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USA | NBA | News

 

 

Quelle: www.bloomberg.com | 6. Mai 2004 / Autor: Scott Soshnick |Übersetzung: Axel Beckmann

 

 

NBA-Schiedsrichter fordern Ersatz für den Fall einer Verletzung

 

Joe Crawford

Fiel gleich zweimal verletzt aus: Joe Crawford.

Die Schiedsrichter der NBA haben die Liga-Verantwortlichen gebeten, in den letzten zwei Runden der NBA-Play-Offs für jedes Spiel einen Ersatz-Schiedsrichter zu nominieren, der für den Fall bereit steht, dass einer der pfeifenden Kollegen sich während des Spiels verletzt.

Bereits dreimal musste während der diesjährigen Play-Offs einer der Schiedsrichter das Spiel vorzeitig beenden und seine beiden Kollegen mussten alleine weiter pfeifen.

Die Schiedsrichter Vereinigung der NBA ist der Meinung, dass "eine hohe Qualität der Schiedsrichter-Leistung nur mit drei Schiedsrichtern, die über die komplette Spielzeit auf dem Feld stehen, gewährleistet ist. Die hohe Intensität in den Play-Offs muss die NBA dazu veranlassen, alle vorbereitenden Maßnahmen zu treffen, die eine gute Schiedsrichter-Leistung fördern." In der NBA wird seit dem Jahre 1988 mit einem Schiedsrichter-Team, das aus drei Referees besteht, gearbeitet. In dem Schreiben der Schiedsrichter-Vereinigung an die NBA betonen die Verantwortlichen, dass ein sogenannter Stand-by-Schiedsrichter die Liga ungefähr 80.000 $ kosten würde, vorausgesetzt alle Play-Off-Runden gehen über 7 Spiele.

In den anderen wichtigen US-Sportligen wurde diese Idee längst umgesetzt. Die National Football League hat zum Beispiel mindestens einen Ersatz-Schiedsrichter in jedem Playoff-Spiel bereit stehen. Iim Eishockey halten sich sogar ein Hauptschiedsrichter und ein Linienrichter in jedem NHL-Playoff-Spiel bereit, um für einen verletzten Kollegen einzuspringen. Während der World Series im Baseball stehen ebenfalls zusätzliche Umpires zur Verfügung.

"Keine Notwendigkeit"

Stu Jackson, Senior Vice President für Administratives in der NBA, bestätigte den Eingang des Schiedsrichter-Schreibens und versprach, dass man darüber nachdenken würde. Allerdings sah er keine Notwendigkeit für die Einführung in dieser Saison. "Die Schiedsrichter sind doch dafür trainiert, dass sie sich umstellen, wenn der seltene Fall eintritt, dass ein Kollege ausfällt."

In diesem Jahr ist es keine Seltenheit

Schiedsrichter Joe Crawford, ein Veteran mit 28 NBA-Jahren auf dem Buckel, musste in Spiel 4 der Houston Rockets - Los Angeles Lakers Erst-Runden-Playoff-Serie in der ersten Halbzeit aufgrund einer Wadenverletzung aufgeben. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und auf Blutgerinnsel untersucht, konnte dann allerdings im 3. Viertel bei 4:38 verbleibender Spielzeit wieder aufs Feld zurückkommen. Crawford muss dann in Spiel 6 der New Orleans Hornets - Miami Heat-Serie erneut im 1. Viertel aufgrund einer Fuß-Verletzung ausscheiden. Zusätzlich verletzte sich in Spiel 3 zwischen den Rockets und den Laker Eddie F. Rush und konnte das Spiel nicht bis zum Ende pfeifen.

"Es ist außerordentlich schwierig, wenn man die ganze Saison über mit Drei-Mann-Teams arbeitet und dann plötzlich nur zu zweit pfeifen soll," sagt Darrell Garretson, der 27 Jahre in der NBA gepfiffen hat und zwischen 1981 und 1997 als NBA Schiedsrichter Supervisor tätig war. "Ich habe nie verstanden, warum sie für den Notfall keinen vierten Schiedsrichter einsetzen. Der einzige Grund, den ich mir hierfür vorstellen kann, ist Geld."

Der Tarif-Vertrag zwischen den Schiedsrichtern und der NBA endet nach dieser Saison. Ein neuer Schiedsrichter erhält weniger als 100.000 $ pro Saison, während ein 20-jähriger Veteran mehr als 300.000 $ verdient.

Der Besitzer der Dallas Mavericks, Mark Cuban, in der Vergangenheit wegen seiner permanenten Schiedsrichter-Kritik insgesamt mit 1 Million US-Dollar Strafen belegt, äußerte sich begeistert von der Idee des zusätzlichen Schiedsrichters in den Playoffs. Der Schiedsrichter könnte den agierenden Kollegen zusätzlich helfen, wenn irgendwelche Schwierigkeiten während des Spiels auftauchen. "Der zusätzliche Schiedsrichter könnte die Spieluhr und die 24-Sekunden-Uhr beobachten und bei Problemen an der Seitenlinie eingreifen."

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:
20. Mai 2004

 

© Axel Beckmann