|
Nachdem
die letzte Regeländerung nun zwei Jahre zurück
liegt, hat die FIBA für das Jahr 2000 wieder eine
Reihe von Neuerungen (ab Saison 2000/01) verabschiedet.
Es handelt sich um Änderungen, die das Tempo und
damit die Attraktivität des Spiels weiter steigern
sollen. Außerdem wurde manches vereinfacht und
Überflüssiges aus dem Regelwerk entfernt.
Im Folgenden werden die Änderungen erläutert,
die für Mannschaften und Kampfrichter besonders
wichtig sind und zu einer augenscheinlichen Veränderung
des Spielablaufs führen werden.
Aufgrund
der Vielzahl der mehr oder weniger gravierenden Änderungen
kann hier KEINE vollständige Darstellung der neuen
Regeln erfolgen. Vielmehr soll den Vereinen eine Hilfestellung
für die Praxis gegeben werden, die das Lesen
des neuen Regelwerks jedoch keineswegs ersetzen kann.
Die
Neuerungen sind durch kursiven
Fettdruck
hervorgehoben.
1. Änderungen
bei der Spielzeit
und ihre Konsequenzen
- Das Spiel besteht
jetzt aus vier
Spielperioden zu je zehn Minuten.
Zwischen der ersten und zweiten Spielperiode
sowie zwischen der dritten
und vierten Spielperiode und vor jeder Verlängerung
beträgt die Pause zwei Minuten.
Die Halbzeitpause beträgt jetzt offiziell immer
15 Minuten.
Jede Spielperiode
beginnt mit Sprungball, ein Seitenwechsel findet
wie bisher nur zur Halbzeit statt.
- In den ersten
drei Spielperioden und in jeder Verlängerung
kann jede Mannschaft eine Auszeit pro Spielperiode
beantragen. In der vierten Spielperiode
stehen jeder Mannschaft zwei
Auszeiten
zur Verfügung. Nicht genommene Auszeiten sind
weiterhin nicht übertragbar.
- Zu beachten ist,
dass jetzt JEDE
Auszeit eine Minute dauert. Das Spiel soll
also erst dann fortgesetzt werden, wenn nach 50
Sekunden das Signal zum Ende der Auszeit ertönt.
- Eine Auszeit
nach Korberfolg des Gegners kann nun beantragt
werden, bis
der Ball dem Einwerfer zur Verfügung steht
(also
später als bisher).
- Die Mannschaftsfoul-Grenze
wurde auf vier
Fouls pro Spielperiode festgelegt. Das bedeutet,
dass künftig ab dem fünften Mannschaftsfoul
einer Spielperiode (bisher: ab dem achten pro Halbzeit)
zwei Freiwürfe geworfen werden. Jede der vier
Spielperioden beginnt mit null Mannschaftsfouls;
alle Verlängerungen werden als Fortsetzung
der vierten Spielperiode behandelt.
2. Änderungen
der Zeitregeln
1
- Der Ball ist nach einem Korbwurfversuch in der
Luft und das 24"-Signal ertönt, danach:
- geht der Ball
in den Korb, ohne berührt zu werden -> Der
Korb zählt.
- springt der Ball
auf den Ring oder an das Brett und geht dann in
den Korb, ohne berührt zu werden -> Der
Korb zählt.
- geht der Ball
nach der Ring-/Brettberührung nicht in den
Korb oder verfehlt den Korb (Airball) -> Übertretung
der 24-Sekunden-Regel.
- wird der Ball
legal, also im Aufsteigen berührt (egal durch
welche Mannschaft) -> Der Ball ist mit der Berührung
tot, Übertretung der 24-Sekunden-Regel.
- erfolgt ein Goal
tending, also illegales Berühren des Balles
(egal durch welche Mannschaft) -> Es wird nur
das Goal tending geahndet, das 24"-Signal wird
ignoriert.
2
- Der Ball springt nach einem Korbwurfversuch vom
Ring zurück:
-> Es
beginnt eine neue 24-Sekunden-Periode, sobald eine
der beiden Mannschaften Ballkontrolle erlangt.
3
- Der Ball berührt nach einem Korbwurfversuch
nicht den Ring:
-> Die
24-Sekunden-Uhr läuft weiter; es beginnt nur
dann eine neue 24-Sekunden-Periode, sobald die verteidigende
Mannschaft Ballkontrolle erlangt.
3. Weitere Änderungen
Schließlich
gibt es noch weitere Neuerungen, die sich spürbar
auf den Spielablauf auswirken:
- Bei einem technischen
Foul gegen einen Spieler gibt es künftig einen
Freiwurf und anschließend Einwurf an der Mittellinie
(bisher: 2 Freiwürfe).
- Für den Spielerwechsel
gibt es eine zusätzliche Möglichkeit:
Eine Mannschaft kann einen Spielerwechsel
durchführen, wenn
sie in den letzten zwei Minuten der vierten Spielperiode
oder einer Verlängerung einen Korb hinnehmen
musste.
Wechselt eine Mannschaft in dieser Situation, kann
auch die Gegenmannschaft einen angemeldeten Spielerwechsel
durchführen.
- Wenn auf dem Anschreibebogen
neben dem Trainer
auch ein Trainer-Assistent
eingetragen ist, so dürfen nun beide
während des Spiels stehen, jedoch nicht
beide gleichzeitig.
- Es ist legal,
wenn der Ball
bei einem Einwurf über das Spielbrett hinweg
eingeworfen
wird. Der Ball darf die Rückseite des Spielbrettes,
etc. jedoch nicht berühren.
- Ist der Ball
nach einem Wurf in
der Luft und ein Verteidiger
schlägt
absichtlich oder
unabsichtlich
so ans
Brett oder an den Ring, dass der Ball -
nach Meinung des Schiedsrichters - deshalb nicht
in den Korb geht, wird der Wurf nun als erfolgreich
gewertet, dafür wird aber kein
technisches Foul mehr verhängt.
- Beim Sprungball
sind die Springer
nur noch
nach einem Halteball
oder
einem Doppelfoul
mit Sprungballentscheidung
festgelegt. Die Springer müssen jedoch
zum Zeitpunkt der Entscheidung (Pfiff des Schiedsrichters)
auf dem
Feld gewesen sein.
- Wirft ein Spieler
den Ball absichtlich
oder unabsichtlich von unten durch den Korb,
ist dies nun immer eine Regelübertretung
(Einwurf für die gegnerische Mannschaft).
- Zur Kompensation
von Strafen kann nun auch ein
Einwurf nach Regelübertretung mit einer
Foulstrafe "verrechnet" werden (bisher:
nur gegenseitige Foulstrafen). Beispiel: Schrittfehler
der Mannschaft A, anschließend (vor dem Einwurf)
Offensivfoul der Mannschaft B. Das Spiel wird mit
Sprungball fortgesetzt, die beiden Einwürfe
heben sich auf.
- Tippt ein Springer
beim Sprungball
den Ball in Richtung des Korbes,
so wird dies nun - wie bisher schon das Tippen beim
Rebound - als Korbwurfversuch
behandelt (wichtig bei Foul oder Ertönen
des Zeitnehmer-Signals).
|