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Schiedsrichter | Kritik | Fußball

 

 

Die große Debatte im Herbst 2002 - Teil VI

 

 

Verstärkung an der Außenlinie

ZGehört ebenfalls zu den Befürwortern eines vierten Schiedsrichters: Hellmut Krug, einer der Top-Schiedsrichter des DFB. Foto: DFB

 

 

Vierter Referee soll Weg aus Misere weisen

Vom 18.11.2002
Hand-Tor in Leverkusen, „Ampel-Sperre“ für Tor-Jubel in Cottbus und anhaltende Rot-Flut: Nach dem Rekord von 11 Platzverweisen in einer Woche geht die Schiedsrichter-Diskussion in der Fußball-Bundesliga unvermindert weiter – und lässt die Forderung nach dem „4. Mann“ immer lauter werden. Nach Franz Beckenbauer haben sich nun auch Rudi Völler, Matthias Sammer sowie mit Volker Roth und Hellmut Krug auch Spitzenvertreter der Unparteiischen-Gilde für die personelle Verstärkung an der Seitenlinie ausgesprochen. Bayern-Manager Uli Hoeneß fordert derweil einen Runden Tisch.

„Ich bin ein absoluter Befürworter des vierten Schiedsrichters. Er ist absolut notwendig“, sagte DFB-Teamchef Völler und erläuterte seine Forderung nach personeller Aufstockung an der Seitenlinie: „Der vierte Mann ist eine unheimliche Entlastung vor allem für den Assistenten, der für die Seite mit den Trainerbänken zuständig ist.“ Hoeneß will zur Lösung der Probleme alle Beteiligten zusammen trommeln: „So kann es nicht weiter gehen. Sonst sind Bundesliga-Spiele demnächst nicht mehr pfeifbar. Ein Runder Tisch ist dringend erforderlich.“

Bei dem als Grundsatzgespräch gedachten und zum Krisen-Gipfel gewordenen heutigen Treffen zwischen DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Roth, dem Vorsitzenden der Schiedsrichter-Kommission beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), in Castrop Rauxel kommt das aktuelle Thema auf den Tisch. „Wir werden über die Einführung des vierten Schiedsrichters in der Bundesliga reden. Ich bin dafür. In fast allen anderen Ländern Europas wie Italien, Frankreich oder England hat sich die Maßnahme bewährt“, bestätigte Roth ein entsprechendes Vorhaben. Neben Dortmunds Meistercoach Sammer votierte auch der langjährige Fifa-Referee Krug für den vierten Mann: Er entlaste die Assistenten.

Damit allein ist es nach Ansicht des Mannes aus Gelsenkirchen, der von 1991 bis 2001 im Fifa-Bereich tätig war, aber nicht getan. Vielmehr übte er massive Kritik an den Profis. „Für sie zählt der Erfolg um jeden Preis. Deshalb ist ihnen jedes Mittel recht“, meinte Krug.

Doch auch seine Zunft will ihren Teil dazu beitragen, um der Probleme Herr zu werden – deshalb beschreiten die Spielleiter einen ungewöhnlichen Weg. In der Winterpause sollen 44 Referees der 1. und 2. Liga von Spezialisten der Polizei in einem Seminar auf Konflikt-Situationen auf dem Platz vorbereitet werden. „Wir haben ein Angebot des Innenministers von Rheinland-Pfalz erhalten, mit unseren Schiedsrichtern an einer Polizeischulung über Gewaltprävention teilzunehmen. Das Angebot werden unsere Schiedsrichter während der Halbzeittagung im Januar in Frankfurt wahrnehmen“, sagte Roth. dpa

 

 

 

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 Letzte Aktualisierung:
31. Dezember 2002

 

© Axel Beckmann