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FIBA Schiedsrichter von 1958 bis 1982 und FIBA Ehrenschiedsrichter seit 1976, Lazarov wurde 1983 FIBA Kommissar. Mitglied in der FIBA Technischen Kommission seit 1976. Lazarov erhielt den wertvollen Radomir-Shaper-Preis, welcher für außergewöhnliche Verdienste um die Basketball-Regeln und das Basketballspiel verliehen wird.
In den letzten Jahren wurden wir Zeugen von wesentlichen Abweichungen in der Art, wie Schiedsrichter und Kampfrichter die offiziellen Regeln hinsichtlich Auszeit und Spielerwechsel anwenden. Mit den folgenden praktischen Beispielen möchte ich versuchen, den Bedarf für eine realistische, nicht wörtliche oder gar dogmatische Interpretation der Regeln in diesem Bereich zu wecken. Rechtsgültige Vorschriften aus dem Regelheft:
Art. 27.3.1. Ein Trainer oder Trainer-Assistent hat das Recht, eine angerechnete Auszeit zu beantragen. Er muss dazu persönlich zum Anschreiber gehen und mit dem zutreffenden gebräuchlichen Handzeichen klar Auszeit verlangen.
Art. 28.2.1. Ein Ersatzspieler hat das Recht, einen Spielerwechsel zu beantragen. Er muss dazu persönlich zum Anschreiber gehen und mit dem zutreffenden gebräuchlichen Handzeichen klar Spielerwechsel verlangen. Er muss sich bis zum Beginn der Wechselmöglichkeit auf die Auswechselbank oder auf den Stuhl setzen.
Situation 1:
Darf ein Trainer eine angerechnete Auszeit direkt aus dem Mannschaftsbankbereich heraus beantragen, statt persönlich zum Anschreiber zu gehen?
Interpretation:
Dies ist die gängige Praxis, welche die meisten Trainer heutzutage anwenden. In einer solchen Situation soll der Anschreiber großzügig sein und sein Signal bei der ersten Gelegenheit zu dieser Auszeit ertönen lassen. Meist konzentriert sich aber der Anschreiber ausschließlich auf das Spielgeschehen, ohne dabei den Trainer im Blickfeld zu haben, sodass er einen solchen Antrag auf angerechnete Auszeit übersehen kann. Insbesondere in einer solchen Situation bewährt sich eine gute Kommunikation zwischen allen Mitgliedern des Kampfgerichts. Allerdings müssen sich die Trainer dennoch darüber im klaren sein, dass sie selbst das Risiko tragen, eine Auszeit nicht zu erhalten, falls der Anschreiber ihr Zeichen oder ihren Ruf aus dem Mannschaftsbankbereich heraus nicht wahrnimmt.
Situation 2:
Während der Ball tot und die Spieluhr gestoppt ist, beantragt Trainer A aus seinem Mannschaftsbankbereich heraus direkt beim nächsten Schiedsrichter eine angerechnete Auszeit. Soll die Auszeit gewährt werden?
Interpretation:
Der Schiedsrichter darf die Auszeit nicht gewähren. Bevor er das Spiel wieder aufnimmt soll er helfen und entweder selbst den Antrag dem Anschreiber mitteilen oder den Trainer dazu anhalten, sich an den Anschreiber zu wenden. Falls der Anschreiber dem Antrag auf Auszeit stattgibt, soll sie gewährt werden.
Situation 3:
Während einer Wechselmöglichkeit für Mannschaft A ist der Schiedsrichter gerade dabei, dem Einwerfer den Ball zur Verfügung zu stellen. In diesem Moment kommen Ersatzspieler A10 und A11 von ihrer Mannschaftsbank zum Anschreibertisch und beantragen für sich einen Spielerwechsel.
Interpretation:
Da die Wechselmöglichkeit noch nicht geendet hat, soll der Anschreiber kooperationsbereit sein und den Schiedsrichtern durch sein Signal anzeigen, dass ein Spielerwechsel beantragt ist. Es ginge über die Absicht dieser Regel hinaus, wenn der Anschreiber nur dann sein Signal zum Spielerwechsel geben würde, wenn der einwechselnde Ersatzspieler sich beim Anschreiber gemeldet und auf der Auswechselbank Platz genommen hat.
Situation 4:
Mannschaft A führt einen Spielerwechsel aus. Der Spieler A10, der auf der Auswechselbank saß, befindet sich bereits auf dem Spielfeld. In diesem Moment kommen noch vier weitere Ersatzspieler von ihrer jeweiligen Mannschaftsbank zum Anschreibertisch, zwei aus jeder Mannschaft, und beantragen sofortigen Spielerwechsel.
Interpretation:
Da die Wechselmöglichkeit noch nicht geendet hat, soll der Anschreiber kooperationsbereit sein und den Schiedsrichtern sofort durch sein nochmaliges Signal anzeigen, dass ein Spielerwechsel beantragt ist. Es ginge über die Absicht dieser Regel hinaus, wenn der Anschreiber nur dann sein Signal zum Spielerwechsel geben würde, wenn der einwechselnde Ersatzspieler auf der Auswechselbank Platz genommen hat.
Situation 5:
Während eines Spielerwechsels der Mannschaft A besteht der Schiedsrichter darauf, dass
1. sowohl die eintretenden Ersatzspieler als auch die auswechselnden Spieler das Spielfeld an der Mitte unmittelbar vor dem Anschreibertisch betreten bzw. verlassen.
2. die auswechselnden Spieler das Spielfeld zu dem Zeitpunkt verlassen, an dem die einwechselnden Ersatzspieler das Spielfeld betreten.
Ist dieses Vorgehen korrekt?
Interpretation:
Dieses Vorgehen ist falsch, weil sie die Wiederaufnahme des Spiels unnötig verzögert.
- Die auswechselnden Spieler müssen sich weder beim Anschreiber noch beim Schiedsrichter abmelden und dürfen das Spielfeld sofort und an beliebiger Stelle verlassen.
- Die einwechselnden Ersatzspieler müssen außerhalb des Spielfelds bleiben, bis sie vom Schiedsrichter mit dem entsprechenden Handzeichen zum Betreten des Spielfelds aufgefordert werden.
Er kann sein Handzeichen zum Spielerwechsel von seiner momentanen Position auf dem Spielfeld geben, nachdem er Blickkontakt mit dem Anschreibertisch und dem Einwechselspieler(n) aufgenommen hat. Der Schiedsrichter muss dabei nicht unmittelbar vor dem Anschreibertisch stehen.
Die wichtigsten Aufgaben für die Schiedsrichter und den Anschreiber während eines Spielerwechsels sind:
- Vergewissere dich, dass die Anzahl der einwechselnden mit der Anzahl der auswechselnden Spieler übereinstimmt.
- Sorge für raschen Ablauf eines Spielerwechsels und schnelle Fortsetzung des Spiels.
Situation 6:
Die Möglichkeit zu einem Spielerwechsel oder einer Auszeit hat gerade geendet, als Trainer A zum Anschreibertisch eilt und laut einen Spielerwechsel oder eine Auszeit beantragt. Der Anschreiber reagiert und lässt irrtümlich sein Signal ertönen, worauf der Schiedsrichter pfeift und das Spiel unterbricht.
Interpretation:
Durch den Schiedsrichterpfiff wird der Ball zum toten Ball und die Spieluhr gestoppt. Dadurch wird eine Spielerwechsel oder Auszeit möglich. Da der Antrag aber zu spät gestellt wurde, wird der Spielerwechsel oder die Auszeit nicht gewährt und das Spiel fortgesetzt.
Durch den Pfiff des Schiedsrichters ist der Ball tot, und die Spieluhr bleibt gestoppt. Hieraus folgt, dass grundsätzlich eine Wechsel- oder Auszeitmöglichkeit begonnen hat. Da der Antrag aber zu spät kam, wird der Spielerwechsel oder die Auszeit nicht zugelassen. Das Spiel ist unverzüglich fortzusetzen.
Aussichten für die Zukunft
Unter den gegenwärtigen Umständen werden alle Probleme im Zusammenhang mit Kampfrichtern den Nationalverbänden zum Lösen überlassen. Die Auswirkungen derer Entscheidungen führten zu einer weltweiten Uneinheitlichkeit, mit großen Abweichungen in den Anweisungen, Beschreibungen und Arbeitsweisen. Ich glaube fest daran, dass die Zeit für FIBA gekommen ist, als bestätigte Führung im Welt-Basketball, unverzüglich Verantwortung zu übernehmen und eine neues Gremium mit dem Namen "FIBA Kampfrichter" einzurichten. Dabei bietet sich die gleiche Struktur wie bei den bereits existierenden offiziellen Gremien, FIBA Schiedsrichter und FIBA Kommissar an. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Folgendes eingeführt werden:
- Ein offizielles FIBA Handbuch, welches alle Einzelheiten der Arbeit der Kampfrichter enthält, muss geschrieben und veröffentlicht werden.
- Ein weltweit einheitliches Programm für die Aus- und Fortbildung von Kampfrichtern muss vorbereitet werden.
- Kampfrichter-Lehrgänge und Prüftermine zum Testen ihrer Kenntnisse müssen organisiert werden.
- Für alle FIBA Kampfrichter müssen Lizenzen mit jährlicher Gebühr eingeführt werden.
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