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Das
Schiedsrichtern nüchtern und sachlich zu sehen ist eine
der wichtigsten - gleichzeitig aber auch einer der herausforderndsten
- Aspekte des Pfeifens. Manchmal sind wir so von unserem
Schiedsrichterdarsein eingebunden, dass wir wirklich
wichtige Dinge vergessen, wie zum Beispiel die Familie.
Hier einige Tipps, die sicherstellen können, dass Familienleben
und Schiedsrichtertätigkeit friedlich nebeneinander
existieren können.
1.
Bring nicht das Spiel mit nach Hause. Frustration
ist eine normale Begleiterscheinung beim Schiedsrichtern.
Denk an ein typisches Schreckensszenario. Der Coach
hat Dich dumm angemacht. Die Fans waren brutal. Das
Spiel war eine einzige Katastrophe. Dein Partner kam
zu spät. Der Beobachter war der Meinung, dass Du alles
falsch gemacht hast. Du musstest bei schrecklichem Wetter
nach Hause fahren.
Dies
ist nicht der richtige Augenblick, um Deiner Partnerin
/ Deinem Partner all Deine Probleme aufzuladen. Sicherlich,
die meisten Partner/innen sind sehr unterstützend und
wollen wissen, wie es gelaufen ist. Erzähle es Deiner
Frau / Deinem Mann, aber lass nicht Deine schlechte
Laune an ihr / ihm aus. Wenn Du sie / ihn jedesmal nach
einem Spiel als Kummerkasten mißbrauchst, wirst Du nicht
viel Spaß mehr am Pfeifen haben. Sicherlich wird auch
Dein Lebensgefährte nicht viel Spaß an Deiner zeitintensiven
Nebentätigkeit haben.
2. Lass Deine Kinder
einen Urlaub planen. Schiedsrichter zu sein bedeutet,
dass man viel Zeit weg von zu Hause verbringt. Um das
ein wenig auszugleichen, kann man die Einnahmen aus
dem Schiedsrichtern für einen gemeinsamen Urlaub verwenden.
Lass die Kinder das Ziel aussuchen. Dieser kleine Schritt,
könnte das ganze Pfeifen zu einem echten Familienereignis
werden lassen, denn alle haben ja letztendlich was davon.
3.
Gib Deiner/m Lebensgefährtin/en Dein Schiedsrichter-Honorar.
Einige Schiedsrichter werden argumentieren, dass
ihr Schiedsrichter Honorar sowieso schon komplett an
ihren Partner geht. Aber ernsthaft, denk mal drüber
nach, Deiner/m Partner das Geld direkt wenn Du von einem
Spiel nach Hause kommst zu geben. Mach ein Überraschungsgeschenk.
Lass es sie/ihn ausgeben für ... was sie will. Es ist
ein kleines Stück Deiner Zuneigung und zeigt, dass
Du verstanden hast, welch Toleranz und Verständnis sie/er
für Dein Schiedsrichtern aufbringt.
4. Ruf von unterwegs
an. Wenn
Du wegen einem Spiel unterwegs bist, dann ruf an, wenn
Du am Zielort angekommen bist. Die meisten Partner/innen
werden Dir wahrscheinlich sagen, dass sie am meisten
wegen der Reiserei besorgt sind, egal ob es nur in der
Nähe oder weiter weg ist. Wenn Du irgendwo übernachten
musst, dann stell sicher, dass Deine Frau / Dein Mann
weiß, ob Du gut angekommen bist. Wenn Du gleich mehrere
Tage weg bist, dann ruf häufiger an. Es erleichtert
ungemein, wenn Du weißt, dass zuhause alles in Ordnung
ist, und umgekehrt zuhause jeder weiß, dass mit Dir
alles okay ist und Du sie nicht vergessen hast. Vergiß
nicht, Deinen Kindern "Hallo" zu sagen.
5. Ruf an, wenn Du
später kommst. Fast
nichts bringt Schiedsrichter in mehr Schwierigkeiten
mit Ihren Frauen / Männern, als die Nachlässigkeit zuhause
Bescheid gegeben zu haben, dass man später kommt. Wenn
man spät zu einem Spiel anreist, wird man doch auch
Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um den Kollegen,
die Mannschaften oder den Ansetzer davon zu informieren.
Warum bringen wir nicht die gleiche Energie auf, wenn
wir von einem Spiel später zurückkommen? Da gibt es
keine Entschuldigung.
Das
gilt insbesondere für den Fall, dass Du mit Deinen Schiedsrichter-Spezis
nach dem Spiel noch einen trinken gehst. In der lokalen
Vereinskneipe einzukehren und noch ein paar Geschichten
auszutauschen macht Spaß und ist eine großartige Ablenkung.
Lass Deinen Partner wissen, dass Du dies machst. Versetz
Dich doch mal in sie/ihn: Wie würdest Du Dich fühlen,
wenn Deine Frau / Dein Mann eine bestimmte Zeit weg
von zuhause gewesen wäre und dann Stunden später erst
zurückkommt, ohne angerufen zu haben? Deine Emotionen
könnten schnell zwischen ärgerlich und traurig hin und
her wandern. Tu das Deinem Partner nicht an.
6. Sei vorsichtig,
wenn Du die Karriereleiter nach oben fällst. Die
meisten Schiedsrichter wollen unbedingt in die nächst
höhere Liga aufsteigen oder die Anzahl ihrer Ansetzungen
steigen. Das ist unser Ehrgeiz. Allerdings solltest
Du vorher Deine Ziele mit Deiner Familie absprechen.
Viele Schiedsrichter in den Top-Ligen haben eine "geheiligte"
Bezhiehung zu Ihrer Frau / Ihrem Mann und den Kindern.
Als allererstes musst Du bestimmte Veränderungen in
Deiner Schiedsrichter-Karriere mit Deiner Familie diskutieren.
Bedenke: Es ist nichts schlechtes daran, viele Spiele
zu pfeifen und gleichzeitig ein tolles Familienleben
zu haben. Es ist aber falsch, wenn Du durchs ganze Land
reist und dabei Dein Familienleben zerstörst. Wo liegen
Deine Prioritäten? |