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Regeln | Ausarbeitungen | Vortei- / Nachteil-Prinzip

 

 

Autor: Dr. Norbert Esser (SRK Baden-Württemberg)

 

 

 

Mehr Spielfluss durch Vorteil/Nachteil - Prinzip

 

Anweisungen zu Regelinterpretation und Schiedsrichter-Technik 1999/2000

Keine neuen Regeln für die Saison 1999/2000, aber dennoch wichtige Schwerpunkte waren auf Anweisung der FIBA und des DBB den Schiedsrichtern kurz vor Saisonbeginn zu vermitteln. Grundgedanke ist dabei, "unnötige" und damit für die Zuschauer unattraktive Spielunterbrechungen zu vermeiden. Aus dem - gleichsam von Außen mit dem Regelbuch in der Hand eingreifenden - Schieds"richter" soll nun ein Partner der Mannschaften werden mit der besonderen Aufgabe, durch seine Entscheidungen den Spielfluss und die Spielkontrolle auf der Grundlage der Regeln ausgewogen zu dirigieren. Ein hoher Anspruch, der eindeutig auf einen noch höheren Unterhaltungswert des Basketballspiels zielt, aber was bedeutet dies nun konkret? Antwort:

Die Schiedsrichter müssen nach wie vor alle Regelübertretungen wie Schrittfehler, Doppeldribbel, 3-Sekunden etc. und alle illegalen Kontakte sofort erkennen und den Verursacher nach dem Wortlaut der Regeln identifizieren. Aber, sie sollen dies nur pfeifen, wenn die Regelverletzung einer Mannschaft in dieser Spielsituation einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil bringt oder zu übermäßiger Härte im Spiel führen kann. Es geht also nicht um den Vorteil, nach einer Schrittfehler- oder Foul-Entscheidung Ballbesitz zu erhalten, sondern um den Vorteil/Nachteil in der aktuellen Situation: ein Foulpfiff, dessen einziger Einfluss auf das Spiel darin besteht, dass es unterbrochen und dem Spieler ein Foul angeschrieben wird, widerspricht dieser neuen Interpretation und soll daher unterbleiben.

Erste Erfahrungen noch vor dem Start der Runde haben gezeigt, dass sich die Mannschaften schnell auf diese Vorgaben an die Schiedsrichter einstellen und den gesteigerten Spielfluss zu schätzen wissen. Es sollte aber jeder Basketballfreund auf dem neusten Stand der gewünschten Entwicklung sein; daher dieser Artikel und daher die Bitte an alle, diese Informationen in der Basketballgemeinde weiter zu verbreiten.

Bei der Schiedsrichter-Technik sind folgende, bisher wenig beachtete Schwerpunkte zu berücksichtigen: Um eine jederzeit günstige Position zur Entscheidung zu ermöglichen, wurden die früheren Vorgaben für die Laufwege der Schiedsrichter nach folgendem Motto freigegeben: Gehe dahin, wo Du sein musst, um das sehen zu können, was Du sehen musst! Vermeide "long-distance calls"! Insbesondere der sogenannte Folgende Schiedsrichter wird also bei Bedarf von seinem angestammten Bereich links hinter dem Angriff nun bis zur Gegenseite - rechts hinter dem Angriff - wechseln, falls dort zum Beispiel der Angreifer mit Ball eng bewacht oder gar gedoppelt wird. Damit wird er bei einem Turnover gelegentlich auch im Wege stehen, aber das Prinzip der Spielnähe hat (wie auch bei anderen Sportarten) höhere Priorität. Eine "Grenzlinie", wie sie die bisherige gedachte Korb-Korb Linie darstellte, gibt es nicht mehr.

Neue Regeln gibt's dann - wie immer - nach der nächsten Olympiade 2000 in Sydney. Nach derzeitigem Stand geht es vor allem um einige Zeitregeln (24-Sekunden statt 30; 8-Sek statt 10, 4 x 10 Minuten Spielzeit).

 

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 Letztes Update:
28. Dezember 2002

 

© Axel Beckmann