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Regeln | Ausarbeitungen | Vorteil- / Nachteil-Prinzip

 

 

Quelle: officiating.com 30. April 2001 / Autor: Jim Dixon / Übersetzung: Axel Beckmann

 

 

 

Sieh die nächste Spielaktion voraus - nicht den Pfiff

 

 

Ball ControlDribbeln gegen eine harte Defense

Gute Spiele können heutzutage eine ganze Menge mit dem Ball anfangen: hinter dem Rücken dribeln, durch die Beine usw. Laßt sie ihre Fähigkeiten zeigen, helft ihnen aber nicht, wenn ihr Leistungsniveau nicht dem ihrer Konkurrenten entspricht. Berührt die Verteidigerin den Ball bevor sie einen kleinen Kontakt mit der Angreiferin produziert, warte mit dem Pfiff. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Defense mit illegalen Mitteln spielen darf!

Was ist für unsere Verteidigerin im Bild (rechs) erlaubt und was nicht?

B1 kann eng an ihrer Gegenspielerin A1 bleiben und Druck auf sie ausüben, indem sie versucht vor sie zu kommen. In diesem Falle hätte sie dann eine gute Position für einen möglichen Steal, bei dem sie durchaus auch die Hand berühren könnte - nicht jedoch den Arm. Dies ist allerdings ein schwieriger Pfiff und es ist wichtig, dass man derartige Kontakte bei beiden Mannschaften gleich beurteilt. Auch die Kollegin muss hier mitziehen.

B1 kann auch in der auf dem Bild zu erkennenden Position bleiben und engen Kontakt zur Dribblerin beibehalten. Auch hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Kommt es zu Körperkontakt und die Angreiferin verliert deswegen den Ball oder begeht einen Schrittfehler oder verliert die Balance, müssen wir sie schützen. Ausgenommen natürlich, dass die Regelübertretung vor dem Kontakt geschieht.

Was ist der Angreiferin erlaubt und was nicht?

A1 hat auf dem Bild die Chance den Ball legal - ohne Einsatz der Hände - zu kontrollieren. Ein Schiedsrichter tut gut daran, sich zu erinnern, dass Basketball eine Mannschaftssportart ist und kein Einzelkämpfertraining. Die Angreiferin muss harte Defense und entsprechenden Druck erwarten und den Ball abspielen, wenn sie sich ihrer Verteidigerin nicht mit legalen Mitteln erwehren kann. (Dies gilt insbesondere in den College- und High-School-Ligen der USA, wo eine derart eng gedeckte Angreiferin innerhalb von 5 Sekunden den Ball abspielen oder auf den Korb werfen muss).

A1 darf nicht ihren freien Arm nicht dazu benutzen, B1 wegzustossen, allerdings kann sie ihn wie oben gezeigt auf Schulterhöhre halten, um das eigene Gleichgewicht zu erhalten und den Ball zu schützen. Es ist Auslegungssache, wann das Ganze ein Foul ist.

Es ist nicht unsere Aufgabe der Angreiferin aus dieser Situation zu helfen. Es ist unser Pflicht, auf ein sauberes Dribbliin zu achten und ein Führen des Balles zum Schutz gegen die Verteidigerin sofort abzupfeifen.

Ein letzter Tipp: Wenn Du einen Dribbler mit gesenkten Kopf siehst, der nicht auf seine Mitspieler achtest, weißt Du, dass Du ein Problem bekommen wirst. Ein guter Verteidiger sieht dieses schwache Dribbling und wird den Druck auf den Dribbler erhöhen. Du musst nun realisieren, dass hier Gefahr droht und Deine Aufmerksamkeit auf diese Situation lenken. Nach wie vor gilt: Sieh die nächste Aktion voraus - nicht den Pfiff.

 

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 Letztes Update:
28. Dezember 2002

 

© Axel Beckmann