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Für die Frankfurter, die ja schon in der vergangenen Saison in der Euroleague an
den Start gingen, ist es nichts Neues. Aber viele andere, die in dieser Saison
in der ULEB-Liga debütieren, müssen sich daran gewöhnen:
Statt von zwei werden die Spiele in der Euroleague
von drei Schiedsrichtern gepfiffen.
"Sechs Augen sehen mehr als vier", lautete die
Parole, unter der die in dieser Liga für das Schiedsrichterwesen zuständigen
ehemaligen FIBA-Referees Alan Richardson und Kostas Rigas vor einem Jahr diese
Neuerung einführten, die auf den ersten Blick wenig verändert, letztlich aber
doch eine große Umstellung mit sich bringt - vor allem für die Referees selber.
"In der Euroleague zu pfeifen ist ganz anders als bei der Europameisterschaft
oder in der Bundesliga", berichtet Efim Resser, in dieser Saison der einzige
deutsche Schiedsrichter in der Euroleague.
Dabei geht es weniger um die Regeln - ein Foul
bleibt natürlich ein Foul, ein Schrittfehler ein Schrittfehler. Die Verteilung
der Aufgaben auf die drei Schiedsrichter macht den entscheidenden Unterschied
aus. "Bisher - bei zwei Schiedsrichtern - konnte man im Prinzip alles pfeifen,
was man sieht", schildert Resser die gängige Praxis. In der Euroleague sind die
Aufgaben viel strenger verteilt: "Es gibt klare Prioritäten, wer wofür
verantwortlich ist." Es gibt einen "Crew Chief", der auch den Sprungball zum
Spielbeginn ausführt, dazu einen "Referee" und einen "Umpire".
Im Spiel selber spielt diese Hierarchie jedoch
keine allzu große Rolle - vielmehr rotieren die drei Referees nach einer
vorgeschriebenen Mechanik auf ihren drei Positionen. Jeder steht abwechselnd an
der Mittellinie, an der Grundlinie und an der Außenlinie. "Das erfordert die
größte Umstellung von den Schiedsrichtern", erklärt Resser: "Welcher Referee
läuft nach einem Foul wohin, wer bleibt, wo er ist, wer organisiert die
Ereiwürfe? Wenn der Referee unter dem Korb auf die andere Seite wechselt, müssen
auch die anderen beiden ihre Position verändern, usw".
Beim letzten Schiedsrichter-Seminar in Ljubijana
haben die alteingesessenen ULEB-Schiedsrichter die Neulinge allerdings beruhigt
- nach ein paar Wochen habe man sich an das neue System gewöhnt.
Problematisch wird jedoch für alle Schiedsrichter
in dieser Saison der ständige Wechsel zwischen Euroleague und den anderen Ligen
werden: Efim Resser z.B. pfeift am Mittwoch/ Donnerstag (zu dritt)
Euroleague-Spiele, am Wochenende (zu zweit) Bundesliga. Das betrifft übrigens
auch die spanischen Schiedsrichter: Zwar werden die Spiele der spanischen Liga
schon seit 1996 von drei Referees geleitet, aber das spanische System
unterscheidet sich vor allem in der oben ansatzweise beschriebenen Mechanik ganz
erheblich von dem der Euroleague.
Zumindest ein positives Moment hat Resser in diesem
Chaos trotzdem schon entdeckt: "Bei drei Schiedsrichtern muss der einzelne
weniger rennen." (bös) |