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USA | News | NBA

 

 

Quelle: Yahoo.com / AFP 10. Juni 2003 / Übersetzung und redaktionelle Überarbeitung: Axel Beckmann

 

 

Nets beklagen sich über "einseitige" Schiedsrichter

 

Bernie Fryer

Auch in Spiel 5 hatte sich Byron Scott noch nicht beruhigt. Joe Crawford reagiert mit einem Technischen Foul.

In einer Final-Serie, die wohl als die schlechteste und niveauloseste in die Geschichte der NBA eingehen wird, sind nun auf einmal wieder die Schiedsrichter Schuld. Zumindest sieht dies Byron Scott, der Coach der New Jersey Nets so.

Vor dem 4. Spiel schimpfte der New Jersey Nets Coach und ehemalige Spieler der Los Angeles Lakers auf die Schiedsrichter, warf Ihnen vor. dass sie den Star von San Antonio, Tim Duncan, gegenüber seinem Gegner Kenyon Martin bevorzugen würden.

Am Vorarbend des kritischen vierten Spiels in der Best-of-Seven-Serie beklagte sich Scott öffentlich über die Referees, die den Nets in den bisherigen 3 Spielen insgesamt 73 Fouls gegenüber 53 bei San Antonio angehängt hatten.

"Die Pfeiferei in diesen Finals is ein bischen einseitig", behauptet Scott. "Wir waren in dieser Saison ein Team, dass eine Unmenge Zeit an der Freiwurflinie verbracht hat. In dieser Serie ist das Verhältnis aus irgendwelchen Gründen scheinbar 1 zu 2 gegen uns."

"Ich bin überzeugt, dass dies eine Menge mit den Schiedsrichtern zu tun hat. Tim Duncan kann sich eine Menge mehr Sachen in der Defense erlauben als unser Kenyon Martin. Dabei ist der einer der besten Defense Spieler in der Liga.

Der Erfolg vom amtierenden NBA Most Valuable Player Duncan und Martin's Foulprobleme sind ein Grund dafür, dass die Spurs nach dem dritten Spiel 2-1 in Führung lagen. Kein Team hat es jemals geschafft nach einem 3-1 Rückstand noch die Finals zu gewinnen (Anm.: die Nets konnten dieses vierte Spiel zwar gewinnen, haben aber insgesamt bekanntermaßen trotzdem mit 2-4 verloren).

Im dritten Spiel wurden gegen die Nets im letzten Viertel 11 Fouls und gegen die Spurs nur eins gepfiffen. (Anm.: Dieses Rechenspielchen kennen wir Schiedsrichter ja nur zu gut. Nicht berücksichtigt wird dabei, dass New Jersey die ganze Zeit einem Rückstand hinterherlief und versuchen musste, mit Fouls den Gegner zu stoppen.)

Die Spurs verwandelten bisher 56 von 88 Freiwürfen während die Nets aus nur 58 Versuchen immerhin 47 Punkte erzielten. Mit Martin's 16 Fouls steht er an der Negativtabelle aller Final-Spieler unangefochten an der Spitze, 9 mehr als Duncan. Als Martin erfuhr, dass sein Coach Duncan vorwirft, dass ihm mehr unter dem Korb erlaubt wird, lacht er und meint: "Schöne Art, das Spiel zu interpretiern. Wenn ich einen Pfiff bekomme oder auch nicht, kann ich mich nicht darüber beklagen. Wenn ich mich über die Schiedsrichter aufrege, wird das meine Leistung negativ beeinflussen."

Bernie Fryer

Bernie Fryer bekommt es mit Gregg Popovich zu tun

Duncan sagt, dass er sich keine Gedanken darüber macht, ob die Beschwerden von Scott, die Schiedsrichter dazu veranlassen könnten, ein schärferes Auge auf ihn zu werfen. "Darauf haben wir keinen Einfluss. Wir können nur unsere Spielweise kontrollieren und darauf achten, dass wir vorbereitet sind. Was immer auch für Pfiffe kommen, sie kommen."

Während NBA Rivalen sich in der Vergangenheit häufig über ein Star-System beklaft haben, dass Spieler wie Michael Jordan in Punkto Fouls bevorzugt, hält Spurs Coach Gregg Popovich die Schiedsrichter als  Faktor für abwegig.

"Ich beziehe die Schiedsrichter niemals mit ein. Ich glaube nicht, dass sie irgendwas damit zu tun haben. Wenn Du anfängst darüber nachzudenken, dass die Refs Teil von irgendwas sind, dann befindest Du Dich meiner Meinung nach auf dem Irrweg", sagt der Coach der San Antonio Spurs. "Schiedsrichter sind dafür da, ihren Job zu erledigen, was sie auch machen. Sie machen Fehler, genauso wir Spieler und Trainer. Aber das ist kein Thema für uns. Wenn Du das zum Thema machst, glaube ich, dass Du Dich vom Wesentlichen ablenken lässt."

Der Aubfauspieler der Nets, Jason Kidd, widerspricht ebenfalls seinem eigenen Coach, wenn er sagt, dass die Schiedsrichter während den NBA Finals großartig gewesen seien. "Es hat nichts mit den Refs zu tun. Wir müssen aggressiv sein. Wir müssen den Ball zum Korb bringen. Manchmal sind wir gezwungen, sie zu foulen und an die Freiwurflinie zu schicken, um zu beweisen, dass die Theorie richtig ist, dass die Spurs nicht gut von der Linie aus schießen."

Diese Diskussion hatte übrigens tatsächlich im vierten Spiel etwas bewirkt. Denn die drei Unparteiischen Mike Callahan, Bernie Fryer und Eddie F. Rush verhängten insgesamt 27 Fouls gegen San Antonio und nur 22 gegen New Jersey. Zusätzlich wurden 5 Technische Fouls gepfiffen. Aber auch in diesem und den darauffolgenden Partien konnte Kenyon Martin seine Probleme nicht wirklich abschütteln. Letztendlich muss auch Byron Scott eingestehen, dass man mit einer Trefferquote von gerade mal 35% aus dem Zwei-Punkte-Bereich nur gewinnen kann (wie in Spiel 4), wenn der Gegner noch schlechter trifft (in diesem Spiel 28,9%). Die Schiedsrichter waren kaum der entscheidende Faktor. Was nicht zuletzt daran zu erkennen war, wie häufig beim letzten Spiel die Spurs-Fans wegen umstrittener Pfiffe gegen ihr Team ausgerastet sind.

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:
6. April 2003

 

© Axel Beckmann