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Düsseldorf (dpa) - Die Vereinigung der
Vertragsfußballspieler (VdV) hat gegen den Ausschluss der Profis vom Runden
Tisch zur Schiedsrichter-Diskussion in Gelsenkirchen protestiert. «Es ist eine
vertane Chance. Man hätte auch mit den Spielern den Dialog aufnehmen sollen»,
erklärte VdV-Geschäftsführer Thomas Hüser.
Auch Michael Preetz, Kapitän von Hertha BSC, hat kein Verständnis für die
Nichtberücksichtigung der Profis durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB): «Hier
wird uns Spielern doch deutlich demonstriert, dass man auf unsere Meinung keinen
Wert legt.»
Ohne Spielervertreter erachtet der VdV-Vizepräsident den Runden Tisch, der
sich vor allem mit dem zunehmend gereizten Klima zwischen Profis und
Unparteiischen bei Bundesliga-Spielen befassen soll, für zwecklos. «Die
Spielergewerkschaft hat bereits in der vergangenen Woche DFB-Obmann Volker Roth
schriftlich angeboten miteinander zu sprechen. Bisher gibt es keine Reaktion.
Das ist enttäuschend.»
Kein Verständnis für diese Entscheidung des DFB hat auch Michael Zeyer vom
Zweitligisten MSV Duisburg. «Es ist ein Rückfall in alte Zeiten», sagte der
Mittelfeldspieler. «Wir waren schon auf dem richtigen Weg. Dass wir jetzt nicht
berücksichtigt wurden, wirft alle Beteiligten zurück.» Ähnlich sieht es auch
Bruno Labbadia, Stürmer des Karlsruher SC. «Auch für die Spieler ist wichtig,
auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Das ist jetzt schwieriger geworden.»
Unterdessen hat der frühere Bundesliga-Referee Wolf-Dieter Ahlenfelder
heftige Kritik am DFB-Schiedsrichterausschuss geübt. «Die Gilde unserer
Profi-Schiedsrichter ist geprägt von großer Hochnäsigkeit», erklärte der
58-jährige Oberhausener in einem Interview der «Neuen Rhein-Zeitung». Das rühre
nicht daher, dass die Unparteiischen an sich überheblich seien.
Die Referees würden mit «einem Kokolores an Richtlinien derart angespitzt und
in die Enge getrieben», dass sie den Platz nur noch mit dem Anschein von
Überheblichkeit betreten könnten. «Wir haben Super-Schiris, aber die werden arg
zurecht gestutzt», sagte Ahlenfelder, der zwischen 1975 und 1989 106
Bundesliga-Spiele gepfiffen hat. Außerdem wirft er dem Vorsitzenden des DFB-
Schiedsrichterausschusses vor, dass in der Bundesliga «das Regelwerk anders
interpretiert und umgelegt» wird als in anderen Ländern. «Das ist doch
unzumutbarer Richtlinien-Bürokratismus», sagte Ahlenfelder.
Die aktuelle Debatte um die Schiedsrichter hat für den
Bundesliga-Unparteiischen Jürgen Aust vor allem ökonomische Ursachen. «Was jetzt
abläuft, hängt eng mit der angespannten wirtschaftlichen Situation der Vereine
zusammen», meinte der 42-jährige Kölner in einem Interview des
«General-Anzeiger» in Bonn. Der immense Erfolgsdruck mache Spieler und Trainer
nicht berechenbar. «Inzwischen wird doch praktisch über jeden Pfiff gemeckert,
uns sogar Absicht unterstellt», sagte Aust. Den Runden Tisch hält er für
überflüssig. Schließlich würde man sich vor jeder Saison mit den
Vereinsvertretern zusammensetzen. «Wenn wir auseinander gehen, sind wir stets
die besten Freude. Also: Die Zeit können wir uns sparen.» |