor Ende der 24-Sekunden- Periode und das Signal ertönt, während der Ball in der Luft ist, nachdem er die Hand oder Hände des Spielers bei dem Korbwurfversuch verlassen hat, und geht der Ball in den Korb, zählt der Korb.

39.2 Vorgehen

39.2.1 Wenn die 24-Sekunden-Anlage irrtümlich zurückgestellt wurde, kann der Schiedsrichter, nachdem er dies bemerkt hat, das Spiel sofort unterbrechen, sofern dadurch keine Mannschaft benachteiligt wird. Die Zeit auf der 24-Sekunden-Anlage wird korrigiert und der Ball wird der Mannschaft zugesprochen, die zuvor Ballkontrolle hatte.

39.2.2 Wenn das Signal der 24-Sekunden-Anlage irrtümlich ertönt, während eine Mannschaft Ballkontrolle hat, unterbricht der Schiedsrichter sofort das Spiel. Der Ball wird mit einer neuen 24-Sekunden-Periode der Mannschaft zugesprochen, die zum Zeitpunkt des Ertönens des Signals Ballkontrolle hatte.

Alle Einschränkungen hinsichtlich Goal tending und Stören des Balles kommen zur Anwendung.

39.2.3 Wenn das Signal der 24-Sekunden-Anlage irrtümlich ertönt, während keine Mannschaft Ballkontrolle hat, wird das Spiel mit einem Sprungball fortgesetzt.

Art. 40 Spielen des Balles ins Rückfeld

40.1 Definition

40.1.1 Der Ball geht ins Rückfeld einer Mannschaft, wenn er

  • das Rückfeld berührt.
  • einen Spieler oder einen Schiedsrichter berührt, der mit einem Teil seines Körpers Kontakt mit dem Rückfeld hat.

40.1.2 Der Ball wird als ins Rückfeld gegangen angesehen, wenn ein Spieler der Ball kontrollierenden Mannschaft

  • den Ball zuletzt in seinem Vorfeld berührt hat, und ein Spieler derselben Mannschaft den Ball zuerst berührt, nachdem der Ball das Rückfeld berührt hat, oder - wenn dieser Spieler Kontakt mit dem Rückfeld hat.
  • den Ball zuletzt in seinem Rückfeld berührt hat, bevor er ins Vorfeld geht und dann von einem Spieler derselben Mannschaft, der Kontakt mit dem Rückfeld hat, zuerst wieder berührt wird.

Diese Einschränkung gilt für alle im Vorfeld einer Mannschaft vorkommenden Situationen, einschließlich der Einwürfe.

40.2 Regel
Ein Spieler, der einen belebten Ball in seinem Vorfeld kontrolliert, darf den Ball nicht in sein Rückfeld spielen.

Dies gilt jedoch nicht, wenn nach einem oder mehreren Freiwürfen noch ein Einwurf vom Mittelpunkt der Seitenlinie folgt.

Art. 41 Goal tending und Stören des Balles

41.1 Definition
41.1.1 Es handelt sich um einen Korbwurf, wenn der Ball in einer oder beiden Händen gehalten wird und anschließend in Richtung des gegnerischen Korbes geworfen wird.
Es handelt sich um einen Tipp, wenn der Ball mit einer oder beiden Händen in Richtung des gegnerischen Korbes getippt wird. Es handelt sich um einen
Dunking, wenn der Ball mit einer oder beiden Händen kraftvoll von oben nach unten in den gegnerischen Korb geworfen oder dies versucht wird.

Tipp und Dunking werden ebenfalls als Korbwurfaktionen angesehen.

41.1.2 Ein Korbwurf beginnt, wenn der Ball die Hand oder Hände eines Spielers verlässt, der sich in der Korbwurfaktion befindet.

41.1.3 Ein Korbwurf endet, wenn der Ball

  • direkt von oben in den Korb geht und darin verbleibt oder durch den Korb fällt.
  • keine Möglichkeit mehr hat, direkt oder nach Ringberührung in den Korb zu gehen.
  • den Ring berührt und danach von einem Spieler legal berührt wird.
  • den Boden berührt.
  • zum toten Ball wird.

41.2 Regel

41.2.1 Es handelt sich um Goal tending, wenn ein Spieler den Ball bei einem Korbwurf aus dem Feld berührt,

  • der sich im Abwärtsflug vollständig über dem Ringniveau befindet.
  • nachdem der Ball das Spielbrett berührt hat und vollständig oberhalb des Ringniveaus ist.

Diese Einschränkungen gelten nur solange, bis der Ball keine Möglichkeit mehr hat, direkt oder nach Ringberührung in den Korb zu gehen.

41.2.2 Es handelt sich um Stören des Balles, wenn bei einem Korbwurf aus dem Feld

  • ein Spieler den Korb oder das Spielbrett berührt, während der Ball Kontakt mit dem Ring hat.
  • ein Spieler von unten durch den Ring den Ball berührt.
  • ein Verteidigungsspieler den Ball oder Korb berührt, während sich der Ball im Korb befindet.
  • ein Verteidigungsspieler das Spielbrett oder den Ring so in Schwingung versetzt, dass der Ball, während er in der Luft ist, nach Ansicht des Schiedsrichters deshalb nicht in den Korb geht.

41.2.3 Während der Ball bei einem Korbwurf aus dem Feld in der Luft ist und dann ein Schiedsrichter pfeift oder das Signal der Spieluhr oder der 24-Sekunden-Anlage ertönt, gelten alle Vorschriften für Goal tending und Stören des Balles.

41.3 Strafe

41.3.1 Wird die Regelübertretung von einem Angriffsspieler begangen, können keine Punkte erzielt werden. Der Ball wird den Gegnern zum Einwurf von der Seitenlinie in Höhe der Freiwurflinie zuerkannt.

41.3.2 Wird die Regelübertretung von einem Verteidigungsspieler begangen, erhält die angreifende Mannschaft

  • zwei Punkte zugesprochen, wenn der Korbwurfversuch aus dem Zwei-Punkte-Feldkorb-Bereich unternommen wurde.
  • drei Punkte zugesprochen, wenn der Korbwurfversuch aus dem Drei-Punkte-Feldkorb-Bereich unternommen wurde.

Die Anerkennung der Punkte und die anschließende Spielfortsetzung ist dieselbe, als wenn der Ball in den Korb gegangen wäre.

41.3.3 Wird die Regelübertretung gleichzeitig von Spielern beider Mannschaften begangen, können keine Punkte erzielt werden. Das Spiel wird mit einem Sprungball fortgesetzt.

 

 

 

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 Letzte Aktualisierung:
24. April 2003

 

© Axel Beckmann