Frage von Alexander Eger (Österreich)
Der Text in der Zusammenfassung
lautet:
Bei
der Ausführung einer Strafe für ein technisches, unsportliches oder
disqualifizierendes Foul ist zwischen dem letzten Freiwurf und dem nachfolgenden
Einwurf von der Mittellinie für beide Mannschaften Spielerwechsel oder Auszeit
möglich.
Hier sagt der Regeltext Art 18.4.1, der
verglichen mit der Version 2000 im Wesentlichen unverändert blieb, anderes. Eine
Auszeit oder ein Spielerwechsel zwischen oder nach Freiwürfen, die aus einer
Foulstrafe resultieren, ist nicht erlaubt (außer in den aufgezählten
Ausnahmefällen). Dabei sind aufeinander folgende Sätze von Freiwürfen und / oder Ballbesitz, verursacht durch mehr als eine Foulstrafe, getrennt voneinander zu
behandeln. Dies bedeutet aber gleichzeitig, dass zwischen Freiwürfen und
anschließendem Ballbesitz resultierend aus einer einzigen Foulstrafe keine
Auszeit und kein Wechsel möglich ist. Eine Auszeit oder ein Wechsel wäre
allerdings möglich zwischen Freiwürfen vom Team A aufgrund eines Fouls in der
Korbwurfaktion oder der Teamfoulregelung und nachfolgendem Ballbesitz für Team B
aufgrund eines normalen persönlichen Fouls durch einen Spieler A vor Ausführung
der Freiwürfe (Art. 42), vor Ausführung der Einwurfstrafe. Das war auch bisher
nicht anders. Die Regeländerung wie oben beschrieben geht aus dem Regeltext und
den Interpretationen nicht hervor.
Antwort von Dr. Norbert Esser (Mitglied im DBB-AK Regeln)
Was Spielerwechsel/Auszeit zwischen letztem Freiwurf und darauf folgendem Einwurf (T, U oder D) betrifft, ist die Sache noch verzwickter: Die FIBA - in Person Lubo Kotleba - will in dieser Situation Auszeit und / oder Spielerwechsel haben (die ULEB hat diese Regel übrigens auch), will aber den Regeltext an dieser Stelle nicht mehr ändern, vielleicht um Verwirrung oder nicht beabsichtigte Folgefehler im Regeltext bei einer "Crash-Aktion" zu vermeiden. Diese Info habe ich von Albert Schencking, der dies unmittelbar von Lubo erfahren hat. Dieser Punkt wird womöglich in einer späteren Interpretation erscheinen, wir haben ihn daher explizit bereits jetzt so formuliert.
Antwort von Albert Schencking (Mitglied im DBB-AK Regeln und Mitarbeiter der FIBA-Regel-Kommission)
Über
dieses Thema habe ich mit meinem Ex-Chef zweimal länger am Telefon
diskutiert.
Ich
habe feststellen müssen, dass es diese Wechselmöglichkeit bereits seit
mindestens
2000
gibt, ohne dies wahr genommen zu haben. Deshalb konnte ich dies in der
englischen Zusammenfassung nicht
einarbeiten und FIBA war auch nicht bereit, dies in der FIBA Interpretation 2004
aufzunehmen.
Lubo
sagte dazu, dass es ja keine Änderung ist, und bei einer Aufnahme die Welt sich
dann fragt, was hat sich daran geändert.
Inzwischen habe ich erfahren, dass dieses Thema auch
auf FIBA Ebene doch nicht so klar war und ist.
Falls
FIBA noch eine Interpretation vorbereitet, werde ich versuchen, dieses Thema
dort aufnehmen zu lassen und
später dies im Regeltext noch verdeutlichen.
Jedenfalls gibt es keinen vernünftigen Grund,
Spielerwechsel und Auszeit vor dem Einwurf an der Mittellinie nicht zuzulassen.
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