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Regeln | Grundlagen | Kompaktwissen

 

 

Autor: Martin Drechsel (Basketballverband Baden-Württemberg)

 

 

FIBA-Regeln 2000: Das Wichtigste für die Vereine

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem die letzte Regeländerung nun zwei Jahre zurück liegt, hat die FIBA für das Jahr 2000 wieder eine Reihe von Neuerungen (ab Saison 2000/01) verabschiedet. Es handelt sich um Änderungen, die das Tempo und damit die Attraktivität des Spiels weiter steigern sollen. Außerdem wurde manches vereinfacht und Überflüssiges aus dem Regelwerk entfernt. Im Folgenden werden die Änderungen erläutert, die für Mannschaften und Kampfrichter besonders wichtig sind und zu einer augenscheinlichen Veränderung des Spielablaufs führen werden.

Aufgrund der Vielzahl der mehr oder weniger gravierenden Änderungen kann hier KEINE vollständige Darstellung der neuen Regeln erfolgen. Vielmehr soll den Vereinen eine Hilfestellung für die Praxis gegeben werden, die das Lesen des neuen Regelwerks jedoch keineswegs ersetzen kann.

Die Neuerungen sind durch kursiven Fettdruck hervorgehoben.

1. Änderungen bei der Spielzeit und ihre Konsequenzen 

  • Das Spiel besteht jetzt aus vier Spielperioden zu je zehn Minuten. Zwischen der ersten und zweiten Spielperiode sowie zwischen der dritten und vierten Spielperiode und vor jeder Verlängerung beträgt die Pause zwei Minuten. Die Halbzeitpause beträgt jetzt offiziell immer 15 Minuten. Jede Spielperiode beginnt mit Sprungball, ein Seitenwechsel findet wie bisher nur zur Halbzeit statt.
  • In den ersten drei Spielperioden und in jeder Verlängerung kann jede Mannschaft eine Auszeit pro Spielperiode beantragen. In der vierten Spielperiode stehen jeder Mannschaft zwei Auszeiten zur Verfügung. Nicht genommene Auszeiten sind weiterhin nicht übertragbar.
  • Zu beachten ist, dass jetzt JEDE Auszeit eine Minute dauert. Das Spiel soll also erst dann fortgesetzt werden, wenn nach 50 Sekunden das Signal zum Ende der Auszeit ertönt.
  • Eine Auszeit nach Korberfolg des Gegners kann nun beantragt werden, bis der Ball dem Einwerfer zur Verfügung steht (also später als bisher).
  • Die Mannschaftsfoul-Grenze wurde auf vier Fouls pro Spielperiode festgelegt. Das bedeutet, dass künftig ab dem fünften Mannschaftsfoul einer Spielperiode (bisher: ab dem achten pro Halbzeit) zwei Freiwürfe geworfen werden. Jede der vier Spielperioden beginnt mit null Mannschaftsfouls; alle Verlängerungen werden als Fortsetzung der vierten Spielperiode behandelt.

2. Änderungen der Zeitregeln 

  • Acht-Sekunden-Regel: Eine Mannschaft hat jetzt nur noch acht Sekunden Zeit, um zu versuchen, den Ball in ihr Vorfeld zu spielen (bisherige 10-Sekunden-Regel).
  • 24-Sekunden Regel: Diese Änderung hat wahrscheinlich die größten Auswirkungen auf den Spielablauf, da nicht nur die Zeit für einen Angriff von 30 auf 24 Sekunden reduziert wurde. Vielmehr gibt es völlig neue Regelungen für das Stoppen und Zurückstellen der 24-Sekunden-Uhr. Für die Vereine bedeutet das, die Kampfrichter besonders im Hinblick auf diese Änderung zu schulen.
    Bei einem Korbwurf wird die 24-Sekunden-Uhr gestoppt und auf 24 Sekunden zurück gestellt,
    wenn der Ball den Ring berührt (bisher: wenn der Ball die Hand des Werfers verlässt).
    Das
    24-Sekunden Signal stoppt auf alle Fälle die Spieluhr.
  • Hier eine Auswahl von Situationen zur neuen 24-Sekunden-Regel:

    1 - Der Ball ist nach einem Korbwurfversuch in der Luft und das 24"-Signal ertönt, danach:

    1. geht der Ball in den Korb, ohne berührt zu werden -> Der Korb zählt.
    2. springt der Ball auf den Ring oder an das Brett und geht dann in den Korb, ohne berührt zu werden -> Der Korb zählt.
    3. geht der Ball nach der Ring-/Brettberührung nicht in den Korb oder verfehlt den Korb (Airball) -> Übertretung der 24-Sekunden-Regel.
    4. wird der Ball legal, also im Aufsteigen berührt (egal durch welche Mannschaft) -> Der Ball ist mit der Berührung tot, Übertretung der 24-Sekunden-Regel.
    5. erfolgt ein Goal tending, also illegales Berühren des Balles (egal durch welche Mannschaft) -> Es wird nur das Goal tending geahndet, das 24"-Signal wird ignoriert.

    2 - Der Ball springt nach einem Korbwurfversuch vom Ring zurück:

    -> Es beginnt eine neue 24-Sekunden-Periode, sobald eine der beiden Mannschaften Ballkontrolle erlangt.

    3 - Der Ball berührt nach einem Korbwurfversuch nicht den Ring:

    -> Die 24-Sekunden-Uhr läuft weiter; es beginnt nur dann eine neue 24-Sekunden-Periode, sobald die verteidigende Mannschaft Ballkontrolle erlangt.

3. Weitere Änderungen

Schließlich gibt es noch weitere Neuerungen, die sich spürbar auf den Spielablauf auswirken: 

  • Bei einem technischen Foul gegen einen Spieler gibt es künftig einen Freiwurf und anschließend Einwurf an der Mittellinie (bisher: 2 Freiwürfe).
  • Für den Spielerwechsel gibt es eine zusätzliche Möglichkeit: Eine Mannschaft kann einen Spielerwechsel durchführen, wenn sie in den letzten zwei Minuten der vierten Spielperiode oder einer Verlängerung einen Korb hinnehmen musste. Wechselt eine Mannschaft in dieser Situation, kann auch die Gegenmannschaft einen angemeldeten Spielerwechsel durchführen.
  • Wenn auf dem Anschreibebogen neben dem Trainer auch ein Trainer-Assistent eingetragen ist, so dürfen nun beide während des Spiels stehen, jedoch nicht beide gleichzeitig.
  • Es ist legal, wenn der Ball bei einem Einwurf über das Spielbrett hinweg eingeworfen wird. Der Ball darf die Rückseite des Spielbrettes, etc. jedoch nicht berühren.
  • Ist der Ball nach einem Wurf in der Luft und ein Verteidiger schlägt absichtlich oder unabsichtlich so ans Brett oder an den Ring, dass der Ball - nach Meinung des Schiedsrichters - deshalb nicht in den Korb geht, wird der Wurf nun als erfolgreich gewertet, dafür wird aber kein technisches Foul mehr verhängt.
  • Beim Sprungball sind die Springer nur noch nach einem Halteball oder einem Doppelfoul mit Sprungballentscheidung festgelegt. Die Springer müssen jedoch zum Zeitpunkt der Entscheidung (Pfiff des Schiedsrichters) auf dem Feld gewesen sein.
  • Wirft ein Spieler den Ball absichtlich oder unabsichtlich von unten durch den Korb, ist dies nun immer eine Regelübertretung (Einwurf für die gegnerische Mannschaft).
  • Zur Kompensation von Strafen kann nun auch ein Einwurf nach Regelübertretung mit einer Foulstrafe "verrechnet" werden (bisher: nur gegenseitige Foulstrafen). Beispiel: Schrittfehler der Mannschaft A, anschließend (vor dem Einwurf) Offensivfoul der Mannschaft B. Das Spiel wird mit Sprungball fortgesetzt, die beiden Einwürfe heben sich auf.
  • Tippt ein Springer beim Sprungball den Ball in Richtung des Korbes, so wird dies nun - wie bisher schon das Tippen beim Rebound - als Korbwurfversuch behandelt (wichtig bei Foul oder Ertönen des Zeitnehmer-Signals).

 

 

 

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 Letzte Aktualisierung:
31. Dezember 2002

 

© Axel Beckmann