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Euroleague |Artikel

 

 

Quelle: Officiating.com 24.9.2001 / Autor: Todd Warnick / Übersetzung: Axel Beckmann

 

 

Euroleague 2001 Update

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo wir waren...

Der europäische Basketball befindet sich nach wie vor in einer revolutionären Entwicklung. Im Sommer des Jahres 2000 spalteten sich die europäischen Top-Teams von der "Suproleague" ab, nachdem es zu einem Streit über die Höhe der Prämien aus dem Verkauf der Übertragungsrechte gekommen war. Angeführt wurde diese Gruppe von den spanischen, italienischen und griechischen Basketballmächten.

Die Suproleague wurde vom Internationalen Basketball Verband (FIBA) organisiert. Die neue "Euroleague" bildete sich unter dem Dach der Europäischen Union der Basketball Ligen, besser unter ihrer französischen Abkürzung ULEB bekannt.

Einen hohen Preis bezahlen

Neben den ökonmischen Fragestellungen, die mit der Bildung einer professionellen Liga automatisch einhergehen, stellte sich das Problem der Schiedsrichter. Angesichts der Herausforderung und der Möglichkeit in einer neuen Umgebung unter Einbeziehung der neuen Drei-Schiedsrichter-Technik pfeifen zu können, hatten 53 Schiedsrichter einen Vertrag mit der ULEB unterzeichnet. Die neue Liga hatte mit der absoluten Trennung des Schiedsrichters von den Clubs (bei FIBA-Wettbewerben ist die Heimmannschaft für die Betreuung der Schiedsrichter zuständig - Transport zur Halle, Mahlzeiten, Souvenirs usw.) und der Chance, die besten Teams Europas pfeifen zu können, ein neues Level in diesen Bereich des Basketballs eingeführt.

Dafür musste ein hoher Preis bezahlt werden. Diese Schiedsrichter wurden nicht nur von der FIBA suspendiert und von allen anderen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen, sondern außerdem wurden ihre nationalen Verbände (die als Mitglieder der FIBA deren Weisungen befolgen müssen) angewiesen, keinen der betroffenen Schiedsrichter in den nationalen Ligen einzusetzen. Außer Spanien befolgten alle Verbände diese Direktive.

Der Kollaps der Suproleague

Während die Suproleague und die Euroleague in der vergangenen Saison ihre eigenen Wege bestritten, wurde hinter den Kullissen intensiv verhandelt, um beide Ligen wieder zu vereinigen. Wie auch immer, als in diesem Frühjahr klar wurde, dass die Sportsponsoring-Firma, welche die FIBA-Suproleague finanzierte, Konkurs anmelden musste (die Euroleague wird von dem multinationalen spanischen Telefongiganten Telefonica gesponsort), wurde deutlich, dass die ULEB alle Trümpfe in der Hand hatte. Die einzige Chance der FIBA war, einen bestmöglichen Handel zu vereinbaren, um weiterhin im Geschäft mit der besten europäischen Basketball-Liga zu verbleiben.

Der tote Handel

Im vergangenen April wurde eine Vereinbarung angekündigt. Die Euroleague wurde dadurch von 24 auf 32 Mannschaften aufgestockt, die acht Teams kommen aus der FIBA-Suproleague. Ein weiterer wichtiger Punkt der Vereinbarung war, dass die Verträge mit den 53 "abtrünnigen" Schiedsrichter der ULEB eingehalten wurden. Zusätzlich wurde ein 4-Personen-Ausschuss von Vertretern beider Seiten gebildet, der über die zusätzlichen Schiedsrichter entscheiden sollte.

Die Spielansetzungen sollten vom Ansetzer der Euroleague und der FIBA zusammen gemacht werden. Die ULEB unterzeichnete diese Vereinbarung direkt. Notwendig war noch die Zustimmung der europäischen Generalversammlung der FiBA, die sich aus den 50 Mitgliedsstaaten zusammensetzt.

Es sollte aber nicht sein. Die FIBA lehnte die Empfehlung ihrer eigenen Kommission ab und provozierte damit den Rücktritt des Franzosen Yvan Mainnini, dem FIBA-Präsidenten von Europa (und gleichzeitig ein angesehener Ex-FIBA-Schiedsrichter), als auch einiger anderer Mitglieder des Vorstandes.

Im Juli wurde der hitzige und umstrittene George Vassilakopoulos aus Griechenland zu seinem Nachfolger gewählt. der sofort den Kampf gegen den Zusammenschluss anführte und die FIBA wieder an den nach seiner Meinung ihr zustehenden Platz an der Spitze des europäischen Vereinsbasketballs führen möchte.

Die FIBA produziert einen Schnellschuss

Beide Seiten trafen sich wieder an einem Tisch zu einer zweiten Runde von Verhandlungen. Ohne Sponsor (und ohne Liga) versuchte die FIBA einige Punkte erneut zu diskutieren, über die man sich eigentlich schon im April geeinigt hatte. Der Einsatz der Schiedsrichter war einer der zähesten Punkte am Tisch.

Für die 32-Mannschaften-Liga, deren Spiele von jeweils drei Schiedsrichtern geleitet werden, benötigt die Euroleague jeweils 48 Schiedsrichter pro Runde. Beide Seiten waren sich einig, dass man dafür ungefähr 70 bis 74 Referees im Kader haben sollte.

Die FIBA-Vertreter forderten, dass die Hälfte der Liste aus Kollegen bestehen sollte, die im vergangenen Jahr auch in ihrer Suproleague eingesetzt wurden. Die ULEB hingegen bestand auf den Einsatz ihrer 53 Schiedsrichter, die ja immerhin alle einen Dreijahresvertrag besaßen.

Die FIBA schlug als Kompromiss folgendes vor: 40 Schiedsrichter werden von ihr zusätzlich auf die Liste gesetzt und diejenigen, die während einer Woche nicht in der Euroleague pfeifen, werden in den anderen FIBA-Vereins-Wettbewerben zum Einsatz kommen.

Die Euroleague war einverstanden und 93 Schiedsrichter wurden mit großem Applaus zum Schiedsrichter-Lehrgang im August nach Ljublijana in Slowenien eingeladen. Dann kamdie überraschende Mitteilung der FIBA-Verantwortlichen, dass die "politischen Führer", vor allem Herr Vassilakopoulos und andere nicht mit dem zweiten Teil der Vereinbarung einverstanden waren. Jeder, der in der Euroleague pfeift, darf in keinem der anderen Klub-Wettbewerbe der FIBA mehr pfeifen.

Der kleine Unterschied ist sehr wichtig: diese Aussage hindert die FIBA nicht daran, Euroleague-Schiedsrichter für die großen nationalen Turniere zu nominieren, wie zum Beispiel die in Idianapolis statt findenden Weltmeisterschaften im nächsten Jahr.

Unhaltbare Situation

Die Euroleague ist nun gefangen in einer unhaltbaren Situation: sie hat eine 90 und mehr Namen umfassende Liste von Schiedsrichtern unter Vertrag, von denen aber nur 48 jede Woche gebraucht werden. Dies bedeutet für jeden im Schnitt ein Spiel alle zwei Wochen, wobei natürlich einige häufiger und einige weniger pfeifen werden.

Nicht zu vergessen, dass die Euroleague die Drei-Schiedsrichter-Technik anwendet. Keiner der 40 von der FIBA nominierten Referees hat Erfahrung mit dieser Technik, erst auf dem Lehrgang kamen sie damit in Berührung. Einige der FIBA-Schiedsrichter sind Veteranen mit 15 und mehr Jahren Erfahrung. Die Umstellung von der Zwei- auf die Drei-Schiedsrichter-Technik benötigt Erfahrung und wird nicht gerade durch die Tatsache vereinfacht, dass in den nationalen Ligen immer noch nach der alten Technik gepfiffen wird. Lediglich Spanien und seit neuestem auch die Türkei wenden die neue Technik in ihren höchsten Spielklassen an.

Wenn die ULEB doch offenkundig die Macht an sich gerissen hat, warum kürzt sie nicht die Liste auf eine vernünftige Anzahl von Schiedsrichtern und gibt diesen mehr Spiele und damit auch mehr Gelegenheit zur Einübung der neuen Technik. Das ist eine Frage, die momentan erstmal unbeantwortet bleibt.

Todd Warnick ist ehemaliger FIBA- und aktueller Euroleague-Schiedsrichter aus Israel.

 

 

 

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 Letztes Update:
28. Dezember 2002

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