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DBB | Referate

 

 

Autor: Klaus Preller

 

 

Die neuen Regeln 2000 - Teil 1

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutscher Basketball BundVortrag von Klaus Preller auf den Bundesliga-Lehrgängen im August 2000

ACHTUNG: Neuerungen gegenüber den alten Regeln sind gelb markiert! Netscape-Benutzer können diesen Effekt bei den alten Versionen (<6.1) leider nicht sehen!

Teil 1: Was man wissen muss!

Art. 3 Ausrüstung

Eine detaillierte Beschreibung der technischen Ausrüstung befindet sich im Anhang "Technische Ausrüstung".

Art. 3.4.2.2 Schiedsrichter, Kampfrichter und Kommissar

Darüber hinaus haben die jeweiligen Gliederungen der FIBA, wie die Zonen-Kommission oder der Nationale Verband, die Befugnis, die Drei-Schiedsrichter-Technik anzuwenden. Diese sieht einen 1. und zwei 2. Schiedsrichter vor.

Art. 12 Mannschaften

Art. 12.1 Definition

Einsatzberechtigung ist die Erlaubnis, für eine Mannschaft spielen zu dürfen, wie es in den Regularien des Veranstalters eines Wettbewerbes festgelegt ist.

Ein Mannschaftsmitglied ist spielberechtigt, wenn es vor dem Spielbeginn auf dem Anschreibebogen eingetragen worden ist und solange es weder disqualifiziert worden ist, noch fünf Fouls begangen hat

Art. 13 Spieler und Ersatzspieler

Art. 13.1 Definition

Ein Mannschaftsmitglied ist dann Spieler, wenn es sich auf dem Spielfeld befindet und spielberechtigt ist. Ein Mannschaftsmitglied ist dann Ersatzspieler, wenn es nicht spielt. Es ist kein Ersatzspieler, wenn es sich auf dem Spielfeld befindet, aber nicht spielberechtigt ist, weil es disqualifiziert ist oder fünf Fouls begangen hat.

Art. 16.6 Pflichten und Rechte des Trainers

Während des Spiels darf entweder der Trainer oder der Trainer-Assistent stehen, aber nicht beide gleichzeitig. Dieses Recht geht auch auf den Kapitän über, wenn er den Trainer, aus welchem Grund auch immer,ersetzt.

Art. 17 Spielzeit, Punktgleichheit und Verlängerungen

17.1

Das Spiel besteht aus vier Spielperioden von je zehn Minuten.

17.2

Zwischen der ersten und zweiten Spielperiode sowie zwischen der dritten und vierten Spielperiode und vor jeder Verlängerung gibt es eine Pause von 2 Minuten.

17.3

Die Halbzeitpause dauert fünfzehn Minuten.

17.4

Ist das Spielergebnis am Ende der Spielzeit der vierten Spielperiode unentschieden, wird das Spiel mit einer oder mit so vielen Verlängerungen von je 5 Minuten fortgesetzt, bis das Unentschieden durchbrochen ist.

17.5

In allen Verlängerungen spielt jede Mannschaft auf den Korb, auf den sie in der dritten und vierten Spielperiode gespielt hatte.

Art. 18.5 Spielbeginn

Das Spiel beginnt offiziell mit einem Sprungball im Mittelkreis, wenn der Ball von einem Springer legal getippt wird.

Art. 19 Zustand des Balles

Der Ball kann entweder belebt oder tot sein.

19.1

Der Ball wird belebt, wenn bei einem Sprungball der Ball legal von einem  Springer getippt wird.

Art. 21 Sprungball

Änderungen:  

1. Nur noch bei einem Doppelfoul mit Sprungballentscheidung sowie bei einem Halteball sind die beiden Springer festgelegt.

2. In allen anderen Fällen sind die Springer nicht festgelegt. Sie müssen jedoch zu dem Zeitpunkt auf dem Spielfeld gewesen sein, in dem der Sprungball entstanden ist.

3. Hat sich ein belebter Ball in der Korbbefestigung verfangen, wird das Spiel immer (auch bei Einwurf) mit Sprungball fortgesetzt. Jetzt gibt es nur noch eine Regel für diese Situation.

Art. 22 Wie der Ball gespielt wird

22.2

vorsätzlich mit irgendeinem Teil des Beines zu treten, zu stoppen oder mit der Faust zu schlagen.

Art. 24 Spieler in der Korbwurfaktion

24.1

   Ein Spieler befindet sich in der Korbwurfaktion, wenn er nach Beurteilung des Schiedsrichters den Versuch beginnt, durch Werfen, Dunking oder Tippen des Balles in Richtung des gegnerischen Korbes einen Korb zu erzielen. Die Korbwurfaktion dauert so lange, bis der Ball die Hand bzw. Hände des Werfers verlassen hat.  

Es gilt auch als Wurfversuch, wenn ein Spieler, nach Beurteilung des Schiedsrichters, zwar werfen möchte, aber durch die Arme eines Gegenspielers daran gehindert wird. In diesem Fall ist es unerheblich, ob der Ball die Hand oder Hände des Spielers verlassen hat.

Wichtig:

Ein Spieler, der beim Sprungball den Ball direkt auf den Korb tippt, befindet sich auch in der Korbwurfaktion.

Art. 25 Korberfolg und seine Wertung

25.2.4

Verursacht ein Spieler, dass der Ball von unten in den Korb geht, ist dies eine Regelübertretung.

Art. 26 Einwurf

Während eines Einwurfs ist es legal, den Ball über das Spielbrett hinweg einzuwerfen (den alten Art. 30.2.1.4 gibt es nicht mehr).

Art. 27 Angerechnete Auszeit

Art. 27.1 Definition

Eine angerechnete Auszeit ist ein Spielunterbrechung,   die vom Trainer oder Trainer-Assistenten einer Mannschaft beantragt wird.

Art. 27.2 Regel

27.2.1

Alle angerechneten Auszeiten haben eine Dauer von einer Minute.

27.2.2

Eine Auszeitmöglichkeit beginnt, wenn

  • der Ball zum toten Ball wird und die Spieluhr gestoppt ist, und dann, wenn der Schiedsrichter nach einem Foul oder einer Regelübertretung seine Anzeige zum Anschreibertisch abgeschlossen hat,
  • ein Feldkorb gegen die Mannschaft erzielt wurde, die eine ange­rechnete Auszeit vor oder nach dem Korberfolg beantragt hatte.

27.2.3

Eine Auszeitmöglichkeit endet, wenn

  • bei einem Sprungball ein Schiedsrichter mit dem Ball den Kreis betritt, um einen Sprungball auszuführen
  • bei einem Freiwurf ein Schiedsrichter mit oder ohne Ball den Freiwurfraum betritt, um den ersten oder einzigen Freiwurf ausführen zu lassen.
  • bei einem Einwurf der Ball einem Spieler zum Einwurf zur Verfügung steht.

27.2.4  

Jeder Mannschaft dürfen während jeder der ersten drei Spielperioden eine angerechnete Auszeit, während der vierten Spielperiode zwei angerechnete Auszeiten und während jeder Verlängerung eine angerechnete Auszeit gewährt werden.

Art. 28 Spielerwechsel

Art. 28.1 Regel

28.1.1

Eine Mannschaft darf während einer Wechselmöglichkeit Spielerwechsel vornehmen.

28.1.2

Eine Wechselmöglichkeit beginnt, wenn

  • der Ball zum toten Ball wird und die Spieluhr gestoppt ist, und wenn der Schiedsrichter nach einem Foul oder einer Regelübertretung seine Anzeige zum Anschreibertisch abgeschlossen hat.
  • die gegnerische Mannschaft in den letzten zwei Minuten der vierten Spielperiode oder in den letzten zwei Minuten einer Verlängerung einen Feldkorb erzielt.

Art. 35 Schrittfehler

35.2.3

Spieler fällt, liegt oder sitzt auf dem Boden

Es ist legal, wenn ein Spieler, während er den Ball hält, auf den Boden fällt, oder während er auf dem Boden liegt oder sitzt, in Ballbesitz kommt.

Es ist eine Regelübertretung, wenn der Spieler anschließend, während er den Ball hält, dabei rutscht, rollt, oder versucht aufzustehen.

Art. 37 Nah bewachter Spieler

Art. 37.1 Definition

Es handelt sich um einen nah bewachten Spieler, wenn er einen belebten Ball auf dem Spielfeld hält und sich ein Gegenspieler in einer aktiven Verteidigungs-Position in einem Abstand von nicht mehr als einen Meter bei ihm befindet.

Art. 38 Acht-Sekunden

Art. 38.1 Regel

38.1.1

Erlangt ein Spieler in seinem Rückfeld Kontrolle über einen belebten Ball, muss seine Mannschaft innerhalb von acht Sekunden versuchen, den Ball

in ihr Vorfeld zu spielen.

Art. 41 Goal tending und Stören des Balles

Art. 41.1 Definition

41.1.1

Es handelt sich um einen Korbwurf, wenn der Ball in einer oder beiden Händen gehalten wird und anschließend in Richtung des gegnerischen Korbes geworfen wird.

Es handelt sich um einen Tipp, wenn der Ball mit einer oder mit beiden Händen in Richtung des gegnerischen Korbes getippt wird.

Es handelt sich um einen Dunking, wenn der Ball mit einer Hand oder mit beiden Händen kraftvoll von oben nach unten in den gegnerischen Korb geworfen oder dies versucht wird.

Tipp und Dunking werden ebenfalls als Korbwurfaktionen angesehen.

Art. 45 Doppelfoul

Art. 45.1 Definition

   Ein Doppelfoul ist eine Situation, in der zwei Gegenspieler zur annähernd gleichen Zeit gegen= einander Fouls begehen.

Art. 45.2 Strafe

45.2.1

Jedem der schuldigen Spieler wird ein persönliches Foul angerechnet. Es werden keine Freiwürfe verhängt.

45.2.2

Das Spiel wird fortgesetzt mit einem

  • Einwurf von der Endlinie durch den Gegner der Mannschaft, die den Feldkorb erzielt hat, sofern gleichzeitig ein Feldkorb erzielt wurde.
  • Einwurf nächst der Stelle der Regelverletzung durch die Mannschaft,  die zum Zeitpunkt des Doppelfouls Ballkontrolle hatte oder der der Ball zustand.
  • Sprungball im nächstgelegenen Kreis, sofern zum Zeitpunkt des Doppelfouls keine Mannschaft Ballkontrolle hatte oder keiner Mannschaft der Ball zustand.

Wichtig:

Hat eine Mannschaft zum Zeitpunkt eines Doppelfouls zwar noch keine Ballkontrolle, aber steht ihr der Ball bereits zu, wird er dieser Mannschaft zum Einwurf zur Verfügung gestellt.

Einige Beispiele:

  1. A4 begeht einen Schrittfehler. Bevor einem Spieler der Mannschaft B der Ball zum Einwurf zur Verfügung steht, wird ein Doppelfoul zwischen A5 und B5 gepfiffen.
    Regelung: Einwurf für Mannschaft B, da ihr der Ball bereits zustand.
  2. A4 hat zwei Freiwürfe mit anschließendem Einwurf für Mannschaft A. Unmittelbar nach dem 2. Freiwurf, jedoch bevor der Ball dem Einwerfer zur Verfügung steht, wird ein Doppelfoul zwischen A5 und B5 gepfiffen.
    Regelung: Einwurf für Mannschaft A, da ihr der Ball bereits zustand.

Art. 49 Technisches Foul durch einen Spieler

Die Strafe für ein technisches Foul durch einen Spieler ist folgendermaßen geändert worden: Ein Freiwurf mit anschließendem Ballbesitz von der Mittellinie.

Anmerkungen:

  1. Aus diesem Grund gibt es kein “unsportlich technisches Foul” mehr. Diese Foulart wurde durch die neue Strafe für ein technisches Foul gegen einen Spieler überflüssig.
  2. Es ist nicht länger auf technisches Foul gegen einen Verteidiger zu entscheiden, der vorsätzlich das Spielbrett oder den Ring in Schwingung versetzt, während der Ball bei einem Feldkorbversuch oder Freiwurf in der Luft ist. Diese Aktion fällt unter die Regelungen für Stören des Balles   (Art. 41).

Art. 55 Mannschaftsfouls: Strafen

Art. 55.1 Definition

Sobald eine Mannschaft vier persönliche oder technische Spielerfouls in einer Spielperiode begangen hat, hat sie die Mannschaftsfoulgrenze erreicht.  

Art. 55.2 Regel

55.2.1

Hat eine Mannschaft die Mannschaftsfoulgrenze erreicht, werden alle danach folgenden persönlichen Spielerfouls, die an einem Spieler begangen wurden, der sich nicht in einer Korbwurfaktion befindet, mit zwei Freiwürfen anstelle Ballbesitz durch Einwurf bestraft.

55.2.2

Falls das Foul von einem Spieler begangen wird, dessen Mannschaft in Kontrolle eines belebten Balles ist oder der der Ball für einen Einwurf zusteht, wird dieses persönliche Foul nicht mit zwei Freiwürfen bestraft.

Beispiel:

A4 begeht einen Schrittfehler, unmittelbar gefolgt von einem persönlichen Foul durch B4, 5. Mannschaftsfoul der Mannschaft B in dieser Spielperiode.

Regelung: Sprungball im nächstgelegenen Kreis zwischen zwei Gegenspielern.

Beispiel:

A4 hat zwei Freiwürfe, gefolgt von Ballbesitz für Mannschaft A. Nach dem 2. Freiwurf, bevor jedoch der Ball zum Einwurf belebt ist, begeht A5 ein Foul gegen B5, 6. Mannschaftsfoul gegen Mannschaft A in dieser Spielperiode.

Regelung: Keine Freiwürfe, Einwurf für Mannschaft B.

Noch einmal zur Klarstellung: Begeht eine Mannschaft ein Foul, bevor sie den Ball zu einem Einwurf nach einer gegnerischen Regelverletzung erhält, wird dies nunmehr als Foul der Mannschaft in Ballkontrolle geahndet. Das Spiel wird mit Sprungball fortgesetzt, unabhängig von der Anzahl der Mannschaftsfouls.


Regeln 2000: Deutsche Fassung

Der DBB – Arbeitskreis I hat in der deutschen Fassung der Regeln für die unten aufgeführten Artikel eine etwas unterschiedliche Formulierung zu dem englischen Text gewählt: 

Art. 7 Pflichten der Schiedsrichter, wenn eine Regelverletzung begangen wird

7.2.3 alte Formulierung  

Nach jeder Foul- oder Sprungballentscheidung wechseln die Schiedsrichter ihre Position auf dem Spielfeld.

7.2.3 neue Formulierung

Nach jeder Foul- oder Sprungballentscheidung wechseln die Schiedsrichter grundsätzlich ihre Position auf dem Spielfeld.

Art. 44 Persönliches Foul

44.2.2 alte Formulierung – fünfter Punkt

Wird das Foul an einem Spieler begangen, der in der Korbwurfaktion ist, und

  • ist der Wurf aus dem Feld erfolgreich, zählt der Korb und es wird ein Freiwurf zuerkannt.
  • ist der Wurf aus dem Zwei-Punkte-Feldkorb-Bereich erfolglos, werden zwei Freiwürfe zuerkannt.
  • ist der Wurf aus dem Drei-Punkte-Feldkorb-Bereich erfolglos, werden drei Freiwürfe zuerkannt.
  • wird der Spieler vor oder gleichzeitig mit dem Signal der Spieluhr zur Beendigung einer Spielperiode oder Verlängerung oder mit dem Signal der 24-Sekunden-Anlage gefoult, während sich der Ball noch in der Hand oder in den Händen des Spielers befindet, und geht der Ball in den Korb, zählt der Korb nicht. Es werden zwei oder drei Freiwürfe zuerkannt.

44.2.2 neue Formulierung – fünfter Punkt

  • wird der Spieler gleichzeitig mit dem Signal der Spieluhr zur...

Die Artikel 6.5 und 29.2 wurden durch die gleiche Formulierung (gleichzeitig mit dem Signal der Spieluhr anstelle vor oder gleichzeitig mit dem Signal der Spieluhr) angepaßt.

Art. 56 Sonderfälle

Art. 56.1 Definition

Während derselben Uhr-Stopp-Periode, die auf ein Foul oder eine      Regelübertretung folgt, können Sonderfälle entstehen, wenn weitere Fouls begangen werden.

Art. 56.2 Vorgehen

56.2.1

Alle Fouls werden verhängt und alle Strafen festgestellt.

56.2.2

Die Reihenfolge, in der sich alle Fouls ereignet haben, wird festgelegt.

56.2.3 alte Formulierung

Alle gleichen Foulstrafen gegen beide Mannschaften und alle Strafen für Doppelfouls werden aufgehoben. Sobald Strafen aufgehoben wurden, werden sie so angesehen, als wären sie nicht verhängt worden.

56.2.3 neue Formulierung

Alle gleichen Strafen gegen beide Mannschaften und alle Strafen für Doppelfouls werden aufgehoben. Sobald Strafen aufgehoben wurden, werden sie so angesehen, als wären sie nicht verhängt worden.

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 Letzte Aktualisierung:
6. April 2003

 

© Axel Beckmann