|
Die Ganzfeldpressverteidigung
ist die aggressivste Form der Verteidigung im Basketball.
Hierbei wird zwischen einer Zonenpresse und einer Mannpresse
unterschieden, was beim Einwurf an der Grundbzw. Seitenlinie
des Rückfeldes der angreifenden Mannschaft schon
zu unterschiedlichen Taktiken führt. Bei der Zonenpresse
wird der Einwurf an der Grund- und Seitenlinie zugelassen,
so daß hier weder Problematiken in Hinsicht auf
Fouls für die verteidigende Mannschaft, noch in
Hinsicht auf die 5Sekunden-Regel (Art. 30.2.1.3.) beim
Einwurf für die angreifende Mannschaft auftreten.
Die Mannpressverteidigung stört die angreifende
Mannschaft schon beim Einwurf, um bereits hier schon
einen Fehler zu provozieren, wie zum Beispiel die 5-Sekunden-Regel
(Art. 30.2.1.3.), einen Übertritt (Art.0.2.1.2.)
oder einen Fehlpaß. Unterschieden werden muß,
ob die Presse nach einem Korberfolg oder nach einer
Regelübertretung eingesetzt wird, da die angreifende
Mannschaft bei einem Einwurf nach einem Korberfolg sich
entl
ang der ganzen Grundlinie
bewegen und/oder den Ball auch außerhalb des Feldes
auf die andere Seite passen darf, um ihn dort einzuwerfen.
Dies erschwert zusätzlich die Paßverteidigung.
Bei einem Einwurf auf Grund einer Regelübertretung
darf der Einwerfer sich nur einen Schritt seitlich von
der vom Schiedsrichter besagten Stelle entfernen (Art.
30.1.2.3.). Beim Einwurf muß darauf geachtet werden,
ob der hindernisfreie Raum größer oder kleiner
als zwei Meter ist, da nämlich bei letzerem keine
Spieler beider Mannschaften sich dem Einwerfer auf eine
kleinere Distanz als einem Meter nähern dürfen
(Art. 30.4.2.). Findet der Einwurf im Vorfeld an der
Grundlinie bzw. der Linie des vorderen Schiedsrichters
statt, ist dieser für die Überwachung des
Einwurfes, des Postspiels und den Bereich des größten
Verteidigungsdruckes zuständig. Seine Position
ist an der Endlinie nahe des Einwurfes. Der folgende
Schiedsrichter beobachtet die Spieler, die am weitesten
vom Geschehen entfernt sind und h
ilft zusätzlich
noch bei der Überwachung der Aktion mit dem größten
Verteidigungsdruck. Wird der Ball vom folgenden Schiedsrichter
übergeben, so ist dieser für die ordentliche
Ausführung des Einwurfes und den nächstmöglichen
Paßempfänger zuständig. Der vordere
Schiedsrichter ist wieder für das Postspiel zuständig,
so wie für mögliches illegales Sperren und
das ballentfernte Geschehen. Bei der Mannpresse tritt
die Gefahr des Fouls direkt bei der Paßverteidigung
auf, so daß hier verstärkt auf die Verteidigungsposition
geachtet werden muß. Bei dem Versuch den Paß
zu verhindern können Fouls von regelwidrigem Sperren
(Art. 46.3.7.) über Halten (Art. 46.3.4.) bis zum
Pushing (Art. 46.3.6.) auftreten. Wenn der Paß
angekommen ist, ist es im allgemeinen das Ziel einer
jeden Verteidigung den ballführenden Spieler an
eine Seitenlinie zu drängen, um ihn dort zu doppeln.
Der Verteidiger muß eine legale Verteidigungsposition
einnehmen und darf sich nur seitwärts und rückwärts
bewegen, um den Gegenspiele
r an die Seitenlinie
zu drängen. Bewegt er sich vorwärts und es
kommt zu einem Kontakt mit dem Angreifer, so ist es
ein Verteidigerfoul und muß je nach Härte
und Mannschaftsfouls bestraft werden. Es ist dem Verteidiger
verboten, zu "halten, blockieren, stoßen,
rempeln, Bein stellen von seiner normalen Verteidigungsposition
innerhalb seines Zylinders abzuweichen, noch einen rohe
Spielweise anzuwenden (Art. 46.2.). Dies hat zur Folge,
daß der Verteidiger eine gute Technik braucht,
um bei einem Körperkontakt kein Foul zu begehen.
Wird ein Angreifer an der Seitenlinie gedoppelt, ist
es oft schwierig zu erkennen, ob der Verteidiger beim
Versuch eines Steals einen Ballverlust durch Schlagen
auf den Arm etc. verursacht, bzw. auch ohne Ballverlust
ein Foul begangen wird. Gleichzeitig muß darauf
geachtet werden, daß die Verteidiger bei ihrer
aggressiven Verteidigung den Gegenspieler mit ihrem
Körper nicht wegschieben, so daß im schlechtesten
Falle der Angreifer einen Schri
ttfehler gepfiffen
bekommt. Wird ein Angreifer aber legal gedoppelt, so
muß der Schiedsrichter Artikel 40 berücksichtigen,
sofern der Angreifer nicht dribbelt, wirft, paßt
oder den Ball rollt, der besagt, daß ein Spieler,
der eng gedeckt wird den Ball maximal fünf Sekunden
halten darf. Wird der ballführende Spieler
nahe der Mittellinie gedoppelt oder stark bedrängt,
muß der folgende Schiedsrichter darauf achten,
daß die Rückfeldregel (Art. 42.) nicht verletzt
wird. Befindet sich der Angreifer mit Ball noch im Rückfeld,
so besteht die 10-Sekunden-Regel (Art. 41.), die besagt,
daß ein im Rückfeld unter Kontrolle gebrachter
belebter Ball innerhalb von zehn Sekunden in das Vorfeld
getragen werden muß (ArL 4 1. 1.). Die zehn
Sekunden werden vom folgenden Schiedsrichter gezählt
und müssen nicht mit der Dreißig Sekunden-Uhr
übereinstimmen. Die Problematik besteht hierin,
daß jeder Schiedsrichter die zehn Sekunden in
einer unterschiedlichen Geschwindigkeit zählt,
so daß es zu Diskrepanzen mit der Dreißig-Sekunden-Uhr
auftreten können. In diesem Fall zählt immer
die Entscheidung des Schiedsrichters wie weit die zehn
Sekunden schon verstrichen sind. Bei einem Foul werden
sowohl die zehn als auch die dreißig Sekunden
zurückgestellt. Sollte es zu einer Regelübertretung
der Zehn-Sekunden-Regel kommen, so wird dies mit der
Zeichenkombination Nr. 6 und Nr. 19 vom folgenden Schiedsrichter
angezeigt. In Bezug auf die Rückfeld--Regel muß
beachtet werden, ob der ballführende Spieler vor
oder hinter der Mittellinie gedoppelt wird. Beim Doppeln
vor der Mittellinie treten in bezug auf das Rückfeld
keine Probleme auf, da der Angreifer jeden Spieler innerhalb
des Spielfeldes anpassen darf. Soll der Angreifer aber
kurz hinter der Mittellinie gestoppt werden, muß
der zweite Verteidiger den Weg rechtzeitig blockiert
haben und eine legale Verteidigungsposition eingenommen
haben, um kein Foul bei einem Körperkontakt zu
begehen (Art. 46.3. 1.). Versucht sich jetzt ein Spieler
dem Doppeln zu entziehen und berührt der Ball oder
der Spieler das Rückfeld bzw. die Mittellinie,
so ist dies eine Regelübertretung und wird mit
Einwurf für die gegnerische Mannschaft bestraft.
Steht der Angreifer in Zwitterstellung, ein Bein im
Vor- ein Bein im Rückfeld, so darf er weder im
Rückfeld dribbeln noch den Ball in das Rückfeld
spielen. Ein weiteres Problem für diesen Spieler,
wenn er noch in Ballbesitz ist, wäre, daß
er beim Stemschritt nur den hinteren Fuß nutzen
kann und diesen auch ins Vorfeld ziehen darf Hebt er
den vorderen oder setzt den hinteren wieder im Rückfeld
ab, so ist auf Rückfeld zu entscheiden. Die Handzeichen
hierfür sind Nr. 6 und Nr. 2 1. Befindet sich der
Ball im Vorfeld und wird durch einen Verteidiger ins
Rückfeld gelenkt, so kann jeder Spieler den Ball
wieder berühren und auch wenn der Ballbesitz nicht
wechselt, darf nicht auf Rückfeld entschieden werden
(Art. 42.6.).
Eine Pressverteidigung
bringt eine Umstellung der normalen Spielfeldbeobachtung
mit sich und verlangt erhöhte Konzentration, sowie
eine noch stärkere Abstimmung und Zusammenarbeit
zwischen den Schiedsrichtern. Halten sich drei oder
mehr Verteidiger im Rückfeld der angreifenden Mannschaft
auf, soll der vordere Schiedsrichter an seiner Seitenlinie
bleiben und nicht seine Position an der Grundlinie einnehmen,
um den folgenden Schiedsrichter bei dessen Spielbeobachtung
besser unterstützen zu können. Gelangt der
Ball ins Vorfeld oder befinden sich weniger als drei
Verteidiger im Rückfeld, so hat der vordere Schiedsrichter
unmittelbar seine Position an der Grundlinie einzunehmen.
Die Schiedsrichter müssen alles tun, um zu gewährleisten,
daß jeder Ballverlust (Wechsel des Ballbesitzes)
infolge pressender Verteidigung durch legales Abwehrspiel
erfolgt ist. Regelwidriger Kontakt muß immer als
Foul bestraft werden. Die Handzeichen hierfür sind
eine Kombination des Zeichens Nr. 7 mit eines der Zeichen
Nr. 37-41 (unterschiedliche Arten des Fouls).
|