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Regeln | Grundlagen | Kompaktwissen

 

 

Quelle: BASKETBALL

 

 

Noch mehr Angriffe und noch mehr Aktionen

 

 

 

 

 

 

 

DBB- und FIBA-Schiedsrichter Jens Staudenmeyer schildert die neuen Regeln und ihre Auswirkungen

Warum gibt es schon wieder Regeländerungen im Basketball? Im wesentlichen gibt es dafür zwei Gründe: Erstens der Wunsch nach Steigerung der Attraktivität. Denn alles, was das Spiel attraktiv für die Zuschauer machte - nämlich die Anzahl der erzielten Punkte in den Spielen und die Fast Breaks - ist in letzter Zeit deutlich zurückgegangen. Und zweitens gibt es das Bestreben, die FIBA-Regeln weiter an die der NBA anzugleichen.

Aber keine Angst vor den neuen Regeln. Man muss kein ausgewiesener Regelpapst sein, um die Neuerungen zu verinnerlichen, denn für Zuschauer, Spieler und Trainer hat Jens Staudenmayer die wichtigsten Regeländerungen 2000 kompakt und übersichtlich für Sie zusammengefasst. Was ist also wirklich neu und wissenswert?

Im administrativen Bereich sehen die Regeländerungen nun die Möglichkeit vor, drei statt bisher zwei Schiedsrichter zum Einsatz zu bringen. Diese Neuerung greift allerdings in den Bundesligen (noch) nicht. Hier werden also weiterhin vier statt sechs Augen versuchen, alles im Auge zu behalten.

Bei den Spielern wird künftig mehr Beherrschung gegenüber den Referees gefragt sein, denn die sogenannten Technischen Fouls (z.B. für Beleidigungen) werden teurer: Statt bislang zwei Freiwürfen wird nun ein Freiwurf plus Ballbesitz als Strafe verhängt.

Bislang durfte bei gestoppter Spielzeit nach Korberfolgen in den letzten beiden Spielminuten kein Spielerwechsel vorgenommen werden, dies ist nun für das ballbesitzende Team zulässig und - wenn dieses wechselt - auch für den Gegner.

Änderungen gibt es künftig auch bei den Spielperioden: Aus zwei Halbzeiten zu je 20 Minuten werden vier Spielviertel à zehn Minuten. Zwischen dem ersten und zweiten sowie zwischen dem dritten und vierten Spielviertel gibt es eine zweiminütige Pause, die Halbzeitpause beträgt 15 Minuten.

In den ersten drei Vierteln und gegebenenfalls, in jeder Verlängerung stehen jedem Team jeweils eine, im letzten Spielviertel zwei Auszeiten zu. Die Übertragung nicht genommener Auszeiten auf andere Spielviertel ist nicht zulässig. Die Flexibilität der Trainer ist also insgesamt eingeschränkt worden.

Wegen der geänderten Spielperioden ändert sich auch die Bestrafung der Mannschaftsfouls: Während bislang zwei Freiwürfe ab dem achten Teamfoul zugesprochen wurden, ist dies nun ab dem fünften Teamfoul je Viertel der Fall (Ausnahme wie bisher: gilt nicht bei Fouls der Mannschaft in Ballkontrolle).

Am einschneidendsten sind jedoch die Zeitregeländerungen: Musste bislang die angreifende Mannschaft binnen zehn Sekunden ihre eigene Spielfeldhälfte verlassen, hat sie dafür nun nur noch acht Sekunden Zeit.

Und: Die Neueinführung der 24-Sekunden-Regel (statt bislang 30-Sekunden) sorgt dafür, dass Angriffe wesentlich schneller als bisher abgeschlossen werden müssen, denn es reicht nicht mehr aus, dass der Ball die Hand des Werfers innerhalb dieser 24-Sekunden verlässt, sondern der Ball muss entweder im Korb landen oder aber den Ring berührt haben.

Für das Spiel bedeutet das, dass die angreifende Mannschaft spätestens nach 22 Sekunden werfen sollte, um noch rechtzeitig "dran" zusein.

Die auf den ersten Blick etwas schwierig erscheinende Regeiän-derung soll an drei einfachen Beispielen verdeutlicht werden:

Erstens: Sofern der Ball nach einem Korbwurf in der Luft ist und dann das 24-Sekunden-Signal ertönt, der Ball danach in den Korb geht, zählt der Korb. Gleiches gilt, wenn der Ball nach einem Korbwurf-versuch in der Luft ist, das 24-Sekunden-Signal ertönt und danach der Ball nach vorheriger Ring -und/oder Brettberührung in den Korb geht.

Dritter Fall: Wie Fall zwei -verfehlt aber der Ball anschließend sein Ziel, handelt es sich um eine Übertretung der 24-Sekunden-Regel.

Die Mannschaftsverantwortlichen haben in vielen Fällen den Regeländerungen insofern Rechnung getragen, als dass sie die Vorjahresteams schneller gemacht und große, eher unbewegliche Spieler gegen athlethischere beziehungsweise flexibler einsetzbare Akteure ausgetauscht haben.

Mannschaften, Schiedsrichter und Kampfgerichte haben sich nach den bisherigen Erfahrungen der Vorbereitungszeit gut auf die Regeländerungen eingestellt, so dass sich alle am Spiel Beteiligten und auch die Zuschauer auf schnellere und damit attraktivere Spiele freuen können. Ab der kommenden Spielzeit werden mehr Angriffe und damit mehr Aktionen pro Spiel zu bewundern sein. Für die Schiedsrichter bedeutet das: noch mehr laufen und besser hingucken!

 

 

 

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 Letzte Aktualisierung:
31. Dezember 2002

 

© Axel Beckmann