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Das Hobby Schiedsrichter

 

 

Quelle: NASO Locker Room September 2002 / Übersetzung und Überarbeitung: Axel Beckmann

 

 

Familie und Schiedsrichtern miteinander verbinden

 

 

Das Schiedsrichtern nüchtern und sachlich zu sehen ist eine der wichtigsten - gleichzeitig aber auch einer der herausforderndsten - Aspekte des Pfeifens. Manchmal sind wir so von unserem Schiedsrichterdarsein eingebunden, dass wir wirklich wichtige Dinge vergessen, wie zum Beispiel die Familie. Hier einige Tipps, die sicherstellen können, dass Familienleben und Schiedsrichtertätigkeit friedlich nebeneinander existieren können.

1. Bring nicht das Spiel mit nach Hause. Frustration ist eine normale Begleiterscheinung beim Schiedsrichtern. Denk an ein typisches Schreckensszenario. Der Coach hat Dich dumm angemacht. Die Fans waren brutal. Das Spiel war eine einzige Katastrophe. Dein Partner kam zu spät. Der Beobachter war der Meinung, dass Du alles falsch gemacht hast. Du musstest bei schrecklichem Wetter nach Hause fahren.

Dies ist nicht der richtige Augenblick, um Deiner Partnerin / Deinem Partner all Deine Probleme aufzuladen. Sicherlich, die meisten Partner/innen sind sehr unterstützend und wollen wissen, wie es gelaufen ist. Erzähle es Deiner Frau / Deinem Mann, aber lass nicht Deine schlechte Laune an ihr / ihm aus. Wenn Du sie / ihn jedesmal nach einem Spiel als Kummerkasten mißbrauchst, wirst Du nicht viel Spaß mehr am Pfeifen haben. Sicherlich wird auch Dein Lebensgefährte nicht viel Spaß an Deiner zeitintensiven Nebentätigkeit haben.

2. Lass Deine Kinder einen Urlaub planen. Schiedsrichter zu sein bedeutet, dass man viel Zeit weg von zu Hause verbringt. Um das ein wenig auszugleichen, kann man die Einnahmen aus dem Schiedsrichtern für einen gemeinsamen Urlaub verwenden. Lass die Kinder das Ziel aussuchen. Dieser kleine Schritt, könnte das ganze Pfeifen zu einem echten Familienereignis werden lassen, denn alle haben ja letztendlich was davon.

3. Gib Deiner/m Lebensgefährtin/en Dein Schiedsrichter-Honorar. Einige Schiedsrichter werden argumentieren, dass ihr Schiedsrichter Honorar sowieso schon komplett an ihren Partner geht. Aber ernsthaft, denk mal drüber nach, Deiner/m Partner das Geld direkt wenn Du von einem Spiel nach Hause kommst zu geben. Mach ein Überraschungsgeschenk. Lass es sie/ihn ausgeben für ... was sie will. Es ist ein kleines Stück Deiner Zuneigung und zeigt, dass Du verstanden hast, welch Toleranz und Verständnis sie/er für Dein Schiedsrichtern aufbringt.

4. Ruf von unterwegs an. Wenn Du wegen einem Spiel unterwegs bist, dann ruf an, wenn Du am Zielort angekommen bist. Die meisten Partner/innen werden Dir wahrscheinlich sagen, dass sie am meisten wegen der Reiserei besorgt sind, egal ob es nur in der Nähe oder weiter weg ist. Wenn Du irgendwo übernachten musst, dann stell sicher, dass Deine Frau / Dein Mann weiß, ob Du gut angekommen bist. Wenn Du gleich mehrere Tage weg bist,  dann ruf häufiger an. Es erleichtert ungemein, wenn Du weißt, dass zuhause alles in Ordnung ist, und umgekehrt zuhause jeder weiß, dass mit Dir alles okay ist und Du sie nicht vergessen hast. Vergiß nicht, Deinen Kindern "Hallo" zu sagen.

5. Ruf an, wenn Du später kommst. Fast nichts bringt Schiedsrichter in mehr Schwierigkeiten mit Ihren Frauen / Männern, als die Nachlässigkeit zuhause Bescheid gegeben zu haben, dass man später kommt. Wenn man spät zu einem Spiel anreist, wird man doch auch Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um den Kollegen, die Mannschaften oder den Ansetzer davon zu informieren. Warum bringen wir nicht die gleiche Energie auf, wenn wir von einem Spiel später zurückkommen? Da gibt es keine Entschuldigung.

Das gilt insbesondere für den Fall, dass Du mit Deinen Schiedsrichter-Spezis nach dem Spiel noch einen trinken gehst. In der lokalen Vereinskneipe einzukehren und noch ein paar Geschichten auszutauschen macht Spaß und ist eine großartige Ablenkung. Lass Deinen Partner wissen, dass Du dies machst. Versetz Dich doch mal in sie/ihn: Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Deine Frau / Dein Mann eine bestimmte Zeit weg von zuhause gewesen wäre und dann Stunden später erst zurückkommt, ohne angerufen zu haben? Deine Emotionen könnten schnell zwischen ärgerlich und traurig hin und her wandern. Tu das Deinem Partner nicht an.

6. Sei vorsichtig, wenn Du die Karriereleiter nach oben fällst. Die meisten Schiedsrichter wollen unbedingt in die nächst höhere Liga aufsteigen oder die Anzahl ihrer Ansetzungen steigen. Das ist unser Ehrgeiz. Allerdings solltest Du vorher Deine Ziele mit Deiner Familie absprechen. Viele Schiedsrichter in den Top-Ligen haben eine "geheiligte" Bezhiehung zu Ihrer Frau / Ihrem Mann und den Kindern. Als allererstes musst Du bestimmte Veränderungen in Deiner Schiedsrichter-Karriere mit Deiner Familie diskutieren. Bedenke: Es ist nichts schlechtes daran, viele Spiele zu pfeifen und gleichzeitig ein tolles Familienleben zu haben. Es ist aber falsch, wenn Du durchs ganze Land reist und dabei Dein Familienleben zerstörst. Wo liegen Deine Prioritäten?

 

 

 

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 Letzte Aktualisierung:
19. März 2003

 

© Axel Beckmann