|
Erfolg
ist einfach zu definieren, oder? Ein Ergebnis -
normalerweise positiv. Es ist das, was Du möchtest.
Natürlich läßt diese Definition viel Platz für Interpretationen.
Ist Erfolg als Schiedsrichter, das perfekte Spiel zu
leiten? Oder ist es in der Bundesliga zu pfefen? Egal
was Deine Wünsche sind, wenn Du sie erreichen möchtest,
musst Du Dich auf drei essentielle Dinge konzentrieren:
Charakter, Ausbildung und Verläßlichkeit. Auf der
NASO-Konferenz in Colorado Springs vom 22. bis 26. Juni
2000 wurde das Thema "Erfolgreiches Pfeifen"
von einem Diskussionsforum mit NCAA Division I Basketball-Schiedsrichter
John Clougherty, Ohio High School Athletic Association
Assistant Commissioner und Big 10 Football Schiedsrichter
Hank Zaborniak und Big10 und NCAA National Coordinator
für Football Referees Dave Parry diskutiert. Diese
drei in ihren eigenen Karierren sehr erfolgreichen Schiedsrichter
haben über ihre Wege erzählt, wie sie ihre Ziele erreicht
haben.
Hast Du Charakter?
Die Psychologie
des Schiedsrichterns ist im heutigen Training sehr viel
stärker in den Vordergrund getreten denn jemals
zuvor. Clougherty, der seit 25 Jahren Division I Basketballspiele
leitet, sieht dies als zugrundelegendes Thema, wenn
er die "spezielle Seite" eines Schiedsrichterauftrittes
beleuchtet. "Wenn ich mir anschaue, wer heute noch
im Kader dabei ist und wer dabei war und dann gegangen
ist, muss ich sagen, dass ich selten sagen kann, 'Der
ist rausgeflogen, weil er Pfiffe verpasst oder schlechte
gemacht hat'. Man kann es meistens zurückführen auf
Ereignisse, die ihn in Schwierigkeiten gebracht haben,
wie zum Beispiel sein Verhalten ausserhalb des Pfeifens." Es
ist häufig so, dass Referees, die für einen Aufstieg
in Frage kommen, nicht unbedingt mehr richtige Entscheidungen
treffen als andere. Vielmehr kommt es darauf an, dass
sie Charakter beweisen: Ehrlichkeit, Vertrauen, Einstellung,
Vorbereitung und die Fähigkeit mit Fehlern umgehen zu
können.
Wenn er
Schiedsrichter beobachtet, stellt Clougherty sich folgende
Frage: "Sind sie ehrlich mit sich selbst und ihren
Kollegen? Schiedsrichter müssen in der Lage sein, sich
damit zu beschäftigen, wer sie sind und mit welchen
Problemen sie selbst fertig müssen bzw. mit welchen
Problemen sie bei anderen um Rat fragen müssen. Mit
Dir selbst ehrlich zu sein ist der absolut wichtigste
erste Schritt. Wenn zu Dir selbst nicht ehrlich bist,
wirst Du es auch nicht zu anderen sein und ihr Vertrauen
in Dich wird sinken. Bevor Schiedsrichter für attraktive
Spiele oder gewünschte Beförderungen nominiert werden,
müssen sie von den Beobachtern und Ansetzern empfohlen
werden. Diese Leute müssen in der Lage sein, den Schiedrichtern
zu vertrauen, dass diese sie professionell vertreten
können, "Hank Nichols erzählte mir eines Tages,
dass es einige Spiele in der NCAA gegeben hätte, die
nicht gerade gut gepfiffen waren," berichtet Clougherty.
"Als ich ihn nach dem Problem fragte, sagte er
mir, dass in diesen Spielen der Crew Chief kein Vertrauen
in seine beiden Kollegen gehabt habe." Vertrauen
beeinflusst die Einstellung und die unmittelbare Leistung
im Spiel. Nach einem Meeting mit dem Schiedsrichter-Supervisor
der Big East Conference, der ein Camp für seine Referees
leitet, haben sich die Eindrücke von Clougherty bestätigt.
"Ich fragte ihn, wieviele 'Granaten'-Schiris er
in seinem Camp hat und er antwortete, 'John, die Camps
sind so oberflächlich, dass sie alle gut ausschauen.
Ich habe keine Ahnung, ob sie pfeifen können oder nicht.'
Er benötigte fast 1 Stunde, um mit potentiellen Kandidateen
zu reden, wobei es nie um Basketball ging. Sie unterhalten
sich nur über die Art, wie sie ihr Leben regeln." Ansetzer
wollen keine Schwierigkeiten mit Führerscheinentzug
wegen Drunkenheit, Verfahren wegen illegaler Prostitution,
Drogenmißbrauch oder anderen Straftaten haben. Egal
wie gut Du als Schiedsrichter bist, wenn Du ernsthafte
Charakterschwächen hast, werden sie Dich feuern. "Ich
kenne Schiedsrichter, die wegen solcher Dinge rausgeschmissen
wurden", erzählt Clougherty. Um erfolgreich und
im Vorteil zu sein, zählt der Charakter. Die Schiedsrichter-Funktionäre
müssen darauf vertrauen, dass ein Schiedsrichter sich
auch außerhalb des Spielfeldes benimmt. "Negative
Gedanken sind wie eine Epidemie", meint Clougherty,
"und sie sind ansteckend." Eine negative Einstellung
hat Einfluß auf jeden in der Umgebung. Jeder Schidsrichter
hat Lieblingshallen und Teams, die er am liebsten pfeift.
"Wir haben problemlose Trainer und Kollegen, mit
denen wir gerne zusammen sind. Das ist sehr positiv.
Aber manchmal tritt das Gegenteil ein. Du musst stundenlang
mit dem Auto fahren, um dann mit einem Kollegen zu pfeifen,
den Du für einen Idioten hälst. Das Wetter ist schlecht
und das Ligabüro bereitet eine Strafe gegen Dich aufgrund
eines vorherigen Spiels vor. Diese negativen Einflüsse
zeigen Wirkung bei Dir und machen das bevorstehende
Spiel zu einem Negativerlebnis. Wenn das passiert, musst
Du für Dich selbst herausfinden, wie Du alles zum Positiven
wenden kannst. Clougherty ermuntert die Schiedsrichter
dazu, sich Videoaufnahmen von schlecht und gut gepfiffenen
Spielen anzuschauen, um sie vergelichen zu können. Normalerweise
stehen Teile des Erfolges und auch des Mißerfolges mit
der mentalen Vorbereitung in Zusammenhang. "Jede
Information, die Du bekommen kannst, um Fehler zu vermeiden,
wird zum Erfolg führen.", rät Clougherty. Wenn
Fehler passieren, mach weiter. Schiedsrichter halten
sich häufig zuviel an den alten Fehlern auf. "Ein
Fehler hier, ein Fehler da und wir haben ein Unentschieden.
Habe keine Angst, Fehler zu machen. Das kann passieren." Die
Alternative zum Begehen von Fehlern ist die Unentschlossenheit.
Clougherty: "Wenn Du erstmal anfängst, unentschlossen
zu sein und Dir dies zur Gewohnheit macht, bleibst Du
stehen. Unentschlossenheit tötet Dich." Clougherty,
der 11 Final Four Spiele gepfiffen hat, fügt hinzu:
"Es gibt keinen Ersatz für die Vorbereitung."
Vorbereitung beinhaltet nicht nur physische Fitness,
sondern auch mentale. Mentale Präparation ist etwas,
an dem Schiedsrichter arbeiten müssen. Um vorbereitet
sein, muss man die Regeln kenne. "Wenn Du denkst,
'Wenn irgendwas schief geht, nutze ich meinen gesunden
Menschenverstand und entscheide, was fair ist.' gerätst
Du in eine Zwickmühle, meint Clougherty. "Ich habe
viele Spiele gepfiffen und es gab Abende, wo ich mir
sagte, 'Das ist nicht richtig, das ist nicht fair.'
Das macht nichts, da Du nach den Regeln vorgehen musst.
Ausbildung
- Weißt Du es?
Die Regel sind nur
der erste Teil der Ausbildung. Die Teilnehmer der
NASO-Konferenz waren sich einig, dass eines der größten
Probleme des heutigen Schiedsrichterwesens darin besteht,
dass mehr Leute mit dem Pfeifen aufhören als Schiedsrichter
nachrücken. Für diejenigen, die das Pfeifen lieben,
ist es kaum verständlich, warum Schiedsrichter ihren
Job nicht mit dem höchsten Interesse und Einsatz weiterbetreiben.
Für Zaborniak werden Rookies zu Erfahrenen, weil
es ihnen Spass macht zu pfeifen. "Damit wir die
Leute an einen Punkt bringen, wo es ihnen Spass macht,
müssen wir sie trainieren," sagt er. "Durch
unser Training erhalten sie Selbsvertrauen und gehen
mit Spass aufs Spielfeld."
Zaborniak, der einer
der führenden Entwickler von Fortbildungsprogrammen
für Schiedsrichter ist, stellt drei Komponenten in den
Vordergrund: anfängliches Training, fortlaufende Weiterbildung
und koordinierte Schritte. Im Rückblick habe sich
Schiedsrichter bezüglich des Trainings und der Fortbildung
immer auf on-the-job-Training konzentriert, wobei Regeln
und Technik im Vordergrund gestanden haben. "In
der heutigen Welt ist das nicht genug", meint Zaborniak.
Die Erwartungen an die Schiedsrichter sowohl in den
Profi- als auch in den Amateurligen sind größer denn
je. In Ohio versucht man diesen Erwartungen mit einem
30-Stunden-Programm für Neulinge zu begegnen, in dem
sowohl Theorie als auch Praxis gepaukt wird und Tests
geschrieben werden. "Wenn diese Leute unser Training
beendet haben, sollen sie sich kompetent genug fühlen,
um auf unserem niedrigsten Niveau zu bestehen,"
erklärt Zaborniak. Vor diesem Programm hat man in Ohio
durch eine Studie herausgefunden, dass 78% aller Schiedsrichter
in den ersten drei Jahren wieder aufgehört haben. Noch
hat das relativ neue Programm noch nicht beweisen können,
dass es erfolgreich ist, aber Zaborniak ist optimistisch. "Wir
brauchen ein umfassendes Erziehungs- und Trainingsprogramm
für alle Schiedsrichter, so dass sie auch noch nach
langer Zeit Spass an der Sache haben," sagt Zaborniak.
So sollen diese Programme nicht nur die Schiedsrichter
in ihre regionalen Verbände einbeziehen, sondern sie
auch für die sich ändernden rechtlichen Aspekte ihres
Jobs sensibilisieren. Wie unterscheiden sich Programme
für erfahrene Schiedsrichter von denen für Neulinge?
Zaborniak erzählt, dass seine Leute sich auf Kommunikationsfähigkeit
und Einstellung konzentrieren. Jeder könne die Regeln
lernen und es gibt keine Entschuldigung für uns, wenn
wir sie nicht kennen. Aber jeder Schiedsrichter, vor
allem die mit einer Vielzahl an Jahren Erfahrung, müsste
kontinuierlich sein Wissen über effektive Kommunikation
und positive Einstellung auffrischen.
Zaborniak verlangt
von den Schiedsrichtern, dass sie sich an ihre eigene
Zeit in der Jugend erinnern. "Als Du in dieser
Phase warst, war es möglicherweise das wichtigste in
Deinem Leben. Wir dürfen das als Schiedsrichter nicht
vergessen, wir dürfen nicht in ein U14-Spiel reingehen
und denken, 'Ach, das ist kein wichtiges Spiel', denn
für die Kinder und den Trainer ist es das. Unsere Referees
da draußen versehen eine wichtigen Job. Also müssen
wir unseren erfahrenen Schiedsrichter teilweise das
Feuer zurück in den Bauch bringen.
Nur durch Programme
für neue Schiedsrichter, kontinuierlicher Fortbildung
der erfahrenden Referees und die Einbindung der Einzelnen
in die regionalen Schiedsrichter-Organisatioen wird
das Scheidsrichterwesen einen wichtigen Schritt nach
vorne machen, um der zunehmenden Nachfrage nach Schiedsrichtern
gerecht zu werden. "Niemand von uns wäre beim Pfeifen
geblieben, wenn er am Anfang gewußt hätte, wie wenig
er wirklich weiß."
Verantwortlichkeit -
Akzeptierst Du sie?
Wenn Du weißt, dass
Du ein bestimmtes Level der Kompetenz erreicht hast,
werden sie Dich an dieser messen. Dieses Thema wurde
von Parry mehrfach in den letzten 10 Jahren diskutiert.
But once you know
enough to have a level of competence,
they're going to hold you to it. That's a theme Parry
has discussed frequently in the past 10 years. Parry
began his Big 10 supervisory role by conducting meetings
with university athletic directors and coaches across
the country to see how to improve working relationships
between officials and coaches while maintaining professional
standards of success. __The
people he spoke with agreed that the Big 10 needed to
"create some kind of a system where our best officials
would be rewarded," he said. Parry wanted to be
able to have something down on paper, he explained,
"so we could send those top people on to our bowls
because they deserved to go." The same system would
also serve to weed out officials who consistently rate
low and don't measure up to expected standards. The
result was a five-pronged evaluation in which officials
were rated from 0-7, in the following categories: appearance,
athleticism, judgment, poise and interpersonal skills. __"When
the official stepped out on to the field, did he look
like an official?" Parry asked. "Did he have
a clean hat? Were his shoes shined? Did his shirt fit?
Did he look fit? Appearance is very important."
It's key in conveying a positive first impression and
professional image, suitable to someone in charge of
managing a game. __When
it comes to athleticism, "We defined that as position,
movement and coverage," said Parry. "Could
he run? Could he get the angle? Could he be where he
should be?" Parry recalled a meeting with Penn
State's Joe Paterno: "When I sat down with him,
Joe said, 'Look, I only want two things from your officials.
Number one, I want them in position. Number two, I want
them decisive.' And when you think about it, that covers
a lot of sins, if you can do those two things." __The
Big 10 system weighted judgment three times as much
as the other considerations because "that's really
what's most important relative to the outcome of review
of a play," said Parry. Officials must know what
a foul is, and perhaps more importantly, they need to
know what a foul is not. "We get in a lot more
trouble in football when we would over-officiate the
game as compared to when we would under-officiate it,"
said Parry. According to Big 10 data, games that
have 25, 30 or 35 fouls in them usually generate "lots
and lots of complaints," he said. "On the
other hand, when we have games in which the foul count
is relatively low, we very seldom get complaints from
the coaches," Parry observed. __The
fourth category on the officials' rating system is calm
and poise. Parry explained, "Did the official look
relaxed? Did he look like he belonged? Did he have a
body language that said, 'Hey! I am glad to be here
and I'm having a great time?'" One veteran college
football coach told Parry, "If an official looked
happy and relaxed, I was happy and relaxed. But if he
looked manic and hyper and uptight, I just felt we were
going to have some trouble with that official."
People react to nonverbal behavior, stressed Parry.
Therefore, officials need to have the ability to portray
calmness and poise. It can influence the emotional tone
of a game. __Parry
refers to the last category - interpersonal skills -
as "people-handling skills." Can officials
get along with each other? With coaches? With players?
Can they be in stressful situations that are highly
volatile and still communicate effectively? "There
are times to keep your mouth shut," Parry said.
He also recognized there are times when "you have
to stand up and say something." It's how you say
it that matters most. Parry encourages honesty, forthrightness
and respect. __Good
personal skills are important within your officiating
circle as well. Parry tells his people that their fellow
officials are usually their best friends. "And
probably for three hours on a Saturday afternoon, they
may be the only friends you have," he said. He
emphasizes the importance of meeting each other half
way, doing little extra things to make a crew a team.
"We pay our referees an extra $50 a game because
we expect them to be on the phone sometime during the
week talking to their other six crew members,"
he explained. Why does the Big 10 do that? According
to Parry, the crew chief's job is to motivate others
on the officiating crew and let them know he is there
to help. __Parry
drove that point home with a story from his first NFL
preseason game 26 years ago. "I had a call on the
sideline that Grandma could have made from the cheap
seats," he related. "It was a late hit out
of bounds. Everybody in the stadium saw it and I threw
the flag. It was nothing. But the umpire on the game,
an old timer named Lou Palazzi, must have run 40 yards
to come over and give me a big hug. He said, 'Great
call, rookie, nice going. Keep it up.' I remember it
as if it happened yesterday and as long as I think of
Lou, I will always remember that one play when he went
out of his way to pick me up."
Success is measurable,
but it's only measurable by the person striving to attain
it. You are the only one who knows what degree of success
you're capable of or willing to go after. __Zaborniak,
Clougherty and Parry each have spent years getting to
their current positions in the officiating community.
And now, they're out there sharing what they know, helping
others to get what they want out of officiating. "There
are probably 150,000 interscholastic officials in this
country. Probably double that number of recreation and
youth league officials," Zaborniak told the assembled
crowd at the NASO convention. "You've got to go
out there and remind folks about accountability and
about character, and the best way to do that is through
educational and training programs." __He
also stressed that competent, informed officials cannot
wait on the sidelines for others to learn on their own.
"You've got to pick up the ball and go to them,"
he said, "You can't wait for somebody else to do
it." Parry knows there is still plenty of room
for improvement. "We are always looking for ways
to get better," he stressed. Ultimately, a never-ending
strive for excellence is the surest way to get what
you want.
(Kay Rooff-Steffen
has an M.A. in professional journalism and communication;
chairs the department of communication and humanities
at Eastern Iowa Community College District, Muscatine,
Iowa. She writes frequently on topics relating to interpersonal
communication, higher education, self-improvement, professional
development and fitness.)
|