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Regel-Änderungen | 1998

 

 

FIBA-Papier in der Übersetzung der DBB-SRK

 

 

Video zu den Basketballregeln 2000 der FIBA

 

 

  1. Einleitung:
  2. Im folgenden Video über die Offiziellen Basketball-Regeln 2000 werden Trainer, Spieler, Schiedsrichter und weitere Personen nur in der männlichen Form angesprochen. Alle Aussagen gelten selbstverständlich auch für Trainerinnen, Spielerinnen und Schiedsrichterinnen. Diese Form ist zur Vereinfachung gewählt.

    Das Basketballspiel erfreut sich weltweit einer weiterhin wachsenden Popularität. Dieser kontinuierliche Erfolg macht es erforderlich, die Regeln, welche die Entwicklung dieses Spiels steuern, ständig zu überprüfen, an neue Erfordernisse anzupassen und damit zu verbessern.

    Die Welt-Technische Kommission der FIBA hat für die Regeln 2000 eine Reihe von Änderungen beschlossen. Sinn und Zweck dieses Videos ist es, diese Änderungen in Bild und Text zu erklären.

  1. Artikel 3 Die 24-Sekunden-Anlage

    Die 24-Sekunden-Anlagen sind weltweit unterschiedlich hinsichtlich Qualität, Positionierung und Anzahl der Anzeigegeräte. Die Regeln schreiben nun für die Aufstellung folgende drei Möglichkeiten vor:

    Entweder je ein Anzeigegerät oberhalb und hinter jedem Spielbrett, oder

    vier Anzeigegeräte auf dem Boden hinter den Endlinien, je eines in jeder Ecke des Spielfeldes, oder

    zwei Anzeigegeräte auf dem Boden hinter den Endlinien, in diagonal gegenüber liegenden Ecken des Spielfeldes. Das Gerät links vom Anschreibertisch aus gesehen steht dabei auf dessen Seite, mindestens zwei Meter von der Seitenlinie entfernt.

     

  2. Artikel 4 Drei-Schiedsrichter-Technik

    Im modernen Basketball entwickeln sich Tempo und Athletik ständig weiter. Mit der Möglichkeit, einen dritten Schiedsrichter auf dem Feld einzuführen, könnte die Fähigkeit des Schiedsrichter-Teams gestärkt werden, Fairness und Spielkontrolle zu gewährleisten.

    Mit den neuen Regeln hat die FIBA beschlossen, die Drei-Schiedsrichter-Technik bei allen Hauptwettbewerben der FIBA anzuwenden. Den Zonen-Kommissionen und nationalen Verbänden der FIBA ist es künftig frei gestellt, diese Technik bei ihren eigenen Wettbewerben ebenfalls einzusetzen. Für alle anderen Wettbewerbs-Ebenen gilt weiterhin das Zwei-Schiedsrichter-System.

    Die Richtlinien zur Schiedsrichter-Technik bei drei Schiedsrichtern finden sich im neuen Schiedsrichter-Handbuch zu den FIBA-Regeln 2000.

     

  3. Artikel 12 Mannschaften

    Um die Begriffe "Einsatzberechtigung" und "Spielberechtigung" deutlicher voneinander abzugrenzen, enthalten die neuen Regeln folgende Definitionen:

    Ein Spieler ist einsatzberechtigt, wenn er die Erlaubnis hat, für eine Mannschaft gemäß den Regularien des Veranstalters eines Wettbewerbs zu spielen.

    Ein Spieler ist spielberechtigt, wenn er vor Spielbeginn auf dem Anschreibebogen eingetragen worden ist und solange er weder disqualifiziert worden ist, noch fünf Fouls begangen hat.

     

  4. Artikel 16 Pflichten und Rechte des Trainers

    Nach den bisherigen Regeln war es ausschließlich dem Trainer gestattet, während des Spiels zu stehen.

    In den neuen Regeln ist es auch dem Trainer-Assistenten erlaubt, während des Spiels stehen zu bleiben, allerdings nur dann, wenn der Trainer Platz genommen hat. Es ist nach wie vor nicht zulässig, dass beide stehen bleiben.

     

  5. Artikel 17 Spielzeit, Punktgleichheit und Verlängerungen

    Eine wesentliche Änderung in den neuen Regeln betrifft die Spielzeit. Das Spiel besteht nun aus vier Spielperioden von je zehn Minuten. Die Pause zwischen der ersten und zweiten, sowie der dritten und vierten Spielperiode beträgt zwei Minuten, die Halbzeitpause dauert fünfzehn Minuten. Allen Verlängerungen von je fünf Minuten Spieldauer geht eine Pause von zwei Minuten voran.

     

  6. Artikel 18 und 19 Zustand des Balles

    Eine weitere wichtige Änderung in den neuen Regeln betrifft den Zustand des Balles beim Sprungball. Der Ball wird nunmehr erst dann belebt, wenn er legal berührt wird, nachdem er seinen höchsten Punkt erreicht hat. Jede Spielperiode oder Verlängerung beginnt offiziell dann, wenn der Ball getippt und damit belebt wird.

     

  7. Artikel 21 Sprungball

    Nach den neuen Regeln gibt es nur noch zwei Situationen, in denen bei einem Sprungball die beiden Springer festgelegt sind. Die eine betrifft das Doppelfoul, sofern das Spiel mit Sprungball fortgesetzt wird. Es springen die beiden Spieler, die das Doppelfoul aneinander begangen haben.

    Die zweite Situation ist ein Halteball zwischen zwei Gegenspielern.

    Falls es zu einem Sprungball zwischen beliebigen Gegenspielern kommt, so müssen beide Springer bereits zu dem Zeitpunkt auf dem Feld gewesen sein, zu dem die Sprungball-Situation entstanden ist.

     

  8. Artikel 22 Wie der Ball gespielt wird

    Schon nach den bisherigen Regeln war es nicht gestattet, den Ball vorsätzlich mit dem Fuß, dem Knie oder mit einem Teil des Beines unterhalb des Knies zu spielen. In den Regeln 2000 wird dieses Verbot auf das gesamte Bein, also auch oberhalb des Knies erweitert.

    Ein zufälliger Kontakt des Balles mit dem Fuß oder dem Bein ist nach wie vor keine Regelübertretung.

     

  9. Artikel 25 Korberfolg und seine Wertung

    Geht der Ball von unten in den Korb, so ist dies nach den neuen Regeln in jedem Fall eine Regelübertretung, unabhängig davon, ob dies zufällig oder absichtlich geschah. Die gegnerische Mannschaft erhält einen Einwurf von der Endlinie.

     

  10. Artikel 26 Einwurf

    Wenn ein belebter Ball zwischen Ring und Brett eingeklemmt ist, sollen die Schiedsrichter pfeifen. Der Ball wird dadurch zum toten Ball, und das Spiel wird am nächst gelegenen Kreis mit einem Sprungball zwischen zwei beliebigen Gegenspielern fortgesetzt. Diese Regel wird nun auch angewandt, wenn der Ball nach einem Einwurf am Brett eingeklemmt ist.

     

  11. Artikel 27 Angerechnete Auszeit

    Für Auszeiten gibt es einige Änderungen:

    Ein Trainer kann nun folgende Anzahl von Auszeiten beantragen:

    Eine Auszeit in der ersten, zweiten und dritten Spielperiode,

    zwei Auszeiten ausschließlich in der vierten Spielperiode,

    eine Auszeit in jeder Verlängerung.

    Nicht beanspruchte Auszeiten können nicht auf die nächste Spielperiode oder Verlängerung übertragen werden.

    Eine weitere wichtige Änderung besagt, dass jede Auszeit eine volle Minute andauert. Die Spieler dürfen erst dann auf das Spielfeld zurück, wenn nach 50 Sekunden das Signal zum Ende der Auszeit ertönt.

    Nach den bisherigen Regeln konnte ein Trainer nach einem Korberfolg gegen seine Mannschaft nur dann eine Auszeit erhalten, wenn er sie vor dem erfolgreichen Korbwurf beantragt hatte. Nach den neuen Regeln kann er eine Auszeit noch beantragen, bevor der Ball nach dem Korberfolg belebt ist.

     

  12. Artikel 28 Spielerwechsel

    Die neuen Regeln sehen eine zusätzliche Gelegenheit zum Spielerwechsel vor. Während der letzten zwei Minuten der vierten Spielperiode oder einer Verlängerung kann die Mannschaft, gegen die ein Feldkorb erzielt wurde, nun Spielerwechsel durchführen. Der Wechsel muss beantragt worden sein, bevor der Ball nach dem Korberfolg belebt ist.

    Führt die Mannschaft, gegen die ein Korb erzielt wurde, einen Spielerwechsel durch, darf auch die andere Mannschaft wechseln.

     

  13. Artikel 38 Acht-Sekunden

    Eine weitere wesentliche Änderung in den Regeln 2000 betrifft die Zeitspanne, in der die angreifende Mannschaft den Ball in ihr Vorfeld spielen muss. Um das Tempo des Spiel zu erhöhen, wurde diese Zeitspanne von bisher zehn Sekunden auf nun acht Sekunden reduziert.

    Wie bei der bisherigen Zehn-Sekunden-Regel beginnt die Zeit für die Acht-Sekunden-Regel in dem Moment, in dem ein Spieler der angreifenden Mannschaft Ballkontrolle auf dem Spielfeld erhält.

    Das Zählen nach der Acht-Sekunden-Regel endet, wenn der Ball einen Spieler oder Schiedsrichter berührt, der im Vorfeld steht, oder wenn der Ball das Vorfeld berührt.

     

  14. Artikel 39 24 Sekunden, sowie Pflichten des 24-Sekunden- Zeitnehmers (Art. 11)

    Ebenfalls geändert wurde in den Regeln 2000 die Zeitspanne, die der Mannschaft in Ballkontrolle zur Verfügung steht, um einen Korbwurfversuch zu unternehmen.

    Diese Zeitspanne ist in den neuen Regeln von bisher 30 Sekunden auf nun 24 Sekunden reduziert, ebenfalls in der Absicht, das Tempo des Spiels weiter zu erhöhen. Für die Mannschaft, welche auf dem Spielfeld die Kontrolle über einen belebten Ball hat, gilt nun: Bevor das 24-Sekunden-Signal ertönt, muss der Ball nicht nur die Hand des Werfers verlassen, sondern auch den Ring berührt haben.

    Hat der Ball bei einem Wurfversuch die Hand des Werfers verlassen, ist in der Luft und das 24-Sekunden-Signal ertönt, so gilt folgendes:

    Alle Vorschriften nach Artikel 41, also für Goal tending und Stören des Balles, sind weiterhin gültig. Dies gilt solange, bis es offensichtlich ist, dass der Ball nicht in den Korb geht.

    Geht der Ball in den Korb, so zählt der Korb.

    Hat der Ball bei einem Korbwurfversuch die Hand des Werfers verlassen und das 24-Sekunden-Signal ertönt, so wird der Ball zum toten Ball, falls er nicht in den Korb geht oder falls er legal von irgend einem Spieler berührt wird. Es handelt sich dann um eine Übertretung der 24-Sekunden-Regel. Die gegnerische Mannschaft erhält den Ball zum Einwurf nächst der Stelle, an der der Ball zum toten Ball wurde.

     

  15. Artikel 41 Goal tending und Stören des Balles

    Mit dem Begriff "Goal tending" wurde eine neue zusätzliche Definition in die FIBA-Regeln aufgenommen. Goal tending bezeichnet das illegale Berühren des Balles nach einem Wurfversuch, also wenn der Ball im Abwärtsflug oder nach einer Brettberührung noch vollständig oberhalb des Ringniveaus ist.

    Bringt ein Spieler das Spielbrett in Schwingungen, um einen Korb zu verhindern, so handelt es sich um "Stören des Balles". Diese Regel wurde wie folgt geändert:

    Wird hierdurch nach Meinung des Schiedsrichters zufällig oder absichtlich ein Korb verhindert, so werden der Mannschaft des Werfers zwei oder drei Punkte gut geschrieben, je nachdem, von welcher Stelle aus der Wurfversuch erfolgte.

    Ein technisches Foul wird hierfür nicht mehr verhängt.

    Ist der Ball bei einem Korbwurfversuch in der Luft und ein Schiedsrichter pfeift, oder das Signal für die 24-Sekunden-Regel oder für das Ende einer Spielperiode ertönt, so gilt:

    Alle Vorschriften für Goal tending und Stören des Balles sind weiterhin gültig. Der Ball wird außerdem sofort zum toten Ball, falls er legal von einem Spieler berührt wird.

     

  16. Artikel 45 Doppelfoul

    Wenn während der Phase eines toten Balles einer Mannschaft der Ballbesitz zugesprochen ist, so können einige Situationen auftreten, die einer Klarstellung bedurften.

    Ereignet sich in dieser Phase des toten Balles ein Doppelfoul, und war bereits einer Mannschaft Ballbesitz zugesprochen worden, so zeigt der Schiedsrichter dem Kampfgericht das Doppelfoul an. Anschließend wird das Spiel mit dem ursprünglich vorgesehenen Einwurf fortgesetzt.

     

  17. Artikel 49 Technisches Foul durch einen Spieler

    Die Strafe für ein technisches Foul gegen einen Spieler wurde erheblich geändert. Sie lautet nun: Ein Freiwurf mit anschließendem Ballbesitz zum Einwurf von der Mittellinie.

    Das bisherige "unsportlich technische Foul" wurde aus den Regeln gestrichen.

    Für ein technisches Foul gegen einen Spieler während einer Spielpause werden weiterhin zwei Freiwürfe verhängt.

     

  18. Artikel 55 Mannschaftsfouls

    Mit der Änderung der Spielzeit auf vier Spielperioden zu je zehn Minuten musste auch die Regel für die Mannschafts-Foulgrenze mit geändert werden. Sie liegt nun bei vier Fouls für eine Spielperiode. Hat also eine Mannschaft vier persönliche oder technische Spielerfouls innerhalb einer Spielperiode begangen, so werden - mit den bisher gültigen Einschränkungen für ein Foul am Werfer oder ein Foul in Ballkontrolle - für jedes weitere Spielerfoul zwei Freiwürfe verhängt. Alle Verlängerungen zählen als Fortsetzung der vierten Spielperiode.

    Begeht eine Mannschaft ein Foul, bevor sie den Ball zu einem Einwurf nach einer gegnerischen Regelverletzung erhält, so wird dies nunmehr als Foul der Mannschaft in Ballkontrolle geahndet. Das Spiel wird mit Sprungball fortgesetzt, unabhängig von der Anzahl der Mannschaftsfouls.

     

  19. Artikel 56 Sonderfälle

    In die bisherige Regel "Fouls in Sonderfällen" wurden nun auch Einwurfstrafen für Regelübertretungen zur Kompensation mit aufgenommen. Die Regel heißt daher nun einfach "Sonderfälle". Begeht also Mannschaft B eine Regelübertretung, und Mannschaft A begeht vor der Ausführung des Einwurfs ein Foul mit der Foulstrafe "Einwurf für Mannschaft B", so wird in diesem Fall das Spiel mit Sprungball fortgesetzt.

    Während der Phase, in der die Spieluhr wegen eines Fouls oder einer Regelübertretung gestoppt ist, können sich weitere Fouls ereignen. Hierfür gelten alle bisherigen Grundsätze für die Festlegung der Reihenfolge der Strafen und ihre Ausführung wie bisher weiter.

     

  20. Artikel 58 Korrigierbare Fehler

    Hier wurde ein Fall aus der Regel gestrichen, der praktisch nicht auftritt, nämlich die Ausführung von Freiwürfen auf den falschen Korb.

    Korrigierbare Fehler sind also nun:

    Erstens: Gewähren von einem oder mehreren nicht zustehenden Freiwürfen

    Zweitens: Die Ausführung von Freiwürfen durch den falschen Freiwerfer

    Drittens: Nicht Gewähren von einem oder mehreren zustehenden Freiwürfen

    und Viertens: Durch einen Schiedsrichter irrtümlich gegebene oder nicht gegebene Punkte.

    Neu sind außerdem zwei zusätzliche Ausnahmen für diese Regel:

    Liegt der korrigierbare Fehler im nicht Gewähren von zustehenden Freiwürfen, so gilt nun:

    Erstens: Hat die Mannschaft anstelle der eigentlich zustehenden Freiwürfe einen Einwurf ausgeführt und ist sie nach wie vor in Ballbesitz, so werden die Freiwürfe wie bisher nachgeholt: Das Spiel geht aber nun unmittelbar nach den Freiwürfen weiter, also mit Rebound oder Einwurf von der Endlinie nach Erfolg des letzten oder einzigen nachgeholten Freiwurfs.

    Zweitens: Hat die Mannschaft nach dem irrtümlich anstelle der Freiwurfstrafe ausgeführten Einwurf einen Feldkorb erzielt, so wird der Fehler nicht mehr korrigiert: Dieser Feldkorb zählt, dafür wird die Freiwurfstrafe nicht mehr nachgeholt.

    Liegt der korrigierbare Fehler in der Ausführung durch den falschen Freiwerfer, so gilt nun:

    Hat der Ballbesitz seit dem Fehler nicht gewechselt, so geht das Spiel unmittelbar nach der Korrektur, nämlich der Ausführung durch den richtigen Freiwerfer weiter, also mit Rebound oder Einwurf von der Endlinie nach Erfolg des letzten oder einzigen wiederholten Freiwurfs.

     

  21. Anhang B Der Anschreibebogen

    Der offizielle Anschreibebogen wurde überarbeitet, um die Änderungen in der Spielzeit, der Anzahl der Auszeiten und der Mannschafts-Foulgrenze zu berücksichtigen.

 

Schlussbemerkungen:

    Die Absicht dieses Videos war es, einige der wichtigeren Regeländerungen in Wort und Bild deutlich zu machen. Auf zahlreiche geringfügigere Regeländerungen konnte hier aber nicht eingegangen werden. Um auch diese kennen zu lernen und zu verstehen, ist es daher für jeden unumgänglich, das neue Regelheft gründlich durchzulesen.

    Wir hoffen, dass dieses Video Ihnen hilft, sich auf die Umsetzung der neuen Basketball-Regeln 2000 der FIBA vorzubereiten, und dass Basketball damit weltweit auch weiterhin eine spannende Unterhaltung bieten kann.

 

 

 

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 Letzte Aktualisierung:
2. Januar 2002

 

© Axel Beckmann