Startseitechristmas_next.gifSchiedsrichter christmas_next.gifTippschristmas_next.gifDer gute Schiedsrichter

Allgemeines

 Diskussionsforum

 Hilfe

 Gästebuch

 Impressum

 Leitartikel

 Links

 Mitglieder

 News

 Shop

 Thema des Monats

 Über "uns"

 

Organisationen

 Bundesligen

 DBB

 Regionalligen

 Landesverbände

 Euroleague

 FIBA

 International

 Luxemburg

 Österreich

 Rolli-Basketball

 Schweiz

 USA

 

Tipps | Der gute Schiedsrichter

 

 

Quelle: NASO "Lockerroom" Volume 3 Number 3 March 15th, 2002 / Übersetzung: Axel Beckmann

 

 

Entwickle eine Schiedsrichter-Philosophie

 

 

Unsere Schiedsrichter Philosophie definiert wer wir sind, wie wir mit Situationen umgehen und wir das Spiel laufen wird, das wir pfeifen. Die Entwicklung einer Philiosophie - dem mentalen Annähern ans Pfeifen - ist kritisch. Die meisten Leute brauchen dazu Jahre und ändern sie während der Zeit. Auch wenn bestimmte Kernelemente der Philosophie immer konstant bleiben, so korrigieren gute Schiedsrichter Teile Ihrer Philosophie im Laufe der Zeit. Sie hören nie auf zu lernen.

Was ist Philosophie? Einfach gesagt, ist Philosophie, wie wir unsere Arbeit erledigen. Deshalb dauert es gewöhnlich auch Jahre, um diese zu entwickeln. Unsere Entwicklung startet, wenn wir nicht alles was wir von anderen Schiedsrichtern hören als Evangelium ansehen und Entscheidungen darüber treffen, was richtig und was nicht richtig ist.

Wer wir sind. Häufig beeinflusst Deine Persönlichkeit Deine Schiedsrichter Philosophie. Das ist ganz natürlich. Wenn Du ein detail-orientierter Perfektionist mit dem Kopf eines Ingenieurs bist,  wirst Du vermutlich ein pedantischer Regelfetischist sein, dem es Spaß macht, diese permanent zu studieren. Wenn Du hingegen mehr nach dem Motto "ich nehme es wie es kommt" und gelassener Mensch bist, wirst Du vermutlich mehr Wert darauf legen, mit Spielern und Trainern effektiv zu kommunizieren als Regel Artikel und Verse zu zitieren. Ausgeglichene Menschen tendieren dazu, ausgeglichene Schiedsrichter zu sein; sie können mit den Regeln umgehen, ohne daß das Spiel darunter leidet.

Drei Sorten von Schiedsrichtern. Schiedsrichter kann man grob in drei Kategorien einteilen: Regelbuch Anwälte, Windhunde und eine Kombination aus beidem.
Die Regelbuch Anwälte sind die Kleinkrämer. Sie lernen die Regeln auswendig, können locker die Regeln aufsagen und sind generell reaktionäre Schiedsrichter. Sie sehen etwas, reagieren darauf, wenden schnell die richtige Regel darauf an und wenden gedanklich den nächsten Schritt. Ihr Kopf arbeitet im "A+B=C"-Modus.

Die Windhunde öffnen normalerweise das Regelheft erst, wenn ihnen nichts mehr anderes übrig bleibt. Sie versuchen die richtigen Dinge zu tun, ungeachtet was die Regeln sagen würden. Sie sprechen permanent mit den Leuten und sind effiziente Kommunikatoren. Ihre Technik ist meist asymmetrisch, aber sie versuchen durch ihre Spiele mit Allgemeinverstand und List zu kommen.

Die Kombination dieser beiden Typen - also das beste der beiden Bündel - verinnerlichen die positiven Aspekte. Sie kennen die Regeln, wenden sie sinnvoll an und kommunizieren gut. Sie sind ausgeglichene Leute, haben eine Schiedsrichterphilosophie, die von allen akzeptiert wird.

Wie unterschiedliche Philosophien anderen schaden können. Eine Klage, die Schiedsrichter immer von den Trainern, Spielern und Fans hören, ist "Unbeständigkeit". Auch wenn man dies häufig als Gejammer verbuchen kann, so ist Konstanz eine lebensnotwendig Eigenschaft für die Schiedsrichter. Unbestreitbar kann nichts ein Spiel negativer beeinflussen als Schiedsrichter, die nicht einheitlich pfeifen und eine differierende Schiedsrichter-Philosophie vertreten.

Schiedsrichtern ist eine Kunst, nicht eine Wissenschaft, daher bietet es reichlich Raum für Unbeständigkeit. Was für den einen Schiedsrichter ein Foul ist, muss für den anderen noch lange keins sein. Auf dem nationalen Niveau haben Regel"macher" und Schiedsrichter-Funktionäre uns jedes Jahr mehr auf eine bestimmte Philosophie eingeschworen. Sie haben uns in verschiedenen Formen erklärt, wie sie wollen, dass wir pfeifen. Das hat dazu beigetragen, dass auf der nationalen Ebene mehr Kontinuität Einzug gehalten hat.

Auf dem lokalen Niveau müssen wir sicher stellen, dass wir mit anderen Schiedsrichtern auf der gleichen Seite stehen. Was passiert, wenn zwei lokale Gruppen unterschiedliche Philosophien predigen. Frust und Chaos in der Region! Arbeite mit Deinen Bezirks- und Landesverbänden zusammen, um eine einheitliche Philosophie zu entwickeln. Dieser Punkt ist sehr wichtig und man muss auch Kompromisse schließen, um größtmögliche Harmonie zu erreichen. Denk immer daran: das Spiel ist das wichtigste, nicht wer Recht oder Unrecht hat.

Was akzeptiert wird. Wenn Du Deine Philosophie entwickelst, beachte was auf Deinem Niveau und in Deinem Bezirk akzeptiert wird und was nicht. Die "wenn ich in Rom wäre"-Theorie wird Dir helfen, Akzeptanz zu erzielen. Wenn die allgemeingültige Philosophie in Deiner Umgebung inakzeptabel für Dich ist, hast Du nur zwei Möglichkeiten: hör auf oder arbeite daran, die Dinge in Deine Richtung zu bewegen.
Bedenke, dass akzeptierte Sachen von Niveau zu Niveau und von Geschlecht zu Gechlecht variieren. So sind zum Beispiel Fouls in einem Mädchen-Spiel nicht unbedingt auch Fouls in einem Jungen-Spiel. Es ist so wie es ist und wir können nicht dem Spiel unsere Philosophie aufzwingen, sondern wir müssen die Philosophie dem Spiel anpassen. Wenn Du das nicht bewältigen kannst oder denkst, dass dies Deine Leistung in höherklassigen Spielen negativ beeinflusst, darfst Du die anderen Spiele nicht mehr pfeifen. Du und das Spiel werden davon profitieren.

Unser Tipp. Im Allgemeinenen sind die Schiedsrichter die besten, die das Spiel auf sich zukommen lassen. Sie sehen, was auf dem Feld passiert, mixen dies mit allen verfügbaren Informationen, halten ihre Entscheidung den Bruchteil einer Sekunde zurück, überlegen, ob ein Pfiff das Spiel positiv oder negativ beeinflussen würde und treffen dann ihre Entscheidung, ob pfeifen oder nicht pfeifen. Sie kennen die Regeln, aber benutzen sie nicht als Krücke. Sie stellen das Spiel über alles andere. Sie kommunizieren, arbeiten mit anderen zusammen und haben keine Angst vor dem großen Pfiff (oder Nicht-Pfiff). Sie passen ihre Philosophie dem Spielniveau an. Sie sind ausgeglichen und hören nie auf zu lernen.

 

 

 

Regeln

 Änderungen

 Ausarbeitungen

 Grundlagen

 Interpretationen

 Ordnungen

 Regelfragen

 Texte

 

Schiedsrichter

 Ausbildung

 Förderung

 Fortbildung

 Frauen

 Funktionäre

 Kritik

 Porträts

 Presse

 Psychologie

 Technik

 Tipps

 Vereine

 

 Letzte Aktualisierung:
19. März 2003

 

© Axel Beckmann