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Geh
irgendwo zu einem Fußball-Spiel und Du wirst immer
meckernde Zuschauer erleben. Einige Leute tun dies ab
und sagen, "das gehört halt zum Spiel!"
Sicher, zahle Deine 15€ Eintritt und geh zu einem Bundesliga-Spiel,
dann ist es tatsächlich Bestandteil des Sports,
wie in den meisten professionell betriebenen Sportarten.
Je jünger und unerfahrener der Schiedsrichter,
desto schlimmer das Gepöbel. Ich glaube, dass wir
derartige verbalen Attacken in Jugendspielen nicht zulassen
dürfen. Die Zuschauer zu kontrollieren, hilft dabei,
dass die Spiele für jedermann ein Spaß sind
und wir viele neue Schiedsrichter auch bei der Stange
halten können.
Vor
vielen Jahren war ein dürrer 15-Jähriger als
Assistenz-Schiedsrichter in einem Halbfinale des Ohio's
State Pokals eingesetzt auf der Wright Patterson Air
Force Base eingesetzt. In der Halbzeit wurde ein Ball
anscheinend durch die angreifende Mannschaft über
die Torauslinie geschossen. Der Assistent hatte den
Ball von einem Verteidiger kommen sehen und deutete
auf den Eckpunkt. Der Schiedsrichter gab dementsprechend
sofort einen Eckstoß.
Ein
Vater eines Spielers der verteidigenden Mannschaft,
ungefähr 130 Kilo wiegend, sprang vom Parkplatz
kommend auf das Feld. Er balancierte in der einen Hand
eine Kühlbox und in der anderen einen Liegestuhl.
Er sah in der Entscheidung einen Fehler und begann in
Richtung des Assistenten zu schreien - mich. Ich ignorierte
ihn, was ihn ausraten ließ. Er kam näher
und setzte seine Attacken fort. Er stand nun auf dem
Feld, verhinderte so, dass der Eckstoß ausgeführt
werden konnte. Der erwachsene Schiedsrichter rannte
zu ihm hin, um ihn zu stoppen. Der Zuschauer warf seinen
Stuhl kraftvoll vor mich, dieser zerbarst und traf mich
am Bein.
Für
den ausrastenden Zuschauer unglücklich, dass ein
Golf-Auto das Feld erreichte, in dem ein Militär-Polizist
saß, der die ganzen Ereignisse beobachtet hatte.
Der Zuschauer wurde festgenommen und weggebracht. Sein
Stuhl wurde weggetragen und das Spiel wieder gestartet.
Und das alles nur wegen einer Ausballentscheidung. Was
für ein armselige Darstellung von Sportlichkeit
gegenüber den Kindern.
Wäre
es nicht schön, wenn jedes Jugendspiel mit Gesetzeshütern
an den Auslinien besetzt würde? Zu häufig
gehen solche Szenen nicht gut aus. Das Verhalten vieler
Zuschauer würde niemals bei Erwachsenen zugelassen
werden, ist aber übliche Praxis, wenn es sich um
unsichere, junge Schiedsrichter handelt. Wenn wir das
weiterhin zulassen, werden wir auch in Zukunft immer
neue frustrierte Schiedsrichter verlieren. Sie mögen
auf ihren Lehrgängen lernen, wie man mit solchen
Situationen umgeht, werden aber in der Praxis Angst
haben, dies umzusetzen. Viele junge Schiedsrichter würden
lieber die Probleme ignorieren als eine Angesicht-zu-Angesicht
Konfrontation mit einem Erwachsenen zu riskieren.
Gelegentlich
kommt es bei Jugendspielen zu derartigen Ausrastern
an der Seitenlinie, mit denen die jungen Schiedsrichter
umgehen müssen. Während die Liga-Offiziellen
nach Auswegen für dieses Problem suchen, müssen
die Schiedsrichter in der Lage sein, darauf sofort zu
reagieren. Schiedsrichter müssen die Youngsters
trainieren und unterstützen, indem sie die Mehrzahl
ihrer Spiele in den Jugendklassen pfeifen (dieser Tipp
gilt auch für Erwachsene, die mit den gleichen
Problemen kämpfen).
Vermeide
die Konfrontation mit ausrastenden Zuschauern. In
ihr Gesicht schauen und zurückschreien bedeutet
lediglich, dass man Öl ins Feuer gießt. In
Jugendspielen kann man leicht feststellen, für
welches Team die pöbelnden Zuschauer halten. Wenn
es einem zu bunt wird, sollte der Schiedsrichter in
einer nicht-konfrontierenden Art, den betroffenen Trainer
informieren, dass man das Spiel nicht fortsetzen wird,
solange die Zuschauer derart ausfällig sind. Eltern
sollten begreifen, dass ihre Anwesenheit am Spielfeld
ein Privileg ist. Kann das Problem nicht gelöst
werden, muss das Spiel abgebrochen und ein Bericht an
die Spielleitung geschickt werden. Denke daran, dass
Du kein Recht hast, die andere Mannschaft zum Sieger
zu erklären. Schreib lediglichdie Fakten auf und
erlaube der Liga, das Team zu bestrafen.
Häufig
hat ein neuer Schiedsrichter nicht die Courage, einen
erwachsenen Coach anzusprechen, ganz zu Schweigen von
den agressiven Eltern. Hier müssen erfahrene Schiedsrichter
helfen. Wenn Du Zeuge eines derartiges Verhaltens gegenüber
einem Neuling bist, tue, was Du kannst, um es zu verhindern.
Wenn Du das Spiel als Beobachter ohne Trikot anschaust,
geh auf die problematischen Zuschauer zu und frag sie,
wie sie es finden würden, wenn ihr eigenes Kind
das Schiedsrichter-Trikot tragen würde. Frag sie:
"Wie würden Sie sich fühlen, wenn andere
Ihr Kind so behandeln würden?" Das reicht
normalerweise, um sie zu stoppen. Noch wichtiger ist
aber, dass Du mit dem Schiedsrichter das Spiel besprichst,
ihm auf den Rücken klopfst und für das nächste
Mal ein paar Tipps gibst.
Als
Erwachsener hilft es bei Jugendspielen manchmal, wenn
Du den Eltern gelegentlich Eure Entscheidungen erklärst,
insbesondere wenn Dein Kollege ein Rookie ist. Ich sage
nicht, dass Du kontinuierlich mit den Zuschauern reden
sollst, lediglich ein kurzer Satz, damit sie begreifen,
was vor sich geht. Nicht selten hängt ihr Verhalten
mit der Unkenntnis der "Gesetze des Spiels"
zusammen. Dies kann allerdings ein Boomerang sein, wenn
Du selbst die Regeln nicht gut genug kennst oder zu
defensiv reagierst. Sei vorsichtig, wenn Du mit den
Eltern sprichst - sei humorvoll, wenn Du kritische Situationen
meistern willst. Auch hier natürlich wieder sehr
achtsam sein, denn Eltern eines gefoulten Spielers finden
in diesem Moment überhaupt nichts lustig.
Wann
ist genug wirklich genug? Sei nicht so dünnhäutig,
dass Du gleich eine Mutter eines acht-jährigen
aus der Halle schickst, wenn sie das erste Mal ruft:
"Hey, er hat meinen Sohn gefoult!" Aber achte
gleichzeitig darauf, dass die Zuschauer so penetrant
schreien, dass sie das Spiel beeinflussen. Oft sind
die Spieler selbst vom Verhalten ihrer eigenen
Eltern peinlicher berührt als die Schiedsrichter.
Ich habe Kinder zu ihren Eltern rufen hören: "Halt
die Klappe, Papi!" Offenkundig beeinträchtigt
dann das Verhalten der Eltern das Spiel. Hier musst
Du eingreifen.
Wir
müssen bei Jugendspielen den ausrastenden Zuschauern
Einhalt gebieten. Erfahrene Schiedsrichter müssen
die jungen Rookies schützen, damit sie nicht gleich
wieder aufhören. Wenn Du das Publikum kontrollierst,
machst Du das Spiel für alle interessanter und
attraktiver!
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