Art. 32
Regelübertretungen
32.1
Definition
Eine Regelübertretung ist eine
Verletzung der Regeln.
32.2
Vorgehen
Bei der Beurteilung von Regelübertretungen müssen die Schiedsrichter zu jedem
Zeitpunkt die folgenden
wesentlichen Grundsätze beachten und abwägen:
- Aufrechterhaltung von Geist und Sinn der Regeln sowie der Integrität des Spiels.
- Gleichmäßigkeit in der Anwendung von gesundem Menschenverstand in jedem Spiel
unter Berücksichtigung von Fähigkeiten, Einstellung und Verhalten der Spieler
während des Spiels.
- Gleichgewicht zwischen Spielkontrolle
und Spielfluss. "Gefühl" mitbringen für das, was die am Spiel Beteiligten
gerade beabsichtigen, und das pfeifen, was für das Spiel das Richtige
ist.
32.3
Strafe
Der Ball wird dem Gegner zum Einwurf von
außerhalb des Spielfelds an der nächsten Stelle zuerkannt, an der sich die
Regelverletzung ereignet hat, ausgenommen direkt hinter dem
Spielbrett. Ausnahmen siehe Art. 26.5, 41.3, 57.4.6 und
57.5.4.
Art. 33 Spieler im Aus - Ball im
Aus
33.1
Definition
33.1.1 Ein Spieler ist im Aus,
wenn irgendein Teil seines Körpers den Boden oder irgendeinen Gegenstand auf,
über oder außerhalb der Grenzlinien berührt.
33.1.2 Der Ball ist im Aus, wenn
er
- einen Spieler oder irgendeine andere
Person, die sich im Aus befindet, oder
- den Boden oder irgendeinen Gegenstand
auf, über oder außerhalb einer Grenzlinie, oder
- die Korbstützen, die Rückseite der
Spielbretter oder irgendeinen Gegenstand über und/oder hinter den
Spielbrettern berührt.
33.2
Regel
33.2.1 Der Ausball wird von dem
Spieler verursacht, der den Ball zuletzt
berührt, ehe der Ball ins Aus
ging, auch dann, wenn der Ball durch Berühren von etwas anderem als einem
Spieler ins Aus geht.
33.2.2 Wenn der Ball ins Aus geht, weil
er von einem Spieler berührt wird, der entweder auf der Auslinie steht oder
bereits im Aus ist, ist dieser Spieler für den Ausball
verantwortlich.
Art. 34 Dribbeln
34.1 Definition
34.1.1 Ein Dribbling beginnt,
wenn ein Spieler, der die Kontrolle über einen belebten Ball auf dem
Spielfeld erlangt hat, den Ball wirft, tippt, ihn am Boden rollt oder dribbelt
und ihn wieder berührt, ehe der Ball einen anderen Spieler berührt.
Ein Dribbling endet, wenn der
Spieler den Ball gleichzeitig mit beiden Händen berührt oder ihn in einer
Hand oder in beiden Händen zur Ruhe kommen
lässt.
Während eines Dribblings darf der Ball
unter der Voraussetzung in die Luft geworfen werden, dass der Ball
den Boden berührt, bevor der Spieler ihn wieder mit seiner Hand
berührt.
Es besteht keine Begrenzung bezüglich
der Anzahl der Schritte, die ein Spieler machen darf, wenn der Ball
nicht in Kontakt mit seiner Hand ist.
34.1.2 Wenn ein Spieler unbeabsichtigt
die Kontrolle über einen belebten Ball auf dem Spielfeld verliert und
wiedererlangt, handelt es sich um Fumbling.
34.1.3 Folgendes zählt nicht als
Dribbling:
- Aufeinanderfolgende
Korbwurfversuche.
- Fumbling zu Beginn oder am Ende eines
Dribblings.
- Versuche, die Kontrolle über den Ball
zu erreichen durch Wegtippen des Balles aus der Nähe anderer
Spieler.
- Wegtippen des Balles aus der Kontrolle
eines anderen Spielers.
- Ablenken eines Zuspiels mit
anschließendem Ballbesitz.
- Werfen des Balles von Hand zu Hand und
den Ball dabei zur Ruhe kommen lassen, ehe der Ball den Boden
berührt, vorausgesetzt, der Spieler begeht dabei keinen
Schrittfehler.
34.2 Regel
Ein Spieler darf nach Beendigung
seines ersten Dribblings kein zweites Mal dribbeln, es sei denn, er hat die
Kontrolle über einen belebten Ball auf dem Spielfeld verloren
infolge
- eines Korbwurfs.
- Berühren des Balles durch einen
Gegenspieler.
- eines Zuspiels oder Fumblings, wenn
der Ball danach einen anderen Spieler berührt hat oder von diesem berührt
worden ist.
Art. 35
Schrittfehler
35.1
Definition
35.1.1 Schrittfehler ist die
regelwidrige Bewegung mit einem Fuß oder beiden Füßen in beliebiger Richtung
über die Beschränkungen dieses Artikels hinaus, wenn dabei gleichzeitig ein
belebter Ball auf dem Spielfeld gehalten wird.
35.1.2 Ein Spieler, der einen belebten
Ball auf dem Spielfeld hält, pivotiert,
wenn er einmal oder mehrmals
mit demselben Fuß in beliebiger Richtung Schritte macht, während der andere
Fuß, genannt Standfuß (Pivot-Fuß), an seiner Berührungsstelle auf dem
Boden bleibt.
35.2
Regel
35.2.1 Festlegen eines
Standfußes
- Ein Spieler, der den Ball fängt,
während er mit beiden Füßen
am Boden ist, darf einen beliebigen Fuß
als Standfuß
benutzen. Sobald ein Fuß angehoben wird, wird der andere
zum
Standfuß.
- Ein Spieler, der den Ball in der
Bewegung oder beim Dribbling aufnimmt, darf wie folgt
stoppen:
- Wenn ein Fuß den Boden
berührt:
- Dieser Fuß wird zum Standfuß,
sobald der andere Fuß den Boden berührt.
- Der Spieler darf mit diesem Fuß
abspringen und gleichzeitig mit beiden Füßen landen. In diesem Fall wird kein
Fuß zum Standfuß.
- Wenn beide Füße über dem Boden sind
und der Spieler
- gleichzeitig mit beiden Füßen landet,
ist der Standfuß beliebig. Sobald ein Fuß angehoben wird, wird der
andere zum Standfuß.
- erst mit einem und dann mit dem anderen
Fuß landet, ist der erste Fuß, der den Boden berührt, Standfuß,
- mit
einem Fuß landet, darf der Spieler mit diesem Fuß abspringen und gleichzeitig
mit beiden Füßen landen. In
diesem Fall wird kein Fuß zum
Standfuß.
35.2.2 Fortbewegen mit dem
Ball
- Nachdem ein Spieler einen Standfuß
festgelegt hat, während er einen belebten Ball auf dem Spielfeld
kontrolliert, darf er den Standfuß
- bei einem Zuspiel oder
Korbwurfversuch anheben, aber nicht wieder aufsetzen, bevor der
Ball seine Hand oder Hände verlassen hat.
- bei Beginn eines Dribblings nicht
anheben, bevor der Ball seine Hand oder Hände verlassen
hat.
- Nachdem ein Spieler zu einem Stopp
gekommen und kein Fuß Standfuß ist, darf er
- einen Fuß oder beide Füße bei einem
Zuspiel oder Korbwurfversuch anheben, aber nicht wieder
aufsetzen, bevor der Ball seine Hand oder Hände verlassen hat.
- keinen
Fuß bei Beginn eines Dribblings anheben, bevor der Ball seine Hand oder
Hände verlassen hat.
35.2.3 Spieler fällt, liegt
oder sitzt auf dem Boden
Es ist legal, wenn ein Spieler,
während er den Ball hält, auf den Boden fällt, oder während er auf
dem Boden liegt oder sitzt, in
Ballbesitz kommt.
Es ist eine Regelübertretung, wenn
der Spieler anschließend, während er den Ball hält, dabei rutscht,
rollt oder versucht aufzustehen.
Art. 36
Drei-Sekunden
36.1 Regel
36.1.1 Während seine Mannschaft
Kontrolle über einen belebten Ball auf dem Spielfeld hat und die Spieluhr
läuft, darf ein Spieler nicht länger als drei aufeinander folgende
Sekunden in der Begrenzten Zone des Gegners bleiben.
36.1.2 Nachsicht ist bei einem Spieler
zu üben, der
- versucht, die Begrenzte Zone zu
verlassen.
- sich in der Begrenzten Zone befindet,
während er oder sein Mitspieler sich in einer Korbwurfbewegung befindet und
der Ball gerade die Hand oder Hände zum Korbwurf verlässt oder verlassen
hat.
- weniger als drei Sekunden in der
Begrenzten Zone war und auf den Korb zudribbelt, um zu
werfen.
36.1.3 Ein Spieler nimmt nur dann
eine Position außerhalb der Begrenzten Zone ein, wenn er mit beiden
Füßen den Boden außerhalb der Begrenzten Zone berührt.
Art. 37 Nah bewachter
Spieler
37.1
Definition
Es handelt sich um einen nah
bewachten Spieler, wenn er einen belebten Ball auf dem Spielfeld hält und
sich ein Gegenspieler in einer aktiven Verteidigungs-Position in einem Abstand
von nicht mehr als einen Meter bei ihm befindet.
37.2
Regel
Ein nah bewachter Spieler muss den
Ball innerhalb von fünf Sekunden passen, werfen oder dribbeln.
Art. 38
Acht-Sekunden
38.1 Regel
38.1.1 Erlangt ein Spieler in seinem
Rückfeld Kontrolle über einen belebten Ball, muss seine
Mannschaft innerhalb von acht Sekunden versuchen, den Ball in ihr Vorfeld zu
spielen.
38.1.2 Das Rückfeld einer
Mannschaft besteht aus dem eigenen Korb mit den Innenseiten des Spielbretts
und dem Teil des Spielfelds, der von der Endlinie hinter dem eigenen Korb,
den Seitenlinien und der Mittellinie begrenzt ist.
38.1.3 Das Vorfeld einer
Mannschaft besteht aus dem gegnerischen Korb mit den Innenseiten des
Spielbretts und dem Teil des Spielfelds, der von der Endlinie hinter dem
gegnerischen Korb, den Seitenlinien und der dem gegnerischen Korb
näherliegenden Kante der Mittellinie begrenzt ist.
38.1.4 Der Ball geht ins Vorfeld
einer Mannschaft, wenn er das Vorfeld, einen Spieler oder einen
Schiedsrichter berührt, der mit einem Teilseines Körpers Kontakt mit dem
Vorfeld hat.
Art. 39
24-Sekunden
39.1 Regel
39.1.1 Erlangt ein Spieler die Kontrolle
über einen belebten Ball auf demSpielfeld, muss seine Mannschaft innerhalb
von 24 Sekunden einen
Korbwurfversuch unternehmen.
Bei diesem Korbwurfversuch müssen
folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Der Ball muss die Hand oder Hände des
Spielers bei einemKorbwurfversuch verlassen haben, bevor das Signal
der24-Sekunden-Anlage ertönt, und
- nachdem der Ball die Hand oder Hände
des Spielers bei einem Korbwurfversuch verlassen hat, muss der Ball den Ring
berührt haben, bevor das Signal der 24-Sekunden-Anlage
ertönt.
39.1.2 Unternimmt die Mannschaft in
Ballkontrolle innerhalb von 24 Sekunden keinen Korbwurfversuch, wird dies
durch das 24-Sekunden-Signal angezeigt.
39.1.3 Erfolgt ein Korbwurfversuch
kurz vor Ende der 24-Sekunden- Periode und das Signal ertönt, während der
Ball in der Luft ist, nachdem er die Hand oder Hände des Spielers bei
dem Korbwurfversuch verlassen hat, und geht
der Ball in den Korb, zählt der Korb. 39.2 Vorgehen 39.2.1 Wenn die 24-Sekunden-Anlage
irrtümlich zurückgestellt wurde, kann der Schiedsrichter, nachdem er
dies bemerkt hat, das Spiel sofort unterbrechen, sofern dadurch keine
Mannschaft benachteiligt wird. Die Zeit auf der 24-Sekunden-Anlage wird
korrigiert und der Ball wird der Mannschaft zugesprochen, die zuvor
Ballkontrolle hatte. 39.2.2 Wenn das Signal der
24-Sekunden-Anlage irrtümlich ertönt, während eine Mannschaft
Ballkontrolle hat, unterbricht der Schiedsrichter sofort das Spiel. Der
Ball wird mit einer neuen 24-Sekunden-Periode der Mannschaft zugesprochen,
die zum Zeitpunkt des Ertönens des Signals Ballkontrolle
hatte.
Alle Einschränkungen hinsichtlich Goal
tending und Stören des Balles kommen zur Anwendung.
39.2.3 Wenn das Signal der
24-Sekunden-Anlage irrtümlich ertönt, während keine Mannschaft
Ballkontrolle hat, wird das Spiel mit einem Sprungball
fortgesetzt. Art. 40 Spielen des Balles ins
Rückfeld 40.1
Definition 40.1.1 Der Ball geht ins Rückfeld
einer Mannschaft, wenn er
- das Rückfeld berührt.
- einen Spieler oder einen
Schiedsrichter berührt, der mit einem Teil seines Körpers Kontakt mit dem
Rückfeld hat.
40.1.2 Der Ball wird als ins Rückfeld
gegangen angesehen, wenn ein Spieler der Ball kontrollierenden
Mannschaft
- den Ball zuletzt in seinem
Vorfeld berührt hat, und ein Spieler derselben Mannschaft den Ball zuerst
berührt,
nachdem der Ball das Rückfeld berührt
hat, oder - wenn dieser Spieler Kontakt mit dem Rückfeld
hat.
- den Ball zuletzt in seinem
Rückfeld berührt hat, bevor er ins Vorfeld geht und dann von einem Spieler
derselben Mannschaft, der Kontakt mit dem Rückfeld hat, zuerst wieder
berührt wird.
Diese Einschränkung gilt für alle
im Vorfeld einer Mannschaft vorkommenden Situationen, einschließlich der
Einwürfe.
40.2
Regel Ein Spieler, der einen belebten Ball in
seinem Vorfeld kontrolliert, darf den Ball nicht in sein Rückfeld
spielen.
Dies gilt jedoch nicht, wenn nach
einem oder mehreren Freiwürfen noch ein Einwurf vom Mittelpunkt der
Seitenlinie folgt.
Art. 41 Goal tending und Stören des
Balles 41.1 Definition 41.1.1 Es handelt sich um einen
Korbwurf, wenn der Ball in einer oder beiden Händen gehalten wird und
anschließend in Richtung des gegnerischen Korbes geworfen wird. Es handelt sich um einen Tipp, wenn der
Ball mit einer oder beiden Händen in Richtung des gegnerischen Korbes getippt
wird. Es handelt sich um einen Dunking, wenn der Ball mit einer
oder beiden Händen kraftvoll von oben nach unten in den gegnerischen Korb
geworfen oder dies versucht wird.
Tipp und Dunking werden ebenfalls als
Korbwurfaktionen angesehen.
41.1.2 Ein Korbwurf beginnt, wenn
der Ball die Hand oder Hände eines Spielers verlässt, der sich in der
Korbwurfaktion befindet.
41.1.3 Ein Korbwurf endet, wenn
der Ball
- direkt von oben in den Korb geht und
darin verbleibt oder durch den Korb fällt.
- keine Möglichkeit mehr hat, direkt
oder nach Ringberührung in den Korb zu gehen.
- den Ring berührt und danach von einem
Spieler legal berührt wird.
- den Boden berührt.
- zum toten Ball wird.
41.2
Regel
41.2.1 Es handelt sich um Goal
tending, wenn ein Spieler den Ball bei einem Korbwurf aus dem Feld
berührt,
- der sich im Abwärtsflug vollständig
über dem Ringniveau befindet.
- nachdem der Ball das Spielbrett
berührt hat und vollständig oberhalb des Ringniveaus ist.
Diese Einschränkungen gelten nur
solange, bis der Ball keine Möglichkeit mehr hat, direkt oder nach Ringberührung
in den Korb zu gehen.
41.2.2 Es handelt sich um Stören des
Balles, wenn bei einem Korbwurf aus dem Feld
- ein Spieler den Korb oder das
Spielbrett berührt, während der Ball Kontakt mit dem Ring
hat.
- ein Spieler von unten durch den Ring
den Ball berührt.
- ein Verteidigungsspieler den Ball oder
Korb berührt, während sich der Ball im Korb befindet.
- ein Verteidigungsspieler das
Spielbrett oder den Ring so in Schwingung versetzt, dass der Ball, während er
in der Luft ist, nach Ansicht des Schiedsrichters deshalb nicht in den Korb
geht.
41.2.3 Während der Ball bei einem
Korbwurf aus dem Feld in der Luft ist und dann ein Schiedsrichter pfeift oder
das Signal der Spieluhr oder der 24-Sekunden-Anlage ertönt, gelten alle
Vorschriften für Goal tending und Stören des Balles.
41.3
Strafe
41.3.1 Wird die Regelübertretung von
einem Angriffsspieler begangen, können keine Punkte erzielt werden.
Der Ball wird den Gegnern zum Einwurf von der Seitenlinie in Höhe der
Freiwurflinie zuerkannt.
41.3.2 Wird die Regelübertretung von
einem Verteidigungsspieler begangen, erhält die angreifende
Mannschaft
- zwei Punkte zugesprochen, wenn der
Korbwurfversuch aus dem Zwei-Punkte-Feldkorb-Bereich unternommen
wurde.
- drei Punkte zugesprochen, wenn der
Korbwurfversuch aus dem Drei-Punkte-Feldkorb-Bereich unternommen
wurde.
Die Anerkennung der Punkte und die
anschließende Spielfortsetzung ist dieselbe, als wenn der Ball in den Korb
gegangen wäre.
41.3.3 Wird die Regelübertretung
gleichzeitig von Spielern beider Mannschaften begangen, können keine
Punkte erzielt werden. Das Spiel wird mit einem Sprungball
fortgesetzt.
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