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Der folgende Artikel
ist ein Auszug aus dem Buch Psychology of Officiating
von Dr. Robert S. Weinberg und Peggy
A. Richardson. Die Beiträge sind von Uli Sledz
ins Deutsche übertragen und zusammen mit Jens
Staudenmayer überarbeitet worden.
Dr.
Weinberg ist Professor für Kinetik mit Lehrstuhl
an der Universität von North Texas. Er war als
Schiedsrichter auf allen drei Ebenen unterhalb der NBA
tätig: Junior High, High School und College. Er
war Präsident des Verbandes zur Förderung
der Angewandten Sportpsychologie und Mitglied der Gesellschaft
für Psychologie im Sport und der amerikanischen
Verbindung für Gesundheit, Sport, Erholung und
Tanz.
Dr.
Richardson ist ebenfalls Professor für Kinetik
und Assistentin von Dr. Weinberg an der Universität
von North Texas. Sie war als Schiedsrichterin bei regionalen
und nationalen Turnieren tätig. Sie war als Ausbilder
für Schiedsrichter tätig, hat in Ausbildungskursen
unterrichtet und Vorträge bei nationalen Workshops
gehalten. Sie war Vorstandsmitglied in verschiedenen
regionalen Schiedsrichterkommissionen und außerdem
Mitglied in der Untersuchungsgruppe zur Beurteilung
von Schiedsrichtern.
In
ihrem Buch geben Weinberg und Richardson Hilfen für
Schiedsrichter, um bestmöglich vorbereitet während
der gesamten Saison pfeifen zu können. In der Kombination
von Sportpsychologie und Erfahrung im Schiedsrichterwesen,
sehen die Autoren die Bedeutung von psychologischem
Training und diskutieren psychologische Fähigkeiten,
die man benötigt, um ein effektiver Schiedsrichter
zu sein.
"There´s
more to officiating than just knowing the rules!"
VORWORT
Schiedsrichter
zu sein ist eine Herausforderung: aufregend und einträglich.
Auf der anderen Seite werden Schiedsrichter beschimpft
und sind frustriert ob fehlender Wertschätzung.
Ob ein Schiedsrichter die positiven oder negativen Seiten
kennenlernt, basiert häufig auf den mentalen Bezug
zum Pfeifen.
Viele
Schiedsrichter kennen alle Regeln und sind technisch
gut ausgebildet (Zitat aus einer BL-SR-Beurteilung:
"er hat perfekt angezeigt und sich gut bewegt.
Leider hat er allzu oft die falschen Entscheidungen
getroffen"). Die psychologischen Fähigkeiten
jedoch unterscheiden die guten Schiedsrichter von dem
Rest. Leider nehmen sich zu wenige Schiedsrichter die
Zeit, diese Fähigkeiten weiter zu entwickeln.
EIGENSCHAFTEN
EINES GUTEN SCHIEDSRICHTERS
Das
Spiel ist bereits seit mehr als einer Stunde beendet.
Du mußt nicht mehr extrem aufmerksam sein, Dich
nicht länger gegenüber Spielern, Coaches und
Fans beweisen. Du fühlst Dich körperlich und
emotional ausgelaugt. Aus diesem Grund lehnst Du Dich
zurück, legst die Füße hoch und versuchst
zu entspannen. Aus irgendeinem Grund kannst Du jedoch
nicht abschalten.
Die
Gedanken beschäftigen sich immer noch mit dem Spiel.
Jede Entscheidung wird noch einmal aufgearbeitet. Du
fragst Dich, wie Dein Kollege und der TK Deine Leistung
sehen. Du machst Dir Gedanken über die eine oder
andere mißlungene Entscheidung und die lautstarken,
negativen Äußerungen klingen Dir immer noch
im Ohr.
Dann
erinnerst Du Dich daran "das Spiel auf dem Feld
zu lassen" - und Du versuchst es. Du sagst Dir:
"Ich war auf das Spiel vorbereitet; "Ich habe
mit meinem Kollegen gut zusammengearbeitet" und
dann noch "insgesamt habe ich eine gute Leistung
geboten". Dennoch, diese andauernden Zweifel an
Dich selbst bleiben - trotz der Bemühungen, sie
beiseite zu schieben.
Diese
widersprüchlichen Gedanken nach dem Spiel sind
nicht ungewöhnlich. Alle Schiedsrichter müssen
sich mit ihnen auseinandersetzen. Warum aber dieses
Durcheinander im Kopf?
Vieles
ist einfach die Konsequenz aus der einzigartigen Rolle
der Schiedsrichter. Nach Spielern und Coaches repräsentieren
die Schiedsrichter die dritte Dimension im sportlichen
Wettkampf. Dennoch: die Schiedsrichter verrichten eine
der schwierigsten Aufgaben im Sport:
Gute
Schiedsrichter tragen dazu bei, daß das Spiel
allein durch die Fähigkeiten der Spieler entschieden
wird. Schlechte Schiedsrichter beeinträchtigen
das Spiel und verringern die Freude am Spiel für
Spieler, Coaches und Fans.
Die
Arbeit der Schiedsrichter wird in der Öffentlichkeit
diskutiert, vor allem ihre Fehler. Auf der anderen Seite
werden Schiedsrichter kaum wahrgenommen, wenn das Spiel
reibungslos verlaufen ist. Auf welcher Basis also sollten
sich Schiedsrichter selbst bewerten oder bewerten lassen?
Ihre
Hauptaufgabe ist es zu gewährleisten, daß
das Spiel innerhalb der Regeln verläuft und dabei
so wenig wie möglich einzugreifen.
Die
Schiedsrichter sollten sich auf die vier folgenden Aufgaben
konzentrieren und sie umsetzen:
1.
Das Spiel wird
gemäß den vorgegeben Regeln ausgetragen.
2.
Sie "stören" so wenig wie möglich,
niemals stehen sie im Mittelpunkt!
3.
Es ist wichtig, während des Spieles eine angenehme
Athmosphäre zu schaffen und aufrechtzuerhalten.
4.
Schiedsrichter sollten Interesse an den sportlichen
Fähigkeiten der Spieler zeigen.
MENTALE UND
PHYSISCHE ANFORDERUNGEN AN SCHIEDSRICHTER
Es
besteht ein starker Zusammenhang zwischen den psychologischen
und physischen Fähigkeiten eines Schiedsrichters.
Aus diesem Grund hängt der Erfolg oder Mißerfolg
eines Schiedsrichters direkt mit seinen physischen Möglichkeiten
(Kondition, SR-Technik) und mentalen Stärken (Selbstvertrauen,
Konzentration und emotionale Kontrolle) zusammen.
Schiedsrichter
sprechen in erster Linie über die Bedeutung der
mentalen, nicht der physischen Fähigkeiten, wenn
es darum geht, den unpopulären Pfiff zu nehmen,
dafür zu sorgen, daß das Spiel nicht außer
Kontrolle gerät und einen kühlen Kopf zu behalten.
Tatsächlich sind erfahrene Schiedsrichter der Meinung,
daß die Bewältigung der psychologischen Fähigkeiten
50% - 70% des Erfolges eines Schiedsrichters ausmachen.
Während
der Schiedsrichter-Fortbildungen wird in der Regel Wert
auf die physischen Voraussetzungen gelegt, die Interpretation
der Regeln, korrekte Kleidung, praktische und schriftliche
Tests etc.
Warum
wird also die Schulung der psychologischen Fähigkeiten
vernachlässigt? Vielleicht, weil man allgemein
der Meinung ist, daß psychologische Fähigkeiten
angeboren sind - entweder man hat sie oder man hat sie
nicht. Tatsache ist jedoch, daß sowohl die körperlichen
Voraussetzungen, als auch die psychologischen Fähigkeiten
weiterentwickelt werden müssen. Schiedsrichter
werden nicht mit der gesamten Palette psychologischer
Fähigkeiten geboren. Vielmehr ist es doch so, daß
Konzentration, die Fähigkeit auch unter Druck die
Ruhe zu bewahren, Selbstsicherheit und der Umgang mit
dem Kollegen immer wieder systematisch trainiert werden
müssen. Werden sie nicht gehegt und gepflegt, werden
sie sich mit der Zeit, wie auch die physischen Fähigkeiten,
mehr und mehr verringern.
Man
könnte also sagen, daß eine gewisse Kombination
zwischen physischen und psychologischen Fähigkeiten
erforderlich ist, ein hervorragender Schiedsrichter
zu werden. Wie diese Kombination aussehen könnte
wird vielleicht klarer, wenn man die wichtigsten Qualitäten
einen guten Schiedsrichters betrachtet.
QUALITÄTEN EINES
GUTEN SCHIEDSRICHTERS
Obwohl
das Schiedsrichterwesen technisches Wissen beinhaltet,
ist es definitiv eine Kunst, ein effektiver Schiedsrichter
zu sein. Diese Kunst hängt zum großen
Teil von seinen persönlichen Qualitäten ab.
Nachstehend
sind ein paar typische Merkmale aufgelistet, die einen
Spitzenschiedsrichter auszeichnen:
-
Beständigkeit
/ Gleichmäßigkeit
-
Harmonie
- Entschlossenheit
- Gelassenheit
- Integrität
- Urteilsvermögen
- Selbstsicherheit
- Motivation / Spaß
In
der Folge werden die einzelnen Merkmale beschrieben,
der Zusammenhang zu speziellen psychologischen Fähigkeiten
hergestellt und auf Techniken hingewiesen, diese Fähigkeiten
zu entwickeln.
BESTÄNDIGKEIT / GLEICHMÄSSIGKEIT
Spieler
und Coaches erwarten von den Schiedsrichtern Beständigkeit
und Gleichmäßigkeit in ihren Entscheidungen
- bezogen auf beide Mannschaften. Widersprüchliche
Entscheidungen sind ein Ärgernis und werden von
Spielern und Coaches kritisiert. Die Schiedsrichter
selbst erkennen die Notwendigkeit, gleichmäßig
zu pfeifen. Die Aussage "Beständigkeit / Gleichmäßigkeit
ist wichtiger als den Regeln Buchstaben getreu zu folgen",
wird von der Mehrzahl der Schiedsrichter vertreten.
PROBLEME MIT WIDERSPRÜCHLICHEN ENTSCHEIDUNGEN
Widersprüchliche
Entscheidungen verursachen in der Regel diese und andere
Probleme:
-
Spieler müssen
immer wieder raten, was erlaubt ist und was
nicht.
-
Coaches werden
zunehmend frustriert und zweifeln an der Kompetenz
des Schiedsrichters.
-
Schiedsrichter
versuchen, "Entscheidungen auszugleichen"
und bestrafen damit einen Spieler oder eine
Mannschaft für die eigenen gemachten Fehler.
Spieler
können mit "schwankenden" Schiedsrichtern
nichts anfangen. Sie werden verwirrt und daraus resultieren
Frustration, Zorn und letztendlich aggressives körperliches
Verhalten, weil sie sich benachteiligt fühlen.
"Wiedergutmachung"
ist die wohl größte Bedrohung für Beständigkeit
und Gleichmäßigkeit. Wenn man Schiedsrichter
fragt: "Glaubst Du, daß Schiedsrichter eine
falsche Entscheidung gegen eine Mannschaft früher
oder später versuchen "auszugleichen?",
die Mehrheit würde zustimmen. Auf den ersten Blick
mag das auch eine faire Aktion sein. Dennoch, eine "Wiedergutmachung"
zieht nur noch weitere vorsätzlich getroffene Entscheidungen
nach sich.
ERREICHEN VON BESTÄNDIGKEIT / GLEICHMÄSSIGKEIT
Wahre
Beständigkeit resultiert nicht aus dem Versuch
Entscheidungen auszugleichen, sondern durch eine einheitliche
Anwendung der Regelinterpretation in jeder Situation.
Es gibt keine zwei Situationen, die gleich gelagert
sind. Es liegt am Schiedsrichter, die Interpretation
einheitlich und gleichmäßig anzuwenden. Richtiges
Urteilsvermögen und die Interpretation sind also
die Hauptursachen für Beständigkeit und Gleichmäßigkeit.
Um
die erforderliche Gleichmäßigkeit auf höchstem
Niveau zu erreichen, sind zwei Eigenschaften erforderlich:
-
Die erste Eigenschaft
beinhaltet gute SR-Technik, Regelkenntnisse
und die Darstellung aller bisher beschriebenen
Qualitäten.
- Die zweite Eigenschaft
beinhaltet mentale und emotionale Fähigkeiten.
Gleichmäßigkeit in den Entscheidungen
erfordert einen psychisch ausgeglichenen Zustand.
Die Fähigkeit, sich in diesen Zustand zu
versetzen und ihn während des gesamten
Spieles aufrechtzuerhalten, ist entscheidend
dafür, ein effektiver Schiedsrichter zu
sein.
HARMONIE
Harmonie
ist die Eigenschaft, mit anderen wirkungsvoll kommunizieren
zu können. Schiedsrichter müssen versuchen,
Harmonie zwischen sich, den Spielern und den Coaches
herzustellen. Das heißt aber nicht, daß
ein Schiedsrichter einen Beliebtheitswettbewerb gewinnen
soll, er soll sich aber auch keine Feinde machen. Der
Schlüssel für eine gute Harmonie liegt in
einer wirkungsvollen Kommunikation. Diese steigert die
Akzeptanz bei Spielern und Coaches, das Hinterfragen
von Entscheidungen nimmt ab.
Der
Schiedsrichter schafft auch dadurch eine bessere Harmonie,
indem er Spieler und Coaches höflich und mit Respekt
begegnet. Im Gegenzug sollten Spieler und Coaches dem
Schiedsrichter die gleiche Behandlung zu Teil werden
lassen. Obwohl ein Schiedsrichter freundlich auftreten
sollte, muß er trotzdem einen passenden Abstand
wahren, damit seine unparteiische Position nie in Frage
gestellt wird. Er sollte ansprechbar sein, gewillt sein
Fragen und Beschwerden zu beantworten, nicht aber gestatten,
daß Spieler oder Coaches durch ständige Fragerei
den Fluß des Spieles unterbrechen. Lange Debatten
können vermieden werden, indem der Schiedsrichter
das Spiel nach einer Entscheidung zügig weiterlaufen
läßt.
ENTSCHLOSSENHEIT
Eine
Entscheidung des Schiedsrichters sollte gleichzeitig
mit der Beobachtung der Aktion erfolgen, oder aber so
schnell wie möglich danach. Das heißt aber
nicht, daß man Entscheidungen ohne zu Zögern
treffen sollte. Manchmal ist es von Vorteil, eine Sekunde
vergehen zu lassen, um die Situation zu verarbeiten.
Eine zu lange Pause könnte jedoch den Spielern
Unsicherheit vermitteln: sie hätten damit wieder
Anlaß, diese verzögerte Entscheidung in Frage
zu stellen. Dies kann man dadurch umgehen, indem man
schnelle, klare Entscheidungen trifft und sie mit Entschlossenheit
präsentiert. Je "enger" die Entscheidung,
desto wichtiger ist die dargestellte Entschlossenheit
(im Volksmund auch "verkaufen") der Entscheidung.
GELASSENHEIT
Der
sportliche Wettkampf ist in der Regel aufregend, die
Aktionen sind schnell mit ständigen Wechseln. Emotionen
von Spielern und Coaches schlagen besonders in der Schlußphase
eines Spieles sehr hoch.
Ein
Schiedsrichter muß in jedem Fall ruhig und gelassen
bleiben, egal was passiert. Obwohl der Schiedsrichter
nicht unbedingt die Emotionen anderer kontrollieren
kann, geht jeder davon aus, daß er in jeder Situation
seine Emotionen unter Kontrolle hat. Die Fähigkeit
entspannt zu sein ist für einen Schiedsrichter
extrem wichtig, denn es wird häufig großer
Druck von Spielern, Coaches und Fans auf ihn ausgeübt:
Es
spielt keine Rolle wie gut man als Schiedsrichter ist,
50% der Spieler, Coaches und Fans sind immer unzufrieden
mit ihm!
Es
gibt leider immer noch viele Schiedsrichter, die darum
bemüht sind, es allen recht zu machen. Dieser Versuch
ist jedoch nutzlos und schädlich zugleich, denn
sich dem Druck auszusetzen, immer die "richtige"
Entscheidung zu treffen, erhöht nur die Gefahr
von "Burn out" und die Möglichkeit zu
selbstkritisch zu werden. Ein Schiedsrichter sollte
niemals versuchen, das Spiel alleine zu leiten. Er muß
seinem Kollegen die Chance geben, seine Probleme selbst
lösen zu können. Dann ist man auch als Team
stärker.
Ein
Teil der Gelassenheit besteht auch darin, keine Angst
vor Fehlern zu haben, Menschen zu enttäuschen oder
die Kontrolle zu verlieren. Wenn der Kopf frei ist von
negativen Gedanken an mögliche Konsequenzen bei
eventuellen Fehlern, erhöht dies die Konzentration
für die gestellte Aufgabe.
Schiedsrichter
müssen sich in jeder Situation unter Kontrolle
haben, vor allem dann, wenn die Emotionen hoch schlagen:
Nach sehr harten Fouls, bei Gefühlsausbrüchen
oder sogar bei Raufereien. Gesten und Bewegungen werden
in diesen Augenblicken besonders wichtig und sollten
wohlüberlegt ausgeführt werden. Eine gewisse
Anspannung oder sogar Aufregung ist normal, wenn man
ein Spiel leitet. Es ist jedoch überaus wichtig,
Emotionen und Aktionen unter Kontrolle zu halten, damit
sie niemals die Effektivität gefährden.
INTEGRITÄT
Integrität
beweist ein Schiedsrichter, wenn er ein Spiel unparteiisch
und ehrlich leitet, unabhängig wie die Reaktionen
von Spielern, Coaches und Fans, die Restspielzeit oder
der Spielstand auch sein mögen. Schiedsrichter
die sich nach dem geflügelten Wort "Entscheide
nur, was Du siehst" richten, haben kein Problem
ihre Integrität aufrechtzuerhalten.
Es
ist sehr wichtig, die Integrität zu schützen,
sowohl auf als auch abseits vom Spielfeld. Ein guter
Schiedsrichter kennt seine Aufgaben während des
Spiels, sollte jedoch in gleichem Maße Spielern
und Coaches den nötigen Respekt auch abseits des
Spielfeldes abverlangen. Diesen Respekt erwirbt ein
Schiedsrichter dadurch, daß er niemals über
Spieler oder Mannschaften öffentlich redet oder
Kritik äußert.
Ein
Schiedsrichter offenbart seine wahre Integrität
darin, wieviel und welche Art von Ansetzungen er zurückgibt.
Er sollte niemals eine Ansetzung wahrnehmen, die seinem
guten Ruf schaden könnte, z. B. wenn ein Familienmitglied
oder ein enger Freund entweder mitspielt oder als Coach
tätig ist.
URTEILSVERMÖGEN
Ein
gutes Urteilsvermögen beginnt mit umfassenden Regelkenntnissen.
Diese Kenntnisse helfen in der Beurteilung von Aktionen
und ihrer Rechtmäßigkeit. Ein gesundes Urteilsvermögen,
das auf langjähriger Erfahrung basiert, hilft,
jede nur erdenkliche Situation während des Spieles
zu meistem. Ein Schiedsrichter muß häufig
im Einsatz sein, um die Regeln ständig anzuwenden
und auch das Urteilsvermögen zu trainieren. Spieler
trainieren auch, um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Wenn
man Schiedsrichter nach dem Spiel fragt, warum sie in
kritischen Situationen ein gutes Urteilsvermögen
bewiesen haben, werden sie drei Gründe anführen:
-
Sie haben sich
mental auf das Spiel vorbereitet.
-
Ablenkungen jeglicher
Art wurden ignoriert.
- Vorangegangene
Entscheidungen und deren mögliche negativen
Reaktionen wurden ebenfalls ignoriert.
Gute
Schiedsrichter wissen, daß nicht relevante Gedanken
nur von ihrer Effektivität ablenken. Ein Nachlassen
der Konzentration kann entscheidenden Einfluß
darauf haben, wer das Spiel gewinnt oder verliert.
SELBSTSICHERHEIT
Kompetente
Schiedsrichter haben Vertrauen in sich selbst und ihre
Fähigkeiten. Diese Selbstsicherheit geht über
das Spiel oder jede Situation hinaus. Selbstsichere
Schiedsrichter behalten stets die Kontrolle, auch in
schwierigen Situationen. Das heißt nicht, daß
in ihnen niemals Selbstzweifel aufkommen, aber auch
nach schlechten Entscheidungen verlieren sie nie ihr
Vertauen in die eigene Stärke. Jeder Schiedsrichter
hat schon Spiele geleitet, die er lieber vergessen würde.
Selbstsichere Schiedsrichter verlieren aber niemals
den Glauben daran, daß sie das was sie tun gut
machen.
Selbstsichere
Schiedsrichter befassen sich nicht mit Ereignissen,
die außerhalb ihrer Kontrolle liegen. Vielmehr
sind sie sich sicher, ihren Fähigkeiten entsprechend
aufzutreten. Wenn man mit der Erwartung in ein Spiel
geht, schlecht zu pfeifen und nicht an sich glaubt,
wird es ein sehr langes Spiel werden, an dessen Ende
der große Frust zurückbleibt.
MOTIVATION
/ SPASS
Spitzenschiedsrichtern
macht ihre Arbeit enormen Spaß. Diese Art der
Motivation ist verknüpft mit einer positiven mentalen
Einstellung und dem Gefühl, unbändige Energie
zu besitzen. Gute Schiedsrichter arbeiten sehr hart
an sich, trainieren ihre Fähigkeiten und Qualitäten
und zeigen großes Engagement. All dies basiert
auf einer sehr hohen Motivation, gepaart mit einer gehörigen
Portion Freude und Spaß daran, Schiedsrichter
zu sein. Auf der anderen Seite haben die Schiedsrichter,
die unter "Burn out" leiden, ihre Freude und
Spaß durch den hohen Druck und dem Mangel an Anerkennung
für ihre Bemühungen verloren.
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