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Aktuelle Schiri- Zahlen aus den
Fußballkreisen
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Zwischen 1996 und 2002
hat die Zahl der Schiedsrichter in den neun Spielkreisen des Fußballverbandes
Rheinland um mehr als 200 abgenommen. Waren vor sechs Jahren zum Saisonauftakt
noch 1589 Unparteiische registriert, so belief sich deren Stärke am 1. Juli
dieses Jahres auf lediglich 1374. Tendenz: weiter sinkend.
Vergleichbare Statistiken liefern auch die Schiedsrichter- Vereinigungen des Südwestdeutschen Fußballverbandes. So beläuft
sich beispielsweise im Kreis Bad Kreuznach der aktuelle Stand auf 114 aktive
Schiedsrichter, im Vorjahr waren es noch 120, zu Hochzeiten (1995) deren 150.
Ebenso konsequent nach unten verläuft die Kurve, die Schriftführer Werner
Mildenberger (Wilzenberg) im Kreis Birkenfeld führt: Von 128 Unparteiischen in
der Saison 1997/98 sind ihm zur laufenden Saison noch 96 geblieben. Pro Saison,
sagt Joachim Ritter (Reichenbach) als Vorsitzender des Kreis-
Sportgerichts auf die Frage nach möglichen Ursachen für den Schwund,
komme es neben den "alltäglichen" Beleidigungen im Schnitt zu einer Verhandlung
in Folge einer Bedrohung oder Tätlichkeit gegen den Mann in Schwarz.
Dieser Problematik sehen sich gegenwärtig auch die Verantwortlichen
im Fußballkreis Koblenz ausgesetzt. Gegenüber der Vorsaison verzeichne er bei
den Urteilen schon jetzt - nach der Hinrunde - eine Zunahme von 30,4 Prozent,
berichtet der Spruchkammer- Vorsitzende Karl- Heinz- Zimmermann. Zum 15. November seien bereits 207 Entscheidungen
bei den Senioren und 40 im Jugendbereich aktenkundig. Besonders dramatisch: das
Verhalten gegenüber Schiedsrichtern. In 24 Fällen ergingen im Kreis Koblenz
Urteile wegen Beleidigung, vier versuchte und eine erfolgte Tätlichkeit gegen
den Unparteiischen sowie sieben weitere geahndete Vergehen gegen den Mann in
Schwarz stehen schon jetzt zu Buche.
"Beschämend" findet auch Ex- Bundesliga- Referee Detlef Schütz (Norken) als Obmann im Kreis
Westerwald/Sieg das, was seinen Kollegen - 1995 waren es 248, aktuell sind es
weniger als 180 - auf den Fußballplätzen widerfährt. Bis hin zu Leserbriefen, in
denen Vereinsfunktionäre Schiedsrichter öffentlich als Lügner hinstellten und
dafür verantwortlich machten, Meisterschaft und Abstieg entschieden zu haben.
"Schiedsrichter gewinnen keine Spiele und keine Meisterschaften. Deshalb
verlieren sie auch keine!", schrieb Detlef Schütz den Vereinsvertretern in
seinem Jahresbericht jüngst ins Stammbuch. (dk, olp, hwl, gst) Mainzer Rhein-Zeitung vom 30.11.2002, Seite 27. |