|
Ein Schiedsrichter lernt es ab dem Beginn seiner Karriere, dass Kontakte unvermeidbar sind, wenn sich zehn Spieler mit großer Geschwindigkeit über ein Basketballspielfeld bewegen, dass aber nicht jeder Kontakt illegal ist. Bestimmen zu können, was legal und was illegal ist, ist für einen Schiedsrichter Teil seines Entwicklungs- und Lernprozesses. Die Fähigkeit, Auswirkungen von Kontakten richtig erkennen und beurteilen zu können, bestimmt darüber hinaus, welche Schiedsrichter Karriere machen werden.
Es muss immer Ausgewogenheit herrschen zwischen der Bestrafung von offensichtlichen, klaren Kontakten, die den Gegner benachteiligen und den kleinen harmlosen, manchmal zufälligen Kontakten, die auf den Spielablauf keinen Einfluss haben.
Basketball – gespielt mit großem Tempo und von Spielern hoher Qualität - ist ein ästhetischer Genuss. Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass das Erscheinungsbild des Spiels durch solche Spieler und Trainer beeinträchtigt wird, die Zuflucht suchen bei illegalen Aktionen und Verhaltensweisen. Viele Lehrvideos wurden produziert, um die Schiedsrichter bei der Erfüllung ihrer Pflichten auf und außerhalb des Spielfelds zu unterstützen.
Gerade weil ein Schiedsrichter das Recht hat, das Spiel zu unterbrechen, ist es für ihn unerlässlich zu wissen und genau sehen zu können, was geschieht, statt vermutlich zu wissen, was geschieht, was in Wirklichkeit nichts Anderes als raten ist. Zwischen beidem ist ein großer Unterschied. Was einen exzellenten Schiedsrichter ausmacht ist die Fähigkeit, aus der ihm regelmäßig zur Verfügung gestellte Fülle an Informationen (Unterlagen, Videos, persönliche Erfahrung) zu lernen, sich weiter zu entwickeln und sie immer abrufbereit im Kopf zu haben und in der aktuellen Spielsituation richtig anzuwenden. Erinnerungsgabe bestimmt die Leistung.
Schiedsrichter haben nicht das Recht, die Regeln und ihre Interpretationen zu verändern. Dies gilt insbesondere für Situationen, bei denen es um die Grundprinzipien des Spiels, den Spielstand oder die verbleibende Spielzeit geht. Ein Spiel muss immer durch legale Aktionen der Spieler und Trainer entschieden werden, nicht durch die regelwidrigen Aktionen, welche die Schiedsrichter glauben, ignorieren zu können. Es kann nicht akzeptiert werden, wenn ein Schiedsrichter einem Spieler oder Trainer erzählt, dass er einen klar erkannten illegalen Kontakt oder Regelübertretung ignoriert hat, nur weil sie nicht in seinem Zuständigkeitsbereich geschah. Die Verantwortung auf den anderen Schiedsrichter abzuschieben spricht von fehlendem Mut, eine harte oder "unpopuläre" Entscheidung zu treffen und untergräbt den gegenseitigen Respekt des Schiedsrichtergespanns.
Gegen Ende einer Spielperiode oder des Spiels, aber auch während des Spiels sind viele Situationen denkbar, die in engem Zusammenhang mit diesem Spiel, zwischen diesen Spielpartnern und an diesem Tag gesehen werden müssen. Vielfach wird dies Gefühl für das Spiel genannt, andere nennen es Gesunder Menschenverstand. Aber wie man dies auch nennt, Schiedsrichter müssen darauf vorbereitet sein, alle denkbaren Situationen zu verstehen und zu wissen, wie man am besten damit umgeht. Lasse dich durch Schauspielerei nicht beeindrucken oder beeinflussen. Spieler wie Trainer werden immer bemüht sein, die Schiedsrichter durch verbale und/oder physische Verhaltensweisen zu beeinflussen, wie durch sich fallen lassen, murren und andere Geräusche, wenn es zu einem (möglicherweise leichten) Kontakt kommt und täuschen sogar in kritischen Situationen eine Verletzung vor.
Offensichtlich verstehen viele Schiedsrichter nicht die grundlegenden Basketballbegriffe und es fehlt ihnen an der Fähigkeit, grundlegende Spielsituationen auf dem Spielfeld zu erkennen. Deshalb ist es unerlässlich, dass die Ausbildung von Schiedsrichtern die Vermittlung von Kenntnissen und Handlungsmustern der Trainer beinhaltet. Zur Verbesserung der professionellen Beziehung zwischen Spielern, Trainern und Schiedsrichtern ist es unerlässlich, dass jeder die Rollen der anderen versteht. In dieser Hinsicht kann jeder vom anderen viel lernen. Praxisbezogene gemeinsame Workshops für Spieler, Trainer und Schiedsrichter sind der Schlüssel für ein besseres gegenseitiges Verstehen und einen professionelleren Umgang miteinander.
Analyse
Die Schiedsrichter müssen von Spielbeginn an alle als illegal definierten Kontakte ahnden und dies durch das gesamte Spiel durchziehen. An einer verlässlich eingehaltenen Linie können sich Spieler und Trainer anpassen.
Regelwidriger Gebrauch der Hände
"Regelwidriger Gebrauch der Hände" ist der illegale Einsatz der Hand/Hände bzw. Arm/Arme in der Absicht, die Bewegungsfreiheit des Gegenspielers einzuschränken.
Ein Verteidiger darf seine Hände bzw. Unterarme nicht an einen Gegenspieler legen, um diesen festzuhalten oder in eine bestimmte Richtung zu stoßen oder zu schieben. Kurzzeitig eine Hand oder den Unterarm an einen Gegenspieler anzulegen, ist nicht notwendigerweise illegal, sofern dieses Verhalten nicht ständig wiederholt wird. Mit einem warnenden Zuruf sollte einer illegalen Aktion immer vorgebeugt werden.
Unter keinen Umständen darf der Verteidiger beide Hände an den Gegenspieler legen, auch nicht innerhalb seines eigenen Zylinders.
Für einen Verteidiger, der seinen Gegenspieler im Gesichtsfeld hat, gibt es keinen zulässigen Grund, seine Hand oder den Unterarm an diesem anzulegen, da beim Basketballspiel mit den Füßen verteidigt wird. Ein Spieler auf Postposition darf (innerhalb seines Zylinders) einen Unterarm an den Rücken seines Gegenspielers legen, aber die erste und einzige Kontaktaufnahme darf nur mit dem Unterarm erfolgen. Dies gilt für die Verteidigung hinter einem Spieler, der mit dem Rücken zum Korb dribbelt; der erste und einzige Kontakt darf nur mit dem Unterarm erfolgen.
Der Gebrauch des Unterarms darf nicht dazu führen, den Gegenspieler aus seiner Position zu bringen bzw. stoßen. Genauso wenig darf ein angreifender Dribbler seine Hand bzw. seinen Unterarm dazu benutzen, seinen Verteidiger daran zu hindern, sich legal in Ballbesitz zu bringen. Wenn der regelwidrige Gebrauch der Hände nicht geahndet wird, werden die Spieler aggressiv reagieren. Dies kann – auch vorübergehend – dazu führen, dass die Spielkontrolle verloren geht.
In folgenden Situationen müssen Schiedsrichter mit regelwidrigem Gebrauch der Hände rechnen:
- Wenn aggressive und/oder Pressverteidigung gespielt wird.
- Wenn die Spieler für eine legalen Verteidigung zu erschöpft sind und mehr mit Händen als mit Füßen verteidigen.
- Wenn der Angreifer deutlich schneller als sein Verteidiger ist, insbesondere zu Beginn eines Dribblings.
- In einer Eins-gegen–Eins Situation und bei jedem Ziehen zum Korb.
SPIEL AUF POSTPOSITION ("POST PLAY")
Angreifer und Verteidiger haben gleiche Rechte auf ihre eigene legal eingenommene Position auf dem Spielfeld. Post play sollte gesehen und antizipiert werden als körperbetonter (nicht grober) Positionskampf zwischen zwei - normalerweise besonders großen - Gegenspielern.
Mit zufälligen Kontakten zwischen Spielern auf Postposition muss gerechnet werden, aber der Gebrauch von Händen, Armen und/oder Beinen zum Stoßen und Wegdrängen von Gegenspielern ist nicht erlaubt. Ein Verteidiger in Postposition darf sein Bein zwischen die Beine eines stehenden Gegenspielers stellen, um seine Position beizubehalten. Wenn dieses Bein jedoch vom Boden angehoben wird oder die Bewegung des Gegenspielers behindert bzw. ihn aus dessen Position drängt, muss auf Foul entschieden werden.
Ein Verteidiger in Postposition darf einen Unterarm an den Rücken seines Gegenspielers legen. Jedoch darf er zu keinem Zeitpunkt eine Hand oder beide Hände auf seinen Gegenspieler legen. Sobald der Verteidiger in Postposition eine legale Verteidigungsposition eingenommen hat, darf er nicht durch Aktionen des Angreifers - wie abducken und dann den Verteidiger in Richtung Korb stoßen - aus dieser Position verdrängt werden.
Genauso wenig darf ein Angreifer seinen Gegenspieler am Bein festhalten oder seinen Körper beim Drehen einhaken, weder zum Werfen noch zum Erhalt eines Zuspiels unter dem Korb. Ausartender körperlicher Kontakt, um einen Spieler aus einer legal eingenommenen Position zu verdrängen, darf nicht zugelassen werden.
Achte auf Spieler, die sich beim Kampf um eine Position mit dem Arm beim Gegenspieler einhaken. Reagiert der Spieler, der mit dem Einhaken anfängt, nicht auf deinen warnenden Zuruf, dann pfeife ein Foul. Beobachte eine solche Situation von Anfang an, damit du entscheiden kannst, wer den illegalen Kontakt verursacht hat, andernfalls entscheide auf Doppelfoul. Es darf kein "Lass‘ sie doch spielen" geben, wenn der Kontakt ausartet und grob wird.
Mit grobem Spiel auf der Postposition müssen Schiedsrichter rechnen, wenn der Angreifer
- den Verteidiger aus einer legalen Position auf dem Spielfeld gedrängt hat.
- den Ball hat und es seinem Verteidiger erlaubt wird, seine Hände oder den ausgestreckten Oberarm einzusetzen oder Knie oder angehobenes Bein gegen dessen Gesäß zu drücken.
- sein Gesäß absenkt und rückwärts stößt, und auch wenn er seine Hände und Arme dazu gebraucht, seinen Gegenspieler zu verdrängen.
- anzeigt, für ein Zuspiel oder einen Lob-Pass bereit zu sein und dabei mit seinen Armen wie in einer Schwimmbewegung die Arme des Verteidigers wegstößt, oder wenn er mit seinem Ellbogen oder ausgestreckten Unterarm den Gegenspieler "festnagelt" und wegdrängt.
SPERREN
Ziel einer Sperre ist es, einen Gegenspieler am Einnehmen einer von diesem gewünschten Position auf dem Spielfeld zu hindern. Damit die Sperre legal ist, muss der sperrende Spieler mit beiden Füßen auf dem Boden stehen.
Verstehe den Zweck einer Sperre. Nicht jeder Kontakt durch eine Sperre ist illegal. Wenn die Sperre legal gestellt ist, sollte der Kontakt unabhängig von seiner Härte als zufällig angesehen werden. Kontakte, die dadurch entstehen, weil der sperrende Spieler sich bewegt, sind illegal. Wenn es zu keinem Kontakt kommt, kann eine Sperre nicht illegal sein.
Wenn die Sperre im Gesichtsfeld eines stehenden Gegenspielers gestellt wird ("open screen"), darf der Sperrende von vorne oder von der Seite so nah wie möglich an seinem Gegenspieler stehen, solange es zu keinem Kontakt kommt.
Wenn die Sperre außerhalb des Gesichtsfelds eines stehenden Gegenspielers gestellt wird ("blind screen"), darf der Sperrende nur so nahe stehen, dass sein Gegenspieler eine normale Bewegung (1 Schritt) machen kann, um den Kontakt zu vermeiden.
Wenn der Gegenspieler des Sperrenden sich bewegt, muss die Sperre unter Beachtung des "Prinzips von Zeit und Raum" gestellt werden. Der Sperrende muss dem Gegenspieler genügend Raum lassen (ein bis zwei normale Schritte), damit dieser einen Kontakt durch Abstoppen oder Richtungswechsel vermeiden kann.
Der sperrende Spieler darf keine Körperteile außerhalb seines normalen Zylinders ausstrecken (Knie, Beine, Ellbogen, Unterarme, Gesäß, usw.), um dadurch die Sperre wirkungsvoller zu machen, wenn er sich beim Stellen der Sperre verschätzt hat. Es ist unabdingbar, dass Schiedsrichter eine solche Situation von Anfang bis Ende beobachten.
Achte auf die Aktionen des gesperrten Spielers. Er darf sich seinen Weg nicht durch eine legal gestellte Sperre stoßen oder diese Sperre beiseite schieben, indem er seine Hand/Hände, Arm(e), Hüfte(n) oder Schulter(n) illegal einsetzt.
Achte auf Situationen beim Sperren und Abrollen:
Erkenne und verstehe Situationen mit "Sperren und Abrollen" im Spiel ("pick and roll"). Sei darauf vorbereitet, legale und illegale Aktionen sowohl durch Angreifer als auch durch Verteidiger richtig zu sehen und zu bewerten, wenn die angreifende Mannschaft "Sperren und Abrollen" spielt.
Achte beim sperrenden Angreifer auf
- regelwidrigen Gebrauch der Hände unmittelbar nach dem Stellen der Sperre, wenn es zum Kontakt mit dem Gegenspieler kommt, und vor dem Abrollen zum Korb.
- regelwidrigen Einsatz des Körpers, der Hüfte und Beine: Macht er einen Schritt in Richtung des Verteidigers, um seinem Mitspieler mehr freien Raum zu verschaffen?
- regelwidrigen Kontakt: Stößt er sich vom Verteidiger ab, bevor er abrollt?
Mache nicht den Fehler, solche regelwidrigen Aktionen als zufälligen Kontakt zu bewerten, da sie für den Verteidiger einen klaren Nachteil darstellen.
Achte beim gesperrten Verteidiger auf
- regelwidrigen Einsatz der Hände und/oder des Körpers mit der Absicht, den Laufweg des Angreifers beim Stellen der Sperre einzuschränken.
- regelwidrigen Kontakt, indem er den Gegenspieler auf seinen eigenen Mitspieler stößt, um den Spielfluss der angreifenden Mannschaft zu stören.
- regelwidrigen Gebrauch der Hand/Hände, wenn es bei der Sperre zum Kontakt kommt.
Mache nicht den Fehler, solche regelwidrigen Aktionen als zufälligen Kontakt zu bewerten, da sie für den Angreifer einen klaren Nachteil darstellen.
Zufällige Körperkontakte gehören zum Spiel, nicht aber der Einsatz von Hand/Hände, Arm(e) und Körper in der Absicht, sich einen Vorteil zu verschaffen.
REMPELN und BLOCKIEREN
75 % aller Pfiffe wegen Rempeln oder Blockieren werden von der bestraften Mannschaft angezweifelt und kritisiert. Der Schiedsrichter muss wissen, wie eine legale Verteidigungsstellung definiert ist und welche Rechte ein Spieler mit und ohne Ball hat.
Bei einer legalen Verteidigungsstellung muss der Verteidiger seine Position auf dem Spielfeld zeitlich vor dem Gegenspieler eingenommen haben, beide Füßen am Boden haben, stehen und sein Gesicht dem Gegenspieler zuwenden. Nachdem der Verteidiger eine legale Verteidigungsstellung eingenommen hat, darf er sich seitlich und rückwärts bewegen, um seine Position vor einem sich bewegenden Gegenspieler zu behaupten.
Es ist wichtig, dass Schiedsrichter die gesamte Situation vom Anfang bis zum Ende beobachten und dabei besonderes Augenmerk auf die Aktionen des Verteidigers legen, bevor es zum Kontakt kommt.
Achte darauf, an welcher Körperstelle der Kontakt entsteht. Wenn eine legale Verteidigungsstellung eingenommen wurde, findet ein durch den Angreifer verursachter Kontakt an der Körpervorderseite (zwischen den Schultern – auf der Brust) des Verteidigers statt. Wenn der Kontakt an Schulter, Hüfte oder Bein des Verteidigers entsteht, liegt die Verantwortung für den Kontakt beim Verteidiger.
Sobald der Angreifer aufgrund seiner Geschwindigkeit mit Kopf und Schultern am Oberkörper seines Gegenspielers vorbei ist, liegt die Verantwortung beim Verteidiger.
Versichere dich, ob es tatsächlich zum Kontakt gekommen ist und du dich nicht durch Aktionen des Verteidigers (sich fallen lassen) oder theatralische Reaktion des Angreifers hast täuschen lassen. Es ist äußerst wichtig, dass Schiedsrichter die bestmöglichste Position und damit einen freien Blick auf jeglichen Kontakt haben.
Schütze das Recht eines Spielers, der sich in der Luft befindet. Wenn der Angreifer abgesprungen ist, bevor der Verteidiger seine Position – jedoch zu spät - eingenommen hat, hat er ein Recht auf den beim Absprung freien Landeplatz. Zeit und Bewegung sind hier der Schlüssel zur richtigen Beurteilung.
Schiedsrichter sollten mit Rempeln oder Blockieren rechnen,
- bei Angriffswechsel.
- wenn der Angreifer seinen Verteidiger im Spiel Eins-gegen-Eins bezwungen hat.
- wenn Verteidiger ihre Positionen tauschen, um auszuhelfen.
- wenn Press - Verteidigung mit Doppeln gespielt wird.
- wenn der Angreifer durch die Mitte zieht, passt und dann auf einen stehenden Verteidiger prallt.
UNSPORTLICHE FOULS
Als unsportlich sind alle regelwidrigen Aktionen zu sehen, bei denen kein Versuch unternommen wurde, Ball oder Gegenspieler legal zu spielen.
Einen Gegenspieler mit den Armen zu umfassen, mit einer oder beiden Händen zu halten oder ihn am Trikot oder der Hose festzuhalten, sind alles Unsportlichkeiten; ebenso das Festhalten am Arm oder Körper beim ursprünglichen Versuch, den Ball zu spielen.
Nach einen Gegenspieler auf der ballfernen Seite zu greifen, ihn festzuhalten oder zu stoßen, ist nach den Regeln ein Unsportliches Foul.
Rücksichtsloser Kontakt und übertriebene Härte an einem Gegenspieler (insbesondere wenn dieser sich in der Luft befindet) ist den Regeln nach als Unsportliches Foul anzusehen, selbst wenn dabei versucht wird, den Ball zu spielen.
All diese Situationen müssen nach Geist und Sinn der Regeln zum Unsportlichen Foul bewertet werden. Bei der Bewertung eines Fouls als unsportlich müssen die Schiedsrichter von der ersten bis zur letzten Spielminute den gleichen Maßstab anlegen. Lasse dich dabei weder von Intensität, Spielstand oder verbleibender Spielzeit beeinflussen.
VERHALTEN von SPIELERN und TRAINERN
Die richtige Durchführung des Spiels erfordert volle und loyale Zusammenarbeit der Mitglieder beider Mannschaften (Spieler, Trainer, Trainer-Assistenten und Mannschaftsbegleiter) mit den Schiedsrichtern, Kampfrichtern und dem Kommissar.
Schiedsrichter werden seit einiger Zeit zur Kommunikation während des Spiels mit den Spielern und Trainern angehalten und ermuntert. Sie haben hierzu viele Informationen in Form von Unterlagen, Videos und persönlicher Weiterbildung erhalten, damit sie die Rollen und das Verhalten von Spielern und Trainern bei emotionellen Konflikten verstehen.
Kommunikation beruht auf Gegenseitigkeit und muss auf gegenseitigem Respekt und normalem Verhalten begründet sein.
Es darf nicht akzeptiert werden, dass ein Trainer oder Spieler
- mit ablehnenden Worten oder Gesten auf eine Schiedsrichterentscheidung reagiert.
- lautstark Beschimpfungen oder ordinäre Bemerkungen an die Schiedsrichter richtet.
- seine Unzufriedenheit mit einer Entscheidung zeigt, indem er gestikuliert oder demonstrativ übertrieben Schiedsrichterhandzeichen wie Schrittfehler, Halten, Vertikalprinzip, usw. imitiert.
- oder auch ein Trainer-Assistent oder Mannschaftsbegleiter seine Ablehnung einer Entscheidung dadurch auslebt, indem er die Zuschauer durch Gesten "anheizt".
- den Mannschaftsbankbereich verlässt und das Spielfeld betritt, um sich beim Schiedsrichter zu beschweren.
In solchen Situationen ist es von grundsätzlicher Bedeutung, nicht sofort ein technisches Foul zu verhängen, sondern eine klare und unmissverständliche Verwarnung an die betreffende Person(en) zu richten. Auf Dauer dürfen derartige Verhaltensweisen nicht geduldet werden. Weiteres Fehlverhalten nach einer Verwarnung muss vom Schiedsrichter in ruhiger professioneller Art behandelt werden.
Wir wollen nicht, dass Schiedsrichter Situationen durch Überreaktion verschärfen, aber wir können nicht zulassen, dass Ansehen und Integrität der Schiedsrichter permanent durch Spieler, Trainer und Mannschaftsbegleiter in Frage gestellt wird.
Erledige deine Aufgaben, bevor sie dich erledigen.
|