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Regeln | Interpretationen | Diverse Regeln

 

 

Herausgeber: FIBA Welt-Technische Kommission

 

 

Interpretation der Offiziellen Basketball-Regeln 2000
November 2000

Korrigierte Fassung vom März 2001

DBB 

 

Übersetzung, Bearbeitung und verantwortlich für den Inhalt:

  • Alfred Drost, Mitglied der Europa-Technischen Kommission der FIBA
  • Dr. Norbert Esser, Mitglied des Arbeitskreises Regeln des Deutschen Basketball Bundes
  • Klaus Preller, Mitglied der Schiedsrichterkommission des Deutschen Basketball Bundes
  • Albert Schencking, Technischer Koordinator der FIBA
 

Die Offiziellen Basketball-Regeln der FIBA werden regelmäßig von der Welt-Technischen Kommission der FIBA überarbeitet und vom Central Board genehmigt. Die Regeln werden so klar und verständlich wie möglich gehalten, aber sie beinhalten eher Prinzipien als konkrete Spielsituationen. Die Regeln können deshalb nicht die große Vielfalt spezifischer Fälle abdecken, die in einem Basketballspiel vorkommen können.

Ziel des vorliegenden Dokuments ist es, die Prinzipien und Zielsetzungen des Regelhefts mittels Fallbeispielen zu erläutern, wie sie in einem normalen Basketballspiel entstehen können.

Die Interpretation der verschiedenen Situationen kann das Regelverständnis der Schiedsrichter erweitern und wird ein voran gegangenes detailliertes Studium der eigentlichen Regeln ergänzen.

Die Grundlage, die das Basketballspiel innerhalb der FIBA regelt, bleibt jedoch das offizielle Regelheft der FIBA, und der 1. Schiedsrichter hat das Recht, Entscheidungen über jeden Punkt zu treffen, der nicht ausdrücklich in diesem Regelheft festgelegt ist.

 

Art. 9 Pflichten des Anschreibers und des Anschreiber-Assistenten

Situation 1:

Wenn ein Spieler sein 5. Foul begangen hat, er aber hierüber nicht informiert wurde, auf dem Spielfeld bleibt und weiterhin oder später wieder am Spiel teilnimmt, kann der Schiedsrichter, sobald er dies bemerkt, das Spiel sofort unterbrechen, solange keine der beiden Mannschaften dadurch benachteiligt wird. Wird der Fehler vom Anschreiber bemerkt, muss er bis zum nächsten toten Ball warten, bevor er sein Signal ertönen lässt, um die Schiedsrichter zu informieren, damit diese das Spiel unterbrechen.

Diese Situation ist eine fehlerhafte Anwendung der Regeln durch die Schiedsrichter und die Kampfrichter. Der unwissentlich mit 5 Fouls belegte Spieler wird daher nicht bestraft. Alle Entscheidungen und Ereignisse vor der Entdeckung des Fehlers und der folgenden Spielunterbrechung bleiben gültig, wie gegebene Punkte, Foulentscheidungen, weiter gelaufene Spielzeit. In diesem speziellen Fall werden weitere Fouls gegen den Spieler mit 5 Fouls als normale Spielerfouls in der persönlichen Foulspalte dieses Spielers eingetragen, zu den Mannschaftsfouls gezählt und entsprechend bestraft.

Beispiele:

Foul von Spieler A4 an B4. Dies ist das 5. Foul von A4 und zugleich das 2. Mannschaftsfoul von Mannschaft A. Der Anschreiber wartet zu lange mit dem Erheben der Foultafel, der Schiedsrichter gibt den Ball ohne vorherigen Blickkontakt zum Anschreiber frei, und das Spiel wird wieder aufgenommen. Folgende Situationen können nun auftreten:

  1. A4 erzielt einen Korb.
  2. B4 erzielt einen Korb.
  3. B4 foult A4 beim Korbwurfversuch. Der Wurf ist erfolglos.
  4. B4 foult A4 beim Korbwurfversuch. Der Wurf ist erfolgreich.
  5. A4 foult B4. Dies ist das 5. Mannschaftsfoul von Mannschaft A.
  6. A4 foult B4. Dies ist das 3. Mannschaftsfoul von Mannschaft A.
  7. A4 foult B4 beim Korbwurfversuch. Der Wurf ist erfolglos.
  8. A4 foult B4 beim Korbwurfversuch. Der Wurf ist erfolgreich.

Interpretation:

In allen Situationen muss A4 das Spielfeld sofort verlassen, sobald der Fehler entdeckt und das Spiel gestoppt ist. Spieler A4 wird aber nicht bestraft. Das Spiel wird wie folgt fortgesetzt:

  1. Der Korb von A4 zählt.
  2. Der Korb von B4 zählt.
  3. Der für A4 eintretende Ersatzspieler erhält zwei/drei Freiwürfe. Danach wird das Spiel normal fortgesetzt.
  4. Der für A4 eintretende Ersatzspieler erhält einen Freiwurf. Danach wird das Spiel normal fortgesetzt.
  5. B4 werden zwei Freiwürfe zugesprochen. Danach wird das Spiel normal fortgesetzt.
  6. Mannschaft B erhält Einwurf.
  7. B4 erhält zwei/drei Freiwürfe. Danach wird das Spiel normal fortgesetzt.
  8. B4 erhält einen Freiwurf. Danach wird das Spiel normal fortgesetzt.

Situation 2:

Wird ein Spieler wieder eingewechselt, der bereits zuvor wegen seines fünften Fouls das Spielfeld hatte verlassen müssen, und nimmt er dann am Spiel teil, so wird dies mit einem technischen Foul gegen den Trainer bestraft.

Daneben werden alle weiteren Fouls gegen den mit bereits fünf Fouls belasteten Spieler als Spielerfouls angesehen, in der persönlichen Foulspalte dieses Spielers eingetragen und entsprechend bestraft.

Beispiele:

Spieler A4 verlässt nach seinem 5. Foul das Spielfeld. Nach einiger Zeit wird er während einer Auszeit wieder eingewechselt. Dies wird entdeckt,

  1. bevor das Spiel fortgesetzt wird.
  2. nachdem das Spiel fortgesetzt wurde, und zwar als A4 den Spieler B4 beim Korbwurfversuch foult. Der Wurf ist erfolglos.

Interpretation:

In beiden Fällen muss A4 das Spielfeld sofort verlassen und ausgewechselt werden, nachdem der Regelverstoß entdeckt wurde. Ein technisches Foul ("C-Foul") wird gegen Trainer A verhängt.

  1. Mannschaft B erhält zwei Freiwürfe und Einwurf an der Mittellinie.
  2. Zunächst werden B4 zwei/drei Freiwürfe zugesprochen, danach erhält Mannschaft B zwei weitere Freiwürfe und Einwurf an der Mittellinie.

 

Art. 14 Verletzung eines Spielers

Festlegung:

Ein Spieler gilt als behandelt, wenn er sich verletzt hat und eine Person von der Mannschaftsbank (Arzt, Trainer, Trainer-Assistent, Ersatzspieler oder Mannschaftsbegleiter) deshalb das Spielfeld betritt.

Situation 1:

Wenn ein verletzter Spieler behandelt wird oder wenn er sich innerhalb einer Minute wieder erholt, darf er auf dem Spielfeld verbleiben; allerdings wird seiner Mannschaft eine Auszeit angerechnet. Diese Auszeit dauert eine volle Minute. Sie beginnt, wenn der Schiedsrichter das entsprechende Handzeichen für eine Auszeit gibt, und kann vom Trainer wie eine normale angerechnete Auszeit genutzt werden.

Situation 2:

Wenn ein Spieler während des Spiels blutet, muss er ausgewechselt werden. Sollte jedoch in dieser Situation eine angerechnete Auszeit genommen werden, so wird auf eine Auswechslung verzichtet, und der Spieler kann nach der Auszeit weiter mitspielen, sofern die Blutung gestoppt wurde und die Wunde sicher abgedeckt ist.

Situation 3:

Ist ein Spieler so schwer verletzt, dass medizinische Hilfe erforderlich ist, soll diese Hilfe schnellstmöglich gewährt werden. In diesen Fällen gibt es keine Zeitbegrenzung für das Entfernen des verletzten Spielers vom Spielfeld.

 

 

Art. 16 Pflichten und Rechte des Trainers

Situation:

Es wird entdeckt, dass einer der Spieler auf dem Spielfeld nicht zu den bestätigten ersten fünf Spielern gehört. Dies geschieht

  1. vor Spielbeginn.
  2. nach Spielbeginn.

Interpretation:

  1. Der unberechtigt sich auf dem Spielfeld befindliche Spieler wird gegen den ursprünglich bezeichneten Spieler ausgewechselt.
  2. Der Fehler wird nicht beachtet und das Spiel fortgesetzt.

 

Art. 18 Spielbeginn

Festlegung1:

Das Spiel beginnt offiziell mit einem Sprungball im Mittelkreis, wenn der Ball von einem Springer legal getippt wird.

Situation 1:

Wenn ein Foul gepfiffen wird, bevor der Ball legal von einem Springer getippt wurde, wird es wie ein Foul in einer Spielpause behandelt. Wird nach dem legalen Tippen des Balles ein Foul gepfiffen, wird es wie ein Foul während der Spielzeit behandelt.

Beispiele:

Der Schiedsrichter hat gerade den Ball zwischen A4 und B4 für den Eröffnungssprungball hochgeworfen, als

  1. ein persönliches Foul gegen B4 gepfiffen wird.
  2. ein technisches Foul gegen B5 gepfiffen wird.
  3. ein unsportliches Foul von B6 an A6 gepfiffen wird.

In allen Fällen wurde das Foul gepfiffen,

  1. bevor der Ball von einem der Springer getippt wurde.
  2. nachdem der Ball von einem der Springer getippt wurde.

Interpretation:

    a.1  A4 erhält zwei Freiwürfe, danach wird das Spiel mit Sprungball im Mittelkreis fortgesetzt.

    a.2  Einwurf für Mannschaft A.

    b.1  Mannschaft A erhält zwei Freiwürfe, danach wird das Spiel mit Sprungball im Mittelkreis fortgesetzt.

    b.2  Mannschaft A erhält einen Freiwurf und Einwurf an der Mittellinie.

    c.1  Mannschaft A erhält zwei Freiwürfe, danach wird das Spiel mit Sprungball im Mittelkreis fortgesetzt.

    c.2  Spieler A6 erhält zwei Freiwürfe, danach erhält Mannschaft A Einwurf an der Mittellinie.

Situation 2:

Wird während des Sprungballs zu Beginn einer Spielperiode oder Verlängerung eine Regelübertretung gepfiffen, wird diese so bestraft, als ob sie während der Spielzeit begangen worden wäre. Die Prinzipien zur Bestrafung von Regelverletzungen während einer Spielpause gelten nur für Fouls, jedoch nicht für Regelübertretungen.

Beispiel:

Während des Sprungballs zu Beginn einer Spielperiode oder Verlängerung berührt Springer A4 den Ball, bevor dieser den höchsten Punkt erreicht hat.

Interpretation:

Regelübertretung durch Springer A4. Das Spiel wird mit einem Einwurf für Mannschaft B fortgesetzt.

Situation 3:

Unmittelbar nach Beginn der 3. Spielperiode wird entdeckt, dass die Mannschaften in die falschen Spielrichtungen spielen.

Interpretation:

Der Fehler wird nicht beachtet. Die Mannschaften spielen in diese Richtungen bis zum Spielende weiter, da die Spielrichtung dann legal fest gelegt ist, wenn der Ball zu Beginn der 3. Spielperiode belebt wurde.

Festlegung 2:

Bei allen Spielen hat die Mannschaft Korbwahl und Wahl der Mannschaftsbank, die als erste im Programm genannt ist (Heimmannschaft). Diese Wahl muss dem 1. Schiedsrichter spätestens 20 Minuten vor dem angesetzten Spielbeginn bekannt gegeben worden sein.

Situation 1:

Mannschaft A (Heimmannschaft) ist früher als 20 Minuten vor dem angesetzten Spielbeginn auf dem Spielfeld, besetzt eine Mannschaftsbank und spielt sich auf einen der beiden Körbe ein.

Interpretation:

Mannschaft A hat damit bereits einen Korb und eine Mannschaftsbank gewählt. Diese Wahl ist endgültig und kann nicht mehr geändert werden.

Situation 2:

Mannschaft B (Gastmannschaft) ist früher als 20 Minuten vor dem angesetzten Spielbeginn auf dem Spielfeld und spielt sich auf einen der beiden Körbe ein. Danach - aber mehr als 20 Minuten vor dem angesetzten Spielbeginn - kommt Mannschaft A (Heimmannschaft) auf das Spielfeld und verlangt, sich auf den selben Korb einspielen zu dürfen.

Interpretation:

Das Verlangen von Mannschaft A ist legal und muss von den Schiedsrichtern akzeptiert werden.

Situation 3:

Mannschaft B (Gastmannschaft) ist früher als 20 Minuten vor dem angesetzten Spielbeginn auf dem Spielfeld und spielt sich auf einen der beiden Körbe ein. Mannschaft A (Heimmannschaft) kommt erst später als 20 Minuten vor dem angesetzten Spielbeginn auf das Spielfeld und verlangt, sich auf den selben Korb einspielen zu dürfen.

Interpretation:

Dem Verlangen von Mannschaft A wird nicht entsprochen, da sie ihr ursprüngliches Wahlrecht zu diesem Zeitpunkt verwirkt hat.

 

 

Art. 21 Sprungball

Situation:

Eine Mannschaft beantragt den Wechsel aller fünf Spieler, als das Spiel unterbrochen ist und mit einem Sprungball fortgesetzt werden soll.

Interpretation:

Einer der Spieler muss auf dem Spielfeld verbleiben, um am Sprungball teilzunehmen.

 

 

Art. 23 Ballkontrolle

Situation 1:

Bei einem Einwurf oder Freiwurf verzögert ein Spieler - nach Ansicht des Schiedsrichters absichtlich -, den ihm zur Verfügung stehenden Ball aufzunehmen.

Interpretation:

Der Ball steht dem Spieler zur Verfügung und wird zu einem belebten Ball, sobald der Schiedsrichter den Ball auf den Boden legt.

Situation 2:

Bei einem Einwurf nach einem gültigen Feldkorb oder einem erfolgreichen letzten Freiwurf verzögert ein Spieler - nach Ansicht des Schiedsrichters absichtlich -, den ihm zur Verfügung stehenden Ball aufzunehmen.

Interpretation:

Der Schiedsrichter hat sich sinngemäß wie in Situation 1 zu verhalten, d.h. er nimmt den Ball und legt ihn auf den Boden.

 

 

Art. 24 Spieler in der Korbwurfaktion

Situation 1:

Bei einem Sprungball zwischen A4 und B4 im Freiwurfkreis tippt A4 den Ball in Richtung des gegnerischen Korbs. Während der Ball in der Luft ist, ertönt das Zeitnehmer-Signal zum Ende dieser Spielperiode. Danach geht der Ball in den Korb.

Interpretation:

Der Tipp wird als Korbwurf angesehen. Der Korb zählt.

Situation 2:

Bei einem Sprungball zwischen A4 und B4 im Freiwurfkreis tippt A4 den Ball in Richtung des gegnerischen Korbs und wird dabei von B4 gefoult. Der Ball geht in den Korb.

Interpretation:

Der Tipp wird als Korbwurf angesehen. Der Korb zählt, und dem Spieler A4 wird ein Freiwurf zuerkannt.

 

 

Art. 25: Korberfolg und seine Wertung

Festlegung 1:

Ob ein gültiger Korbwurf zwei oder drei Punkte zählt, ergibt sich aus der Position des Spielers, der den Ball zuletzt legal berührt hat oder aus dem Ort auf dem Spielfeld, wo der Ball den Boden berührte, bevor er in den Korb ging. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Pass, Wurf oder Tipp handelte.

Festlegung 2:

Ein Korbwurfversuch aus dem 3-Punkte-Feldkorb-Bereich ändert seinen Status und wird zu einem 2-Punkte-Korbwurfversuch, wenn der Ball

  • im 2-Punkte-Feldkorb-Bereich einen Spieler oder den Boden berührt.
  • den Ring berührt und danach von einem Spieler legal berührt wird, bevor er in den Korb geht.

Festlegung 3:

Wenn der Ball von unten in den Korb geht, handelt es sich nur dann um eine Regelübertretung, wenn der Ball vollständig durch den Ring geht und sich dann mit dem gesamten Durchmesser über dem Ring befindet.

Situation 1:

In den letzten Sekunden des Spiels unternimmt Spieler A4 einen Korbwurfversuch aus seinem Rückfeld. Der Wurf ist zu kurz und der Ball fällt auf den Boden:

  1. Innerhalb des Drei-Punkte-Feldkorb-Bereichs.
  2. Innerhalb des Zwei-Punkte-Feldkorb-Bereichs.
Anschließend geht der Ball in den Korb, bevor das Zeitnehmer-Signal ertönt.

Interpretation:

  1. Der Korb zählt drei Punkte.
  2. Der Korb zählt zwei Punkte.

Situation 2:

Spieler A4 unternimmt einen Korbwurfversuch oder spielt einen Pass, jeweils aus dem Drei-Punkte-Feldkorb-Bereich. Während sich der Ball im Aufwärtsflug befindet, wird er legal von einem Spieler berührt:

  1. Innerhalb des Drei-Punkte-Feldkorb-Bereichs.
  2. Innerhalb des Zwei-Punkte-Feldkorb-Bereichs.

Anschließend geht der Ball in den Korb.

Interpretation:

  1. Der Korb zählt drei Punkte.
  2. Der Korb zählt zwei Punkte.

Situation 3:

Spieler A4 unternimmt einen Korbwurfversuch aus dem Zwei-Punkte-Feldkorb-Bereich. Der aufsteigende Ball wird legal von einem Spieler berührt, der sich im Drei-Punkte-Feldkorb-Bereich befindet. Der Ball geht dann in den Korb.

Interpretation:

Der Korb zählt drei Punkte.

 

 

Art. 26 Einwurf

Interpretation:

Bei einem Einwurf von der Endlinie nach einem erfolgreichen Korb- oder letzten Freiwurf gilt: Weder die Anzahl der Spieler auf oder hinter der Endlinie noch die Anzahl der Pässe zwischen ihnen ist begrenzt. Dies gilt auch, wenn der Ball einem dieser Spieler von einem Schiedsrichter übergeben wird.

 

 

Art. 28: Spielerwechsel

Situation 1:

Es sind mehr als fünf Spieler einer Mannschaft auf dem Spielfeld.

Interpretation:

Ist die Mannschaft mit nur fünf Spielern in Ballkontrolle, müssen die Schiedsrichter mit ihrem Pfiff bzw. der Anschreiber mit seinem Signal so lange warten, bis die laufende Spielaktion beendet ist; das heißt: Die den Ball kontrollierende Mannschaft wirft auf den Korb, verliert die Ballkontrolle, hält den Ball vom Spiel zurück oder der Ball wird zum toten Ball.

Ist die Mannschaft mit den sechs Spielern in Ballkontrolle, muss das Spiel sofort unterbrochen werden. Vorausgesetzt, dass Schiedsrichter und Kampfgericht ihre Aufgaben korrekt erfüllt haben, muss ein Spieler das Spielfeld illegal betreten oder es nicht verlassen haben. Deshalb müssen die Schiedsrichter sofort einen Spieler vom Spielfeld schicken und auf technisches Foul gegen den Trainer ("B-Foul") entscheiden. Der Trainer ist dafür verantwortlich, dass Spielerwechsel korrekt durchgeführt werden und ausgewechselte Spieler sofort das Spielfeld verlassen.

Alle vom sechsten Spieler zwischenzeitlich erzielten Punkte zählen, und von ihm begangene Fouls bleiben als Spielerfouls bestehen.

Situation 2:

Das 24-Sekunden-Signal ertönt, als der Ball bei einem Korbwurfversuch in der Luft ist. Danach geht der Ball in den Korb. Ist dies eine Wechselmöglichkeit für beide Mannschaften und für beliebig viele Spieler?

Interpretation:

Ja, dies ist eine Wechselmöglichkeit für beide Mannschaften, da der Ball tot und die Spieluhr aus einem Grund gestoppt ist, den keine der beiden Mannschaften zu verantworten hat.

Situation 3:

Während eines letzten Freiwurfs begeht der Freiwerfer eine Regelübertretung. Darf der Freiwerfer jetzt ausgewechselt werden, selbst wenn dieser Spielerwechsel rechtzeitig vor dem Beginn der Ausführung des ersten Freiwurfs beantragt wurde?

Interpretation:

Nein, nur die Mannschaft darf auswechseln, die den Einwurf ausführen wird. Die Regelübertretung des Freiwerfers nimmt diesem das vormals zustehende Recht zur Auswechslung.

 

 

Art. 33 Spieler im Aus - Ball im Aus

Situation 1:

Ein Spieler mit Ball befindet sich auf dem Spielfeld und wird dabei von einem im Aus befindlichen Spieler berührt.

Interpretation:

Der Ball ist nicht im Aus.

Situation 2:

Ein Spieler mit Ball befindet sich auf dem Spielfeld. Der Ball wird von einem im Aus befindlichen Spieler berührt.

Interpretation:

Der Ball ist im Aus. Der Ausball wird durch den Spieler verursacht, der im Aus steht.

 

Art. 39 24-Sekunden

Festlegung 1:

Wenn ein Schiedsrichter das Spiel aus einem Grund unterbricht, den keine der beiden Mannschaften zu vertreten hat, wird die 24-Sekunden-Anlage zurück gestellt.

Beispiele:

Mannschaft A ist in Ballkontrolle und die 24-Sekunden-Anlage zeigt noch 15 Sekunden an, als der Schiedsrichter das Spiel unterbricht,

  1. um den Boden wischen zu lassen.
  2. weil die Spieluhr nicht in Gang gesetzt wurde.
  3. weil ein Zuschauer das Spielfeld betreten hat.

Interpretation:

In all diesen Fällen wird das Spiel mit einem Einwurf für Mannschaft A und einer neuen 24-Sekunden-Periode fortgesetzt.

Festlegung 2: 

Erfolgt ein Korbwurfversuch kurz vor Ende der 24-Sekunden-Periode und das Signal ertönt, während der Ball in der Luft ist, nachdem er die Hand oder Hände des Spielers bei dem Korbwurfversuch verlassen hat, und geht der Ball in den Korb, zählt der Korb.

In dieser Situation gelten alle Vorschriften für Goal tending und Stören des Balles.

Im Folgenden wird die angreifende Mannschaft durchgängig als "Mannschaft A" und die verteidigende Mannschaft als "Mannschaft B" bezeichnet.

Beispiele:

Interpretationen

1.

Wurf,
Signal,
Ball geht in den Korb:

Korb zählt,

Einwurf Endlinie für Mannschaft B.

2.

Wurf,
Signal,

Ball berührt den Ring,

Ball geht nicht in den Korb:

24-Sekunden-Regelübertretung,

Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, von der aus der Wurf erfolgte,

neue 24-Sekunden-Periode.

3.

Wurf,
Signal,

Ball berührt Ring oder Brett,

Ball geht in den Korb:

Korb zählt,

Einwurf Endlinie für Mannschaft B.

4.

Wurf,

Signal,

aufsteigender Ball wird von Spieler B berührt:

Toter Ball durch Berührung von Spieler B,

24-Sekunden-Regelübertretung,

Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, von der aus der Wurf erfolgte,

neue 24-Sekunden-Periode.

5.

Wurf,

Signal,

aufsteigender Ball wird von Spieler A berührt:

Toter Ball durch Berührung von Spieler A,

24-Sekunden-Regelübertretung,

Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, von der aus der Wurf erfolgte,

neue 24-Sekunden-Periode.

6.

Wurf,

Signal,

Goal tending durch Spieler A:

Regelübertretung (Goal tending) von Spieler A, Korb zählt nicht,

Einwurf für Mannschaft B von der Seitenlinie in Höhe der Freiwurflinie - unabhängig davon, ob der Ball in den Korb ging oder nicht,

neue 24-Sekunden-Periode.

7.

Wurf,

Signal,

Goal tending durch Spieler B:

Regelübertretung (Goal tending) von Spieler B,
Korb zählt,
Einwurf Endlinie für Mannschaft B,

neue 24-Sekunden-Periode.

8.

Wurf,
Signal,

Ball springt vom Ring zurück,

Ball wird von Spieler A berührt:

Toter Ball,
24-Sekunden-Regelübertretung,

Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, von der aus der Wurf erfolgte,
neue 24-Sekunden-Periode.

9.

Wurf,

Signal,

Ball springt vom Ring zurück,

Ball wird von Spieler B berührt:

Toter Ball,

24-Sekunden-Regelübertretung,

Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, von der aus der Wurf erfolgte,

neue 24-Sekunden-Periode.

10.

Wurf,

Signal,

Ball verfehlt den Ring:

24-Sekunden-Regelübertretung,

Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, von der aus der Wurf erfolgte,

neue 24-Sekunden-Periode.

11.

Wurf,

Ball berührt den Ring,

kein Signal:

Das Spiel wird ohne Unterbrechung fortgesetzt,
neue 24-Sekunden-Periode für die Mannschaft, die Ballbesitz erlangt.

12.

Wurf,

Ball berührt den Ring,

Signal,
Ball geht in den Korb:

Irrtümliches Signal,
Korb zählt.

13.

Wurf,
Ball berührt den Ring,
Signal,
Ball geht nicht in den Korb:

Irrtümliches Signal,
Sprungball.

14.

Wurf,
Ball verfehlt den Ring,
kein Signal:

Rebound durch Mannschaft A:

Die 24-Sekunden-Uhr läuft weiter.

Rebound durch Mannschaft B:

Neue 24-Sekunden-Periode.

15.

Wurf,

Ball verfehlt den Ring,
Signal:

24-Sekunden-Regelübertretung,

Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, von der aus der Wurf erfolgte,

neue 24-Sekunden-Periode.

16.

Wurf,
Wurfblock durch Spieler B,
Signal,
Ball geht in den Korb:

Korb zählt,

Einwurf Endlinie für Mannschaft B.

17.

Wurf,
Wurfblock durch Spieler B,
Signal,
Ball geht nicht in den Korb:

24-Sekunden-Regelübertretung,

Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, von der aus der Wurf erfolgte,

neue 24-Sekunden-Periode.

18.

Wurf,
Wurfblock durch Spieler B,
Ball geht ins Aus:

Einwurf für Mannschaft A nächst der Stelle, von der der Ball ins Aus ging,
keine neue 24-Sekunden-Periode, es verbleibt nur die Restzeit.

19.

Wurf,

Wurfblock durch Spieler B,
Mannschaft B erlangt
Ballkontrolle,
Signal:

Irrtümliches Signal,
Einwurf für Mannschaft B,
neue 24-Sekunden-Periode.

20.

Wurf,
Wurfblock durch Spieler B,
Mannschaft A behält
Ballkontrolle:

Das Spiel wird ohne Unterbrechung fortgesetzt,
keine neue 24-Sekunden-Periode,
es verbleibt nur die Restzeit.

21.

Pass durch einen Spieler A,
Ball wird durch beliebigen Spieler abgefälscht,
Ball berührt den Ring:

Das Spiel wird ohne Unterbrechung fortgesetzt,
keine neue 24-Sekunden-Periode,
es verbleibt nur die Restzeit.

22.

Wurf,
Wurfblock durch B4,
Werfer wird von B4 gefoult,
Signal:

Irrtümliches Signal,
Bestrafung des Fouls,
keine 24-Sekunden-Regelübertretung.

23.

Wurf,
Wurfblock durch B4,
Signal,
Werfer wird von B4 gefoult:

24-Sekunden-Regelübertretung,
das Foul wird nicht beachtet (außer es handelt sich um ein technisches, unsportliches oder disqualifizierendes Foul),
Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, von der aus der Wurf erfolgte,

neue 24-Sekunden-Periode.

 

 

Art. 40 Spielen des Balles ins Rückfeld

Situation:

Spieler A4 kontrolliert einen belebten Ball im Rückfeld und passt den Ball ins Vorfeld. Dort wird der Ball von seinem Mitspieler A5 oder einem Schiedsrichter abgelenkt und danach von Spieler A6 im Rückfeld als erster berührt.

Interpretation:

Dies ist eine Regelübertretung. Der Ball wurde illegal ins Rückfeld gespielt.

 

 

Art. 41 Goal tending und Stören des Balles

Festlegung 1:

Die Vorschriften für Goal tending und Stören des Balles gelten auch in den Fällen, in denen der Ball nach einem Korbwurfversuch im Aufwärtsflug berührt würde.

Festlegung 2:

Nach einer Entscheidung auf Goal tending oder Stören des Balles durch die verteidigende Mannschaft, in der Punkte zuerkannt werden, wird das Spiel mit Einwurf an der Endlinie durch Mannschaft B fortgesetzt. Die Schiedsrichter sollen bei diesem Einwurf nicht den Ball an sich nehmen und dem Einwerfer übergeben.

Situation:

Nach einem Korbwurfversuch aus dem Feld trifft der Ball den Ring, springt vom Ring hoch, und ein Gegner versetzt Brett oder Ring so in Schwingung, dass nach Ansicht des Schiedsrichters der Ball deshalb nicht in den Korb geht.

Interpretation:

Solange der Ball in den Korb hätte gehen können, ist dies eine Regelübertretung (Stören des Balles). Mannschaft A werden zwei/drei Punkte zuerkannt.

Festlegung 3:

Am Ende einer Spielperiode oder Verlängerung können Situationen auftreten, in denen das Zeitnehmer-Signal für das Ende der Spielperiode ertönt, während sich der Ball nach einem Korbwurfversuch in der Luft befindet (siehe Situation 1). Ähnliche Situationen können auftreten, wenn der Ball nach einem Korbwurfversuch in der Luft ist, nachdem ein Foul am Korbwerfer gepfiffen wurde (siehe Situation 2), sowie wenn der Ball nach einem Korbwurfversuch in der Luft ist und das 24-Sekunden-Signal ertönt (siehe Situation 3).

Situation 1:

Korbwurfversuch von Spieler A4. Während der Ball in der Luft ist, ertönt das Zeitnehmer-Signal und danach ereignet sich folgendes:

    1. Der Ball wird im Aufwärtsflug von A5 oder B5 berührt.
    2. Interpretation: Legale Aktion. Durch die Ballberührung wird der Ball zum toten Ball. Es können keine Punkte erzielt werden. Ende der Spielperiode.

    3. Der Ball wird im Abwärtsflug über Ringniveau von A5 berührt.
    4. Interpretation: Regelübertretung durch A5 (Goal tending). Es können keine Punkte erzielt werden. Ende der Spielperiode.

    5. Der Ball wird im Abwärtsflug über Ringniveau von B5 berührt.
    6. Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Goal tending). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. Ende der Spielperiode.

    7. Der Ball berührt den Ring, springt von dort zurück und wird dann von A5 oder B5 berührt.
    8. Interpretation: Legale Aktion. Durch die Ballberührung wird der Ball zum toten Ball. Es können keine Punkte erzielt werden. Ende der Spielperiode.

    9. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, berührt Spieler A5 den Ring, das Netz oder Brett.
    10. Interpretation: Regelübertretung durch A5 (Stören des Balles). Es können keine Punkte erzielt werden. Ende der Spielperiode.

    11. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, berührt Spieler B5 den Ring, das Netz oder Brett.
    12. Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Stören des Balles). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. Ende der Spielperiode.

    13. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, greift Spieler A5 von unten durch den Korb und berührt dabei den Ball, den Ring, das Netz oder Brett.
    14. Interpretation: Regelübertretung durch A5 (Stören des Balles). Es können keine Punkte erzielt werden. Ende der Spielperiode.

    15. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, greift Spieler B5 von unten durch den Korb und berührt dabei den Ball, den Ring, das Netz oder Brett.
    16. Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Stören des Balles). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. Ende der Spielperiode.

    17. Während der Ball bereits im Korb ist, berührt Spieler A5 den Ball, den Ring oder das Netz.
    18. Interpretation: Legale Aktion. Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. Ende der Spielperiode.

    19. Während der Ball bereits im Korb ist, berührt Spieler B5 den Ball, den Ring oder das Netz.
      • Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Stören des Balles). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. Ende der Spielperiode.

Situation 2:

Spieler B4 foult den Korbwerfer A4. Während der Ball in der Luft ist, ereignet sich folgendes:

    1. Der Ball wird im Aufwärtsflug von A5 oder B5 berührt.
    2. Interpretation: Legale Aktion. Durch die Ballberührung wird der Ball zum toten Ball. Es können keine Punkte erzielt werden. Zwei/drei Freiwürfe für A4.

    3. Der Ball wird im Abwärtsflug über Ringniveau von A5 berührt.
    4. Interpretation: Regelübertretung durch A5 (Goal tending). Es können keine Punkte erzielt werden. Zwei/drei Freiwürfe für A4.

    5. Der Ball wird im Abwärtsflug über Ringniveau von B5 berührt.
    6. Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Goal tending). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. A4 erhält einen Freiwurf zugesprochen.

    7. Der Ball berührt den Ring, springt von dort zurück und wird dann von A5 oder B5 berührt.
    8. Interpretation: Legale Aktion. Durch die Ballberührung wird der Ball zum toten Ball. Zwei/drei Freiwürfe für A4.

    9. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, berührt Spieler A5 den Ring, das Netz oder Brett.
    10. Interpretation: Regelübertretung durch A5 (Stören des Balles). Es können keine Punkte erzielt werden. Zwei/drei Freiwürfe für A4.

    11. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, berührt Spieler B5 den Ring, das Netz oder Brett.
    12. Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Stören des Balles). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. Ein Freiwurf für A4.

    13. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, greift Spieler A5 von unten durch den Korb und berührt dabei den Ball, den Ring, das Netz oder Brett.
    14. Interpretation: Regelübertretung durch A5 (Stören des Balles). Es können keine Punkte erzielt werden. Zwei/drei Freiwürfe für A4.

    15. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, greift Spieler B5 von unten durch den Korb und berührt dabei den Ball, den Ring, das Netz oder Brett.
    16. Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Stören des Balles). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. Ein Freiwurf für A4.

    17. Während der Ball bereits im Korb ist, berührt Spieler A5 den Ball, den Ring oder das Netz.
    18. Interpretation: Legale Aktion. Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. Ein Freiwurf für A4.

    19. Während der Ball bereits im Korb ist, berührt Spieler B5 den Ball, den Ring oder das Netz.
      • Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Stören des Balles). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt. Ein Freiwurf für A4.

Situation 3:

Korbwurfversuch von A4. Während der Ball in der Luft ist, ertönt das 24-Sekunden-Signal. Danach ereignet sich folgendes:

    1. Der Ball wird im Aufwärtsflug von A5 oder B5 berührt.
    2. Interpretation: Legale Aktion. Durch die Ballberührung wird der Ball zum toten Ball. Es können keine Punkte erzielt werden. 24-Sekunden-Regelübertretung.

    3. Der Ball wird im Abwärtsflug über Ringniveau von A5 berührt.
    4. Interpretation: Regelübertretung durch A5 (Goal tending). Es können keine Punkte erzielt werden.

    5. Der Ball wird im Abwärtsflug über Ringniveau von B5 berührt.
    6. Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Goal tending). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt.

    7. Der Ball berührt den Ring, springt von dort zurück und wird dann von A5 oder B5 berührt.
    8. Interpretation: Legale Aktion. Durch die Ballberührung wird der Ball zum toten Ball. Es können keine Punkte erzielt werden. 24-Sekunden-Regelübertretung.

    9. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, berührt Spieler A5 den Ring, das Netz oder Brett.
    10. Interpretation: Regelübertretung durch A5 (Stören des Balles). Es können keine Punkte erzielt werden.

    11. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, berührt Spieler B5 den Ring, das Netz oder Brett.
    12. Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Stören des Balles). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt.

    13. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, greift Spieler A5 von unten durch den Korb und berührt dabei den Ball, den Ring, das Netz oder Brett.
    14. Interpretation: Regelübertretung durch A5 (Stören des Balles). Es können keine Punkte erzielt werden.

    15. Während der Ball Kontakt mit dem Ring hat, greift Spieler B5 von unten durch den Korb und berührt dabei den Ball, den Ring, das Netz oder Brett.
    16. Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Stören des Balles). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt.

    17. Während der Ball bereits im Korb ist, berührt Spieler A5 den Ball, den Ring oder das Netz.
    18. Interpretation: Legale Aktion. Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt.

    19. Während der Ball bereits im Korb ist, berührt Spieler B5 den Ball, den Ring oder das Netz.
      Interpretation: Regelübertretung durch B5 (Stören des Balles). Es werden zwei/drei Punkte zuerkannt.

Art. 45 Doppelfoul

Situation 1:

A4 begeht einen Schrittfehler. Bevor der Ball einem Spieler der Mannschaft B zum Einwurf zur Verfügung steht, ereignet sich ein Doppelfoul zwischen A5 und B5.

Interpretation:

Einwurf für Mannschaft B nächst der Stelle, an welcher der Schrittfehler begangen wurde. Mannschaft B hat zwar zum Zeitpunkt des Doppelfouls noch keine Ballkontrolle, ihr steht aber der Ballbesitz zu. Es würde dem Geist und Sinn der Regeln zuwider laufen, dies nicht zu berücksichtigen.

Situation 2:

Trainer B begeht ein technisches Foul. A4 führt die beiden Freiwürfe aus, denen der Einwurf durch Mannschaft A von der Mittellinie folgen soll. Nach dem zweiten Freiwurf, aber noch vor dem Einwurf an der Mittellinie ereignet sich ein Doppelfoul zwischen A5 und B5.

Interpretation:

Einwurf für Mannschaft A an der Mittellinie. Mannschaft A hat zwar zum Zeitpunkt des Doppelfouls noch keine Ballkontrolle, ihr steht aber der Ballbesitz zu.

 

Art. 55 Mannschaftsfouls: Strafen

Situation 1:

A4 begeht einen Schrittfehler. Bevor der Ball einem Spieler der Mannschaft B zum Einwurf zur Verfügung steht, foult B5 den Spieler A5. Dies ist das 5. Mannschaftsfoul von Mannschaft B.

Interpretation:

Das Foul von B5 wird nicht mit 2 Freiwürfen gemäß der Mannschaftsfoul-Regel bestraft, da der Mannschaft B das Recht auf Ballbesitz zustand, als B5 das Foul beging. Die Rechte beider Mannschaften auf je einen Einwurf heben sich auf. Das Spiel wird mit einem Sprungball fortgesetzt.

Situation 2:

Trainer A begeht ein technisches Foul. B4 führt die beiden Freiwürfe aus, denen der Einwurf durch Mannschaft B von der Mittellinie folgen soll. Nach dem zweiten Freiwurf, aber noch bevor der Ball der Mannschaft B zur Verfügung steht, foult B5 den Spieler A5. Dies ist das 5. Mannschaftsfoul von Mannschaft B.

Interpretation:

Das Foul von B5 wird nicht mit Freiwürfen bestraft, da der Mannschaft B das Recht auf Ballbesitz zustand, als Spieler B5 das Foul beging. Das Recht auf Einwurf für Mannschaft B ist Teil einer Strafe (zwei Freiwürfe und Ballbesitz für das technische Foul gegen Trainer A) und kann nicht gegen das Recht auf nachfolgenden Einwurf für Mannschaft A (für das Foul von B5) aufgerechnet werden. Das Recht auf Einwurf durch Mannschaft B verfällt, und das Spiel wird mit Einwurf für Mannschaft A fortgesetzt.

 

Art. 56 Sonderfälle

Situation 1:

A4 erzielt einen Feldkorb. Danach begehen zunächst A5 und dann B5 jeweils ein technisches Foul.

Interpretation:

Die Strafen für die beiden technischen Fouls sind gleich und heben sich daher auf. Das Spiel wird so fortgesetzt, als hätten sich nach dem Feldkorb keine Fouls ereignet.

Situation 2:

Mannschaft A besitzt aus beliebigem Grund das Recht auf Einwurf, als zunächst ein technisches Foul gegen A5 und anschließend ein technisches Foul gegen B5 gepfiffen werden.

Interpretation:

Die Strafen für die beiden technischen Fouls sind gleich und heben sich daher auf. Übrig bleibt die Ausführung des Einwurfs durch Mannschaft A. Dabei ist es unerheblich, ob der Ball dem Einwerfer bereits zur Verfügung stand oder nicht.

Situation 3:

Mannschaft A ist in Kontrolle eines belebten Balles auf dem Feld, als auf Doppelfoul zwischen A5 und B5 entschieden wird. Nach dem Doppelfoul begeht A6 ein Foul an B6. Dies ist das 5. Mannschaftsfoul der Mannschaft A.

Interpretation:

Mit dem Foul von A6 entsteht ein Sonderfall. Tritt ein Sonderfall auf, so werden alle Strafen für Doppelfouls aufgehoben, so dass die Strafe für das Foul des Spielers A6 übrig bleibt, nämlich Einwurf für Mannschaft B. Da Mannschaft A zum Zeitpunkt des Fouls von A6 das Recht auf Ballbesitz zustand, wird dieses Foul mit Einwurf für Mannschaft B bestraft, unabhängig von der Anzahl der Mannschaftsfouls von Mannschaft A in dieser Spielperiode.

Situation 4:

Gegen Spieler A4 wird ein Schrittfehler gepfiffen, anschließend ein Doppelfoul zwischen A5 und B5, gefolgt von einem Foul von B6 an A6. Dies ist das 5. Mannschaftsfoul von Mannschaft B. Alle Fouls ereigneten sich, bevor der Ball nach dem Schrittfehler wieder belebt war.

Interpretation:

Tritt ein Sonderfall auf, so werden alle Strafen für Doppelfouls aufgehoben. Die Strafe für den Schrittfehler ist Ballbesitz für Mannschaft B. Die Strafe für das Foul von B6 ist Ballbesitz für Mannschaft A, unabhängig von der Anzahl der Mannschaftsfouls von B in dieser Spielperiode. Übrig bleiben zwei gleiche Strafen, die sich gegenseitig aufheben: Das Spiel wird mit Sprungball im nächst gelegenen Kreis fortgesetzt.

Situation 5:

Mannschaft A wurde der Ball nach einem Foul oder Regelübertretung zum Einwurf zugesprochen. Als dem Einwerfer der Ball bereits zur Verfügung steht, wird je ein technisches Foul gegen A5 und B5 gepfiffen. Danach foult A6 den Spieler B6. Dies ist das 5. Mannschaftsfoul von Mannschaft A.

Interpretation:

Die Strafen für die beiden technischen Fouls sind gleich und heben sich daher auf. Da der Ball dem Einwerfer bereits zur Verfügung stand und damit belebt war, kann diese Einwurfstrafe für das Foul oder die Regelübertretung nicht mehr mit der Einwurfstrafe für das Foul von A6 verrechnet werden. Daher verfällt das ursprüngliche Recht der Mannschaft A zum Einwurf, und die Mannschaft B erhält Einwurf für das Foul von A6, unabhängig von der Anzahl der Mannschaftsfouls der Mannschaft A, da die Mannschaft A beim Foul von A6 in Ballkontrolle war.

Falls sich die drei Fouls in diesem Beispiel ereignen, bevor dem Einwerfer der Ball zur Verfügung steht, kann die Mannschaftsfoul-Regel ebenfalls nicht angewendet werden, da der Mannschaft A das Recht auf Einwurf bereits zugesprochen war, als A6 das Foul beging. Dieses ursprüngliche Recht auf Einwurf für Mannschaft A wird aufgerechnet gegen die letzte Einwurfstrafe, und somit bleibt keine Strafe übrig. Das Spiel wird daher unabhängig von der Anzahl der Mannschaftsfouls mit Sprungball fortgesetzt.

Art. 57 Freiwürfe

Situation:

Während der Ball für den letzten oder einzigen Freiwurf in der Luft und auf dem Weg zum Korb ist, versetzt ein Gegenspieler des Freiwerfers das Brett oder den Ring so in Schwingung, dass der Ball nach Ansicht des Schiedsrichters deshalb nicht in den Korb geht.

Interpretation:

Der Freiwurf wird als erfolgreich gewertet, ein Punkt zuerkannt sowie auf technisches Foul gegen den Spieler entschieden, der die Regelübertretung begangen hat.

Art. 58 Korrigierbare Fehler

Situation 1:

Spieler B4 foult A4. Dies ist das 5. Mannschaftsfoul der Mannschaft B. Irrtümlich wird der Ball vom Schiedsrichter zum Einwurf an A5 übergeben und das Spiel fortgesetzt. Spieler A4 erhält den Ball und dribbelt. Zu diesem Zeitpunkt wird der Fehler entdeckt und ist somit noch korrigierbar.

Interpretation:

Der Fehler besteht im Versäumnis, dem Spieler A4 zwei zustehende Freiwürfe zu gewähren. Da der Ballbesitz seit dem Fehler nicht gewechselt hat, führt A4 zwei Freiwürfe aus. Danach geht das Spiel wie nach jedem letzten Freiwurf normal weiter.

Situation 2:

Spieler B4 foult A4. Dies ist das 5. Mannschaftsfoul von Mannschaft B. Irrtümlich wird der Ball vom Schiedsrichter zum Einwurf an A5 übergeben und das Spiel fortgesetzt. Spieler A4 erhält den Ball, dribbelt und erzielt einen Feldkorb. Zu diesem Zeitpunkt wird der Fehler entdeckt und ist somit noch korrigierbar.

Interpretation:

Der Fehler besteht im Versäumnis, dem Spieler A4 zwei zustehende Freiwürfe zu gewähren. Der Mannschaft A war fälschlicherweise Ballbesitz zugesprochen worden, aus dem sie einen Feldkorb erzielte, so dass der Fehler nicht beachtet wird. Die beiden versäumten Freiwürfe werden deshalb nicht nachgeholt. Der Feldkorb zählt, und das Spiel wird wie nach einem normalen Feldkorb fortgesetzt.

Situation 3:

Mannschaft A erhält irrtümlich den Ball zum Einwurf zugesprochen, obwohl Spieler A5 zwei Freiwürfe auszuführen hätte. Nach dem Einwurf und ohne dass ein Wechsel der Ballkontrolle stattgefunden hat, begeht B4 ein Foul an A4. Dies ist das 6. Mannschaftsfoul von Mannschaft B.

Interpretation:

Der Fehler besteht im Versäumnis, zwei dem Spieler A5 zustehende Freiwürfe zu gewähren. Spieler A5 erhält die beiden irrtümlich nicht gewährten Freiwürfe zugesprochen. Diese Freiwurfstrafe wird ohne Spieleraufstellung am Freiwurfraum ausgeführt. Nach der Fehlerkorrektur wird das Spiel an dem Punkt wieder aufgenommen, an dem es hierzu unterbrochen worden war: Zwei Freiwürfe für Spieler A4 mit Aufstellung.

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:
24. April 2003

 

© Axel Beckmann