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Regeln | Ausarbeitungen | Sperre

 

 

Hausarbeit zur Erlangung der B-Lizenz 1999 von Christoph Adler (Basketballverband Rheinland-Pfalz)

 

 

 

Das Stellen einer Sperre

 

Thema: Erläuterung der Problematik des Stellens einer direkten bzw. indirekten Sperre hinsichtlich der Foul-Regel und der Schiedsrichter - Technik.

Lösung der Aufgabenstellung:

Unter Sperren versteht man den Versuch eines Spielers A den nicht ballbesitzenden Gegenspieler B daran zu hindern, eine gewünschte Position einzunehmen oder die Bewegungsrichtung beizubehalten. Hierbei unterscheidet man direkte und indirekte Sperren. Unter einer direkten Sperre versteht man das Stellen eines Blocks im Gesichtsfeld des Gegenspielers, während die indirekte Sperre außerhalb liegt. Bei der Beurteilung der Legalität der Sperre müssen diese beiden Fälle unterschieden werden.

1. Angreifer sperrt Verteidiger.

Setzt Angreifer A4 eine direkte Sperre am Verteidiger B5, so kann die Sperre so nahe wie möglich, bis kurz vor einem Kontakt mit dem Spieler, stellen. Er muß hierbei eine normale Basketball-Position einnehmen, mit beiden Füßen Bodenkontakt haben und seine Arme am Körper haben. Hierbei dürfen die Arme zum Schutz vor dem Körper verschränkt werden. Kommt es nun zum Kontakt ist der Verteidiger für den Kontakt verantwortlich.

' Eine normale Basketball-Position ist der Aufenthalt innerhalb seines Zylinders. Der Zylinder schließt den Raum über ihm und um ihn ein. Begrenzt wird er nach vorne durch die Zehenspitzen, nach hinten durch das verlängerte Gesäß und auf den Seiten durch die Arme und Beine. Die Beine dürfen entsprechend der Körpergröße normal gegrätscht werden und die Arme nicht über die Ellenbogen ausgestreckt werden. Die Ellbogen sind allerdings anzulegen, wenn der Angreifer versucht an ihm vorbeizuziehen.

Obwohl dieser Kontakt als Foul gewertet wird, soll der Schiedsrichter die nachfolgenden Aktionen beobachten. Kann der nun freigesperrte Angreifer zu einer freien Korbaktion kommen, so ist nicht auf Foul zu entscheiden. Eine Ausnahme besteht, wenn der Verteidiger die Sperre bewußt mit den Armen oder Ellbogen wegräumt oder mit großer Härte durch die Sperre hindurch gehen will. Hierbei ist auf jeden Fall auf Foul durch Rempeln gegen den Verteidiger zu entscheiden. Bei Foulentscheidung, Anzeige mit Handzeichen Nr. 41 , erhält die angreifende Mannschaft Einwurf an der nächstgelegenen Auslinie. Unterliegt die verteidigende Mannschaft bereits der Mannschaftsfoulstrafe, so wird auf zwei Freiwürfe für den gefoulten Spieler erkannt. Es liegt eine No-call Situation vor, wenn es zum Kontakt kommt, der Verteidiger aber sichtlich bemüht ist, legal über die Sperre hinwegzugehen und es zu keiner Benachteiligung der angreifenden Mannschaft kommt.

Verändert der sperrende Spieler seine Position seitlich oder durch das Herausstrecken von Beinen oder Armen, um die Sperre aufrecht halten zu können, und es kommt somit zum Kontakt, so ist der sperrende Spieler für den Kontakt verantwortlich. In der Regel erleidet der Verteidiger durch diese illegale Sperre einen Nachteil, daher ist auf Foul zu entscheiden. Eine Ausnahme wäre, wenn die Sperre keinen Vorteil für die angreifende Mannschaft hat, z. B. wenn das Angriffsspiel nach der Sperre ohne direkte Korbaktion weitergeführt wird. Als bewegte Sperre gilt auch, wenn sich Angreifer A4 Verteidiger B5 in den Weg stellt und dies immer dann unternimmt, wenn der Verteidiger versucht direkt an den Ballbesitzer A5 zu gelangen, da der Verteidiger weder durch Richtungsänderung noch durch abstoppen an A4 vorbeikommt und es somit zum Kontakt kommt, der für B5 nachteilig ist. Bei der Entscheidung auf Blockfoul durch die angreifende Mannschaft, erhält die gegnerische Team Einwurf an der nächstliegenden Auslinie. Das Foul wird mit den Handzeichen Nr. 38 und Nr. 43 angezeigt.

Stellt der Angreifer eine Sperre außerhalb des Gesichtsfeldes des Verteidigers oder auf der ballfernen Seite, so muß er mindestens einen Schritt Abstand halten, um dem Verteidiger die Möglichkeit zu geben, vor einem Kontakt abzustoppen bzw. die Richtung zu ändern. Ist dieser Mindestabstand eingehalten und der sperrende Spieler nicht illegal seine Hände, Schultern, Hüften oder Beine einsetzt, dann ist der Verteidiger für einen Kontakt verantwortlich. Die Schiedsrichter sollten auf No-call entscheiden, wenn der nun frei werdende Angreifer 2 zu einer Korbaktion gelangt. Ausnahme ist die bereits oben beschriebene Härte des Verteidigers. Die beiden beschriebenen Situationen gehen davon aus, daß sich der zu sperrende Spieler nicht bewegt oder besser sich nur wenig bewegt in Bezug auf seine Position. Befindet sich der Spieler, an den Angreifer A4 eine Sperre stellen will, in Bewegung, so muß das Verhältnis von Zeit und Raum beachtet werden. Dies bedeutet, daß die Sperre nicht so gestellt werden darf, daß der Verteidiger, der sich bewegt, nicht genug Zeit und Raum zur Verfügung hat, um einen Kontakt zu vermeiden indem er ausweicht oder abstoppt. Sperren müssen in einer Entfernung von mindestens einem Schritt gestellt werden ( bei einer indirekten Sperre zwei Schritt). Mehr als zwei Schritte Abstand müssen allerdings nicht eingehalten werden. Wird der Einfluß von Zeit und Raum nicht beachtet und es kommt zum Kontakt, so ist der sperrende Spieler dafür verantwortlich. Bei der Foulentscheidung gilt ebenfalls die Vorteil-/ Nachteil - Regel. Besonders bei Schnellangriffen kommt es häufig vor, daß sich Spieler in den Weg des Angreifers stellen. So z. B. bei langen Pässen: wenn Angreifer A4 einen weiten Pass zu A2 spielt, B5 sich aber in einem Abstand von ca. zwei Metern in die Bahn von A2 stellt, bevor dieser den Ball erhält, und es zum Kontakt kommt, ist auf Offensivfoul zu entscheiden. Würde sich B5 in die Bahn von A4 stellen, nachdem dieser den Pass gespielt hat und es zum Kontakt kommt liegt ebenfalls ein Offensivfoul vor. Allerdings kann der Schiedsrichter im zweiten Fall je nach Härte und Art des Kontaktes auf No-call entscheiden und das Vorteil -/ Nachteil -Prinzip zur Geltung kommen lassen. Wird allerdings auf Offensivfoul von A4 entschieden, kann ein möglicher erzielter Korb nicht zählen.

Der Vorteil- / Nachteil - Regel zu Folge sind spielirrelevante Kontakte nicht zu pfeifen bzw. diejenigen, die keine Parteien benachteiligen. Beim Sperren ist allerdings von den Schiedsrichtern sehr genau zu beobachten, ob es in der Tat nicht zu einer Benachteiligung kommt. Besonders bei der Beurteilung der Legalität der Sperre ist der sperrende Spieler genau zu beobachten. Allerdings schadet eine zu kleinliche Auslegung der Regel dem Spiel und besonders die angreifende Mannschaft. Bei der Beobachtung der nachfolgenden Aktionen ist auch der Verteidiger des Sperrers in den Blick zu nehmen. Es ist diesem nicht gestattet den Block unnütz zu machen, indem er sich in eine blockähnliche Position in Verlängerung der Sperre bringt. Dies wird häufig beim sogenannten Switch vollzogen. Ein solche Bekämpfung der Sperre ist mit Foulpfiff zu ahnden, da die angreifende Mannschaft auf jeden Fall hierdurch benachteiligt wird. Die Strafe lautet auf Einwurf an der nächsten Seitenlinie oder zwei Freiwürfe, wenn die Mannschaft sich bereits in den Teamfouls befindet.

11. Verteidiger sperrt Angreifer (Bump the cut-bump the pick - defense)

Wenn der Verteidiger versucht einen Angreifer daran zu hindern eine gewünschte Position auf dem Spielfeld einzunehmen, gelten für ihn dieselben Regeln wie für die angreifende Mannschaft. Er muß das Prinzip von Zeit und Raum beachten und muß seine legale Basketballposition die ganze Zeit aufrecht erhalten.

Der folgende Schiedsrichter, der fast immer die Situation am Ball verfolgt, muß sein Augenmerk auch auf die Sperren richten, die am Ballverteidiger gestellt werden. Begibt sich der Ball in die rechte untere Ecke, so beobachtet er die anderen Spieler auch im Hinblick auf Sperren auf der weak-side. Der vordere Schiedsrichter sollte sein Hauptaugenmerk auf die Geschehnisse weg vom Ball und besonders in der Zone richten. Durch dieses Blickfeld muß er ganz besonders das Sperren beobachten und beurteilen. Befindet sich der Ball allerdings direkt vor ihm in der Ecke, so muß er den Ball beobachten. Die Schiedsrichter arbeiten als Team und müssen sich gegenseitig helfen. Jeder Schiedsrichter sollte zwar immer bemüht sein, einen sehr guten Blickwinkel zu haben, aber auf Grund des schnellen Spiels und den teilweise engen Spielsituationen muß der andere Schiedsrichter jederzeit in der Lage sein, seinem Kollegen zu helfen. Zudem soll das Spielgeschehen immer zwischen den beiden Schiedsrichtern stattfinden (Boxing-in-Prinzip). Nur dies kann gewährleisten, daß wirklich alle Spielsituationen beobachtet und entsprechen gewertet werden können.

 

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 Letztes Update:
28. Dezember 2002

 

© Axel Beckmann