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FIBA |Artikel

 

 

Autor: Axel Beckmann / Infos von Boris Schmidt

 

 

Eindrücke der Universiade 2003

 

Für die 22.Universiade in Südkorea vom 21. bis 31. August 2003 wurde der Hamburger FIBA-Schiedsrichter Boris Schmidt vom DBB als Delegations-Schiedsrichter nominiert. So schön derartige Berufungen auch sind, denn schließlich kommt auch ein internationaler Referee nicht jede Saison in andere Kontinente, so ganz reibungslos laufen diese Veranstaltungen im Basketball selten ab.

Boris und seine Kollegen wohnten nicht im Athletendorf, sondern in einem abgetrennten Hotel. Alle administrativen Formalitäten wurden im Vorfeld durch den für den Universitätssport zuständigen ADH (Allgemeiner Deutscher Hochschulsport) in Darmstadt abgewickelt. Einen Tag vor Beginn der Spiele gab es ein vom ADH organisiertes Abendessen, an dem sich die komplette Delegation vorstellte. Auch für die Offiziellen, Trainer und Schiedsrichter wurde an einem anderen Abend ein spezielles Treffen veranstaltet. Dies war es dann aber auch schon mit dem Kontakt zwischen den deutschen Hochschulsportlern. Den Rest der Veranstaltung erlebte Boris lediglich mit den übrigen Basketball-Schiedsrichtern. Aufgrund zahlreicher Ansetzungen und großer Entfernungen zwischen den Spielstätten war es dem Hamburger kaum möglich, Spiele der deutschen Mannschaft oder andere Sportarten zu besuchen. Durch die räumlich getrennte Unterbringung konnten auch die Kontakte außerhalb des Sports nicht vertieft werden. Den Schiedsrichtern war es sogar ausdrücklich verboten worden, große Teile des Athletendorfes zu betreten.

Auch von der Organisation des Turniers war der erfahrenen FIBA-Referee nicht gerade begeistert. Die Spielansetzungen wurden erst am Vorabend des Spieltages ausschließlich den eingesetzten Schiedsrichtern bekanntgegeben, denen die Ansetzungen unter der Hotelzimmertür durchgeschoben wurden. Dies geschah meist erst nach Mitternacht, so dass kaum jemand seine Zeit in irgendeiner Form verplanen konnte. Diese Art der Einteilung schien aber in Korea üblich zu sein, denn die Verantwortlichen zeigten großes Unverständnis für die Beschwerden der Schiedsrichter bezüglich dieses Sachverhaltes.

Ungewohnt war für die koreanischen Funktionäre scheinbar auch das Ansinnen der pfeifenden Sportler, mal etwas in seiner Freizeit von Land und Leuten zu sehen. Es wurden keinerlei Angebote gemacht, lediglich Informationen zu den Sehenswürdigkeiten wurden angeboten. Die Referees waren somit auf sich allein gestellt, was in einem Land, dessen Sprache nicht gerade zu den Standardlehrangeboten im Rest der Welt gehört, sicher nicht gerade eine einfache Sache ist. Selbst die Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung wurde den Schiedsrichtern verweigert. Angeblich hatte der FIBA-Generalsekretär persönlich verboten, dass die Refs daran teilnehmen. Der FIBA-Verantwortliche vor Ort zeigte sich im Nachhinein erbost über dieses Verhalten der Koreaner und sorgte zumindest dafür, dass Boris und seine Kollegen an der beeindruckenden Schlussfeier teilnehmen konnten.

Die sportliche Seite war für den Deutschen sehr erfreulich. Er wurde bei insgesamt 8 Spielen, von denen alle auf einem guten Niveau waren, angesetzt und gehörte damit zur Spitzengruppe der Schiedsrichter. Als Bestätigung seiner guten Leistungen ist die Nominierung für das Frauen-Halbfinale zwischen Mexiko und Schweden anzusehen. Zusätzlich wurde Boris bei einem Spiel als Stand-by-Referee eingesetzt.

W = Frauen / M = Männer

M: Schweden – Ukraine     65 : 76 (20.08.)
W: Slow. – Tschech.Rep.    61 : 72 (21.08.)
M: Türkei – Kasachstan      89 : 71 (22.08.)
M:Kasachstan – Japan       65 : 89 (23.08.)
M: Schweden – Mexiko       84 : 72 (26.08.)
W: Mexiko – Korea             81 : 88 (27.08.)
Spiel um Platz 11:
M: Mexiko - Schweden       81 : 86 (30.08.)
Halbfinale:
W: Russland – Italien        82 : 84 n.V.(28.08.)

Schwierig gestaltete sich die für Schiedsrichter so außerordentlich wichtige Kommunikation. Weder die Kampfgerichte noch die Technischen Kommissare waren der englischen Sprache mächtig. Auch mit den meisten asiatischen Kollegen konnten sich die anderen Schiedsrichter nur mit Händen und Füßen verständigen.

Trotz aller widrigen Umstände zog der deutsche Spitzen-Schiedsrichter eine positive Bilanz: "Für mich war dieses Turnier nach der Universiade 2001 in Peking/China das zweite Turnier außerhalb Europas. Es war wiederum sehr interessant, da man bei einem solch langen Turnier doch eine Reihe von Kontakten bekommt, neue Freundschaften schließt, aber auch einen Eindruck über eine völlig andere Kultur erhält."

 

 

 

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Letztes Update:
6. Dezember 2003

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