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Dan Crawford, Blane
Reichelt und Bill Kennedy zeigen offen ihre
Solidarität mit Michael Henderson.
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CHICAGO (AFP) - Die
NBA-Schiedsrichter haben öffentlich gegen die Suspendierung
ihres Kollegen Michael Henderson protestiert. Der Schiedsrichter
wurde mit einer 3-Spiele-Sperre für eine Fehlentscheidung
im Spiel Denver gegen Lakers bestraft.
"Man
könnte sagen, dass die Dinge von innen nach außen gedreht
werden, aber wir werden die Trikots in diesem Prozess
nicht wegwerfen," heißt es in einer Pressemitteilung
der NBA Schiedsrichter Association, deren Mitglieder
die offiziellen Trikots von innen nach außen gedreht
haben, um ihre Solidarität mit Henderson zu demonstrieren.
In den 10 Spielen am Freitag trugen die Schiedsrichter
ihre Trikots auf links, die Rückseite mit "62"
beschriftet, der Nummer von Henderson. Lediglich beim
Spiel Bucks gegen Grizzlies liefen die beiden Schiedsrichter
Eddie F. Rush und Nolan Fine in ordnungsgemäßer Kleidung
auf. Der Vertreter der National Basketball Referees
Association gab bekannt, dass die beiden vor dem Spiel
von NBA-Schiedsrichter-Direktor Ronnie Nunn, der bis
zur letzten Saison noch selber in der NBA gepfiffen
hat, unter Druck gesetzt worden sind: "Ich würde
sagen, dass dies eine der typischen Schikanen der NBA
gewesen ist. Ronnie Nunn kam in die Kabine und drohte
den beiden Schiedsrichtern damit, dass sie gefeuert
würden, falls sie sich der Protest-Aktion anschliessen
würden." Lediglich ihr Kollege Rodney Mott liess
sich davon nicht beeindrucken.
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Bennie
Adams | Jess Kersey | Jack Nies
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Henderson
wurde vom NBA Senior Vice President für den Spielbetrieb,
Stu Jackson, öffentlich getadelt, weil er in den Schlussminuten
des Mittwoch-Spiels zwischen den Denver Nuggets und
den Los Angeles Lakers einen Fehler begangen hatte.
Sein Pfiff habe den Ausgang des Spiels, das die Lakers
mit 112:111 gewannen, direkt beeinflusst. Obwohl die
NBA die Sperre nicht öffentlich bekannt gegeben hat,
sickerte durch, dass der 43-jährige Schiedsrichter bis
zu einer endgültigen Beurteilung des Vorfalls für drei
Spiele gesperrt wurde.
In
seinem ersten Jahr als leitender Unterhändler der Gewerkschaft
bezeichnete NBRA Rechtsanwalt Lamell McMorris diese
Sperre als "beispiellos", da die NBA weder
eine Abmahnung noch eine Geldstrafe ausgesprochen hat,
sondern direkt eine Suspendierung veranlasste. "Die
Verfügung der NBA, einem Schiedsrichter Ansetzungen
aufgrund einer Entscheidung in einem Spiel abzunehmen,
steht in völligem Wiederspruch zu den bestehenden Leistungs-Standards
für NBA Schiedsrichter," teilte McMorris in einer
offiziellen Pressemitteilung mit. "Die Aktion von
Jackson wird einen beunruhigenden Effekt auf den hohen
Qualitätsstandard der NBRA-Schiedsrichter haben. Der
NBRA-Vertreter hat ein vorläufig auf Dienstag Morgen
terminiertes Meeting mit den NBA-Offiziellen in New
York. McMorris wird gleichzeitig den gesperrten Referee
als Rechtsanwalt vertreten. Dieser sei völlig enttäuscht
und niedergeschlagen. "Bis heute hat er noch keinerlei
schriftiche Beurteilungen von Spielen dieser Saison
erhalten, die begründen könnten, warum eine derartige
Sperre ausgesprochen wurde. Es gibt klare Bewertungs-Standards
in der NBA, in denen die Kommunikation zwischen Beobachtern
und Schiedsrichtern festgelegt ist. Noch nie wurde ein
schlechter Pfiff mit einer Sperre bestraft."
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Scott
Foster | Mike Callahan
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Michael
Henderson, der als Spieler von den New York Knicks gedraftet
wurde und bei den Harlem Globetrotters gespielt hat,
pfeift in seiner 3. Saison in der NBA. Er hat knapp
100 NBA-Spiele geleitet und war fünf Jahre in der USBL
bzw. vier in der WNBA und CBA als Schiedsrichter im
Einsatz. Sein umstrittener Pfiff geschah, als auf der
24-Sekunden-Uhr noch 2 Sekunden angezeigt wurden und
ein Schuss der Denver Nuggets, die zu diesem Zeitpunkt
mit zwei Punkten führten, den Ring berührte. Denver-Spieler
Carmelo
Anthony holte sich den Rebound, aber Henderson unterbrach
die Aktion, da er der Meinung war, dass eine 24-Sekunden-Regel-Verletzung
vorläge. Er beriet sich mit seinen Kollegen Jess Kersey
und Jack Nies und das Gespann entschied, dass es sich
um einen unabsichtlichen Pfiff handelte. Daraufhin wurde
das Spiel regelgerecht mit einem Sprungball fortgesetzt,
den Lakers Center Shaquille O'Neal gewann und Kareem
Rush konnte diesen Angriff mit einem siegbringenden
Dreipunkte-Wurf drei Sekunden vor Spielende abschliessen.
Stu Jackson äußerte sich zu dieser Szene in ungewohnter
Form: "Dies war ein unglücklicher Pfiff zu einem
hochkritischen Zeitpunkt und wir bedauern diesen Fehler
sehr." Nach dem Spiel kam es zu tumultartigen Szenen,
deren Ablauf von den Beteiligten unterschiedlich dargestellt
wird. So soll laut einem Augenzeugen Denver-Spieler
Markus Camby dem Schiedsrichter Jack Nies ein Handtuch
im Kabinengang hintergeworfen haben, welches diesen nur
um wenige Zentimeter verfehlt habe. Camby bestritt dies
zuerst und versicherte, dass er lediglich Jack Nies
zugerufen habe, dass dieser als erfahrener Schiedsrichter
seinen jüngeren Kollegen hätte überstimmen müssen. Später
gab sein Agent den Handtuchwurf zu, betonte aber, dass
sein Schützling dieses nicht nach dem Schiedsrichter,
sondern auf den Boden geworfen habe.
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Derick
Collins | Kevin Fehr | Jim Clark
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Die
Reaktionen auf den Protest fielen von offizieller Seite
erwartungsgemäß aus. NBA-Commissioner David Stern, der
sich ansonsten immer vor die Schiedsrichter stellt,
äußerte sich mächtig verärgert: "Dieser Auftritt
war ein bedauerlicher Widerspruch zu der Professionalität,
der sich die NBA Schiedsrichter normalerweise verpflichtet
fühlen. Mehr habe ich dazu momentan nicht zu sagen."
Der stellvertretende Commissioner, Russ Granik, wurde
da schon etwas deutlicher: "Jeder Schiedsrichter, der
sich an dieser Aktion beteiligt hat, wird mit Disziplinarmaßnahmen
rechnen müssen." Welcher Art diese sein werden,
gab der Funktionär allerdings nicht bekannt. Sollten
ebenfalls Sperren gegen diese Referees verhängt werden,
wären ausgerechnet in einer wichtigen Phase der Saison
so bekannte und renommierte Leute wie Tom Washington,
Dan Crawford, Bennett Salvatore, Jack Nies, Jess Kersey
und Steve Javie aus dem Verkehr gezogen.
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Phil
Robbinson | Greg Willard
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Interessant
waren die Aussagen verschiedener Spieler und Trainer.
Clippers-Spieler Elton Brand zeigte sich beeindruckt:
"Die Jungs halten zusammen. Sie haben Stolz. Ich
denke, Sie wollen ihren Standpunkt durchsetzen."
Lakers Coach Phil Jackson war über die offizielle Entschuldigung
der NBA bezüglich der Schiedsrichter-Entscheidung im
oben genannten Spiel erzürnt. "Sie haben einen
Fehler begangen. Allerdings nicht die Schiedsrichter,
sondern die NBA. Die waren nicht beim Spiel, wir aber.
Wir haben den Wurf gesehen, er hat nicht den Ring berührt.
Kobe Bryant sprang hoch und tippte den Ball an den Ring,
Carmelo hat danach den Rebound gefangen. Das geschah
alles sehr schnell und ich bin davon überzeugt, dass
Henderson die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Seine beiden älteren Kollegen haben ihn gezwungen, den
Pfiff zurückzunehmen. Ich kann mich nicht an eine derartige
Entscheidung der NBA zuungunsten der Schiedsrichter
erinnern. Die Funktionäre müssen ein sehr schlechtes Gewissen haben."
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Im
ersten Samstags-Spiel war Dick Bavetta wieder
normal gekleidet.
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Beim
ersten Samstags-Spiel zwischen den New Jersey Nets und
den Miami Heat trugen alle drei Schiedsrichter ihre
Trikots wieder auf die gewohnte Art. Spieler und Trainer
zollten den nicht immer beliebten Spielbeteiligten ihren
Respekt. "Ich bin stolz auf sie", sagte Nets-All
Star Spieler Jason Kidd vor dem Spiel. "Einigkeit
ist gut. Sie haben zusammengehalten. Das ist das Recht
auf freie Meinungsäußerung. Sie müssen mit der Liga
verhandeln. Die meisten haben ihr Trikot rumgedreht,
das war wirklich clever." Auch sein Coach Lawrence
Frank, der in diesem Spiel sein viertes Technisches
Foul seit Januar kassiert hat, äußerte sich respektvoll.
"Es gibt Momente im Leben, in denen man für das
einstehen muss, an das man glaubt." Auch Stan Van
Gundy äußerte sich positiv: "Du musst jede Gruppe
respektieren, die zusammen steht und einen der Ihren
unterstützt." Miami-Spieler Brian Grant sah dies
etwas anders und meinte, dass diese Suspendierung zeigt,
dass Jeder in der Liga hinterfragt wird. "Wenn
ein Pfiff gemacht wurde und die NBA in der Betrachtung
dieser Entscheidung zu dem Urteil kommt, dass diese
Anlass zu einer Suspendierung gibt, dann ist dies genauso,
wie wenn wir aufgrund einer Aussage über die Schiedsrichter-Leistung
gesperrt werden. Niemand kann sich der Überwachung durch
die NBA widersetzen." Heat-Forward Lamar Oden zeigte
hingegen Verständnis für die Schiedsrichter: "Wir
regen uns immer wieder über die Referees auf, aber ich
habe selbst schon bei Basketball Camps als Schiedsrichter
fungiert und festgestellt, wie schwierig dieser Job
ist. Insbesondere dann, wenn Du permanent angegriffen
wirst."
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Derick
Stafford | Steve Javie
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Uneingeschränkte
Solidarität mit den Schiedsrichtern erklärte auch Jerry
Sloan, der Coach von Utah Jazz. Sloan, der schon mehrfach
aufgrund von Schiedsrichter-Beleidigungen gesperrt wurde,
zeigte völliges Unverständnis für die seiner Meinung
nach übertriebene Strafe gegen Henderson. "Es war
ein Fehler, das ist alles. Menschen machen Fehler. Die
Schiedsrichter liegen häufiger richtig als das
sie falsch entscheiden. Wir alle sind immer wieder sauer
auf sie, aber sie haben einen herausfordernden Job und
arbeiten hart. Ich hasse es, wenn jemand suspendiert
wird. Das ist einer, der seinen Lebensunterhalt damit
verdient und einfach nur einen Fehler gemacht hat."
Sloan war überrascht von der Sperre, denn er habe schon
häufig in seiner Karriere Fehler der Schiedsrichter
gesehen und noch nie sei einer derart bestraft worden.
"Ich hoffe, dass dies nicht zur Gewohnheit wird,
denn dieser Job ist undankbar genug. Nicht zuletzt mein
Verhalten macht es den Schiedsrichtern sehr schwer.
Ich wurde dafür ja auch schon häufiger bestraft, vielleicht
müssen die Referees nun auch bestraft werden. Wenn die
NBA denkt, dass dies notwendig ist, um die Schiedsrichter-Leistungen
zu verbessern, dann hoffe ich, dass sie das erreichen."
Es
wird mit Spannung zu verfolgen sein, welche Konsequenzen
diese Geschehnisse haben. Nicht zuletzt hinsichtlich
des am Ende dieser Saison auslaufenden Tarifvertrages
der Schiedsrichter mit der NBA. Dieser Fünf-Jahres-Vertrag
kam seinerzeit erst zustande, nachdem die NBA-Schiedsrichter
über mehrere Wochen in den Ausstand getreten waren.
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