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Schiedsrichter | Kritik | Fußball

 

 

Die große Debatte im Herbst 2002 - Teil V

 

 

Respektlos

Zu viel des Einsatzes: Schiedsrichter Torsten Koop schickt Ciriaco Sforza (Mitte) frühzeitig zum Duschen - es war der Anfang vom Ende des FCK in Bremen. Foto: Kunz

 

 

Von Peter Schneider

Vom 18.11.2002
Es reicht. Die verbalen Angriffe der Spieler gegen die Schiedrichter in der Fußball-Bundesliga müssen endlich aufhören. Respekt muss in den Umgang zwischen Spielern und Unparteiischen zurückkehren.

An diesem Spieltag hat Fredi Bobic den Referee nach einer Fehlentscheiung angeschrieen. Würde er so auch seinem Trainer begegnen, wenn der ihn zum Beispiel mal überraschend nicht aufstellt? Rostocks Coach Armin Veh hätte sich bei Bachirou Salous brutalem Foul auch „Gelb“ als Strafe vorstellen können. Würde er dieses Einsteigen also auch im eigenen Training dulden? Sicher nicht. Die Vorbilder in der Bundesliga müssen ihr Tun und Sagen gründlichst überdenken.

Nun wird der vierte Mann an der Seitenlinie gefordert. Gute Idee. Nur: Beim letzten DFB-Pokal-Finale in Berlin lief der Testversuch mit dieser Variante. Und das Geschrei war groß, als der vierte Schiedsrichter durchgegriffen und die Trainer Klaus Toppmöller und Huub Stevens auf die Tribüne geschickt hat. Der vierte Mann allein bringt nicht den Respekt zurück. Einen Respekt, der in Italien, Spanien und vor allem England auf dem Rasen gepflegt wird. Jenen Respekt, den auch – oh Wunder – deutsche Spieler im Europapokal zeigen.

Keine Frage: Emotionen gehören zum Fußball. Aber sie dürfen die Grenzen des fairen Miteinanders nicht verlassen. Spieler zu bestrafen, die nach einem Tor auf dem Zaun mit den Fans feiern, ist der falsche Weg im Regelwerk. Spieler aber, die Schiedsrichter oder Mitspieler angreifen, müssen raus.

 

 

 

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 Letzte Aktualisierung:
31. Dezember 2002

 

© Axel Beckmann