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Gliederung
- Einführung
- Ballbesitz/Ballkontrolle
2.1 Spieler im
Ballbesitz/Ballkontrolle 2.2 Mannschaft im Ballbesitz/Ballkontrolle
- Erörterung
von Zeitvorschriften, Regelübertretungen und Fouls
unter
Berücksichtigung
"Spieler im Ballbesitz" und "Mannschaft
im Ballbesitz"
3.2. Zeitvorschriften 3.1.1 Dreißig-Sekunden-Regel
3.1.2 Zehn-Sekunden-Regel 3.1.3 Drei-Sekunden-Regel
3.1.4 Nah bewachter Spieler 3.2 Fouls 3.2.1 Offensivfoul
3.2.2 Doppelfoul
- Schlußbemerkung
1. Einführung
Bei einigen Regelübertretungen
muß der Schiedsrichter bzw. das Kampfgericht vor
dem Pfiff genau beurteilen, ob sich die jeweilige Mannschaft
oder der betreffende Spieler im Ballbesitz - also Kontrolle
über den belebten Ball hat - befindet. Teilweise
entstehen Situationen, wo die Ballkontrolle auf die
andere Mannschaft für kurze Zeit wechselt und eine
neue Zeitperiode beachtet werden muß. Des weiteren
ist bei der Bestrafung und Bewertung von Fouls oftmals
zu berücksichtigen, ob eine Mannschaft die Ballkontrolle
hatte oder nicht. Die Begriffe "Ballbesitz"
und "Ballkontrolle" werden im weiteren synonym
verwandt. Denn nur, wenn jemand etwas in .,Besitz- hat,
kann er es auch kontrollieren. Daher sind - bevor auf
die angesprochenen Regelübertretungen, Zeitregeln
und Fouls eingegangen wird - die Begriffe "Mannschaft
IM Ballbesitz" und "Spieler im Ballbesitz"
zu klären.
2. Ballbesitz/Ballkontrolle
Die dafür vorgesehene
Offizielle Basketball Regel (OBR) steht unter Regel
VI - Spielvorschriften Art. 27 Ballkontrolle. Dort wird
ebenfalls, Wie durch das Thema schon angedeutet, nach
Spieler und Mannschaft in Ballkontrolle unterschieden.
Kontrolle heißt, man kann über etwas verfügen,
es beherrschen und Einfluß darauf ausüben.
Der- oder diejenigen, die Ballkontrolle haben, können
darüber bestimmen, wo der Ball hin gespielt werden
soll (z.B. durch passen unter den Mitspielern der eigenen
Mannschaft).
2.1 Spieler
im Ballbesitz/Ballkontrolle
Ein Spieler, der den
Ball vom Schiedsrichter übergeben bekommt, mit
ihm dribbelt oder ihn fängt und in den Händen
hält, hat die Kontrolle über den Ball. Er
bestimmt, in welche Richtung er den Ball dribbelt, paßt
oder einfach nur in den Händen hält. In dem
Moment oder Zeitraum seiner Ballkontrolle kann kein
anderer Spieler Ballkontrolle haben. Daher ist bei einem
Halteball auch immer auf Sprungball zu entscheiden,
sofern kein Foul in irgendeiner Weise zu, beachten ist.
Denn im Moment des Halteballes können ein oder
mehrere Spieler der gegnerischen Mannschaften ohne Einsatz
übermäßiger Härte nicht in Ballbesitz
kommen, da ihre Hände den Ball so fest halten.
Regelgerechte Aktionen des Verteidigers, die den Angreifer
dazu veranlassen in die eine oder andere Richtung zu
dribbeln oder passen bedeuten nicht, daß der oder
die Verteidiger die Kontrolle über den Ball haben.
Der Angreifer hat immer noch andere Möglichkeiten
und verfügt weiterhin über den Ball. Berührt
der Verteidiger den Ball kurz, besteht ebenfalls keine
Ballkontrolle für ihn. Lediglich, wenn er ihn fängt,
erlangt er die Ballkontrolle. Während eines Passes
zum Mitspieler verliert der ieweilige Spieler die Ballkontrolle.
Bis der Ball den Mitspieler erreicht, vom Gegner abgefangen
oder durch einen Pfiff des Schiedsrichters zum toten
Ball wird hat keine Person Kontrolle über den Ball.
Bei einem Korbwurf verliert der Spieler generell die
Ballkontrolle und damit auch seine Mannschaft. Im Gegensatz
dazu, kann eine Mannschaft, obwohl keiner der Spieler
die Ballkontrolle hat, im Ballbesitz sein. Dazu mehr
unter Punkt 2.2.
2.2 Mannschaft
im Ballbesitz/Ballkontrolle
Wie oben schon angedeutet,
kann eine Mannschaft sehr wohl in Ballkontrolle sein,
obwohl keiner der Mitspieler über diese selbst
verfügt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der
Ball zwischen zwei Spielern der gleichen Mannschaft
zugespielt wird. Während der Flugphase hat keiner
der beiden Spieler Ballkontrolle, sehr wohl aber die
eigene Mannschaft. Denn die Mannschaft als ganzes (in
diesem Moment die passenden Spieler) ist immer noch
in der Lage den Flug des Balles zu beeinflussen, indem
entweder zum einen oder anderen Mitspieler gepaßt
wird. Was zu Spieler in Ballbesitz gesagt wurde, gilt
uneingeschränkt auch für die Mannschaft bzw.
zählt zur Mannschaft in Ballkontrolle.
3. Erörterung
von Zeitvorschriften, Regelübertretungen und Fouls
unter
Berücksichtigung "Spieler
im Ballbesitz" und "Mannschaft im Ballbesitz"
Nachdem nun die Begriffe
"Spieler im Ballbesitz" und "Mannschaft
im Ballbesitz" geklärt wurden, kann auf Zeit
und Foulregeln unter Berücksichtigung dieser Begriffe
weiter eingegangen werden.
3.1 Zeitvorschriften
3.1.1 Dreißig-Sekunden-Regel
Über den Inhalt
dieser Regel muß nicht weiter diskutiert werden.
In der Regel wird auch die Ballkontrolle angesprochen,
nur diese soll in Bezug auf diese Regel näher untersucht
werden. Jede Mannschaft hat dreißig Sekunden Zeit
einen Korbversuch zu unternehmen, sobald sie die Ballkontrolle
erlangt hat. Verliert sie diese, endet die Dreißig-Sekunden-Periode.
Lenkt ein Gegenspieler den Ball ins Aus, verliert die
Mannschaft die Ballkontrolle, da sie den Flug des Balles
nicht mehr kontrollieren kann und spätestens beim
Pfiff des Schiedsrichters der Ball zum toten wird. Allerdings
endet hier die Dreißig-Sekunden-Periode nicht.
Zwar hat die Mannschaft die Ballkontrolle verloren,
jedoch der Gegner dieselbe nicht erlangt. Somit wird
die Mannschaft ab dem Einwurf so gestellt, als ob sie
die Ballkontrolle nicht verloren hätte. Sie hat
sie zwar kurzzeitig verloren, ist aber weiterhin in
der Lage den Flug und die Richtung des Balles zu bestimmen.
Aus diesem Grunde wird die Dreißig-Sekunden-Periode
ab dem Einwurf der Mannschaft einfach weiter gezählt.
Ausnahmen bilden hier die Fouls, der Sprungball, das
absichtliche Fußspiel und der Korbversuch. Zur
Klarstellung muß noch gesagt werden, daß
nicht schon mit Übergabe an den Einwerfer die Periode
weiter läuft, sondern erst mit der ersten Berührung
eines Mitspielers auf dem Spielfeld.
Beim Halteball, wird
ebenfalls auf neue Dreißig-Sekunden entschieden.
Allerdings nicht schon ab der Entstehung, sondern erst
mit dem Pfiff des Schiedsrichters und seiner Entscheidung
zum Sprungball. Solange der Schiedsrichter nicht pfeift,
bleibt die Ballkontrolle bei der Mannschaft, die sie
bis zu diesem Zeitpunkt inne hatte, obwohl durch den
Halteball keine Ballkontrolle mehr besteht. Entsteht
beispielsweise ein Halteball kurz vor Ablauf der Dreißig-Sekunden-Periode
und das Signal der Uhr ertönt, so ist das eine
Regelübertretung der Mannschaft die vor dem Halteball
in Ballbesitz war. Denn erst der Pfiff des Schiedsrichters
läßt den Ball zum toten werden und stoppt
die Uhr. Fängt ein Gegenspieler den Ball ab, hat
er Ballkontrolle (im Gegensatz zur Lenkung des Balles
in eine andere Richtung) und die Dreißig-Sekunden-Periode
beginnt für seine Mannschaft. Wird sein Paß
dann wiederum durch die andere Mannschaft abgefangen,
erhält diese trotz kurzer Unterbrechung ihrer Ballkontrolle
eine neue Dreißig-Sekunden-Periode. Die Ballkontrolle
lag nämlich für kurze Zeit bei der gegnerischen
Mannschaft. Ein Korbversuch läßt die Dreißig-Sekunden-Periode
enden. Das Signal darf somit nicht während der
Flugphase des Balles zum Korb ertönen. Im Gegensatz
zur NBA zählt bei uns nicht erst die Berührung
des Balles mit dem Ring als Ende der Periode, sondern
schon der Korbversuch Sobald der Ball die Hand des Spielers
in Richtung Korb verlassen hat, endet die Dreißig-Sekunden-Periode.
3.1.2 Zehn-Sekunden-Regel
Erlangt ein Spieler
im Rückfeld Kontrolle über den Ball, muß
seine Mannschaft innerhalb von zehn Sekunden den Ball
ins Vorfeld bringen. Der Spieler mit Ball oder nur der
Ball alleine muß das Vorfeld berühren. Ein
Unterschied zur vorgenannten Zeitregel besteht dann,
daß die Mannschaft jedesmal neue zehn Sekunden
zugestanden bekommt, wenn sie einen Ball unter Kontrolle
bekommt. Lenkt ein Gegenspieler den Ball ins Aus, erhält
die Mannschaft erneute zehn Sekunden, sobald ein Spieler
im Rückfeld die Ballkontrolle nach dem Einwurf
erlangt. Diese Regelung steht im krassen Gegensatz zur
Dreißig-Sekunden-Regel und bestraft die gut verteidigende
Mannschaft. Zur guten Verteidigung zählt auch das
Lenken des Balles ins Aus. Ansonsten gilt auch hier
das schon gesagte unter 3. 1. 1.
3.1.3 Nah bewachter
Spieler
Voraussetzung für
das Beginnen der fünf Sekunden ist, daß der
Ballbesitzer und sormt der Spieler mit Ballkontrolle
nah bewacht wird. Der Spieler in Ballbesitz muß
den Ball dann innerhalb von fünf Sekunden passen,
dribbeln, rollen oder auf den Korb werfen.
3.1.4 Drei-Sekunden-Regel
Ein Spieler darf nicht
länger als drei aufeinanderfolgende Sekunden in
der begrenzten Zone des Gegners bleiben während
seine Mannschaft Ballkontrolle hat. Hier soll nur auf
die neue Regel hingewiesen werden. Früher begannen
die drei Sekunden schon ab der Übergabe des Balles
an den Einwerfer - ab dort besteht ja Ballkontrolle
- zu laufen. Dies ist nicht mehr so. Es erfolgte eine
Anpassung an die anderen Zeitregeln und daher beginnen
auch hier erst die drei Sekunden, wenn die Spieluhr
läuft. Das was bei der Dreißig-Sekunden-Regel
gesagt wurde, gilt auch hier.
3.2 Fouls
Die Fouls, bei denen
die Ballkontrolle eine wichtige Rolle bei der Entscheidung
der jeweiligen Strafe bzw. für die Weiterführung
des Spiels hat, sind das Offensivfoul und das Doppelfoul.
Nur diese beiden sollen nachfolgend behandelt werden.
3.2.1 Offensivfoul
Ein sogenanntes Offensivfoul
liegt dann vor, wenn das persönliche Fouls von
einem Spieler begangen wird, dessen Mannschaft sich
in diesem Moment in Ballkontrolle befindet. Ein solches
Foul kann sowohl durch den Ballbesitzer aber auch einen
sonstigen Spieler der Mannschaft in Ballkontrolle begangen
werden. Wichtig ist, daß es bei einem Offensivfoul
keinesfalls Freiwürfe für die andere Mannschaft
geben darf. Das Spiel wird mit einem Einwurf nächst
dem Punkt, an dem das Foul geschah für die gegnerische
Mannschaft fortgesetzt. Ein erzielter Korb kann bei
einem Offensivfoul nicht zählen. Es erfolgt dann
Einwurf auf der Höhe der Freiwurflinie für
die andere Mannschaft. Sobald der Ball die Hand des
Werfers verlassen hat, endet die Ballkontrolle für
ihn und seine Mannschaft. Ein dann gepfiffenes Foul
gegen einen Spieler dieser Mannschaft kann nie ein Offensivfoul
sein. Ein erzielter Korb zählt und wenn die Mannschaft
das 8. Mannschaftsfoul erreicht hat, erhält die
gegnerische Mannschaft zwei Freiwürfe zugesprochen.
3.2.2 Doppelfoul
Im letzten Jahr spielte
die Ballkontrolle noch keinerlei Bedeutung bei einem
Doppelfoul. Das Spiel wurde immer mit einem Sprungball
fortgesetzt (Ausnahme, ein Korb wurde erzielt). Dies
hat sich ab der laufenden Saison geändert. Entscheiden
die Schiedsrichter auf Doppelfoul, erhält die Mannschaft
den Einwurf, die zum Zeitpunkt des Doppelfouls Ballkontrolle
hatte. Somit müssen die Schiedsrichter nun bei
Doppelfoul beachten, wer Ballkontrolle hatte, damit
das Spiel korrekt weiter laufen kann. Lediglich wenn
keine Mannschaft in Ballkontrolle zum Zeitpunkt des
Doppelfouls war, wird das Spiel mit einem Sprungball
fortgesetzt. Zählt der erzielte Korb, wird der
Ball an der Endlinie wie normal nach einem Korberfolg
ins Spiel gebracht.
4. Schlußbemerkung
Neben den hier behandelten
Regeln und Fouls gibt es noch andere Regelübertretungen,
bei denen die Ballkontrolle zu beachten ist. Diese waren
aber nicht Thema dieser Arbeit, sollen aber abschließend
wenigstens genannt werden.
Damit auf Rückfeld
entschieden werden kann, muß die angreifende Mannschaft
im Vorfeld den Ball unter Kontrolle haben. Weiter kann
auch erst dann auf Schritt- oder Dribbelfehler entschieden
werden, wenn der jeweilige Spieler Ballkontrolle über
einen belebten Ball hat.
Abschließend
soll noch kurz der Fehlpfiff eines Schiedsrichters behandelt
werden. Auch ein Schiedsrichter kann sich irren und
einen Fehlpfiff verursachen. Es gehört viel Mut,
einen solchen zuzugeben und das Spiel mit einem Einwurf
fortzusetzen. Allerdings muß für die richtige
Mannschaft entschieden werden. nämlich die, die
Ballkontrolle zum Zeitpunkt des Fehlpfiffs hatte. Weiter
soll auf diesen speziellen Punkt nicht eingegangen und
das Thema insgesamt abgeschlossen werden.
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