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Euroleague |Artikel

 

 

Quelle: BASKETBALL 2. Oktober 2001

 

 

Sehen sechs Augen mehr als vier?

 

 

 

 

 

 

 

 

Schematische DarstellungFür die Frankfurter, die ja schon in der vergangenen Saison in der Euroleague an den Start gingen, ist es nichts Neues. Aber viele andere, die in dieser Saison in der ULEB-Liga debütieren, müssen sich daran gewöhnen:

Statt von zwei werden die Spiele in der Euroleague von drei Schiedsrichtern gepfiffen.

"Sechs Augen sehen mehr als vier", lautete die Parole, unter der die in dieser Liga für das Schiedsrichterwesen zuständigen ehemaligen FIBA-Referees Alan Richardson und Kostas Rigas vor einem Jahr diese Neuerung einführten, die auf den ersten Blick wenig verändert, letztlich aber doch eine große Umstellung mit sich bringt - vor allem für die Referees selber. "In der Euroleague zu pfeifen ist ganz anders als bei der Europameisterschaft oder in der Bundesliga", berichtet Efim Resser, in dieser Saison der einzige deutsche Schiedsrichter in der Euroleague.

Dabei geht es weniger um die Regeln - ein Foul bleibt natürlich ein Foul, ein Schrittfehler ein Schrittfehler. Die Verteilung der Aufgaben auf die drei Schiedsrichter macht den entscheidenden Unterschied aus. "Bisher - bei zwei Schiedsrichtern - konnte man im Prinzip alles pfeifen, was man sieht", schildert Resser die gängige Praxis. In der Euroleague sind die Aufgaben viel strenger verteilt: "Es gibt klare Prioritäten, wer wofür verantwortlich ist." Es gibt einen "Crew Chief", der auch den Sprungball zum Spielbeginn ausführt, dazu einen "Referee" und einen "Umpire".

Im Spiel selber spielt diese Hierarchie jedoch keine allzu große Rolle - vielmehr rotieren die drei Referees nach einer vorgeschriebenen Mechanik auf ihren drei Positionen. Jeder steht abwechselnd an der Mittellinie, an der Grundlinie und an der Außenlinie. "Das erfordert die größte Umstellung von den Schiedsrichtern", erklärt Resser: "Welcher Referee läuft nach einem Foul wohin, wer bleibt, wo er ist, wer organisiert die Ereiwürfe? Wenn der Referee unter dem Korb auf die andere Seite wechselt, müssen auch die anderen beiden ihre Position verändern, usw".

Beim letzten Schiedsrichter-Seminar in Ljubijana haben die alteingesessenen ULEB-Schiedsrichter die Neulinge allerdings beruhigt - nach ein paar Wochen habe man sich an das neue System gewöhnt.

Problematisch wird jedoch für alle Schiedsrichter in dieser Saison der ständige Wechsel zwischen Euroleague und den anderen Ligen werden: Efim Resser z.B. pfeift am Mittwoch/ Donnerstag (zu dritt) Euroleague-Spiele, am Wochenende (zu zweit) Bundesliga. Das betrifft übrigens auch die spanischen Schiedsrichter: Zwar werden die Spiele der spanischen Liga schon seit 1996 von drei Referees geleitet, aber das spanische System unterscheidet sich vor allem in der oben ansatzweise beschriebenen Mechanik ganz erheblich von dem der Euroleague.

Zumindest ein positives Moment hat Resser in diesem Chaos trotzdem schon entdeckt: "Bei drei Schiedsrichtern muss der einzelne weniger rennen." (bös)

 

 

 

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 Letztes Update:
28. Dezember 2002

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