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Auch in Spiel
5 hatte sich Byron Scott noch nicht beruhigt.
Joe Crawford reagiert mit einem Technischen
Foul. |
In
einer Final-Serie, die wohl als die schlechteste und
niveauloseste in die Geschichte der NBA eingehen wird,
sind nun auf einmal wieder die Schiedsrichter Schuld.
Zumindest sieht dies Byron Scott, der Coach der New
Jersey Nets so.
Vor dem 4. Spiel schimpfte
der New Jersey
Nets Coach und ehemalige Spieler der Los Angeles Lakers auf die Schiedsrichter,
warf Ihnen vor. dass sie den Star von San Antonio, Tim
Duncan, gegenüber seinem Gegner Kenyon Martin bevorzugen
würden. Am
Vorarbend des kritischen vierten Spiels in der Best-of-Seven-Serie
beklagte sich Scott öffentlich über die Referees, die
den Nets in den bisherigen 3 Spielen insgesamt 73 Fouls
gegenüber 53 bei San Antonio angehängt hatten.
"Die Pfeiferei in diesen
Finals is ein bischen einseitig", behauptet Scott.
"Wir waren in dieser Saison ein Team, dass eine
Unmenge Zeit an der Freiwurflinie verbracht hat. In
dieser Serie ist das Verhältnis aus irgendwelchen Gründen
scheinbar 1 zu 2 gegen uns."
"Ich bin überzeugt, dass
dies eine Menge mit den Schiedsrichtern zu tun hat.
Tim Duncan kann sich eine Menge mehr Sachen in der Defense
erlauben als unser Kenyon Martin. Dabei ist der einer
der besten Defense Spieler in der Liga. Der
Erfolg vom amtierenden NBA Most Valuable Player Duncan
und Martin's Foulprobleme sind ein Grund dafür, dass
die Spurs nach dem dritten Spiel 2-1 in Führung lagen.
Kein Team hat es jemals geschafft nach einem 3-1 Rückstand
noch die Finals zu gewinnen (Anm.: die Nets konnten
dieses vierte Spiel zwar gewinnen, haben aber insgesamt
bekanntermaßen trotzdem mit 2-4 verloren). Im
dritten Spiel wurden gegen die Nets im letzten Viertel
11 Fouls und gegen die Spurs nur eins gepfiffen. (Anm.:
Dieses Rechenspielchen kennen wir Schiedsrichter ja
nur zu gut. Nicht berücksichtigt wird dabei, dass New
Jersey die ganze Zeit einem Rückstand hinterherlief
und versuchen musste, mit Fouls den Gegner zu stoppen.) Die
Spurs verwandelten bisher 56 von 88 Freiwürfen während
die Nets aus nur 58 Versuchen immerhin 47 Punkte erzielten.
Mit Martin's 16 Fouls steht er an der Negativtabelle
aller Final-Spieler unangefochten an der Spitze, 9 mehr
als Duncan. Als Martin erfuhr, dass sein Coach Duncan
vorwirft, dass ihm mehr unter dem Korb erlaubt wird,
lacht er und meint: "Schöne Art, das Spiel zu interpretiern.
Wenn ich einen Pfiff bekomme oder auch nicht, kann ich
mich nicht darüber beklagen. Wenn ich mich über die
Schiedsrichter aufrege, wird das meine Leistung negativ
beeinflussen."
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Bernie Fryer
bekommt es mit Gregg Popovich zu tun |
Duncan
sagt, dass er sich keine Gedanken darüber macht, ob
die Beschwerden von Scott, die Schiedsrichter dazu veranlassen
könnten, ein schärferes Auge auf ihn zu werfen. "Darauf
haben wir keinen Einfluss. Wir können nur unsere Spielweise
kontrollieren und darauf achten, dass wir vorbereitet
sind. Was immer auch für Pfiffe kommen, sie kommen."
Während NBA Rivalen sich in
der Vergangenheit häufig über ein Star-System beklaft
haben, dass Spieler wie Michael Jordan in Punkto Fouls
bevorzugt, hält Spurs Coach Gregg Popovich die Schiedsrichter
als Faktor für abwegig. "Ich
beziehe die Schiedsrichter niemals mit ein. Ich glaube
nicht, dass sie irgendwas damit zu tun haben. Wenn Du
anfängst darüber nachzudenken, dass die Refs Teil von
irgendwas sind, dann befindest Du Dich meiner Meinung
nach auf dem Irrweg", sagt der Coach der San Antonio
Spurs. "Schiedsrichter sind dafür da, ihren Job
zu erledigen, was sie auch machen. Sie machen Fehler,
genauso wir Spieler und Trainer. Aber das ist kein Thema
für uns. Wenn Du das zum Thema machst, glaube ich, dass
Du Dich vom Wesentlichen ablenken lässt." Der
Aubfauspieler der Nets, Jason Kidd, widerspricht ebenfalls
seinem eigenen Coach, wenn er sagt, dass die Schiedsrichter
während den NBA Finals großartig gewesen seien. "Es
hat nichts mit den Refs zu tun. Wir müssen aggressiv
sein. Wir müssen den Ball zum Korb bringen. Manchmal
sind wir gezwungen, sie zu foulen und an die Freiwurflinie
zu schicken, um zu beweisen, dass die Theorie richtig
ist, dass die Spurs nicht gut von der Linie aus schießen." Diese
Diskussion hatte übrigens tatsächlich im vierten Spiel
etwas bewirkt. Denn die drei Unparteiischen Mike Callahan,
Bernie Fryer und Eddie F. Rush verhängten insgesamt
27 Fouls gegen San Antonio und nur 22 gegen New Jersey.
Zusätzlich wurden 5 Technische Fouls gepfiffen. Aber
auch in diesem und den darauffolgenden Partien konnte
Kenyon Martin seine Probleme nicht wirklich abschütteln.
Letztendlich muss auch Byron Scott eingestehen, dass
man mit einer Trefferquote von gerade mal 35% aus dem
Zwei-Punkte-Bereich nur gewinnen kann (wie in Spiel
4), wenn der Gegner noch schlechter trifft (in diesem
Spiel 28,9%). Die Schiedsrichter waren kaum der entscheidende
Faktor. Was nicht zuletzt daran zu erkennen war, wie
häufig beim letzten Spiel die Spurs-Fans wegen umstrittener
Pfiffe gegen ihr Team ausgerastet sind. |