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Schiedsrichter
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Quelle: Frankfurter
Allgemeine Zeitung 3. März 2003
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"Diese Spannung muß sich entladen" |
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| Jens Lehmann gibt keine
Ruhe. Die Schiedsrichter sind
an allem Schuld. | |
ash. FRANKFURT. Jens Lehmann,
Torwart des Fußball-Bundesligaklubs Borussia Dortmund, hat aufs neue Vorwürfe
gegen die Unparteiischen in der Bundesliga erhoben. "Ja, manchmal haben sie mich
auf dem Kieker. Sie achten nicht auf brutale Fouls, aber darauf, wenn sich einer
laut aufregt, ohne einen anderen zu beleidigen. Dann meinen sie, die Gelbe Karte
ziehen zu müssen", sagte der 33 Jahre alte Dortmunder in einem Interview mit der
"Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". In der umkämpften Partie des
aktuellen deutschen Meisters am 22. Spieltag gegen Schalke 04 (2:2) war Lehmann
von Schiedsrichter Herbert Fandel auf spektakuläre Art und Weise mit einer
Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen worden, nachdem er sich verbal mit seinem
brasilianischen Mitspieler Amoroso angelegt hatte. "Ich werde mein Spiel nicht
ändern. Ich werde mich weiterhin genauso aufregen und mich verbal gegenüber
Mitspielern äußern. Das hat nie etwas Persönliches. Als Torwart muß man loben,
aber schnelle Anordnungen geben im Spiel. Da kann man nicht sagen: ,Lieber
Sowieso, bitte decke doch mal.' Als Profi interessiert mich immer meine und die
Leistung meines Mitspielers."
Die Sichtweise der Schiedsrichter
bezeichnete er darüber hinaus als "Frechheit". Er warb um Verständnis für die
gelegentlichen Unbeherrschtheiten und betonte die Sonderrolle eines Torwarts im
Spiel. "Ich habe in der Mannschaft eine verantwortungsvolle Position, darf keine
Fehler machen. Ich muß das für 50 Spiele im Jahr gewährleisten und mich dafür in
eine Spannung versetzen. Ohne Spannung werde ich nie gut halten. Diese Spannung
muß sich auch irgendwo entladen. Im Tor hat man dafür weniger die Möglichkeit,
denn man läuft nicht, sondern steht nur. Als Feldspieler kann man die Spannung
weglaufen und den Ärger dadurch kompensieren." Die Aussage seines großen Rivalen
Oliver Kahn vom FC Bayern München, Torhüter seien während der neunzig Minuten
"bedingt zurechnungsfähig", wollte Lehmann gelten lassen.
Insgesamt sehe
er allerdings keine weitere Seelenverwandtschaft zur Nummer eins in der
deutschen Nationalelf. Sein Ziel sei weiterhin, Kahn als Stammkeeper zu
verdrängen. Die Leistung seiner Klubmannschaft sieht Lehmann unterdessen mit
gemischten Gefühlen. "Uns fehlen fünf bis zehn Prozent an Willen im Vergleich
zum letzten Jahr." Dennoch sprach er von einem "Zwischenstand". Er sei sich
sicher, daß sich diese Saison noch "zum Guten" drehen werde. "Das ist doch schön
im Fußball: Man kann von jetzt auf gleich den Schalter umlegen - in die eine
oder andere Richtung."
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