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Die Position des Schiedsrichters
ist im öffentlichen Leben ohne Beispiel. Er ist
Staatsanwalt und Richter zugleich. Gegen seine Entscheidungen
gibt es keine Möglichkeit, Berufung einzulegen.
Sie sind im Zusammenhang mit allen Tatsachen, die mit
dem Spielergebnis in Verbindung stehen, endgültig.
Gerade junge Menschen, und mit diesen hat es der Schiedsrichter
überwiegend zu tun, können dies schwer akzeptieren.
Widerspruch und Antihaltung sind somit vorprogrammiert.
Dabei richten sich diese oft nicht gegen den einzelnen
Schiedsrichter, sondern vielmehr gegen die Funktion
und Position Schiedsrichter.
So ist das Verhältnis Spieler/Schiedsrichter grundsätzlich
belastet und damit Konflikte allein von der Aufgabenstellung
des Schiedsrichters vorgegeben. Daher muß
der Schiedsrichter mit der Machtfülle behutsam
umgehen und nicht Macht demonstrieren, sondern nach
Sinn und Geist der Regel das Spiel lenken und leiten
und über diesen Weg Akzeptanz erreichen. Der Weg
zu großer Akzeptanz liegt in der Möglichkeit,
das Verhältnis zu den Spielern positiv zu beeinflussen
und zu gestalten.
Zunächst muß
es das Ziel der Persönlichkeit Schiedsrichter sein,
selbst keine Konflikte zu schaffen oder zu begünstigen.
Durch eigenes Verhalten dürfen keine Angriffsflächen
für Spieler und Publikum geschaffen werden. Ziel
muß sein, keine Konflikte auf sich zu ziehen und
Akzeptanz zu erreichen. Gelingt dies, so wird die Reaktion
der Spieler bei strittigen oder falschen Entscheidungen
nicht so vehement sein, wie dies der Fall ist, wenn
keine Akzeptanz vorhanden ist. Dazu kann auch in Ausnahmefällen
gehören, eine deutlich falsche Entscheidung zu
ändern. Die vermeintlich unantastbare Position
des Schiedsrichters wird dadurch nicht geschwächt.
Sie wird, da dadurch auch beim Schiedsrichter menschliche
Schwäche deutlich wird, gestärkt.
Das Verhältnis
zu den Spielern ist auch deutlich beeinflußt durch
die unterschiedliche Interessenlage, in der sich Spieler
und Schiedsrichter befinden. Dabei sucht der Spieler
den Erfolg oft mit allen Mitteln, während der Schiedsrichter
mit seinen Entscheidungen auf der Basis des Regelwerks
diesem Bestreben entgegensteht. Der Umstand, daß
sich darüber hinaus die Entscheidungen fast immer
gegen einen Spieler/Mannschaft richten, vergrößert
das Konfliktpotential zusätzlich. Um den eigenen
und auch den hohen Erwartungen der Spieler gerecht zu
werden, ist eine der Grundlagen und Möglichkeiten
der Einflußnahme auf Spieler und Spielablauf,
die Entscheidungen absolut gleich und nachvollziehbar
gegenüber beiden Teams zu treffen. Gelingt dies,
ergibt sich eine Hilfe für die Spieler, gelingt
dies nicht, ergibt sich in der Folge ein erhöhter
Schwierigkeitsgrad für die Spielleitung mit einer
größeren Anzahl von Problemsituationen. Im
Spiel- und Entscheidungsablauf ist der Spieler der agierende
und der Schiedsrichter der reagierende Teil. Erst passiert
das Fehlverhalten des Spielers, dann erfolgt die Ahndung
durch den Schiedsrichter.
Dabei muß es
Ziel des Schiedsrichters sein, möglichst oft die
Rolle des agierenden Teils zu übernehmen und über
diesen Weg Einfluß auf das Verhalten der Spieler
zu gewinnen. Agieren heißt in diesem Zusammenhang,
durch den Aufbau und die Vorbereitung von Entscheidungen
positiv das Verhalten der Spieler zu beeinflussen und
dann bei den in der Folge zu treffenden Entscheidungen
mehr Akzeptanz zu erreichen. Der Kontakt zu den Spielern
wird über die Spielstrafen und persönlichen
Strafen erreicht. Dabei gilt es, sich gedanklich darauf
vorzubereiten und den Ablauf und das, was sich dabei
ereignen könnte, vorzudenken und bei Bedarf abzurufen.
So wird die Gefahr, überrascht zu werden, deutlich
reduziert. Es ist erforderlich, zum Vorbeugen und zum
Selbstschutz vor negativen Entwicklungen, Spieler, die
verbal oder durch Gesten versuchen, den Schiedsrichter
unter Druck zu setzen und dadurch seine Konzentration
zu stören, durch geeignete vorbeugende Maßnahmen
in ihrem Verhalten zu korrigieren oder dann in der Folge
zu bestrafen.
Ziel bei allen zu treffenden
Entscheidungen muß es sein, durch gezieltes Verhalten
ein Vertrauensverhältnis zu den Spielern aufzubauen:
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Spielern
durch die Vorbereitung und den Aufbau von
Entscheidungen Hilfen und notwendige Vorwarnungen
zukommen zu lassen
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Dadurch
werden Fehlreaktionen der Spieler verhindert
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Spielern
und Umfeld wird damit die Möglichkeit
genommen, Kritik zu üben
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Nachvollziehbare,
gegen beide Mannschaften gleiche Entscheidungen
gereichen zum Vorteil eines guten Verhältnisses
zu den Spielern und eines unbelasteten Spielablaufs
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Entscheidungen
in Spielnähe treffen und damit weniger
Widerspruch ermöglichen
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Persönlichkeit
des Schiedsrichters darf durch ihr Verhalten
keine Angriffsfläche bieten
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Die Entscheidungen
nicht auf Grund der Machtbefugnisse des
Regelwerks, sondern mit akzeptierter und
gewachsener Autorität durchsetzen.
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Es muß für
Schiedsrichter und Assistenten das Ziel der Spielleitung
sein, durch vorbeugende Maßnahmen Spieler und
Problemsituationen nachhaltig zu beeinflussen. Dabei
ist es natürlich wichtig, daß die Entscheidungen
richtig und aus guter Position getroffen werden. Allerdings
genügen richtige Entscheidungen alleine zur Erreichung
von Akzeptanz bei Spielern und Umfeld nicht. Die
Entscheidungen müssen auch optisch deutlich vorbereitet
und damit richtig "verkauft" werden. Die so
erreichte Position hilft, Entscheidungen problemloser
durchzusetzen. Im Idealfall werden durch das taktische
Verhalten des Schiedsrichters manche Entscheidungen
nicht mehr notwendig. Aber trotz aller guten Vorsätze
wird der Schiedsrichter Ereignisse und Konflikte im
Spielablauf nicht verhindern können und dann gefordert
sein. Oft können die Spieler ihre Handlungsweise
nicht voll einschätzen und kontrollieren. Daher
muß der Schiedsrichter als Hilfe für alle
die Grenzen frühzeitig festlegen und innerhalb
dieser Grenzen dann konsequent entscheiden.
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